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Nazivergangenheit

 
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Redfox
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Anmeldungsdatum: 31.10.2005
Beitrge: 8443
Wohnort: Am Meer

BeitragVerfasst am: 24.01.08, 11:00    Titel: Nazivergangenheit Antworten mit Zitat

Wir haben hier ja schon einen Tread, der sich mit der Nationalhymne, insbesondere auch in Verbindung mit dem RTL-Dschungelcamp befasst --> www.recht.de/phpbb/viewtopic.php?t=137095

In den letzten Tagen wurde in vielen Medien ausfhrlich darber berichtet.

Weniger bekannt drfte sein, da an dem Holocaust-Gedenktag (27. Januar - Tag der Befreiung von Auschwitz durch die Rote Armee) 2008 ein Faschingszug durch Mnchen ziehen wird und an diesem Tag in Kln rund 30 Karnevalssitzungen stattfinden werden.

Am 3. Januar 1996 proklamierte Bundesprsident Roman Herzog den 27. Januar in Erinnerung an den nationalsozialistischen Rassenwahn und den Vlkermord, zum nationalen Holocaust-Gedenktag: Die Erinnerung darf nicht enden; sie muss auch knftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen". (Proklamation des Bundesprsidenten, Roman Herzog) Die Vereinten Nationen erklrten in der 42. Generalversammlung am 01.11.2005, den 27. Januar zum internationalen Gedenktag zu Ehren der Opfer des Holocaust. --> www.zentralratdjuden.de/de/article/1517.html

Die Sddeutsche Zeitung schreibt dazu, das dass "Nebeneinander von staatlich-kollektivem Schuldgedenken und bestehender Kultur ... ertragen werden (muss)" --> www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/520/154123/

Das kann man so begrnden, aber wie begrndet man dann, da in Bayern (genauso wie in anderen Bundelndern) z.B., der Volkstrauertag, der Totensonntag oder der Bu- und Bettag als sog. stille Tage festgelegt wurden, an denen ffentliche Unterhaltungsveranstaltungen, die nicht dem ernsten Charakter dieser Tage entsprechen, verboten sind --> www.stmi.bayern.de/buerger/staat/feiertage/

Auch diese Tage fallen in die Karnevalssaison, die am 11.11. eines jeden Jahres beginnt. Krrnevalistische Veranstaltungen sind dann jedoch nicht mglich.

Mir scheint da doch eine Diskrepanz zu bestehen. Gibt es "gewnschte" Gedenktage, die besonders geschtzt werden, und "unerwnschte" Gedenktage, die zwar da und denen in - nicht ernst gemeinten ? - Sonntagsreden gehuldigt wird.

Und eine Diskrepanz zu der Aufregung um einen Hitlergru (und dem Absingen eines Teils eines nicht verbotenen Liedes) eines vielleicht nicht berdurchschnittlich intelligenten B-Promis.
_________________
Toleranz sollte eigentlich nur eine vorbergehende Gesinnung sein: Sie mu zur Anerkennung fhren. Dulden heit beleidigen. (Goethe, Maximen und Reflexionen).
無爲 / 无为
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Karsten11
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 17.06.2005
Beitrge: 3169

BeitragVerfasst am: 24.01.08, 14:01    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

ich glaube, dass die Antwort schlicht in der zeitlichen Reihenfolge liegt.

Die Tradition der "stillen Tage" ist die lteste. Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber sie dem (von mir nicht wahrgenommenen) eventuellen Wunsch von Karnevalisten, an diesem Tag zu feiern, vorgezogen.

Die Tradition der Karnevalsumzge ist wiederum viel lter, als die des nationalen Holocaust-Gedenktags.

Abgesehen davon, sehe ich keine direkte Konkurrenz. Die Formen des Gedenkens am Holocaust-Gedenktag kollidieren doch nicht mit den Karnevalsumzgen. Es war doch auch in den vergangenen Jahren nicht blich, analog der "stillen Tage" Vergngungsveranstaltungen (Diskos, Jahrmrkte o..) zu untersagen.
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StuWa
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 14.03.2005
Beitrge: 935
Wohnort: Bonn

BeitragVerfasst am: 18.02.08, 00:19    Titel: Antworten mit Zitat

Also ich sag jetzt mal was dazu, und zwar

1. als Rheinlnder

und

2. als Nachkomme einer ungarisch-jdischen Familie, die in Auschwitz mehr als reichlich dezimiert wurde

Ich glaube nicht, dass in Mnchen und im Rheinland am 27.01. mehr oder weniger bewusst der Gedenktag an die Auschwitz-Befreiung ignoriert wurde. Dummerweise fiel dieses Jahr der Karnevalssonntag auf den 27.01. (was fr die diesjhrige Session brigens extrem frh war) und die Durchfhrung der Zge am Karnevalssonntag in vielen rheinischen Stadtteilen schon deswegen eine uralte Tradition, weil am Rosenmonatg die Zge in den dazugehrigen groen Stdten stattfinden. Das ist ganz einfach, damit hier keine Konkurrenz aufkommt und damit so manche Gruppe, die am Sonntag mitluft, auch am Rosenmontag im zentralen Zug mitlaufen kann.

Die zeitliche Lage der letzten 5 Karnevalstage (also der tollen Tage) ist nicht willkrlich festgelegt, sondern abhngig vom rmisch-katholischen Kirchenkalender und insbesondere der zeitlichen Lage des Osterfestes und der hier vorangehenden Fastenzeit - diese wird nmlich mit Aschermittwoch eingelutet (die Bezeichnung Karneval kommt nicht umsonst vom lateinischen carne vale [Fleisch! Lebe wohl!]; das Flerisch ist hier durchaus in mehrfacher Bedeutung zu sehen und auch im Zusammenhang mit viel Klsch Winken ).

Bei den benannten stillen Tagen verhlt es sich anders: die leigen zeitlich - ebenso, wie die Sessionserffnung am 11.11. - stets gleich und sind entsprechend planbar. Daher wird man an diesen Tagen auch keine Karnevalssitzungen haben Winken

Im Ergebnis habe ich also kein Prblem damit, dass dieses Jahr zufllig am Gedenktag des Holocaustes gefeiert, statt gedacht wurde Winken brigens schliet das eine in einem soclhen Fall das andere nicht zwingend aus Winken
_________________
mit besten Gren aus Bonn Smilie und brigens: auch ich bin renomegeil und freue mich ber grne Punkte Winken
Und noch was, nachdem ich einmal deswegen "belehrt" wurde: wenn ich die maskuline Form verwende, meine ich natrlich auch die Damen Winken
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