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Nachnahmelieferung + Kontrolle des Empfngers auf Schden

 
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AcidRain
Interessierter


Anmeldungsdatum: 24.10.2005
Beitrge: 6

BeitragVerfasst am: 18.03.09, 07:43    Titel: Nachnahmelieferung + Kontrolle des Empfngers auf Schden Antworten mit Zitat

Hallo und hi...

leider finde ich nichts ber die Suche, deshalb hoffe ich, dass mir so geholfen werden kann...


Und zwar handelt es sich um folgendes:
Person A kauft privat etwas bei Person B, Bezahlung soll per Nachnahme erfolgen.
Zuerst wird der Versand per Spedition vereinbart.
Person B meldet sich und sagt, die Spedition kann es nicht transportieren, er versendet es per (z.B.) [Name Paketdienst gelscht. Forenregeln beachten! Biber].

Wann kann Person A die Lieferung auf Vollstndigkeit und Beschdigungen, sowohl am Inhalt, als auch an der Verpackung berprfen?
- Vor oder nach der Bezahlung?

Und bei z.B. Beschdigungen oder bei "falschem" Inhalt des Pakets zurckschicken lassen, bzw. die Annahme verweigern.
- Auch hier, vor oder nach der Bezahlung?
- Mit oder ohne unabhngigen Zeugen, z.B. Paketzusteller?

Da es sich um einen 4-stelligen Euro Betrag handelt, also nicht ganz billig fr Person A.



Gre
AcidRain
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Biber
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Anmeldungsdatum: 21.11.2005
Beitrge: 11363
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BeitragVerfasst am: 18.03.09, 10:35    Titel: Antworten mit Zitat

Der Zusteller wird das Paket nur aushndigen, wenn der Empfnger gezahlt hat. Und dann wird sich der Zusteller mit ziemlicher Sicherheit umgehend verabschieden und nicht zugucken wollen, bis der Empfnger das Paket ausgepackt hat.

Der Empfnger wird sich also unabhngige Zeugen suchen mssen, die sich im Zweifel zum Inhalt bzw. dessen Zustand uern knnen.
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Kobayashi Maru
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Anmeldungsdatum: 28.11.2005
Beitrge: 4524

BeitragVerfasst am: 18.03.09, 10:58    Titel: Antworten mit Zitat

Biber hat folgendes geschrieben::
Der Zusteller wird das Paket nur aushndigen, wenn der Empfnger gezahlt hat. Und dann wird sich der Zusteller mit ziemlicher Sicherheit umgehend verabschieden und nicht zugucken wollen, bis der Empfnger das Paket ausgepackt hat.

Besser, der Empfnger verfhrt nicht so, sondern wirft statt dessen einen Blick ins Gesetz Idee

Pfeil 438 Abs. 1 und 2 HGB

Bei einem offenen Mangel diesen gegenber dem Frachtfhrer rgen und gleichzeitig die Annahme (und damit die Bezahlung) verweigern. Das Gut darf dann nicht an den Empfnger ausgehndigt werden.

Bei einem verdeckten Mangel diesen innerhalb der Frist 483 Abs. 2 HGB sowohl beim Frachtfhrer als auch beim Versender rgen.
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Biber
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Anmeldungsdatum: 21.11.2005
Beitrge: 11363
Wohnort: This world is not my home - I'm only passing through!

BeitragVerfasst am: 18.03.09, 12:24    Titel: Antworten mit Zitat

Tja, da war ich wohl nicht przise genug. Ich hatte es als selbstverstndlich vorausgesetzt, da der Empfnger ein erkennbar uerlich beschdigtes Paket nicht annehmen wird. Lachen
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Tim_S.
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Anmeldungsdatum: 25.11.2008
Beitrge: 305

BeitragVerfasst am: 19.03.09, 11:37    Titel: Antworten mit Zitat

Tag,
die interessante Frage von AcidRain
Zitat:
Wann kann Person A die Lieferung auf Vollstndigkeit und Beschdigungen, sowohl am Inhalt, als auch an der Verpackung berprfen?
- Vor oder nach der Bezahlung?

ist aber immer noch offen. Man stelle sich vor: Der Zusteller steht jetzt da, das Packet sieht uerlich o. K. aus. Der Empfnger wei aber, dass das Gut wertvoll (und vielleicht auch empfindlich) ist und jetzt mchte er nicht die Katze im Sack annehmen.

Das Problem des Empfngers besteht nmlich in folgendem: Selbst wenn er gem. 438 II HGB binnen 7 Tagen ordnungsgem einen verdeckten Schaden reklamiert, hat dennoch allein er die Beweislast dafr, dass das Gut bei Ablieferung schon beschdigt war. Denn 438 I und II HGB soll nur die Beweislage fr den Transporteur verbessern (wenn Voraussetzungen gegeben), nicht aber verschlechtern.

Wenn er dagegen das Packet in Gegenwart des Zustellers aufmacht, prft und bei Vorliegen eines Schadens an Ort und Stelle zurckweist (oder z. B. zumindest den Schaden festhlt und den Zusteller quittieren lt), dann steht er deutlich besser da.

M. E. sollte der Empfnger die Empfangsquittung und eine Nachnahme erst geben, wenn er das Packet geffnet und geprft hat. Der Zusteller muss eine Prfung m. E. erlauben, es stellt weder eine Annahmeverweigerung noch eine Zahlungsverweigerung dar, welche nach den AGB des Transporteurs zur Retour fhrt. Vielmehr stellt die Prfung eine zulssige Bedingung fr die Quittung und Zahlung dar, sie bedeutet keine Annahmeverweigerung. Sie ist auch fr den Transporteur zumutbar: Wenn das Gut heil ist, nimmt der Empfnger an und die offene Verpackung spielt keine Rolle. Wenn das Gut dagegen beschdigt ist, dann hat entweder der Transporteur einen Fehler gemacht oder sich einen Vertragspartner (Absender) ausgesucht, der Mist gebaut hat. In beiden Fllen ist dem Transporteur zuzumuten, den Karton eben mit Klebeband neu zu verschlieen und die Sache zu retournieren.

Wrde ich sagen.
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Tim_S.
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Anmeldungsdatum: 25.11.2008
Beitrge: 305

BeitragVerfasst am: 24.03.09, 10:34    Titel: Antworten mit Zitat

Tag,
Tim_S. schrieb:
Zitat:
Der Zusteller muss eine Prfung m. E. erlauben, es stellt weder eine Annahmeverweigerung noch eine Zahlungsverweigerung dar, welche nach den AGB des Transporteurs zur Retour fhrt.

Ist ja gar nicht wahr, mir ist gerade folgendes aufgefallen: Unter den Voraussetzungen des 421 HGB kann der Empfnger zwar die Ablieferung verlangen und das Gut uerlich besichtigen. ffnen und Inhalt des Packstcks prfen geht aber nur Zug-um-Zug gegen Quittung (und ggfs. Zahlung der Nachnahme). Argument: Fr den Zusteller ergben sich sonst unzumutbare Standzeiten, wenn berall die Verpackungen erst geffnet und das Gut geprft wrde.
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Kobayashi Maru
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Anmeldungsdatum: 28.11.2005
Beitrge: 4524

BeitragVerfasst am: 24.03.09, 11:01    Titel: Antworten mit Zitat

Das luft auf die Problematik "verdeckter Mangel" hinaus, richtig?
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Tim_S.
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Anmeldungsdatum: 25.11.2008
Beitrge: 305

BeitragVerfasst am: 24.03.09, 11:15    Titel: Antworten mit Zitat

Fr den Empfnger, ja. Er wird bei uerlich nicht erkennbaren Schden unweigerlich in die Beweislast gedrngt. Man kann dem Empfnger einer (insb. wertvollen) Kaufsache bei Versendungskauf, deren Verpackung uerlich ok aussieht, nur dringend raten, die Verpackung in Gegenwart eines belastbaren Zeugen zu ffnen. Allein die schriftliche Rge binnen 7 Tagen bringt dem Empfnger wenig. Die Beweislast fr das Vorliegen des Schadens schon bei Ablieferung behlt er trotzdem.
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Kobayashi Maru
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Anmeldungsdatum: 28.11.2005
Beitrge: 4524

BeitragVerfasst am: 24.03.09, 11:27    Titel: Antworten mit Zitat

O.k., so hatte ich mir das gedacht. Ich war mir einen Moment nicht sicher, ob sich verdeckter Mangel ausschlielich auf einen Fehler (funktioniert von vornherein nicht o..) des versendeten Gutes bezieht oder auch auf einen Mangel aufgrund eines nicht gleich erkennbaren Verpackungsmangels.
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