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1 uro Job vs Mindestlohn
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Dipl.-Sozialarbeiter
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 09.12.2006
Beitrge: 11996

BeitragVerfasst am: 31.03.07, 22:10    Titel: Re: 1 uro Job vs Mindestlohn Antworten mit Zitat

peterO hat folgendes geschrieben::
Wenn es zur "Mindestlohn-Regelung" kommt, egal ob 7 oder 7,50 wie sieht es dann mit den 1 Jobs aus?
Kann ein 1 Jobber sagen, eh der Mindestlohn betrgt aber 7,xx uro??
Dies waren die Eingangsfragen.

@ peterO,

sind diese Fragen eigentlich jetzt beantwortet? Mit den Augen rollen

Teilst Du auch die Auffassung, da der 1-Euro-Job kein 1-Euro-Job ist?

Smiler hat folgendes geschrieben::
hem, es ging nicht um die Pi x Daumen Rechnung Sehr glcklich , sondern um das Vermischen verschiedener Ansprche. Winken
Die 100,- sind der Freibetrag aus einem Hinzuverdienst bei Anspruch auf ALG II, nicht die pauschalierte Aufwandentschdigung aus einem 1,- Job.


@ Smiler,

diese Vermischung ist sicher verzeihlich - kam im Eifer des Gefechtes. Winken

Der ALG II - Empfnger arbeitet nicht fr einen 1,- uro in der Stunde. Dies ist m.E. der wichtige Punkt.

Zusammenfassend glaube ich, da der Mindestlohn von 7,- bis 7,50 nicht kommen wird. Sollte ich mich irren, wird sicher wieder die Diskussion um das Lohnabstandsgebot entstehen. Daher wird sich meiner Einschtzung nach nichts fr die 1-Euro-Jobber ndern. Der Abstand zu einem mglichen gesetzlichen Mindestlohn wird erhalten bleiben.
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nordlicht02
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 14.12.2006
Beitrge: 6040

BeitragVerfasst am: 31.03.07, 22:27    Titel: Antworten mit Zitat

nochmal @Smiler:
Folgende berlegung: A bezieht ALG I und arbeitet ehrenamtlich in einem sozialen Projekt.
Nach Ablauf des ALG I bezieht A ALG II und man berlegt sich, ob die ehrenamtliche Ttigkeit nicht in einen Ein-Euro-Job umgewandelt werden kann. A bekommt somit fr eine Ttigkeit, die er bislang ehrenamtlich ausgebt hat, zustzliches Geld zum ALG II. Was, bitteschn, sprche dagegen??
_________________
Auf die besten Motive trifft man, wenn man keine Kamera dabei hat. (Murphys Foto-Gesetz)
Ich habe meine feste Meinung - bitte verwirren Sie mich nicht durch Tatsachenfeststellungen.
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Smiler
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 08.03.2005
Beitrge: 5641
Wohnort: 4928'54.64"N 748'26.90"E

BeitragVerfasst am: 01.04.07, 00:30    Titel: Antworten mit Zitat

Smilie Die pauschalierten Aufwandsentschdigungen fr ehrenamtliche Ttigkeiten werden sowieso nicht angerechnet, weder beim ALG I noch ALG II.
Der gute Samariter kann also sein Ehrenamt weiter ausben. Winken. ohne das dieser pltzlich subventioniert werden msste.
1,- Jobs sollen der Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt dienen,
u.a. in dem der Rhytmus eines Erwerbsttigkeiten nicht verloren geht,
und die Chancen durch Frderung verbessert werden. Mit den Augen rollen
In Wirklichkeit sanieren Stdte und Gemeinden sich auf Kosten der 1,- Jobs, auf diesen
Weg kann man gleich die Lcken welche durch den Wegfall der Zivis im Sozialbereich
entstehen kompensieren.
Dipl.-Sozialarbeiter hat folgendes geschrieben::

Der ALG II - Empfnger arbeitet nicht fr einen 1,- uro in der Stunde. Dies ist m.E. der wichtige Punkt.

Hat jemand was anderes behauptet Smilie
Auer vielleicht das es ein schlechter Witz ist, mit 30 Beitragsjahren nach einem Jahr im ALG II zu landen.

Zitat:
Zusammenfassend glaube ich, da der Mindestlohn von 7,- bis 7,50 nicht kommen wird. Sollte ich mich irren, wird sicher wieder die Diskussion um das Lohnabstandsgebot entstehen. Daher wird sich meiner Einschtzung nach nichts fr die 1-Euro-Jobber ndern. Der Abstand zu einem mglichen gesetzlichen Mindestlohn wird erhalten bleiben.

Da der Abstand(wieviel soll dieser Betragen) bei ~7,5/h nicht gewhrleistet sein kann (ist er schon jetzt nicht), wird er nicht kommen, auer es wird der ergnzende ALGII Anspruch (Kombilohn?) angepasst.
Wrde ein 1,- Jobber nicht berstunden machen mssen um Anspruch auf bezahlten Urlaub(Entgeltfortzahlung) zu haben und nicht nur ~142h/Monat wre das deutlicher.
Davon absehen war aber schon erwhnt, die 1,- Jobs sind keine Arbeitsverhltnisse damit sind Mindestlhne sowieso uninteressant.
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zu Risiken und Nebenwirkungen befragen sie den Anwalt ihres Vertrauens.
Und falls wir uns nicht mehr sehen, guten Tag, guten Abend und gute Nacht!
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0Klaus
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 30.12.2004
Beitrge: 2595

BeitragVerfasst am: 01.04.07, 17:13    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

@ Dipl.Soz.A.

Die Berechnung hatte ich schon verstanden. Das Problem ist nur, dass der ergnzende Alg-II-Anspruch eine ganz erhebliche Belastung fr den Empfnger mit sich bringt. Stndig mssen Formulare ausgefllt werden. Beim Stundenlohnvergtung darf man jeden Monat seine Vergtung der Arge neu mitteilen. Falls Kinder mal einen Nebenverdienst haben, wird die Leistung gestrichen. Formal drfen Verwandte auch kein Geld verschenken, weil man gleich zustzliche Einnahmen htte. Durch Mehrarbeit bekommt man im Ergebnis auch fast nicht viel mehr Geld, weil sich der fiktive Stundenlohn reduziert. Ggf. verlangt die Arge sogar, eine besser bezahlte Beschftigung anzunehmen (Eingliederungsvereinbarung). Man ist immer arm und hat keine Chance da wegzukommen (auer durch eine bessere bezahlte Arbeit).

7,50 sind teilweise doppelt so hoch, wie die jetzige Vergtung mancher Menschen (ist traurig, ist aber so).

Um mal etwas weiter auszuholen:

Man sollte mal ber eine grundstzliche nderung nachdenken:
Beispiel:

Deutsche PET-Flaschen werde bei uns geschreddert und irgendwo nach Asien verschifft. Dort werden die Schnippsel nach von Hand nachsortiert (ich glaube es war Papier entfernen und nach Farben). Anschlieend wird der Kunststoff geschmolzen und in Kleidungsfasern umgearbeitet, aus denen dann Kleindung hergestellt wird. Das wird alles in Asien gemacht, weil die Leute billig sind.

In D. gibt es viele wenig Qualifizierte, die arbeitslos sind und Leistungen bekommen. Wrde man statt dessen subventionierte Staatsbetriebe errichten und diese Leute dort beschftigen, htte man die Kaufkraft im Land behalten und gleichzeitig Arbeit geschaffen. Verstndlicherweise geht das aber nur in solchen Bereichen, in denen in D./Europa kein Arbeitsmarkt mehr existiert (wie oben) und keine Wettbewerbsverzerrung eintritt. Es drfte viele weitere Bereiche, insbesondere in der Textilindustrie geben, wo man durch subv. Staatsbetriebe Arbeit schaffen knnte.

Gleichzeitig wrde eine Menge an Verwaltungskosten wegfallen, da viele die bisher Alg II bezogen eine Ttigkeit in staatlich subventionierter Arbeit annehmen knnten. Auerdem knnte man die 1--Jobs abschaffen, und statt dessen regulr 5 /h fr solche Arbeiten (zB Mllberumung im Wald) unter Wegfall des Alg II bezahlen.
_________________
mfg
Klaus
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Dipl.-Sozialarbeiter
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 09.12.2006
Beitrge: 11996

BeitragVerfasst am: 01.04.07, 20:02    Titel: Antworten mit Zitat

0Klaus hat folgendes geschrieben::
... Das Problem ist nur, dass der ergnzende Alg-II-Anspruch eine ganz erhebliche Belastung fr den Empfnger mit sich bringt. Stndig mssen Formulare ausgefllt werden. Beim Stundenlohnvergtung darf man jeden Monat seine Vergtung der Arge neu mitteilen. Falls Kinder mal einen Nebenverdienst haben, wird die Leistung gestrichen. Formal drfen Verwandte auch kein Geld verschenken, weil man gleich zustzliche Einnahmen htte. Durch Mehrarbeit bekommt man im Ergebnis auch fast nicht viel mehr Geld, weil sich der fiktive Stundenlohn reduziert. Ggf. verlangt die Arge sogar, eine besser bezahlte Beschftigung anzunehmen (Eingliederungsvereinbarung). Man ist immer arm und hat keine Chance da wegzukommen (auer durch eine bessere bezahlte Arbeit). ...
Darum bin ich auch sehr fr einen gesetzlichen Mindestlohn. Das Lohndumping nach unten mu irgendwann gestoppt werden. Es darf einfach nicht war sein, da mit Arbeitseinkommen der Familienunterhalt nicht gesichert werden kann.

Die Arbeitnehmer in dem Niedriglohnbereich erhalten m.W. auch keinen Zuschu zur Sozialversicherung. Sie knnen keine private Altersvorsorge betreiben. Damit ist Armut im Alter vorprogrammiert. Einkommsarmut wirkt sich gleichzeitig auf die Bildungschancen von Kindern aus. Dies zeigt u.a. die PISA 2000 - Studie auf
Zitat:
Zeitgleich und verschrfend verweisen die Ergebnisse der Schlerleistungsstudie PISA 2000 auf das gesellschaftliche Versagen bei der Frderung von Kindern und Jugendlichen: Das Bildungsniveau von 15-jhrigen Schlerinnen und Schlern ist in Deutschland im internationalen Vergleich eher im unteren Mittelfeld angesiedelt; das deutsche Schulsystem ist nicht in der Lage, soziale Ungleichheit auszugleichen. Es besteht ein sehr enger Zusammenhang zwischen Schichtzugehrigkeit und Bildungsbenachteiligung; die soziale Herkunft hat massive Auswirkungen auf die Bildungskompetenz der Kinder. Beides - Schichtzugehrigkeit und soziale Herkunft - wird einerseits durch gesellschaftliche Merkmale wie Einkommen, Wohnung, schulische und berufliche Qualifikation, sozialer Status oder auch Staatsangehrigkeit bestimmt, andererseits durch die materiellen, kulturellen und sozialen Ressourcen respektive Kompetenzen der Familie, durch die Mglichkeiten der gesellschaftlichen Partizipation und besonders durch den Zugang zu gesellschaftlichen Ressourcen (z.B. Kita, Schule) des Einzelnen gespeist. Armut im Sinne von Einkommensarmut ist in einer modernen Gesellschaft geprgt durch die o.g. Merkmale und stellt eine Lebenslage dar.
Quelle: Gerda Holz: Kinderarmut verschrft Bildungsmisere - (Mehr zum Thema "Bildung/Armut" ber Google)

Mit dem gesetzlichen Mindestlohn kann Altersarmut begegnet werden und erhht die Bildungschancancen der Kinder aus armen Familien. Daher halte ich den gesetzlichen Mindestlohn fr so wichtig.

@ 0Klaus,

ebenfalls volle Zustimmung zu Deinen Ausfhrungen zu den PET-Flaschen.

Zu
Zitat:
Gleichzeitig wrde eine Menge an Verwaltungskosten wegfallen, da viele die bisher Alg II bezogen eine Ttigkeit in staatlich subventionierter Arbeit annehmen knnten. Auerdem knnte man die 1--Jobs abschaffen, und statt dessen regulr 5 /h fr solche Arbeiten (zB Mllberumung im Wald) unter Wegfall des Alg II bezahlen.
Fr Arbeitssuchende ohne Vermittlungshemmnisse stellen Deine berlegungen durchaus eine Alternative zu der bisherigen Verfahrensweise dar.

Fr Langzeitarbeitslose, Alkoholabhngige und Menschen mit weiteren Beeintrchtigung werden aber die sogenannten '1-Euro-Jobs' weiterhin notwendig bleiben.

_____________
PS: Ich verschiebe diesen Thread fr die weitere Diskussion in das Forum Recht und Politik
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