Navigationspfad: Home » Foren
Foren
recht.de :: Thema anzeigen - Entnahme eines Kundenstammes bzw. einer Geschftsbeziehung?
Forum Deutsches Recht
Foren-Archiv von www.recht.de
Achtung: Keine Schreibmglichkeiten! Zu den aktiven Foren whlen Sie oben im Men "Foren aus!
 
 SuchenSuchen 

Entnahme eines Kundenstammes bzw. einer Geschftsbeziehung?

 
Neuen Beitrag schreiben   Auf Beitrag antworten    recht.de Foren-bersicht -> Steuerrecht
Vorheriges Thema anzeigen :: Nchstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
Martin
Gast





BeitragVerfasst am: 17.09.04, 10:58    Titel: Entnahme eines Kundenstammes bzw. einer Geschftsbeziehung? Antworten mit Zitat

Hallo,

wie ist wohl folgendes Problem zu beurteilen?

Sachverhalt:

1. Rechtliche Verhltnisse:

An der Muster GmbH & Co. KG sind die Kommanditisten A, B, u. C. zu jeweils 1/3 beteiligt. Die Komplementr GmbH ist vermgensmig nicht an der KG beteiligt.
An der Komplementr GmbH sind A, B, u. C. ebenfalls zu je 1/3 beteiligt.


A, B, u. C. sind weiterhin an einer Vertriebs GmbH zu jeweils 1/3 beteiligt.
Diese Vertriebs GmbH hat einen stl. Verlustvortrag i.H.v. 1.000.000,- EUR. Der Gewerbebetrieb der Vertriebs GmbH ruht seit einigen Jahren.

2. Zu beurteilende Manahme:

Ein Grokunde aus dem Kundenstamm der Muster GmbH & Co. KG wird seit kurzem nur noch unter Zwischenschaltung der Vertriebs GmbH beliefert, d.h. die Muster GmbH & Co. KG beliefert die Vertriebs GmbH und diese wiederum den (ehemaligen) Grokunden der Muster GmbH & Co. KG. Die Vertriebs GmbH beliefert den Grokunden zu den gleichen Konditionen wie zuvor die Muster GmbH & Co. KG.

Schriftliche Vereinbarungen zwischen der Muster GmbH & Co. KG und der Vertriebs GmbH hinsichtlich der berlassung(?)/bertragung(?) der Geschftsbeziehung zu dem Grokunden wurden nicht getroffen. Weiterhin wurden bzgl. dieser Manahme keine schriftlichen Vereinbarungen zwischen der Muster GmbH & Co. KG und deren Gesellschaftern bzw. zwischen diesen und der Vertriebs GmbH getroffen.

Es ist aber nicht "gewollt", dass die Geschftsbeziehung der Vertriebs GmbH dauerhaft berlassen/bertragen wird.

Fragestellung:

Steuerliche Beurteilung der Manahme auf Seiten der Muster GmbH & Co. KG, der Gesellschafter und der Vertriebs GmbH. Verlegen
Nach oben
Gast






BeitragVerfasst am: 17.09.04, 11:16    Titel: Re: Entnahme eines Kundenstammes bzw. einer Geschftsbeziehu Antworten mit Zitat

Gegenfrage:

Wo sehen Sie denn die Probleme, und warum?
Ich nehme an, es geht um eine Klausur, und da hat eigenes Nachdenken noch nie geschadet Smilie

Gru

beinstrong
Nach oben
Martin
Gast





BeitragVerfasst am: 17.09.04, 14:06    Titel: Re: Entnahme eines Kundenstammes bzw. einer Geschftsbeziehu Antworten mit Zitat

Folgende berlegungen lieen sich z.B. anstellen:

- Ist durch die Manahme (Nutzung der Geschftsbeziehung durch die Vertriebs GmbH) ein Vermgensgegenstand/Wirtschaftsgut aus dem Gesamthandsvermgen der Muster GmbH & Co. KG "entfernt" worden?

- Falls dies zu bejahren ist, handelt es sich um eine Entnahme...

- ... oder knne auch eine berfhrung in ein anderes Betriebsvermgen vorliegen?

- Wer ist zivilrechtliche/r Eigentmer/in des Wirtschaftsguts "Geschftsbeziehung"?

- Wie ist dieses Wirtschaftgut ggf. zu bewerten?

... lauter Fragen...
Nach oben
Gast






BeitragVerfasst am: 17.09.04, 14:40    Titel: Re: Entnahme eines Kundenstammes bzw. einer Geschftsbeziehu Antworten mit Zitat

Martin hat folgendes geschrieben::


- Ist durch die Manahme (Nutzung der Geschftsbeziehung durch die Vertriebs GmbH) ein Vermgensgegenstand/Wirtschaftsgut aus dem Gesamthandsvermgen der Muster GmbH & Co. KG "entfernt" worden?

Dies ist in der Tat eine gute Frage. Grundstzlich sind Kundenbeziehungen als Bestandteil des good will kein selbstndiges WG. Ausnahme sind z.B. Mandantenstamm eines StB. Bestehen mit dem Grokunden feste vertragliche Vereinbarungen?

- Falls dies zu bejahren ist, handelt es sich um eine Entnahme...

Die KG verzichtet ja zugunsten der GmbH auf eigenen Gewinn. Nimmt man ein WG Kundenbeziehung an, so wrde wohl eine Entnahme vorliegen.

- ... oder knne auch eine berfhrung in ein anderes Betriebsvermgen vorliegen?

Dafr wre die Entnahme Voraussetzung. Hier wrde ein verdeckte Einlage in die GmbH vorliegen.

- Wer ist zivilrechtliche/r Eigentmer/in des Wirtschaftsguts "Geschftsbeziehung"?

Der Inhaber des Handelsgwerbes

- Wie ist dieses Wirtschaftgut ggf. zu bewerten?

nach dem Ertragswertverfahren.

... lauter Fragen...


dazu noch ein paar mehr:

Wie sieht es mit 8 Abs. 4 KStG aus?

Liegt durch die berlassung eines evtl. anzunehmenden WG "Kundenbeziehung" evtl. eine Betriebsaufspaltung vor, da wesentliche Betriebsgrundlage fr die GmbH (einziger Kunde?)

Oder gehren die Anteile an der GmbH ins Sonder-BV II der KG. Wenn ja, ab wann und mit welchem Einlagewert?

Wenn ja, wrde eine verdeckte Einlage zu AK dieser Anteile fhren. Wre dann eine Teilwertabschreibung vorzunehmen?

Liegt evtl. Gestaltungsmissbrauch vor?


Ich persnlich tendiere dazu, dass kein selbstndiges WG vorliegt. Der Verzicht auf den Gewinn knnte damit weder zu einer Entnahme noch zu einer Einlage fhren. Es steht den Gesellschaftern der KG frei, Ihren Warenabsatz zu gestalten wie sie wollen. Sonder-BV II wrde ich dennoch bejahen.

Gru

beinstrong
Nach oben
Gast






BeitragVerfasst am: 18.09.04, 16:56    Titel: Re: Entnahme eines Kundenstammes bzw. einer Geschftsbeziehu Antworten mit Zitat

Hallo beinstrong,

schn, dass Dich mein Problem interessiert!

Die Frage, ob die Geschftsbeziehung berhaupt ein Wirtschaftsgut darstellt, werde ich noch errtern. Ich gehe aber zunchst einmal davon aus, dass dieses zutrifft.

M.E. kann daraus aber nicht unmittelbar geschlossen werden, dass dann eine Entnahme vorliegt. Denn das WG "Geschftsbeziehung" wurde zu keinem Zeitpunkt von einem Gesellschafter "fr sich, fr seinen Haushalt, oder fr andere betriebsfremde Zwecke" (-> Entnahmebegriff) verwendet. Durch die berlassung der Geschftsbeziehung an die Vertriebs GmbH, welche ja durch die Muster GmbH & Co. KG beliefert wird, kommt das WG letztlich immer noch der Muster GmbH & Co. KG zugute.

Eine berfhrung in ein anderes Betriebsvermgen (i.S.v. 6 Abs. 5 EStG) setzt aber m.E. keine (vorherige) Entnahme voraus (rechtstheoretisch).

Nochmal zum zivilrechtlichen Eigentum: Wen meinst Du mit "Inhaber des Handelsgewerbes"? Frage: Knnte die GmbH zivilrechtliche Eigentmerin geworden sein? Z.B. durch unentgeltliche bertragung/bereignung? Einen Vertrag gibt es nicht. Mann knnte allenfalls ber den Weg des "konkludenten Handelns" dahin gelangen.

8 Abs. 4 KStG ist kein Problem, da wirtschaftliche Identitt gegeben ist.

Auch Gestaltungsmissbrauch drfte kein Problem sein (habe ich am Rande meiner Recherchen schon entsprechenden Urteilen entnommen)

Im Moment neige ich zu folgender Lsung:

Es liegt eine berfhrung des WG "Geschftsbeziehung" aus dem Gesamthandsvermgen der Muster GmbH & Co. KG in das Gesamthandsvermgen der alleine durch diesen Vorgang neu entstehenden "ABC-GbR" vor. Bewertung somit zum Buchwert, also mit 0,00 EUR, da es sich um ein originres immat. WG handelt.

Die ABC-GbR berlsst das WG "Geschftsbeziehung" unentgeltlich der Vertriebs GmbH. Da dieses WG wesentliche Betriebsgrundlage bei der Vertriebs GmbH ist (und auch persnliche Verflechtung gegeben ist), liegt eine Betriebsaufspaltung zwischen der ABC-GbR und der Vertriebs GmbH mit allen Konsequenzen vor.

Viele Gre, ...
Nach oben
Gast






BeitragVerfasst am: 18.09.04, 18:16    Titel: Re: Entnahme eines Kundenstammes bzw. einer Geschftsbeziehu Antworten mit Zitat

[quote="Anonymous"

Zitat:
Die Frage, ob die Geschftsbeziehung berhaupt ein Wirtschaftsgut darstellt, werde ich noch errtern. Ich gehe aber zunchst einmal davon aus, dass dieses zutrifft.]


]Wie gesagt, ein eigenes WG wird bei Geschftsbeziehungen nur angenommen, wenn es entgeltlich veruerts wird. So sieht es zumindest auch der Beck`sche Bilanzkommentar

Zitat:
M.E. kann daraus aber nicht unmittelbar geschlossen werden, dass dann eine Entnahme vorliegt. Denn das WG "Geschftsbeziehung" wurde zu keinem Zeitpunkt von einem Gesellschafter "fr sich, fr seinen Haushalt, oder fr andere betriebsfremde Zwecke" (-> Entnahmebegriff) verwendet. Durch die berlassung der Geschftsbeziehung an die Vertriebs GmbH, welche ja durch die Muster GmbH & Co. KG beliefert wird, kommt das WG letztlich immer noch der Muster GmbH & Co. KG zugute.


Hm, wenn man ein entnahmefhiges WG annimmt, dann knnte schon eine Entnahme vorliegen. Das WG scheidet aus dem BV der KG aus, fr Zwecke der Gesellschafter als Anteilseigner der GmbH. Diese wird durch die bei ihr entstehenden Gewinne gestrkt, was zu einer Werterhhung der GmbH-Anteile fhrt. Die Frage ist natrlich, ob die Geschftsbeziehung dauerhaft bei der GmbH gelandet ist. Ansonsten knnte auch eine berlassung an diese vorliegen. Dann wrde eine Einlage aber ausscheiden, weil bloe Nutzungen nicht einlagefhig sind.

Zitat:
Eine berfhrung in ein anderes Betriebsvermgen (i.S.v. 6 Abs. 5 EStG) setzt aber m.E. keine (vorherige) Entnahme voraus (rechtstheoretisch).


Das sehe ich nicht so. Die verdeckte Einlage in eine GmbH (und um eine solche wrde es sich ja handeln, da keine Ges.Rechte gewhrt werden) stellt einen auf dem Gesellschaftsvehltnis beruhenden Vorgang vor. Analog scheidet das WG aus ausserbetrieblichen Grnden aus dem ursprnglichen BV aus. Und dies stellt eine Entnahme dar. Diese wird 6 Abs. 6 S. 2 EStG versteuert. Hier wrde sich aber das Problem der Bewertung stellen.

Zitat:
Nochmal zum zivilrechtlichen Eigentum: Wen meinst Du mit "Inhaber des Handelsgewerbes"? Frage: Knnte die GmbH zivilrechtliche Eigentmerin geworden sein? Z.B. durch unentgeltliche bertragung/bereignung? Einen Vertrag gibt es nicht. Mann knnte allenfalls ber den Weg des "konkludenten Handelns" dahin gelangen
.

Inhaberin des Handelsgewerbes ist die KG. NImmt man eine Entnahme bei der KG und eine verdeckte Einlage bei der GmbH an, dann wrde diese auch zivilrechtliche Eigentmerin. Und es wurde nicht konkludent, sondern tatschlich gehandelt.

Zitat:
8 Abs. 4 KStG ist kein Problem, da wirtschaftliche Identitt gegeben ist.


Stimmt, sollte man aber in einem Nebensatz erwhnen.

Zitat:
Auch Gestaltungsmissbrauch drfte kein Problem sein (habe ich am Rande meiner Recherchen schon entsprechenden Urteilen entnommen)[/


Das FA drfte das in einem ersten Reflex anders sehen, ist aber auch meine Meinung.

Zitat:
Im Moment neige ich zu folgender Lsung:

Es liegt eine berfhrung des WG "Geschftsbeziehung" aus dem Gesamthandsvermgen der Muster GmbH & Co. KG in das Gesamthandsvermgen der alleine durch diesen Vorgang neu entstehenden "ABC-GbR" vor. Bewertung somit zum Buchwert, also mit 0,00 EUR, da es sich um ein originres immat. WG handelt.

Die ABC-GbR berlsst das WG "Geschftsbeziehung" unentgeltlich der Vertriebs GmbH. Da dieses WG wesentliche Betriebsgrundlage bei der Vertriebs GmbH ist (und auch persnliche Verflechtung gegeben ist), liegt eine Betriebsaufspaltung zwischen der ABC-GbR und der Vertriebs GmbH mit allen Konsequenzen vor.


Diese Lsung, mit Verlaub, halte ich schlicht fr abenteuerlich und nicht nachvollziehbar. Wieso sollte hier eine neue GbR einstehen? Es gibt doch schon eine Personengesellschaft. Diese knnte das ihr originr gehrende WG doch ebenso an die GmbH berlassen.


Grundstzlich kommt mir die Lsung mit dem Wirtschaftsgut "Geschftsbeziehung" etwas konstruiert vor. Man sollte auch der Frage, ob die GmbH-Anteile Sonder-BV bei der KG werden mehr Beachtung schenken (m.E. ja). Hier liegt vielleicht das eigentiche Problem.

Handelt es sich eigentlich um eine reale Gestaltung, oder um einen theoretischen Fall?

Gru

beinstrong
Nach oben
Martin
Gast





BeitragVerfasst am: 18.09.04, 23:43    Titel: Re: Entnahme eines Kundenstammes bzw. einer Geschftsbeziehu Antworten mit Zitat

Hallo beinstrog!

Zitat:
Wie gesagt, ein eigenes WG wird bei Geschftsbeziehungen nur angenommen, wenn es entgeltlich veruerts wird. So sieht es zumindest auch der Beck`sche Bilanzkommentar


Du meinst sicher, dass sie (die Geschftsbeziehung) veruerBAR sein muss!? Ich hatte die Definition auch so im Kopf, habe aber jetzt auch andere Meinungen dazu gelesen (vgl. z.B. Beck'sches StB-Handbuch 2002/2003, Kap. A Rz. 902). Soll aber auch hier nicht die Hauptrolle spielen. Falls man in dem diskutierten Fall die WG-Eigenschaft verneinen wrde, htten wir kein steuerliches Problem, oder?

Zitat:
Hm, wenn man ein entnahmefhiges WG annimmt, dann knnte schon eine Entnahme vorliegen. Das WG scheidet aus dem BV der KG aus, fr Zwecke der Gesellschafter als Anteilseigner der GmbH. Diese wird durch die bei ihr entstehenden Gewinne gestrkt, was zu einer Werterhhung der GmbH-Anteile fhrt.


Man kann so argumentieren. M.E. spricht man aber von "berfhrung" (zwischen zwei verschiedenen Betriebsvermgen), wenn das WG zwischendurch zu keinem Zeitpunkt im Privatvermgen war. Es liegt dann - obwohl das WG die Sphre der Muster GmbH & Co. KG verlassen hat - KEINE Entnahme (i.S.v. 4 Abs. 1 S. 2 EStG) vor. Fr die Bewertung ergeben sich dann vllig unterschiedliche Rechtsfolgen, nmlich fr Entnahmen 6 Abs. 1 Nr. 4 und fr berfhrungen in ein anderes Betriebsvermgen (unter bestimmten weiteren Voraussetzungen) 6 Abs. 5 EStG. Ich mchte mich daher noch nicht festlegen, ob wirklich eine Entnahme (i.S.v. 6 Abs. 1 Nr. 4) vorliegt Smilie

Zitat:
Die Frage ist natrlich, ob die Geschftsbeziehung dauerhaft bei der GmbH gelandet ist. Ansonsten knnte auch eine berlassung an diese vorliegen. Dann wrde eine Einlage aber ausscheiden, weil bloe Nutzungen nicht einlagefhig sind.


Sehe ich genauso. Dies scheint mir auch die zentrale Frage zu sein. Gem Sachverhalt wurde nichts schriftlich vereinbart. Es ist aber von den Gesellschaftern NICHT wirklich gewollt gewesen, dass die Geschftsbeziehung ENDGLTIG auf die Vertriebs GmbH bergeht. Sie knnen dies natrlich nicht beweisen.

Deshalb hatte ich auch die Frage nach dem zivilrechtlichen Eigentum gestellt. Da nichts vereinbart worden ist, kann m.E. die Vertriebs GmbH nicht zivilrechtliche Eigentmerin der Geschftsbeziehung geworden sein, weil dafr mindestens eine Willenserklrung notwendig gewesen wre. Auch wirtschaftliches Eigentum scheidet m.E. aus, weil die berlassung jederzeit durch die Gesellschafter (einseitig) wieder rckgngig gemacht werden kann.

Demnach kann m.E. auf der Ebene der Vertriebs GmbH keine verdeckte Einlage vorliegen.

Zitat:
Im Moment neige ich zu folgender Lsung:

Es liegt eine berfhrung des WG "Geschftsbeziehung" aus dem Gesamthandsvermgen der Muster GmbH & Co. KG in das Gesamthandsvermgen der alleine durch diesen Vorgang neu entstehenden "ABC-GbR" vor. Bewertung somit zum Buchwert, also mit 0,00 EUR, da es sich um ein originres immat. WG handelt.

Die ABC-GbR berlsst das WG "Geschftsbeziehung" unentgeltlich der Vertriebs GmbH. Da dieses WG wesentliche Betriebsgrundlage bei der Vertriebs GmbH ist (und auch persnliche Verflechtung gegeben ist), liegt eine Betriebsaufspaltung zwischen der ABC-GbR und der Vertriebs GmbH mit allen Konsequenzen vor.

Diese Lsung, mit Verlaub, halte ich schlicht fr abenteuerlich und nicht nachvollziehbar. Wieso sollte hier eine neue GbR einstehen? Es gibt doch schon eine Personengesellschaft. Diese knnte das ihr originr gehrende WG doch ebenso an die GmbH berlassen.


Warum abenteuerlich?

Wenn sich A, B u. C. einigten, zur Verfolgung eines gemeinsamen Zwecks die ihnen gehrende Geschftsbeziehung der Vertriebs GmbH zur Nutzung zu berlassen, dann lge doch schon eine Gesellschaft vor. Tten sie dieses bewusst auerhalb der Muster GmbH & Co. KG, so msste doch zwangslufig eine neue Gesellschaft entstanden sein.

Wem sonst sollte das WG "Geschftsbeziehung" zuzurechnen sein, wenn eine verdeckte Einlage in die GmbH zu verneinen wre (was m.E. mangels re. und wi. Eigentum der Fall ist) und darber hinaus das WG die Sphre der KG verlassen hat?

Zitat:
Grundstzlich kommt mir die Lsung mit dem Wirtschaftsgut "Geschftsbeziehung" etwas konstruiert vor.


Mag sein, aber wie willst Du den Fall sonst angehen?

Zitat:
Man sollte auch der Frage, ob die GmbH-Anteile Sonder-BV bei der KG werden mehr Beachtung schenken (m.E. ja). Hier liegt vielleicht das eigentiche Problem.


Mglicherweise sind sie Soner-BV, aber das wre ja nicht problematisch.

Zitat:
Handelt es sich eigentlich um eine reale Gestaltung, oder um einen theoretischen Fall?


Der Fall soll sich so abgespielt haben, ich find ihn jedenfalls sehr interessant. Knnte aber auch ein Prfungsfall sein, oder?

Gru, Martin
Nach oben
Gast






BeitragVerfasst am: 19.09.04, 14:03    Titel: Re: Entnahme eines Kundenstammes bzw. einer Geschftsbeziehu Antworten mit Zitat

Zitat:
Du meinst sicher, dass sie (die Geschftsbeziehung) veruerBAR sein muss!? Ich hatte die Definition auch so im Kopf, habe aber jetzt auch andere Meinungen dazu gelesen (vgl. z.B. Beck'sches StB-Handbuch 2002/2003, Kap. A Rz. 902).


Die Frage bei der einzelnen Geschftsbeziehung ist doch, ob es sich um ein einzelnens WG handelt, oder ob es einen unselbstndigen Bestandteil des immat. WG "Firmenwert" darstellt. Und hier wird ein Einzel-WG eben nur angenommen, wenn es tatschlich entgeltlich erworben wurde. Und ein entgeltlicher Vorgang liegt bei der berfhrung auf die GmbH nicht vor, da keine Gegenleistung gewhrt wird.

Zitat:
Man kann so argumentieren. M.E. spricht man aber von "berfhrung" (zwischen zwei verschiedenen Betriebsvermgen), wenn das WG zwischendurch zu keinem Zeitpunkt im Privatvermgen war. Es liegt dann - obwohl das WG die Sphre der Muster GmbH & Co. KG verlassen hat - KEINE Entnahme (i.S.v. 4 Abs. 1 S. 2 EStG) vor. Fr die Bewertung ergeben sich dann vllig unterschiedliche Rechtsfolgen, nmlich fr Entnahmen 6 Abs. 1 Nr. 4 und fr berfhrungen in ein anderes Betriebsvermgen (unter bestimmten weiteren Voraussetzungen) 6 Abs. 5 EStG. Ich mchte mich daher noch nicht festlegen, ob wirklich eine Entnahme (i.S.v. 6 Abs. 1 Nr. 4) vorliegt Smilie


Hier handelt es sich aber nicht um die berfhrung zwischen verschiedenen Betriebsvermgen, etc. i.S. 6 Abs. 5, sondern um eine verdeckte Einlage nach 6 Abs. 6. Und diese setzt eine Entnahme aus dem Ursprungs-BV voraus.

Zitat:
Zitat:
Die Frage ist natrlich, ob die Geschftsbeziehung dauerhaft bei der GmbH gelandet ist. Ansonsten knnte auch eine berlassung an diese vorliegen. Dann wrde eine Einlage aber ausscheiden, weil bloe Nutzungen nicht einlagefhig sind.


Sehe ich genauso. Dies scheint mir auch die zentrale Frage zu sein. Gem Sachverhalt wurde nichts schriftlich vereinbart. Es ist aber von den Gesellschaftern NICHT wirklich gewollt gewesen, dass die Geschftsbeziehung ENDGLTIG auf die Vertriebs GmbH bergeht. Sie knnen dies natrlich nicht beweisen.

Deshalb hatte ich auch die Frage nach dem zivilrechtlichen Eigentum gestellt. Da nichts vereinbart worden ist, kann m.E. die Vertriebs GmbH nicht zivilrechtliche Eigentmerin der Geschftsbeziehung geworden sein, weil dafr mindestens eine Willenserklrung notwendig gewesen wre. Auch wirtschaftliches Eigentum scheidet m.E. aus, weil die berlassung jederzeit durch die Gesellschafter (einseitig) wieder rckgngig gemacht werden kann.

Demnach kann m.E. auf der Ebene der Vertriebs GmbH keine verdeckte Einlage vorliegen.


Das wre dann wohl so. Ich wrde dann aber von einer Nutzungsberlassung durch die KG ausgehen.

Zitat:
Diese Lsung, mit Verlaub, halte ich schlicht fr abenteuerlich und nicht nachvollziehbar. Wieso sollte hier eine neue GbR einstehen? Es gibt doch schon eine Personengesellschaft. Diese knnte das ihr originr gehrende WG doch ebenso an die GmbH berlassen


Zitat:
Warum abenteuerlich?

Wenn sich A, B u. C. einigten, zur Verfolgung eines gemeinsamen Zwecks die ihnen gehrende Geschftsbeziehung der Vertriebs GmbH zur Nutzung zu berlassen, dann lge doch schon eine Gesellschaft vor. Tten sie dieses bewusst auerhalb der Muster GmbH & Co. KG, so msste doch zwangslufig eine neue Gesellschaft entstanden sein.

Wem sonst sollte das WG "Geschftsbeziehung" zuzurechnen sein, wenn eine verdeckte Einlage in die GmbH zu verneinen wre (was m.E. mangels re. und wi. Eigentum der Fall ist) und darber hinaus das WG die Sphre der KG verlassen hat?


Genau das ist doch der Punkt: Warum sollte das (angenommene) Wirtschaftsgut die Sphre der KG verlassen, nur weil es an die GmbH berlassen wird. Dass die berlassung aus Motiven der Gesellschafter erfolgt, fhrt doch nicht zwingend zu einer Entnahme des WG. Die Geschftsbeziehung dient ja auch immer noch der KG, da diese ja die GmbH beliefert. Man msste einmal untersuchen, wie sich dies auf das Ergebnis der KG auswirkt.

Zitat:
Man sollte auch der Frage, ob die GmbH-Anteile Sonder-BV bei der KG werden mehr Beachtung schenken (m.E. ja). Hier liegt vielleicht das eigentiche Problem.


Zitat:
Mglicherweise sind sie Soner-BV, aber das wre ja nicht problematisch
.

Nein, problematisch nicht, aber es wrde vielleicht zu einer Lsung fhren. Wenn die Anteile im Sonder-BV liegen, gehren sie steuerlich zur Sphre der KG. Somit wrde die berlassung/bertragung aus Grnden erfolgen, die durch das Sonder-BV der Gesellschafter veranlasst sind. Nimmt man eine verdeckte Einlage an, dann wrde sich
der Bilanzansatz der Anteile im Sonder-BV erhhen. Es wre zu prfen, ob evtl. eine TW-Abschreibung in Betracht kommt.

Zitat:
Der Fall soll sich so abgespielt haben, ich find ihn jedenfalls sehr interessant. Knnte aber auch ein Prfungsfall sein, oder?


In der Realitt htte ich mit dem Fall keine Probleme. Ich wrde bestreiten, dass ein WG vorliegt. Damit bliebe nur noch 42 AO wegen der Gewinnverlagerung. Der lsst sich aber entkrften. Und wenn das FA tatschlich ein WG annehmen wrde, wie wollte es dieses denn bewerten? Da knnte man stundenlang mit dem Prfer diskutieren.
In einem Prfungsfall msste der Aufgabensteller m.E. einen Wert fr die Geschftsbeziehung angeben. Daraus liee sich schon einiges ableiten. Es kme auch gar nicht auf die richtige Lsung an, hier wre nur das systematische Abprfen der Probleme wichtilg.

Gru

beinstrong
Nach oben
Beitrge vom vorherigen Thema anzeigen:   
Neuen Beitrag schreiben   Auf Beitrag antworten    recht.de Foren-bersicht -> Steuerrecht Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1

 
Gehen Sie zu:  
Sie knnen keine Beitrge in dieses Forum schreiben.
Sie knnen auf Beitrge in diesem Forum nicht antworten.
Sie knnen Ihre Beitrge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Sie knnen Ihre Beitrge in diesem Forum nicht lschen.
Sie knnen an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.


Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
©  Forum Deutsches Recht 1995-2019. Anbieter: Medizin Forum AG, Hochwaldstraße 18 , D-61231 Bad Nauheim , RB 2159, Amtsgericht Friedberg/Hessen, Tel. 03212 1129675, Fax. 03212 1129675, Mail info[at]recht.de.