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angeleinter Hund der auf sein FRauchen wartet beisst

 
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Liebt Hunde
Interessierter


Anmeldungsdatum: 27.06.2008
Beitrge: 6
Wohnort: nrw

BeitragVerfasst am: 27.06.08, 19:57    Titel: angeleinter Hund der auf sein FRauchen wartet beisst Antworten mit Zitat

Hi,

was wre wenn ein angeleinter Hund der auf sein FRauchen vor einem Geschft wartet jemanden der ihn streicheln oder bedrngt nach der Person schnappen wrde?

Haftet der Hundehalter? Oder ist die gebissene Person selber Schuld?

Oder hat die Person zumindest eine Mitschuld? Wie ist die REchtslage?

Bin mal gespannt auf die Antworten. Danke!!

MfG

Liebt Hunde
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Roni
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Anmeldungsdatum: 21.01.2005
Beitrge: 4287

BeitragVerfasst am: 27.06.08, 20:16    Titel: Antworten mit Zitat

hallo

normalerweise weis man, dass man einen fremden Hund nicht anfassen soll.
Aber es gibt immerwieder Menschen die es trotzdem tun.
Der Huindehalter ist dafr verantwortlich wenn sein Hund beisst. Er kann dem Hund einen Maulkorb anziehen um das zu vermeiden.

Gru roni
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Abrazo
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Anmeldungsdatum: 30.05.2005
Beitrge: 5941
Wohnort: Kln

BeitragVerfasst am: 27.06.08, 22:23    Titel: Antworten mit Zitat

Mitschuld drfte die gebissene Person auf jeden Fall haben.
Ich wrde mal sagen, nheres regelt die Versicherung.
_________________
Gre,
Abrazo
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Roni
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Anmeldungsdatum: 21.01.2005
Beitrge: 4287

BeitragVerfasst am: 28.06.08, 09:07    Titel: Antworten mit Zitat

Abrazo hat folgendes geschrieben::

Ich wrde mal sagen, nheres regelt die Versicherung.


ja, wenn es eine gibt Ausrufezeichen

Gru roni
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Liebt Hunde
Interessierter


Anmeldungsdatum: 27.06.2008
Beitrge: 6
Wohnort: nrw

BeitragVerfasst am: 28.06.08, 12:41    Titel: Antworten mit Zitat

Hi,

meine Hunde sind versichtert. Und mir ist sowas auch noch nie passiert. Manchmal warten sie kurz vor einem Geschft auf mich und sie sind Menschen gegenber freundlich.

Ich habe jetzt 11 Jahre Hunde und noch nie darber nachgedacht wie die rechtliche Lage im Fall der Flle ist. Bin eigentlich davon ausgegangen das der jenige der sich einem fremden Hund nhert und ihn bedrngt oder streicheln will selber haften muss.

Ich wre ja auch net so bld und wrde an einen Hund gegen der angeleint auf sein Herrchen wartet. Selbst bei mir bekannten Hunden bin ich da vorsichtig.
Wir leben vieleicht in einer komischen Welt.

Also bleibt das so? Der Besitzter haftet IMMER ?????

LG

liebt hunde
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Waschbrin
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Anmeldungsdatum: 28.02.2005
Beitrge: 792

BeitragVerfasst am: 28.06.08, 23:29    Titel: Antworten mit Zitat

Der Hundehalter haftet, wenn dem Geschdigten keine Tierqulerei o.. nachgewiesen werden kann. Zudem mu der Hundehalter bei Anzeige durch den Geschdigten und/oder Meldung durch den behandelnden Arzt zustzlich mit Konsequenzen rechnen, die sich aus der zustndigen Gefahrhundverrodnung ergeben.

Wenn ich mir nicht wirklich sicher bin, da mein Hund es vertrgt in meiner Abwesenheit von Fremden gestreichelt zu werden oder da nahe an ihm vorbei gegangen wird, dann darf ich ihn in der ffentlichkeit nicht unbeaufsichtigt lassen. Und man darf bei Dritten keinen Hundeverstand erwarten. Jemand, der sich mit Hunden nicht auskennt, denkt sich z.B. nichts dabei die Individualdistanz eines Hundes zu unterschreiten und dicht an ihm vorbei zu gehen. Der denkt sich "Wenn der Hund dort so angebunden ist da ich auf dem Weg zu den Einkaufswagen/zum Papierkorb/zur Eingangstre dicht vorbei mu, dann wird er ja wohl nicht bissig sein".

Im brigen wrde ich aus ganz anderen Grnden keinen Hund vor einem Geschft anbinden, wenn ich ihn von drinnen aus nicht beobachten kann...

LG Waschbrin
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Abrazo
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Anmeldungsdatum: 30.05.2005
Beitrge: 5941
Wohnort: Kln

BeitragVerfasst am: 29.06.08, 18:31    Titel: Antworten mit Zitat

Strafrechtlich scheint die Sache einigermaen geklrt:
Zitat:
Wer einen angeleinten fremden Hund streichelt, muss damit rechnen, gebissen zu werden. Der Besitzer des Tieres ist fr Schden dann strafrechtlich nicht zu belangen. Das hat das Oberlandesgericht (OLG) Celle in einem Revisionsprozess entschieden.
Im betreffenden Fall hatte der Hund einen Wesenstest bestanden und musste daher keinen Maulkorb tragen. Ein Zehnjhriger hatte die Jagdhndin Wanda streicheln wollen, die in einer Tankstelle angeleint war. Das neun Jahre alte Tier hatte den Jungen darauf leicht in die linke Hand gebissen.
Sowohl das Amtsgericht als auch das Landgericht Verden hatten Wandas Herrchen vom Vorwurf der fahrlssigen Krperverletzung freigesprochen. Die Revision der Generalstaatsanwaltschaft wurde jetzt als unbegrndet verworfen.
Das OLG meinte, der Halter habe der Sorgfaltspflicht Genge getan, als er das Tier anleinte. Der Hund habe sich offenbar angegriffen gefhlt, als der Schler ihn anfasste. (Az: 22 Ss 9/02)

Wie gesagt, ich wrde, was das Zivilrechtliche betrifft, die Regulierung der Versicherung berlassen, natrlich muss sie umgehend ber den Sachverhalt, so, wie Du ihn siehst, informiert werden. Das ist nmlich ein Spezialfall, von dem meist nur Spezialisten genaue Kenntnis haben, und dazu gehren die Mitarbeiter der Tierversicherungen.

Ich gehe allerdings, wie gesagt, davon aus, dass dem Gebissenen ein gewisser Prozentsatz Mitschuld zugestanden werden wird.
_________________
Gre,
Abrazo
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Roni
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Anmeldungsdatum: 21.01.2005
Beitrge: 4287

BeitragVerfasst am: 29.06.08, 19:18    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Ich gehe allerdings, wie gesagt, davon aus, dass dem Gebissenen ein gewisser Prozentsatz Mitschuld zugestanden werden wird.


das glaub ich nicht. Stell dir vor es wre ein Kind gebissen worden. Kinder knnen solche Situationen manchmal nicht richtig einschtz ( und mssen sie auch nicht ).
Ich wrde meinen Hund auch nie irgendwo anbinden wo es zu so einem Vorfall kommen kann.

Gru roni
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Abrazo
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Anmeldungsdatum: 30.05.2005
Beitrge: 5941
Wohnort: Kln

BeitragVerfasst am: 29.06.08, 22:19    Titel: Antworten mit Zitat

KInder drfen auch nicht vor eine Straenbahn laufen.

Es gibt auch noch so gewisse kleine Reste, die die Eltern ihren Kindern beizubringen haben.
Tatschlich machen die das auch: die remmsen ihren Kindern ein: einen Hund darfst du erst streicheln, wenn du den Halter gefragt hast. Das habe ich -zig mal erlebt, erlebe es dauernd, und so ist es auch vernnftig. Mein Hund ist kindersicher, also sage ich, den darfst du ruhig streicheln, der kennt Kinder. Wenn der dann beien wrde, lge selbstverstndlich die volle Verantwortung bei mir. Er wird aber nach menschlichem Ermessen nicht beien, ich kenne meinen Kter seit 9 Jahren und verantworte es unbesehen, wenn ein fremdes Kind ihn streichelt. Wer das nicht verantworten kann, der muss nein sagen.

Mit gesundem Menschenverstand bekommt man keine Probleme. Und wer meint, sich ber den gesunden Menschenverstand hinwegsetzen zu knnen, der hat dann eben Probleme.
_________________
Gre,
Abrazo
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Waschbrin
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Anmeldungsdatum: 28.02.2005
Beitrge: 792

BeitragVerfasst am: 30.06.08, 07:12    Titel: Antworten mit Zitat

Abrazo hat folgendes geschrieben::
...ich kenne meinen Kter seit 9 Jahren und verantworte es unbesehen, wenn ein fremdes Kind ihn streichelt. Wer das nicht verantworten kann, der muss nein sagen.


... und darf ihn nicht im ffentlichen Raum unbeaufsichtig so zurck lassen, da Dritte, nur weil sie sich vielleicht irren, von ihm geschdigt werden.

Ist doch das gleiche wie mit dem Hund, der auf dem eigenen Grundstck jemanden beit: Vom normalen Menschenverstand her gehe ich davon aus, da niemand ein Grundstck betritt, an dessen Zaun ein Schild hngt "Vorsicht, bissiger Hund". Aber rechtlich reicht dieses Schild nun mal nicht. Da mu ich, wenn ich wei da mein Hund seine Pflicht tut, mein Grundstck so hoch einzunen da niemand so ohne weiteres ber den Zaun steigen kann (der 1m Jgerzaun reicht also nicht) und zustzlich alle Eingnge so verschlieen da sie sich von auen durch Unbefugte nicht ffnen lassen (ein von innen im Schlo steckender Schlssel darf von auen nicht zu erreichen sein).

Finanziell regeln die Versicherungen meistens solche Schden. In Bezug auf die Konsequenzen, die sich aus den einzelnen Landesverordnungen in Bezug auf die Hundehaltung ergeben knnen, steht der Hundehalter aber alleine da. Und in Bezug auf das Strafrecht (ggf. schwere Krperverletzung, je nachdem wie stark ein Hund hinlangt) ebenso.

Gre

Antje
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Abrazo
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Anmeldungsdatum: 30.05.2005
Beitrge: 5941
Wohnort: Kln

BeitragVerfasst am: 30.06.08, 08:43    Titel: Antworten mit Zitat

Vielleicht ist es eine Frage der Mentalitt, von Bevlkerung, Gerichten und Hundehaltern.

Viel ist die Rede von der Unberechenbarkeit eines Hundes. Hier ist man offenkundig der Auffassung, dass es damit nicht weit her ist. Ein gut erzogener bzw. ausgebildeter Hund ist eben nicht unberechenbar. Insofern verlsst man sich ggf. auf Wesenstests, die ja sehr stark Ausbildungstests sind. Ich halte das auch fr berechtigt. Problematisches Verhalten eines Hundes geschieht nicht aus heiterem Himmel. Das kndigt sich an scheinbar belanglosen Kleinigkeiten an, die der sorgfltige, kundige Hundehalter sofort auszubgeln trachtet. Wer keine Ahnung hat oder nachlssig ist, denn rhren solche scheinbaren Kleinigkeiten freilich nicht - der berhmte Satz: "der will ja nur spielen". Wer aber seinen Hund sorgfltig hlt, der blutet hier nicht unter den Fehlern, die andere machen. Das wird schon nach individueller Sachlage entschieden.

Beispielhaft ein Urteil eines hiesigen Gerichtes, mit dem die Klage eines Polizisten auf - ber das dienstrechtlich bliche hinausgehende - Schadensersatz abgewiesen wurde: er war von einem Diensthund gebissen worden. Begrndung des Richters: der Hund ist so gut ausgebildet, der macht keine Fehler. Den Fehler kann nur der Mensch gemacht haben.

Mir scheint es auch sehr stark auf die Sozialisation eines Hundes anzukommen. Ein Grostadthund, der von klein auf mit jeder Menge Menschen und Situationen zusammengekommen ist, fr den alles das, was das menschliche Leben in einer Stadt ausmacht, tgliches Brot ist, inklusive Streicheln durch fremde Kinder, Leckerchen von Verkufern, wenn er drauen wartet, freundliche Worte vom Postboten und Rcksicht gegenber ngstlichen Kindern, den bringt nichts von alledem aus der Ruhe, denn fr ihn ist das normal. Lsst man hingegen einen relativ isoliert lebenden 'Gartenhund' in einem Grostadtpark mit Joggern, Fahrradfahrern, spielenden Kindern und Rollstuhlfahrern laufen, dann besteht mglicherweise das Risiko, dass dieser Hund in Angst und Panik um sich beit. Doch kein vernnftiger Mensch wrde daraus den Schluss ziehen, dass der altbekannte und jedem vertraute Grostadthund das in seiner gewohnten Umgebung auch tun wrde. Wenn der beit, dann fragt man nach dem Grund, weil man davon ausgeht, ohne triftigen Grund tut der das nicht.

Allerdings wissen auch die meisten Stdter mit Hunden Bescheid, die leben ja in ihrer Umgebung. Sie wissen eben, dass sie den sen kleinen Hund (die groen sind davon ja weniger betroffen) nicht spontan, zack, zack, von oben anpacken drfen, sondern erst mal sozusagen anfragen mssen, ob es dem auch genehm ist. Die reden mit den vor Geschften angeleinten Hunden, und ich kann mich nicht erinnern beobachtet zu haben, dass einer einen solchen Hund gestreichelt htte, ohne mit ihm halbwegs bekannt zu sein. Das macht man einfach nicht, das wei jeder, das ist eine Frage des Respekts vor dem anderen Lebewesen. Wer den nicht hat - tja, man darf eben nicht berall rcksichtslos und nur den eigenen Gefhlen folgend hinpatschen. Man darf auch im Zoo nicht bers Gitter klettern und den Bren streicheln.
_________________
Gre,
Abrazo
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Waschbrin
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Anmeldungsdatum: 28.02.2005
Beitrge: 792

BeitragVerfasst am: 30.06.08, 11:28    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Abrazo,

wir reden hier aber nicht ber die unterschiedlichen Mentalitten der Leute und welcher Hund sich eher ungestraft von Fremden anfassen lt als ein anderer. Es geht darum, wie die Rechtslage aussieht, wenn ein Hund einen Menschen beit. Und der Gesetzgeber steht nun mal auf dem Standpunkt, da ein Hundehalter dafr Sorge zu tragen hat, da niemand durch seinen Hund geschdigt wird. Passiert es doch, dann wird auf jeden Fall beurteilt, ob sich der Hund a) im allgemeinen normal verhlt oder ob von ihm eine hhere Gefhrdung ausgeht als vom Durchschnittshund, und b) ob der Hundehalter fahrlssig gehandelt hat oder sogar mit der Haltung/Handhabung des betroffenen Hundes berfordert ist.

Wobei es bei der ganzen Sache mit den Beweismglichkeiten seitens des Hundehalters sehr schwierig ist. Du kommst aus dem Geschft und drauen steht eine verletzte Person und vielleicht schon die Polizei. Der Geschdigte wird garantiert nicht aussagen "Bevor der Hund mich gebissen hat bin ich ihm auf den Schwanz getreten". Dafr mtest i.a.R. Du als Hundehalter den Beweis erbringen. Und das ist in der Praxis nur sehr selten mglich. Sehr viele Hundebisse passieren lt. Aussage der Geschdigten "einfach nur so". "Bin nur vorbeigegangen..." *zackbumm, hatter zugebissen*. Das ist alles schon schwierig genung wenn Du als Hundehalter bei solch einem Vorfall anwesend bist. Ist der Hund alleine mit dem Geschdigten, und das auch noch im ffentlichen Raum, steht noch nicht mal Aussage gegen Aussage, denn wer von einem Vorfall nix mitbekommen hat kann ja gar keine Aussage darber machen.

Ich habe es brigens in meinem Leben schon sehr hufig gesehen da Menschen ihnen unbekannte Hunde, die vor Geschften etc. angebunden sind, anfassen und teilweise sogar fttern. Erst letzthin habe ich eine Mutter gesehen, die ihrem ca. dreijhrigen Kind anhand eines Hundes, den eine andere Person kurz vorher vor einem Geschft angebunden hatte, gezeigt hat wie man bei einem Hund "ei" macht. Da der Hund dabei 'ne ziemlich hohle Seite gezeigt hat und bereits am Ende seiner Leine angelangt war, habe ich die Frau gefragt, ob sie den Hund kennt. "Nein", sagte sie, aber ihre Nachbarn htten "auch so einen" (war ein Golden Retriver), "und die wren lieb".

Htte der Hund das Kind gebissen (dessen Gesicht/Kopf war in seiner Schnauzehhe), lt. unserer Hunde-VO wre er dann ein toter Hund gewesen... Denn wie diese Mutter stehen unserer gesetzeshter auf dem Standpunkt: Einen Hund, der sowas nicht abkann und aus einer solchen Situation heraus derartig berreagiert, den darf sein Hundehalter nicht unbeaufsichtigt im ffentlichen Raum anbinden. Damit beweist er da er fr die Haltung eines solchen Hundes nicht die entsprechende Sachkunde besitzt.

LG Waschbrin
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Abrazo
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Anmeldungsdatum: 30.05.2005
Beitrge: 5941
Wohnort: Kln

BeitragVerfasst am: 30.06.08, 22:36    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Waschbrin,

Zitat:
Und der Gesetzgeber steht nun mal auf dem Standpunkt, da ein Hundehalter dafr Sorge zu tragen hat, da niemand durch seinen Hund geschdigt wird.

Fr NRW stimmt das so nicht.
Sieh mir nach, dass ich jetzt keine Zeit habe Dir przise anzugeben, ob das Folgende nun jeweils im Hundegesetz steht oder in den dazugehrigen Verwaltungsvorschriften. Kannst Du, wenn es Dich interessiert, ja selber herausfinden, sind beide verffentlicht und stehen auch im Netz.

Danach gilt ein Hund dann nicht als bissig (hat also auch keine Sanktionen zu befrchten), wenn er nur gebissen hat, um sich oder seinen Halter zu verteidigen.
Ferner gilt ein Hund nicht als bissig, wenn er anlsslich einer strafbaren Handlung gebissen hat.

Hunde drfen nmlich durchaus beien. So steht es sinngem in den Verwaltungsvorschriften: es ist arttypisch, dass der Hund mit seinen Zhnen operiert.

Freilich heit Selbstverteidigung nicht, dass der Hund ein Kind anfllt, das in ihm Furcht einflender Weise ber den Weg rennt; so was muss ein anstndig sozialisierter Kter abknnen, ohne das als mglichen Angriff zu interpretieren. Kann er das nicht ab, darf er eben nicht unter die Leute. Wenn ihm aber einer einen Futritt verpasst oder ihn mit dem Knppel schlgt, dann darf er. Und wenn einer sein Herrchen oder sein Frauchen niederschlgt, dann darf er sich auch mit Schmackes in seinen Arm oder sein Bein verbeien. Und wenn einer in seine Wohnung einbricht, dann darf er den auch beien, ohne als bissig zu gelten; freilich kann der Halter dann schadensersatzpflichtig werden, denn drften darf er, aber sollen soll er nicht.

Angesichts des natrlichen Verhaltens eines anstndigen Kters halte ich das alles auch fr sehr vernnftig. Denn in den allermeisten Fllen passiert auch bei entsprechenden Konflikten tatschlich nichts. Ein anstndiger Hund wei sich nmlich zu wehren und sich Respekt zu verschaffen, auch ohne gleich zuzubeien. Seine normale Waffe sind nicht seine Zhne, sondern seine Stimme. Kommt ihm einer gefhrlich zu nahe, dann wird der angebrllt, und der landlufige Passant, ob Kind oder Erwachsener, fliegt davon vor Schreck erst mal zur Seite und gut ist's. Schferhunde knnen auch prima zwicken. Mssen sie auch knnen, denn jeder Schfer wrde sich schn bedanken, wenn sein Hund seinen Schafen die Beine zerbeit. Der leichte Griff eines Wolfsgebisses an die Hacken oder gar an die nackte Wade ist nach meiner Erfahrung dermaen imponierend, da macht keiner mehr achtlos weiter. Und es kann sich noch nicht mal einer beschweren, denn es entsteht noch nicht mal ein blauer Fleck, also kein Schaden und auch keine Krperverletzung.

Es ist Unfug, wenn Hundehalter sich auf das Beien seines Hundes kapriziert; das hat Hund gar nicht ntig. Seine Schutzfunktion liegt in erster Linie in der Prvention, und damit ist auch jeder vernnftige Mensch einverstanden.

Freilich, kleine Hunde haben diese Ruhe und dieses Selbstbewusstsein oft nicht. Fr die ist auch ein kleines Kind verdammt gro, so gro, dass sie es als lebensgefhrliche Bedrohung auffassen knnen, wenn es sie ein wenig ungestm streicheln will; der groe dagegen steht auf und wirft es mit seinem Hinterteil auf den Windelpopo.

Im Falle eines Angriffes gibt es immer noch einen unabhngigen Zeugen: den Hund. Denn das kann man durch einen Wesenstest durchaus eruieren, ob der Hund bei jedem vermeintlichen Angriff umgehend losprescht, oder ob einer nun wirklich massiv werden muss, damit der Hund bse wird.

Und jeder Halter hat zumindest bei uns die gesetzlich garantierte Mglichkeit, zu dem Beivorfall Stellung zu nehmen. Und seine Stellungnahme muss genau so auf Richtigkeit und Plausibilitt geprft werden wie die des Gebissenen. Wenn der 'Beier' ein wohl erzogener, allseits als freundlich, friedlich und nervenstark bekannter Hund ist, dann wird der Gebissene es ziemlich schwer haben nachzuweisen, dass dieser Hund eine gefhrliche Bestie ist.
_________________
Gre,
Abrazo
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Roni
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Anmeldungsdatum: 21.01.2005
Beitrge: 4287

BeitragVerfasst am: 01.07.08, 09:21    Titel: Antworten mit Zitat

[quote="Abrazo"]


Zitat:
Und jeder Halter hat zumindest bei uns die gesetzlich garantierte Mglichkeit, zu dem Beivorfall Stellung


Das wird im o.g. Fall schlecht mglich sein, weil der Halter im Laden einkaufen war.

Zitat:
. Wenn der 'Beier' ein wohl erzogener, allseits als freundlich, friedlich und nervenstark bekannter Hund ist, dann wird der Gebissene es ziemlich schwer haben nachzuweisen, dass dieser Hund eine gefhrliche Bestie ist.[/
quote]

Das ergibt sich aus den Bisswunden ob der gefhrlich ist oder eben nur mal geschnappt hat.
Aber auf jeden Fall haftet der Hundehalter, da er ja nichts gesehen hat und nicht behaupten kann, dass sein Hund Getreten oder sonstwas wurde.

Gru roni
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Abrazo
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Anmeldungsdatum: 30.05.2005
Beitrge: 5941
Wohnort: Kln

BeitragVerfasst am: 01.07.08, 10:38    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Roni,

der Halter kennt aber seinen Hund und ggf. auch die Vorgeschichte des Falles.

Wie gesagt, es ist nicht normal, dass ein gut erzogener und sozialisierter Hund einfach so einen beit der ihn streicheln will, ohne drohen (knurren, bellen), vielleicht mit Ausnahme kleiner Hunde. Und ein Hund, der so reagiert, gehrt auch nicht vor ein Geschft abgelegt; das ist so hnlich wie mit einem vom TV aus dem Verkehr gezogenen Auto: der Kter ist nicht verkehrssicher.

Bei einem normalen verkehrssicheren Hund jedoch gibt es in der Regel eine Menge zu sagen, wenn es zu einem Beivorfall kommt. Wenn der Hund z.B. angeblich einen halbwchsigen Lmmel einfach so und grundlos aus heiterem Himmel gebissen hat, der ihn nur liebevoll streicheln wollte (das machen Hunde nmlich angeblich grundstzlich, aus heiterem HImmel pltzlich zubeien), dann sieht die Sache schon mal ganz anders aus, wenn Halter erklrt, jo, den Lmmel kennt mein Hund, wenn der an meinem Garten vorbei kommt, beschmeit er den immer mit Steinen, ich hab deswegen schon mal an seine Eltern geschrieben - hier Kopie.

Also: man muss nicht unbedingt alles direkt gesehen haben; zumal ein Hund vor einem Geschft in der ffentlichkeit liegt, irgendwie bemerkt wird der schon, und also auch einer, der sich ihm nhert.

Natrlich haftet der Halter fr Schden gem. 833 BGB. Allerdings, das kann eine ganze Menge prozentualen Rabatt geben, wenn dem Geschdigten Mitschuld zuerkannt wird. Wobei fr den versicherten Hundehalter meist die Mitschuld wichtiger ist, denn das hat dann keine ordnungsrechtlichen Konsequenzen.
_________________
Gre,
Abrazo
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