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Tierschutz Schlacht Verordnung

 
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woodmanol
noch neu hier


Anmeldungsdatum: 21.05.2008
Beitrge: 2

BeitragVerfasst am: 21.05.08, 10:13    Titel: Tierschutz Schlacht Verordnung Antworten mit Zitat

Moin liebe Forumsnutzer,

als Leser dieses Forums habe ich mich nun angemeldet, weil mich eine Frage beschftigt.

Es geht dabei nicht um einen konkreten Fall, sondern um drei allgemeine Fragen in Sachen Sachkunde und Sachkundenachweiss

In der Tierschutz Schlachtverordnung (TierSchlV) steht folgendes:

[i] 4

Sachkunde

(1) Wer Tiere betreut, ruhigstellt, betubt, schlachtet oder ttet, mu ber die hierfr notwendigen Kenntnisse und Fhigkeiten (Sachkunde) verfgen.

(2) Einhufer, Wiederkuer, Schweine, Kaninchen oder Geflgel darf im Rahmen seiner beruflichen Ttigkeit nur schlachten oder im Zusammenhang hiermit ruhigstellen oder betuben, wer im Besitz einer gltigen Bescheinigung der zustndigen Behrde oder der sonst nach Landesrecht beauftragten Stelle (zustndige Stelle) ber seine Sachkunde (Sachkundebescheinigung) ist. Abweichend von Satz 1 gengt es in Schlachtbetrieben, in denen Hausgeflgel im Wasserbad betubt wird, wenn die Personen, die diese Tiere von Hand betuben oder schlachten sowie Personen, die die Aufsicht beim Ruhigstellen, Betuben und Schlachten der Tiere ausben, im Besitz einer Sachkundebescheinigung sind; letztere mssen whrend der Schlachtzeit stndig in dem Betrieb anwesend sein.
[/i]

In der allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Durchfhrung des Tierschutzgesetzes finde ich folgendes:


[i]"Zu 4 (Tten von Tieren)

Ein Wirbeltier tten darf nur, wer die dazu notwendigen Kenntnisse und Fhigkeiten hat.

Fr das berufs- oder gewerbsmige regelmige Betuben oder Tten von Wirbeltieren regelt
4 Abs. 1a die Anforderungen an den Nachweis der Sachkunde. Betroffen von der Regelung des

4 Abs. 1a ist auch die Erwerbsfischerei, also die See- wie die Binnenfischerei, Teichwirtschaft
und Fischzucht. Die Regelung erstreckt sich ferner auch auf das Betuben und Tten von
Pelztieren sowie die Schdlingsbekmpfung.

3.1 Berufs- oder Gewerbsmigkeit

3.1.1 Das berufsmige Betuben oder Tten von Tieren schliet die regelmige nebenberufliche
Ausbung dieser Ttigkeiten ein.
3.1.2 Ein gewerbsmiges Betuben oder Tten von Tieren liegt dann vor, wenn die Ttigkeit
selbstndig, planmig, fortgesetzt und mit der Absicht der Gewinnerzielung ausgebt wird.
3.1.3 Regelmigkeit ist nicht gegeben, wenn Wirbeltiere nur im Einzelfall betubt oder gettet
werden.
Fr das Tten lebensschwacher, nicht lebensfhiger oder schwerverletzter Wirbeltiere im
Einzelfall im eigenen Tierbestand ist wegen fehlender Regelmigkeit grundstzlich kein Nachweis
der Sachkunde erforderlich. ...
[/i]


Nun meine Fragen:

Erstens:

Heisst das, ein Halter von Wirbeltieren, speziell im Bereich Nutzvieh (welche unter dieses Gesetzt fallen) darf seine Tiere schlachten, solange Sachkunde vorliegt. Und sobald eine Regelmssigkeit, gewerbliches Interesse vorliegt, muss er seine Sachkunde durch einen Sachkundenachweiss belegen?

Eine Oma mit 10 Hhnern darf also zu Hause fr sich mal ein Huhn schlachten oder ein krankes Huhn tten solange sie Sachkunde besitzt?

Aber sobald sie diese Hhner verkauft, bentigt sie einen Sachkundenachweiss?

Zweitens:

Wenn das so ist, wer beurteilt im ersten Fall, ob die Sachkunde wirklich vorliegt? Oder "darf" Oma selber entscheiden ob sie Sachkunde hat und solange sie kein Tier qult (sich also an die Schlachtvorgaben im Gesetzt hlt) und dieses keiner zur Anzeige bringt, ist das ganze nicht gegen das Gesetzt.

Drittens:

Woher "muss" Oma diese Sachkunde haben, und darf sie die Sachkunde an ihre Kinder und Enkel weitergeben?

Danke fr die Antworten

woodmanol
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Waschbrin
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 28.02.2005
Beitrge: 792

BeitragVerfasst am: 21.05.08, 23:44    Titel: Antworten mit Zitat

Ob eine Person sachkundig ist beurteilt der jeweilige Amtsveterinr. Sachkunde kann vorliegen wenn eine Person eine Ttigkeit (in diesem Fall das Schlachten) schon eine gewisse Zeit lang ausbt. Sachkunde kann aber auch durch das Ablegen einer Prfung nachgewiesen werden. Teilweise sind bestimmte Personengruppe generell sachkundig (z.B Jagdscheininhaber oder Mitglieder eines Kaninchen- oder Geflgelzuchtvereines).

LG die Waschbrin
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woodmanol
noch neu hier


Anmeldungsdatum: 21.05.2008
Beitrge: 2

BeitragVerfasst am: 22.05.08, 08:29    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Waschbrin,

danke fr Deine Antwort, die ich gut nachvollziehen kann.

Was sich in meinen Gedankengngen aber "beisst" ist folgendes:

Solange ich eine Ttigkeit gewerblich, in ffentlichen Bereichen, etc, ausbe,muss ich natrlich einen Sachkundenachweiss vorlegen. Das ist ja nicht nur beim schlachten so, sondern auch vielen anderen Ttigkeiten (Autofahren - Fhrerschein, etc)

Aber ebenso wie ich ja auf meinen Privatgrundstck mit meinen Auto ohne Anmeldung, ohne Tv, ohne Fhrerschein, fahren "darf", solange ich die ntigen Kenntnisse und Fhigkeiten besitze, und mich an die Vorgaben der Gesetzte halte, falle ich im Falle des schlachtens bei meinen Tieren auf meinen Grundstck, die ich fr meinen Privatverzehr nutzen mchte, auch nicht unter $4 Absatz 2.

Der Gesetztgeber sichert den ffentlichen Bereich also schon bevor ich eine Ttigkeit aufnehme, ab. Aber wie verhlt es sich dann genau im privaten Bereich?

Ich darf mir eine Kettensge kaufen und solange ich zu Hause meine Bume beschneide und mich dabei an die gltigen Gesetzte halte, ohne "Kettensgenfhrerschein" meine Bume beschneiden.

Ich darf mir Hhner kaufen, sie (unter bercksichtigung anderer Gesetze) zu Hause halten, zchten und schlachten, ohne das der Gesetzgeber von vornherein "eingreift" oder kontrolliert. Es hlt mich als Privatperson auch keiner davon ab, Hhner zu kaufen zu halten, zu zchten und zu schlachten, wenn ich keine Sachkunde besitze :-(

Im gewerblichen Bereich greift der Gesetztgeber schon vor Schlachtbeginn ein, indem er sich alle geforderten Nachweisse bringen lsst.

Wann also greift der Gesetzgeber bei Gesetztesbertretungen bei der Haltung von Hhner im Privatbereich ein? Im Falle der Hhner, habe ich nichts gefunden, die einen Halter "verpflichten" seine Sachkunde vorher irgentwo zu belegen.

Grsse

woodmanol
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Waschbrin
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 28.02.2005
Beitrge: 792

BeitragVerfasst am: 22.05.08, 08:51    Titel: Antworten mit Zitat

Beim privaten Hhnerhalter greift 4 des TSchG: "Ein Wirbeltier tten darf nur, wer die dazu notwendigen Kenntnisse und Fhigkeiten hat."

Im Falle eines Falles mut Du die als Hhnerhalter nachweisen knnen. D.h. zeigt Dich ein zartbesaiteter Nachbar, der mitbekommt hat wie Du seiner Meinung nach ein Huhn maltrtierst, wegen Tierqulerei an, dann stehst Du dem VetAmt gegenber in der Pflicht Deine Sachkunde auf diesem Gebiet nachzuweisen.

Und das ist gar nicht so selten, da man heute wegen des Schlachtens eines Huhnes oder Kaninchens etc. angezeigt wird. Die Leute knnen heutzutage oft nicht mehr den Bezug zwischen ihrem Schnitzel auf dem Teller und dem Tier, das vorher im Stall oder auf der Weide gestanden hat, herstellen. Kenne einen Fall in dem ein Kaninchenzchter seit ber 30 Jahren Kaninchen schlachtet. Es reichte ein neu zugezogener Nachbar, dessen Tochter das Schlachten eines Tieres ber den Gartenzaun hinweg beobachtet hatte, und schon stand der AmtVet vor der Tr. In diesem Fall war die Sachkunde durch den Nachweis der ber 30-jhrigen Zuchtttigkeit schnell geklrt.

LG die Waschbrin
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Abrazo
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 30.05.2005
Beitrge: 5941
Wohnort: Kln

BeitragVerfasst am: 22.05.08, 21:29    Titel: Antworten mit Zitat

Ich sehe die Hausschlachtung eigentlich nicht als so problematisch an.
Traditionell schlachten Bauern z.B. ein Huhn dadurch, dass sie es an den Beinen, ggf. auch den Krper, festhalten, es mit Kopf und Hals auf einen Klotz befrdern und mit einem einzigen schnellen Beilhieb den Kopf abtrennen. Das Huhn flattert dann noch ein bisschen herum, wenn man es wieder laufen lsst, merkt aber nichts mehr.
Alternative, meines Wissens vor allem in sdlicheren Regionen, ist: Hals umdrehen.
Bauern und Nutztierhalter lernen so etwas in der Regel von klein auf. Sachkunde heit: die Ttung muss schnell und sofort erfolgen, was die berwindung der Ttungshemmung voraussetzt; der beste Schutz davor, dass sachunkundige Leute das gar nicht erst machen.
Vergleichbares gilt beim Schchten: auch hier ist traditionell vorgeschrieben, dass das Messer gut geschrft sein muss und ein einziger Schnitt zu gengen hat; danach ist das Tier frei zu lassen. Wobei zu bedenken ist, dass das Verbluten keine gar so ble Todesart sein kann, sonst wre sie bei Selbstmordkandidaten nicht so beliebt.
Bei greren Tieren (Schweinen oder gar Rindern) holt traditionell auch der sehr selbstndige Bauer sich einen ausgewiesenen Experten heran, meist einen Metzger.
_________________
Gre,
Abrazo
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