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Die Wrde des Menschen ist unantastbar

 
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der_jungspund
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 20.01.2008
Beitrge: 42

BeitragVerfasst am: 29.02.08, 22:52    Titel: Die Wrde des Menschen ist unantastbar Antworten mit Zitat

Hallo,
ich wrde gerne mal wissen, bei welchen Delikten, auch, oder gerade besonders verbal man von Verletzung der Menschenwrde sprechen kann?

Wir haben das ja als ersten Paragraphen unseres Grundgesetzes, aber was genau heisst denn unantastbar?

greetz,
der jungspund
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Dipl.-Sozialarbeiter
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 09.12.2006
Beitrge: 11996

BeitragVerfasst am: 29.02.08, 23:10    Titel: Antworten mit Zitat

Siehe Wrde und Menschenwrde - insbesondere Die Wrde des Menschen ist unantastbar (Artikel 1 Absatz 1 Grundgesetz) - morgen mehr. Winken
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Dipl.-Sozialarbeiter
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 09.12.2006
Beitrge: 11996

BeitragVerfasst am: 01.03.08, 12:11    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo der_jungspund,

ich hab jetzt mal eine Nacht ber die beiden Fragen geschlafen, aber irgendwie komme ich mit den beiden Fragen nicht so richtig weiter, weil sich mir der Hintergrund der beiden Fragen nicht ganz erschliet. Oder anders, mir fehlt der Hintergrund, in dem die Fragen gestellt wurden.

Mchtes Du eine Diskussion ber Art. 1 GG fhren? Oder geht es unter anderem auch um folgende Themenbereiche:In Deutschland wren die z.B. mit der Menschenwrde nicht vereinbar. Vielfach werden aber auch die Begriffe Wrde und Ehre miteinander verwechselt.

Melde Dich nochmal und grenze das Thema etwas ein oder gib mal ein "Fallbeispiel" vor. Winken

MfG

Klaus
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spraadhans
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 26.11.2005
Beitrge: 7758
Wohnort: SMS Bayern

BeitragVerfasst am: 01.03.08, 12:29    Titel: Antworten mit Zitat

Das (Ex-) Luftsicherheitsgesetz ist noch ein schnes Beispiel fr die unantastbare Wrde des Menschen...
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It's not about left or right, it's about right and wrong.
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Dipl.-Sozialarbeiter
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 09.12.2006
Beitrge: 11996

BeitragVerfasst am: 01.03.08, 14:06    Titel: Antworten mit Zitat

spraadhans hat folgendes geschrieben::
Das (Ex-) Luftsicherheitsgesetz ist noch ein schnes Beispiel fr die unantastbare Wrde des Menschen...

Dies sehe ich auch so. Winken

BVerfG, 1 BvR 357/05 vom 15.2.2006 (Leitsatz 3) hat folgendes geschrieben::
Die Ermchtigung der Streitkrfte, gem 14 Abs. 3 des Luftsicherheitsgesetzes durch unmittelbare Einwirkung mit Waffengewalt ein Luftfahrzeug abzuschieen, das gegen das Leben von Menschen eingesetzt werden soll, ist mit dem Recht auf Leben nach Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG in Verbindung mit der Menschenwrdegarantie des Art. 1 Abs. 1 GG nicht vereinbar, soweit davon tatunbeteiligte Menschen an Bord des Luftfahrzeugs betroffen werden.
(Link im Zitat zu Wikipedia von mir eingefgt)
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spraadhans
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 26.11.2005
Beitrge: 7758
Wohnort: SMS Bayern

BeitragVerfasst am: 01.03.08, 14:13    Titel: Antworten mit Zitat

weil das leben nicht gegenstand einer rein zahlenmigen abwgung des staates und seiner 'sicherheitsbehrden' sein darf...

allerdings gebe ich zu, dass ich nicht in der haut eines wie auch immer gearteten entscheidungstrgers in einer solchen situation stecken mchte...
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Dipl.-Sozialarbeiter
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 09.12.2006
Beitrge: 11996

BeitragVerfasst am: 01.03.08, 14:21    Titel: Antworten mit Zitat

Im FDR-Archiv sind diese beiden Threads zu finden. Daher nehme ich die Diskussion zum LuftSiG nicht weiter auf. Winken

Ich warte mal ab, bis sich "der_jungspund" wieder meldet. Lachen

Falls das nachfolgende Zitat Hintergrund der Anfrage sein sollte, knnen wir eigentlich schon die Diskussion beenden.

der_jungspund in: Verhalten im Streit und kurz vor der Eskalation? hat folgendes geschrieben::
... Das ganze ist fiktiv. Bin nicht beleidigt worden Smilie

Ich knnte mir aber beleidigungen ausdenken, welche ganz sicher die Wrde verletzen wrden. Meine zumindest, aber das ist ja hier nicht Thema Smilie

Wegen der Bindung in Art. 1 III GG ist der Adressat bezglich der Grundrechte der Staat und seine Gewalt, denn

Wikipedia zu Art 1 Absatz 3 GG hat folgendes geschrieben::
Im Gegensatz zum Beispiel der Weimarer Verfassung, welche lediglich Programmstze enthielt, binden die im Grundgesetz verankerten Grundrechte die Gesetzgebung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht. Dies bedeutet, dass die Grundrechte Rechtsansprche des Einzelnen gegenber dem Staat begrnden. Eingriffe in die Grundrechte, die Grundrechte nicht selbst vorsehen und die sich nicht aus anderen Verfassungswerten ergeben, sind daher unzulssig. Der Brger kann unter Berufung auf die Grundrechte klagen. Sollte der Brger nach Erschpfung des Rechtswegs der Meinung sein, dass immer noch eine Grundrechtsverletzung besteht, kann er das Bundesverfassungsgericht im Wege einer Verfassungsbeschwerde anrufen.
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der_jungspund
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 20.01.2008
Beitrge: 42

BeitragVerfasst am: 02.03.08, 13:06    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
supi, mit den links konnte ich was anfangen Smilie Interessant.
Ja, es ging um Beleidigung, aber das hat sich jetzt ja geklrt. Finde das ganze Thema aber auch interessant.

Am Rande: Was mich mal interessieren wrde. Organspende ist ja in sterreich obligatorisch, solange man nicht explizit sagt, dass man das nicht will. In Deutschland ist das ja genau anders herum. Da kann man beantragen dass man nach dem Tod zu gunsten anderer operiert wird, aber es ist nicht obligatorisch. Kann man das auf die Menschenwrde zurck fhren? Hat sich Berlin und Karlsruhe mal damit beschftigt? Fnde ich sehr interessant. Auf der einen Seite macht der Artikel 1 wie ich finde schon sehr viel Sinn, auch besonders wenn man die Vergangenheit des Landes ansieht, aber auf der anderen Seite knnten so vielen kranken Menschen geholfen werden.
Naja, ich war nur neugierig Smilie

Hier ein Thread aus einem anderen Forum, der mich darber nachdenken lie, falls es jemand interessiert:

http://www.kampfkunst-board.info/forum/f18/organspendeausweis-73125/

greetz
euer jungspund


Zuletzt bearbeitet von der_jungspund am 02.03.08, 13:19, insgesamt 2-mal bearbeitet
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Gammaflyer
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 06.10.2004
Beitrge: 8793

BeitragVerfasst am: 02.03.08, 13:12    Titel: Antworten mit Zitat

der_jungspund hat folgendes geschrieben::
Organspende ist ja in sterreich obligatorisch, solange man nicht will, dass man zerschnibbelt wird. In Deutschland ist das ja genau anders herum. Da kann man beantragen dass man nach dem Tod zerschnibbelt wird

Ich finde die Wortwahl sehr unpassend...
Als Organspender wird man nicht "zerschnibbelt".
_________________
Dass Laien am Rechtsverkehr teilnehmen ist zwar rgerlich aber eben unvermeidbar. spraadhans (cave: Ironie)
Forenregeln!
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der_jungspund
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 20.01.2008
Beitrge: 42

BeitragVerfasst am: 02.03.08, 13:17    Titel: Antworten mit Zitat

Gammaflyer hat folgendes geschrieben::

Ich finde die Wortwahl sehr unpassend...
Als Organspender wird man nicht "zerschnibbelt".


ich editiers, ich meine zwar schon, denn genau das passiert dabei, aber ich editiers Winken
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Gammaflyer
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 06.10.2004
Beitrge: 8793

BeitragVerfasst am: 02.03.08, 13:20    Titel: Antworten mit Zitat

Dann haben sie entweder ein gestrtes Verhltnis zu chirurgischen Eingriffen(nichts anderes ist die Explantation eines Spenderorgans) oder zum Wort "zerschnibbeln".
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Dass Laien am Rechtsverkehr teilnehmen ist zwar rgerlich aber eben unvermeidbar. spraadhans (cave: Ironie)
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der_jungspund
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 20.01.2008
Beitrge: 42

BeitragVerfasst am: 02.03.08, 13:24    Titel: Antworten mit Zitat

Gammaflyer hat folgendes geschrieben::
Dann haben sie entweder ein gestrtes Verhltnis zu chirurgischen Eingriffen(nichts anderes ist die Explantation eines Spenderorgans) oder zum Wort "zerschnibbeln".


hmm. mag sein. Keine Ahnung. Habe ich nicht wirklich drber nach gedacht... Vielleicht bin ich auch einfach von den alten Monty Python Filmen geschdigt Lachen Mit den Augen rollen

greetz,
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Abrazo
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 30.05.2005
Beitrge: 5941
Wohnort: Kln

BeitragVerfasst am: 16.03.08, 22:48    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
ich wrde gerne mal wissen, bei welchen Delikten, auch, oder gerade besonders verbal man von Verletzung der Menschenwrde sprechen kann?

Letztlich sind alle Delikte damit begrndet, dass sie die Menschenwrde verletzen, die zu schtzen der Staat den Auftrag hat.

Organ'spenden' knnen unter bestimmten Bedingungen durchaus die Menschenwrde verletzen. Wenn z.B. - wie es in China der Fall sein soll - Hingerichtete ohne ihr Einverstndnis als Ersatzteillager verbraucht werden. Sie werden dann nicht als Menschen gesehen, sondern als Objekte, als Gegenstnde, oder, wie Kant sagen wrde, als Mittel zum Zweck; man drfe, so Kant, den Menschen aber nie als Mittel ansehen, sondern stets nur als Zweck. Gemeint ist, als Selbstzweck.

Der Umgang mit Toten resultiert aus den Religionen. Die sind verschieden. Fr die Juden ist der tote Krper sehr wichtig; er gehrt vollstndig in die Erde und hat dort in alle Ewigkeit ungestrt zu ruhen. Fr Muslime ist der tote Krper schon fast Mll. Ich hab mir von einem, der beim Begrbnis des vorletzten saudischen Knigs anwesend war, sagen lassen, die haben seinen Leichnam ebenso wie den jedes anderen Toten holterdipolter vom Brett in die Grube gekippt. Begrndung: das ist doch nur die Leiche. Der Knig selber stehe vor Gott. In unserem Staat ist der Leichnam eines Menschen mit der Begrndung geschtzt, dass er der Leichnam eines wrdigen menschlichen Individuums war.

Wenn wir im Toten die Wrde des ehemals Lebenden und generell die Menschenwrde achten, dann kommen wir mit der Organspende nicht so leicht klar. Deswegen heit dat Dingen bei uns auch "Spende": es wird aufgefasst als groherziges Geschenk. Es ist ethisch aber genau so vertretbar zu sagen, tot ist tot, Menschenwrde setzt voraus, dass der wrdige Mensch lebt, und die funktionsfhigen Organe einfach zu entnehmen, lediglich mit der Mglichkeit des Widerspruches des Lebenden fr den Fall, dass.

Ich neige letzterem zu. Freilich unter der Voraussetzung, dass mit der Organentnahme nicht die Wrde des vollstndigen, ehemals lebenden Menschen missachtet wird (siehe China), oder etwa ein Mensch in den Leichenzustand befrdert wird, weil man gerade seine Organe so gut gebrauchen kann. Ethisches Denken ist, Sein und damit Seiendes zu bewahren, weil es Wert ist. Organverpflanzung tut dies: durch sie wird ein menschliches Lebewesen vor der Gefahr akuter Zerstrung bewahrt. Whrend der Tote bereits zerstrt ist. An dem ist nichts mehr zu bewahren: schaltet man die Apparate ab, die einige Lebensfunktionen knstlich erhalten, dann stirbt der nicht - das ist nmlich schon geschehen - sondern der natrliche Verwesungsprozess setzt ein.

Der Albatross
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Gre,
Abrazo
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