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Haftung des Tierhalters gegen den Tierhter

 
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snappys
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Anmeldungsdatum: 12.02.2006
Beitrge: 4

BeitragVerfasst am: 12.02.06, 09:41    Titel: Haftung des Tierhalters gegen den Tierhter Antworten mit Zitat

Hallo zusammen!

Haftet der Tierhalter gegenber dem Tierhter bzw. dessen Krankenversicherung, wenn das dem Tierhter anvertraute Tier den Tierhter schdigt?

Eine Schadensbernahme durch die Tierhalterhaftpflicht entfltt, da der Tierhter selbst als Versicherungsnehmer gilt und aus dem Versicherungsvertrag keine eigenen Schden geltend machen kann, da Eigenschaden.

Muss der Tierhalter fr den Schaden aufkommen?

Viele Gre,
Andrea
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Rembrandt
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 06.08.2005
Beitrge: 2634
Wohnort: Saarbrcken

BeitragVerfasst am: 12.02.06, 10:28    Titel: 833 BGB Antworten mit Zitat

Die Haftung des Tierhalters ergibt sich aus 833 BGB und gilt gegenber dem Geschdigten.

Wieso ein (fremder) Tierhter keine Ansprche haben soll, verstehe ich nicht. Versicherungsnehmer ist die im Versicherungsvertrag bezeichnete Person.
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snappys
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Anmeldungsdatum: 12.02.2006
Beitrge: 4

BeitragVerfasst am: 12.02.06, 10:42    Titel: Antworten mit Zitat

Das steht so (meines Wissens in fast allen) Tierhalterhaftpflichtpolicen drin. Auerdem hat ein rechtsanwalt in diesem Forum eine lngere Abhandlung ber Haftung das Tierhalters verffentlicht. Hier ein kleiner Auszug:

Zitat:
Wesentlich komplizierter ist die Rechtslage, wenn der Pferdebesitzer einer dritten Person gestattet, das Pferd unentgeltlich zu reiten, dafr aber eine Gegenleistung erwartet und erhlt. Diese muss nicht zwingend nur darin bestehen, dass sich diese Person an den laufenden Kosten des Pferdes beteiligt. Es kann im Einzelfall bereits ausreichen, dass sich der Dritte verpflichtet, das Pferd zu pflegen, zu fttern oder zu misten. In diesem Fall kann bezogen auf den Einzelfall bereits eine Reitbeteiligung und damit eine Mit-Haltereigenschaft im haftungs- und versicherungsrechtlichen Sinne vorliegen.

Zur Absicherung der sich daraus ergebenden komplizierten Rechtslage empfiehlt es sich, die Reitbeteiligung kostenlos in den bestehenden Versicherungsvertrag aufzunehmen. Daraus ergibt sich dann die rechtliche Konsequenz: Die Reitbeteiligung geniet den gleichen Versicherungsschutz wie der versicherte Pferdebesitzer selbst, da sie zu den mitversicherten Personen zhlt. Mitversicherte Personen knnen aus dem Vertrag allerdings keine eigenen Schden geltend machen. Das hat gleichzeitig zur Konsequenz, dass Schden der jeweiligen Reitbeteiligung als Eigenschden zu bewerten sind, die die Reitbeteiligung selbst zu tragen hat.


Die Mithaltereigenschaft ist in meinem Fall gegeben, deshalb die Bezeichnung "Tierhter".
Durch die Mithaltereigenschaft wird der Tierhter auch zum Versicherungsnehmer.
Schdigt das Pferd einen Dritten, solange es in der Obhut des Tierhters ist, springt die Haftpflicht ein, jedoch nicht, wenn der Tierhter selbst geschdigt wird.
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lissy
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 10.05.2005
Beitrge: 1500

BeitragVerfasst am: 12.02.06, 10:52    Titel: Antworten mit Zitat

Der Tierhter ist normalerweise in der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft versichert, die in solch einem Fall auch fr den Schaden eintritt (landwirtschaftlicher Unfall).
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snappys
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Anmeldungsdatum: 12.02.2006
Beitrge: 4

BeitragVerfasst am: 12.02.06, 11:02    Titel: Antworten mit Zitat

Die Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft hat mit diesem Fall nichts zu tun, da Kleinstbetriebe (sprich 2 Pferde "hinterm Haus", zu wenig Grund und Boden fr eine Pflichtmitgliedschaft) nicht unfallversichert sind (bzw. nur auf freiwilliger Basis, hier nicht der Fall)
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snappys
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Anmeldungsdatum: 12.02.2006
Beitrge: 4

BeitragVerfasst am: 13.02.06, 00:13    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe noch etwas gegoogelt und muss noch ein paar Details im besprochenen Fall erklren:

Der Tierhter lsst vom Hufschmied das Pferd beschlagen und hlt dabei Hufe auf (der Tierhter tut das nicht, weil der Tierhalter ihn dazu aufgefordert hat, sondern aus eigenem Interesse, der Tierhter lsst das Pferd schon seit Jahren beschlagen) und wird dabei verletzt, weil das Pferd vom Bock (Metallgestell, auf das der Huf zum Bearbeiten gestellt wird) herunterspringt und den Tierhter am Fu trifft => Bnderriss

Das OLG Kln 26 U 54/92:

Zitat:
bernimmt jemand aus Geflligkeit die Aufgabe, whrend der Urlaubsabwesenheit eines Pferdehalters dessen Reitpferd durch Fhren am Fhrstrick zu bewegen, und wird er hierbei durch das Pferd verletzt, so kann ihm der Pferdehalter nach 833 BGB zum Schadenersatz verpflichtet sein.

Entscheidend ist, ob der Geschdigte die unfallverursachende Ttigkeit vorwiegend im eigenen Interesse ausbt oder um dem Tierhalter gefllig zu sein. Im letzteren Fall ist fr einen Ausschlu der Haftung nach 833 S. 1 BGB kein Raum.

Fundstelle(n)
VersR 1994, 1076
r+s 1994, 255



Habe ich das nun richtig verstanden, dass fr den Tierhalter nach 833 keine Haftung besteht, weil der Geschadigte (=Tierhter) die unfallverursachende Ttigkeit aus eigenem Interesse ausgebt hat?
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