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sterbehilfe ja od. nein?
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pOtH
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Anmeldungsdatum: 07.03.2006
Beitrge: 3729
Wohnort: Ober-Ramstadt | Das Tor zum Odenwald

BeitragVerfasst am: 27.11.07, 12:03    Titel: Antworten mit Zitat

da wir ja in einem "rechtsforum" sind dachte ich ersteinmal an die rechtliche seite. warum gewhrt mir der staat in dem ich geboren bin u. lebe jedes nur erdenkliche recht (glauben,denken,entfaltung ...) aber er verweigert mir das recht selbst ber den zeitpunkt des todes wenn ich es ggf. nicht mehr selbst entscheiden kann b.z.w keine patientenverfgung erstellt habe od. diese einfach nicht gefunden wird weil ...... .

auch habe ich geschrieben das ein arzt nicht dazu gezwungen werden kann denn welcher arzt wrde jemand "richtig" beraten wenn er dem prinzip abgeneigt gegenber steht.
nehmen wir doch mal den eid des hippokrates:.
Zitat:
rztliche Verordnungen werde ich treffen zum Nutzen der Kranken nach meiner Fhigkeit und meinem Urteil, hten aber werde ich mich davor, sie zum Schaden und in unrechter Weise anzuwenden.
Auch werde ich niemandem ein tdliches Gift geben, auch nicht wenn ich darum gebeten werde, und ich werde auch niemanden dabei beraten; auch werde ich keiner Frau ein Abtreibungsmittel geben.

ich wei zwar nicht ob ein arzt diesen eid noch "ablegen" muss aber dennoch ist es heutzutage "normal" eine schwangerschaft ab zu brechen. warum sollte man also den eid nicht auch dahingehend brechen drfen u. einem menschen auch diesen willen erfllen.
natrlich gibt es menschen die an ihrem leben hngen od. "der familie wegen" bis zum bitteren ende durchhalten, jedoch halte ich es auch fr normal wenn jemand sein leben beenden will.

hier muss aber ganz klar unterschieden werden ob es sich um jemand handelt der es "aus einer laune herraus" tun will od. ob dies der wirklich endgltige wille der person ist. in meinem eingangspost hatte ich deshalb die psysche beratung u. untersuchung angesprochen.
auch muss man unterscheiden ob jemand selbst den freitod whlen u. ausfhren kann, ihn zwar whlen aber nicht mehr ausfhren kann od. ob es sich um jemand handelt der in der vergangenheit sich dahingehend geuert hat aber weder whlen noch den letzten schritt selbst gehen kann.

wenn ich ehrlich bin wrde es mich schon zufriedener machen wenn man (ggf. beim notar) eine patientenverfgung erstellen u. "zentral" hinterlegen knnte so das die besatzung des rettungswagen od. der notarzt informiert wird wenn eine solche verfgung besteht. gehen wir mal davon aus das dies auf einem "server" geschiet, dort sind art u. umfang der verfgung gespeichert. was ist jedoch wenn krankenwagen/notarzt am "einsatzort" eintreffen, sollen diese erst einmal die personalien des hilfebedrftigen herrausfinden um die datenbank abzufragen. was ist wenn der server mal ausfllt od. es um jede sekunde geht.
was ist wenn der patient dennoch soweit wieder berlebensfhig ist das er zwar als schwerstpflegefall weiter existiert aber dem willen nicht mehr entsprochen werden kann.
was wre hier die alternative? dem patienten noch den "wunsch" erfllen, sei es mit medikamenten od. indem man ihn verdursten u. verhungern lsst od. warten bis der nchste lebensbedrohliche vorfall eintritt.
was ist wenn der patient keine patientenverfgung hat ( seit mal ehrlich wer von euch hat so etwas, genauso wie ein testament!) ABER immer wieder die aussage gemacht hat wenn xx dann will ich keine abc . soll eine solche person weiter zum leben gezwungen werden nur weil im BGB steht das es unter strafe steht, was ist wenn jemand wirklich aktive/passive sterbehilfe leistet u. man "beweisen" kann das dies immer der wunsch war?!
wenn ich ehrlich bin wre ich sogar bereit dafr in den knast zu gehen aber ich wei das ich jemand wenigstens diese wrde erhalten habe die ihm der staat aberkannt hat whrend er ihm anderweitig jedes andere recht einrumt.
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Ab jetzt nurnoch Ringelpitz ohne anfassen!
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Adromir
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 30.10.2005
Beitrge: 5610
Wohnort: Hannover

BeitragVerfasst am: 27.11.07, 12:24    Titel: Antworten mit Zitat

Dummerchen hat folgendes geschrieben::

Insbesondere Adromirs letzte Poebelei zeigt mir deutlich, dass auch fuer mich gilt:
Zitat:
Ich versuche mich, da befangen, aus dem Thema herauszuhalten...


Fr meine letzte Aussage mchte ich mich ehrlich bei ihnen entschuldigen. Ich war gestern nicht gut drauf und sehr erbost darber als Sterbehilfebefrworter dargestellt zu werden, nur weil ich nicht ausdrcklich "Nein" gesagt habe..
_________________
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Dummerchen
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Anmeldungsdatum: 21.01.2005
Beitrge: 6447
Wohnort: Prinz Philip seine Frau sein Insel

BeitragVerfasst am: 27.11.07, 20:17    Titel: Antworten mit Zitat

Danke Adromir.

So was kann jedem mal passieren, von daher: Schwamm drueber! Winken
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Adromir
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 30.10.2005
Beitrge: 5610
Wohnort: Hannover

BeitragVerfasst am: 27.11.07, 21:17    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe zu danken, da sie meine Entschuldigung angenommen haben.
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darchr
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 24.10.2007
Beitrge: 99

BeitragVerfasst am: 03.12.07, 22:30    Titel: Antworten mit Zitat

Ist es nicht derzeit so, dass wenn ein Schwerkranker sich selbst umbringen will, er das darf; wenn er das jedoch nicht kann, sich die andere Person strafbar machen wrde?
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Adromir
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 30.10.2005
Beitrge: 5610
Wohnort: Hannover

BeitragVerfasst am: 04.12.07, 08:54    Titel: Antworten mit Zitat

darchr hat folgendes geschrieben::
Ist es nicht derzeit so, dass wenn ein Schwerkranker sich selbst umbringen will, er das darf; wenn er das jedoch nicht kann, sich die andere Person strafbar machen wrde?


Jein..
Ist ein wenig komplizierter. Wenn die andere Person den anderen Menschen aktiv ttet (und dieser in den Ttungsakt eingewilligt hat) macht er sich gegen 216 StGB strafbar. Hat die gettete Person nicht eingewilligt, so steht natrlich je nach Motivationslage und Tathergang ein Totschlag oder ein Mord im Raum.
Hilft diese Person dem Menschen bei seiner Selbstttung, so macht sich diese wegen des Ttungsaktes erstmal nicht strafbar, weil die Selbstttung selber nicht strafbar ist. Da wird dann aber oft eine strafbares Handeln wegen einer unterlassenen Hilfe konstruiert.
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Anmeldungsdatum: 14.02.2005
Beitrge: 6312
Wohnort: Mein Krbchen.

BeitragVerfasst am: 04.12.07, 10:24    Titel: Antworten mit Zitat

Metzing hat folgendes geschrieben::


Die einzige berlegung (abgesehen von Dummerchens aus rztesicht), die ich hier akzeptieren kann, ist qc's, wobei auch die nicht zu Ende gedacht ist:
qc hat folgendes geschrieben::
Meine Meinung sttzt sich dabei auf die schlichte Frage: Will ich lieber wenn es einmal soweit ist jahrlang dahinsiechen oder ein schnelles Ende? Und ja, ich mchte dann nicht qualvoll "der Form halber" noch ein paar Jahre am Leben gehalten werden, whrend die Erinnerung meiner Lieben an mich als gesunden Menschen langsam verblasst. Und ich mchte nicht, dass Staat und Kirche meine Sterbeenscheidung als psychischen oder moralischen Fehltritt einstufen und damit sozial herabwrdigen.

Wer, lieber qc, stellt denn sicher, da es wirklich Deine freie Entscheidung ist? Es gibt ja schlielich kein DLG-Siegel dafr... Bse


Die Antwort hierauf ist leider gerade eben nicht undurchdacht oder kompliziert:

Hierbei handelt es sich - wie in ungezhlten anderen Fllen auch - lediglich um eine Frage der (1.) freien Willensbildung und damit (2.) um eine Frage der sachverstndigen Begutachtung ob besagter Wille frei gebildet ist.Dafr gibt es in unserer Rechtsordnung bereits vielfltige Anstze, so dass man ganz trivial antworten kann: Das ist lediglich eine Ausgestaltungsfrage, deren genauer Inhalt dem Gesetzgeber berlassen werden kann.

Wenn z.B. ein sehr alter und erkennbar geistig nachlassender Mensch heute ber sein gesamtes Vermgen verfgen mchte, ist der einzige "Schutz", den der Gesetzgeber fr ntig hlt ein kurzer "Augenschein" eines nicht wirklich dafr ausgebildeten Notars. Grundgedanke: Grundstzlich ist von seiner freien Selbstbestimmung auszugehen, bis *erwiesen* ist, dass er hierzu nicht fhig ist. Der besagte "Schutz vor sich selbst" ist eine massive Einschrnkung der grundrechtlichen Freiheiten. Fr die "Entmndigung" - und wir sind uns sicher einig, dass in der Bestellung einer Gesamtbetreuung ein massiver Eingriff in Grundrechte liegt - reicht ein Sachverstndigengutachten und eine darauf gesttzte richterliche Entscheidung.

Das beweist: Die Frage des "Wann/Wie/unter welchen Voraussetzungen" ist problemlos gesetzlich regelbar und von der Frage des "Ob" vllig unanhngig. Selbst wenn letztendlich eine Verfgung 10 Jahre vor dem Tod getroffen, jhrlich besttigt und von 10 unabhngigen Sachverstndigen nach je einer langzeittherapiegesttzten Diagnose die Ernsthaftigkeit des Sterbebeegehrens festgestellt werden muss und dann noch eine richterliche Entscheidung nach Anhrung ntig wird: Um die Entscheidung der "Ob"-Frage kommen Sie nicht herum.

Letztendlich ist Ihrer Argumentation - wie oft in solchen Fllen - die latente Unterstellung zu eigen, dass man jemandem, der den Tod wnscht, das Recht auf freie Selbstbestimmung schlicht abspricht. *Eigentlich* ist es aber im brigen Kontext unserer Verfassung "in dubio pro libertate" eigentlich umgekehrt. M.E. sind wir da in direktem Kurs auf die Objektformel, wenn wir nicht gar das Ziel bereits erreicht haben.

Und letzten Endes bedeutet das: Ja, wenn sich Jemand nur "aus einer Laune heraus" umbringen mchte, diese "Laune" aber ernsthaft und nachhaltig ist - wieso sollte man es ihm dann eigentlich rechtlich verbieten? Und wenn Dritte dabei helfen und die Ernsthaftigkeit und die Freiheit der Willensbildung feststeht, wieso sollte man Dritte daran per se hindern?

Das Beweis- und Mibrauchsargument zieht in einer Sachdiskussion einfach nicht. Denn diese Fragen setzen letztendlich erst einmal voraus, dass man die Grundfrage der Zulssigkeit - nennen wir es ruhig das negative Grundrecht auf Leben, das fr die brigen Grundrecht ja weitgehend anerkannt ist - des Sterbens und der Sterbehilfe einigt.
_________________
Few people are capable of expressing with equanimity opinions which differ from the prejudices of their social environment. Most people are even incapable of forming such opinions.
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