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Cicero
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 24.11.2005
Beitrge: 5793

BeitragVerfasst am: 05.10.07, 09:13    Titel: Illegale Musik-Downloads Antworten mit Zitat

Tag zusammen,

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,509556,00.html

Diese Forderung von 220.000,00 USD drfte die gute Frau fr den Rest des Lebens ruinieren. Und dabei scheint es sich, so interpretiere ich den Artikel, um eine strafrechtliche Sanktion zu handeln und noch nicht einmal um eine zivilrechtliche Schadensersatzforderung.

Da kann man sich schon mal die Frage stellen, ob die Strafe den Unrechtsgehalt der Tat angemessen widerspiegelt. Meinungen?
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Andreas Httig
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 11.07.2007
Beitrge: 899

BeitragVerfasst am: 05.10.07, 09:22    Titel: Antworten mit Zitat

Ich wei nicht genau wie das im amerikanischen Recht ist mit zivilrechtlichen Schadensersatzforderungen und strafrechtlichen Sanktionen, aber mMn ist das ein bersetzungsfehler bzw eine schwammige umgangssprachliche Formulierung, denn auf englischen Seiten findet man Aussagen wie:
Zitat:
"Jurors ordered Jammie Thomas, 30, to pay record companies $220,000 - the sum of $9,250 for each of 24 songs for which the companies sought damages,"

Ich glaube nicht, das eine strafrechtliche Sanktion an die "record companies" gezahlt wrde.
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Redfox
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 31.10.2005
Beitrge: 8443
Wohnort: Am Meer

BeitragVerfasst am: 05.10.07, 10:05    Titel: Antworten mit Zitat

Also soweit wie ich feststellen konnte, waren die Parteien in dem entsprechenden Proze Jammie Thomas vs the RIAA" (Recording Industry Association of America) --> http://de.wikipedia.org/wiki/Recording_Industry_Association_of_America
was auf einen zivilrechtlichen Rechtsstreit hindeutet.

Es geht wohl um punitive damage (Strafschadenersatz) --> www.recht.de/phpbb/viewtopic.php?t=116658
--> --> http://de.wikipedia.org/wiki/Punitive_damages
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Toleranz sollte eigentlich nur eine vorbergehende Gesinnung sein: Sie mu zur Anerkennung fhren. Dulden heit beleidigen. (Goethe, Maximen und Reflexionen).
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questionable content
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 14.02.2005
Beitrge: 6312
Wohnort: Mein Krbchen.

BeitragVerfasst am: 05.10.07, 10:05    Titel: Antworten mit Zitat

Einfache Antwort: Strafen kann jeder regelmig statt zu zahlen auch absitzen - auch in den USA. Schadenersatzforderungen zivilrechtlicher Art werden durchs Zwangsvollstreckungsrecht/Insolvenzrecht abgefedert - oder eben nicht.

Genereller Rat: Setzen Sie derartiges jeweils in den Gesamtkontext. Sie leben selbst in einem Land, in dem ein einzelner Brger problemlos ruiniert sein kann, nur weil er beim Autofahren instinktiv nach einer Wespe/Mcke etc. geschlagen hat, die ihm ins Gesicht flog und daruch einen greren Unfall mit mehreren Rentenverpflichtungen auf Lebenszeit ausgelst hat.

Minimale Fahrlssigkeit bei lebenslanger Haftung in nahezu unbegrenzter Hhe, die nur durch den Zufall diktiert wird.
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Redfox
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 31.10.2005
Beitrge: 8443
Wohnort: Am Meer

BeitragVerfasst am: 05.10.07, 10:07    Titel: Antworten mit Zitat

questionable content hat folgendes geschrieben::
Sie leben selbst in einem Land, in dem ein einzelner Brger problemlos ruiniert sein kann, nur weil er beim Autofahren instinktiv nach einer Wespe/Mcke etc. geschlagen hat, die ihm ins Gesicht flog und daruch einen greren Unfall mit mehreren Rentenverpflichtungen auf Lebenszeit ausgelst hat.


Welches Verfahren war das?
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Cicero
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 24.11.2005
Beitrge: 5793

BeitragVerfasst am: 05.10.07, 10:24    Titel: Antworten mit Zitat

Gleichwohl halte ich die Frage fr diskussionswrdig. Wahrscheinlich ist es den Vertretern der Plattenfirmen gelungen, besagte 24 Titel von der Festplatte der Betroffenen zu ziehen. Also hat sie diese Titel zum Download verffentlicht, wenn auch wahrscheinlich eher unbewusst. Die Argumentation geht vermutlich dahin, dass sie pro Titel 9.250,00 Dollar htte zahlen mssen, hatte sie eine Lizenz zur Verffentlichung eingeholt.

Aber mal angenommen, jemand begeht eine vorstzliche Krperverletzung und durch einen nicht ganz alltglichen Kausalverlauf ist das Opfer anschlieend dauerhaft auf medizinische Hilfe angewiesen. Die kostet natrlich Geld und die resultierende Schadensersatzforderung drfte den Tter ebenfalls ruinieren. Aber das Opfer bentigt dieses Geld tatschlich, um den entstandenen Schaden auszugleichen. Im Vergleich dazu kommt mir die Schadensersatzforderung aufgrund der Urheberrechtsverletzung irgendwie, nun ja, theoretisch vor.

@qc,

Ich will jetzt auch gar nicht auf die alte Diskussion "hier europische Zivilisation, dort amerikanische Barbarei" hinaus. Falls es nmlich um zivilrechtliche Forderungen geht, htte das bei uns sicherlich auch passieren knnen.
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G4711
Gast





BeitragVerfasst am: 05.10.07, 10:33    Titel: Antworten mit Zitat

BTW, gibts in den USA nicht auch so eine Art Privatinsolvenz, so dass diese astronomischen Schadensersatz und Schmerzensgeldansprche regelmig bis nie zur Auszahlung gelangen?
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Redfox
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 31.10.2005
Beitrge: 8443
Wohnort: Am Meer

BeitragVerfasst am: 05.10.07, 10:47    Titel: Antworten mit Zitat

Exrichter hat folgendes geschrieben::
BTW, gibts in den USA nicht auch so eine Art Privatinsolvenz,


Chapter 7 bzw. Chapter 13 des Bankruptcy Code --> http://en.wikipedia.org/wiki/Chapter_7
--> http://en.wikipedia.org/wiki/Chapter_13%2C_Title_11%2C_United_States_Code

Bei einem Geschftstreibenden kommt auch Chapter 11 in Frage --> http://en.wikipedia.org/wiki/Chapter_11%2C_Title_11%2C_United_States_Code
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Andreas Httig
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 11.07.2007
Beitrge: 899

BeitragVerfasst am: 05.10.07, 14:45    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Mich wundert's immer wieder, wie es den Lobby-Vertretern (auch hierzulande) gelingt, ein wesentliches Gesetz der konomie argumentativ auer Kraft zu setzen: nmlich das Gesetz von Angebot und Nachfrage. Welches schlicht aussagt: je niedriger der Preis (hier Download statt Kauf), desto hher die Nachfrage. Dies indiziert aber gleichsam, dass die Nachfrage geringer wird, sobald der Preis (zwangsweise durch Verhinderung des Downloads) hher wird. Schlicht und ergreifend: Trittbrettfahrertum und kein "Raub"-Kopierertum!

Geht denke ich in die vllig falsche Richtung, denn hier geht es nicht um den DOWNLOAD der Dateien (der vielleicht bei 24000 CDs voll bei der beschriebenen Summe an Schadensersatz ankommt), sondern um den Upload, also die nicht-lizensierte Verbreitung, wobei eine Lizenz wohl dann ungefhr 10.000$ kosten sollte (bei 24 CDs kommt man dann auf die beschriebene Summe).

[Edit] Und ich denke 10.000$ sind eine realistische Summe bei Vertriebslizenzen.
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questionable content
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 14.02.2005
Beitrge: 6312
Wohnort: Mein Krbchen.

BeitragVerfasst am: 05.10.07, 15:21    Titel: Antworten mit Zitat

Redfox hat folgendes geschrieben::
questionable content hat folgendes geschrieben::
Sie leben selbst in einem Land, in dem ein einzelner Brger problemlos ruiniert sein kann, nur weil er beim Autofahren instinktiv nach einer Wespe/Mcke etc. geschlagen hat, die ihm ins Gesicht flog und daruch einen greren Unfall mit mehreren Rentenverpflichtungen auf Lebenszeit ausgelst hat.


Welches Verfahren war das?


Dazu braucht es keines - das sind allgemein anerkannte zivilrechtliche Haftungsmastbe und die rechtslogische Konsequenz der ungedeckelten zivilrechtlichen Schadensersatzhaftung.

Alles was man braucht ist ein Fall minimaler Fahrlssigkeit auf der Schuldnerseite, eine - durch Zufall bestimmte - Schadensentwicklung, die den jeweiligen Versicherungsrahmen sprengt - und schon war es das. Nicht einmal die Frage des Mitverschuldens auf der Gegenseite ndert im Prinzip etwas daran. Bei KFZs knnten sie so einen Sachverhalt sogar ganz ohne Verschulden allein gesttzt auf die Betriebsgefahr konstruieren.

Und genauso ist es bei tausenderlei anderen Fllen. Normalbrger....Splmachine laufen gelassen und dann vor dem Fernseher eingedst, Wasserschaden, zufllig Mitbewohner mit halbwegs wertvoller Wohnungseinrichtung...fertig ist ein Regress der Haftpflichtversicherung wg. grober Fahrlssigkeit (falls ich mich nicht vllig irre), und der Betreffende aufgrund eines Alltagsvorgangs ruiniert.

Hier hatte die Betreffende zumindest noch Vorsatz und die Information was man insoweit darf oder nicht darf ist allgemein verfgbar.
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Andreas Httig
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 11.07.2007
Beitrge: 899

BeitragVerfasst am: 08.10.07, 09:22    Titel: Antworten mit Zitat

Charly50226 hat folgendes geschrieben::
Andreas Httig hat folgendes geschrieben::
Geht denke ich in die vllig falsche Richtung, denn hier geht es nicht um den DOWNLOAD der Dateien (der vielleicht bei 24000 CDs voll bei der beschriebenen Summe an Schadensersatz ankommt), sondern um den Upload, also die nicht-lizensierte Verbreitung...


Hallo,

wrde keiner die Dateien downloaden, gbe es auch kein Problem.

Aus konomischer Sicht, mit der die Schadenssumme begrndet wird, ist dies daher unerheblich, denn: ohne Nachfrage kein Angebot.

MfG
Charly

Das heit ein legaler Downloadservice wie musicload bruchte keine Lizenzgebhren bezahlen bzw. die Lizenzgebhren fr ihn wren niedriger, wenn es keine illegalen Downloads gbe?
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