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Paketdienst bergibt Paket Nachbar

 
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Thermochron
Interessierter


Anmeldungsdatum: 04.07.2008
Beitrge: 10

BeitragVerfasst am: 04.07.08, 15:50    Titel: Paketdienst bergibt Paket Nachbar Antworten mit Zitat

Folgendes fiktives Szenario:

Person A bestellt bei Firma B Ware. Ware wird von Firma B dem Paketdienst C zum Versand an Person A bergeben. Paket wird vom Paketdienst an Person D (beliebige Person die in Hochhaus (>50 Parteien) unter der Versandadresse angetroffen wird bergeben mit Unterschrift der Person D. Paketdienst C unterrichtet die eigentliche Empfangsperson A jedoch nicht darber (z.B. durch Einwurf einer Postkarte in den Briefkasten etc.)

Nach einer Woche erkundigt sich Person A bei Firma B nach dem Paket und erfhrt, das an Person D ausgeliefert wurde. Person D ist jedoch von Person A nicht zu kontaktieren, weder durch Klingeln noch durch Brief. Mglicherweise ist Person D mittlerweile im Urlaub.

Nun meine Fagen:
1: In den AGB's des Paketdienstes steht:
Die Leistung umfasst die Ablieferung mit befreiender Wirkung an jede unter der Zustelladresse angetroffene empfangsbereite Person, es sei denn, es bestehen begrndete Zweifel an deren Empfangsberechtigung; die Identitt dieser Person (z. B. anhand eines Personalausweises) muss nicht berprft werden.

Ist dieser Passus berhaupt statthaft?

2: msste der Paketdienst nicht wenigstens die eigentliche Empfangsperson A darauf aufmerksam machen, dass eine andere Person D das Paket in Empfang genommen hat.

3: wer haftet, wenn das Paket nicht mehr auftaucht, z.B. wenn Person D die Annahme leugnet?
Haftet der Paketdienst C gegenber dem Auftraggeber B oder muss eventuell Person A Person D wegen vermeintlicher Unterschlagung belangen?

Wie ist die Rechtslage?

Wrde mich ber qualifizierte Antworten sehr freuen!
Danke!
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Gnni
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 27.12.2004
Beitrge: 1232

BeitragVerfasst am: 04.07.08, 17:15    Titel: Re: Paketdienst bergibt Paket Nachbar Antworten mit Zitat

Thermochron hat folgendes geschrieben::
Folgendes fiktives Szenario:

Person A bestellt bei Firma B Ware. Ware wird von Firma B dem Paketdienst C zum Versand an Person A bergeben. Paket wird vom Paketdienst an Person D (beliebige Person die in Hochhaus (>50 Parteien) unter der Versandadresse angetroffen wird bergeben mit Unterschrift der Person D. Paketdienst C unterrichtet die eigentliche Empfangsperson A jedoch nicht darber (z.B. durch Einwurf einer Postkarte in den Briefkasten etc.)

Nach einer Woche erkundigt sich Person A bei Firma B nach dem Paket und erfhrt, das an Person D ausgeliefert wurde. Person D ist jedoch von Person A nicht zu kontaktieren, weder durch Klingeln noch durch Brief. Mglicherweise ist Person D mittlerweile im Urlaub.

Nun meine Fagen:
1: In den AGB's des Paketdienstes steht:
Die Leistung umfasst die Ablieferung mit befreiender Wirkung an jede unter der Zustelladresse angetroffene empfangsbereite Person, es sei denn, es bestehen begrndete Zweifel an deren Empfangsberechtigung; die Identitt dieser Person (z. B. anhand eines Personalausweises) muss nicht berprft werden.

Ist dieser Passus berhaupt statthaft?

2: msste der Paketdienst nicht wenigstens die eigentliche Empfangsperson A darauf aufmerksam machen, dass eine andere Person D das Paket in Empfang genommen hat.

3: wer haftet, wenn das Paket nicht mehr auftaucht, z.B. wenn Person D die Annahme leugnet?
Haftet der Paketdienst C gegenber dem Auftraggeber B oder muss eventuell Person A Person D wegen vermeintlicher Unterschlagung belangen?

Wie ist die Rechtslage?

Wrde mich ber qualifizierte Antworten sehr freuen!
Danke!


Die Zustelladresse ist imho die Wohnung des Empfngers, nicht das Hochhaus. Imho wrden ebenfalls begrndete Zweifel an der Empfangsberechtigung bestehen, wenn eine nicht auf dem Namensschild aufgefhrte Person den Empfang der Sendung bescheinigt. Wenn die Ware jedoch an Klaus A adressiert ist, und Emma A nimmt sie an, besteht kein begrndeter Zweifel an der Empfangsberechtigung und die Ware ist ordnungsgem zugestellt.

Im vorliegenden Fall hat A imho gute Chancen je nach Erfllungsort die Ware beim Absender zu reklamieren oder sich vom Absender die Anspruche gegen den Paketdienstleister abtreten zu lassen und dann direkt den Paketdienst in Regress zu nehmen.
_________________
mfg


Gnni
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kadelu
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 22.10.2007
Beitrge: 34
Wohnort: Ba-W

BeitragVerfasst am: 04.07.08, 17:16    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo, wie die Rechtslage ist, weis ich nicht, aber ich habe die Erfahrung gemacht das kein Paketdienst eine Benachrichtigung an den eigentlichen Empfnger abgibt wo bzw. bei wem sich das Paket befindet. Annahme durch Unterschrift scheint fr den Paketdienst wohl vllig ausreichend zu sein.

Sorry, bin wohl keine groe Hilfe, aber das ist meine persnliche Erfahrung die ich immer und immer wieder mache und ich nehme stark an, das das so von seiten der Paketdienste rechtlich OK ist.
_________________
Grssle Kadelu


~~~~Wer sein Fachgebiet nicht in seiner Muttersprache vermitteln kann,
hat es nicht vollstndig begriffen. ~~~~
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Gnni
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 27.12.2004
Beitrge: 1232

BeitragVerfasst am: 04.07.08, 17:21    Titel: Antworten mit Zitat

kadelu hat folgendes geschrieben::
ich nehme stark an, das das so von seiten der Paketdienste rechtlich OK ist.


Ist es nicht.
_________________
mfg


Gnni
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kadelu
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 22.10.2007
Beitrge: 34
Wohnort: Ba-W

BeitragVerfasst am: 04.07.08, 17:30    Titel: Antworten mit Zitat

OK, Danke, lasse mich natrlich gerne eines besseren belehren und entschuldige mich fr mein Gercht/Annahme. Verlegen
_________________
Grssle Kadelu


~~~~Wer sein Fachgebiet nicht in seiner Muttersprache vermitteln kann,
hat es nicht vollstndig begriffen. ~~~~
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Thermochron
Interessierter


Anmeldungsdatum: 04.07.2008
Beitrge: 10

BeitragVerfasst am: 07.07.08, 09:06    Titel: Antworten mit Zitat

Viele Dank fr die Antworten, hat mir sehr weitergeholfen.

Ich hoffe es ist opportun, noch weitere Fragen bezglich dieses Szenarios zu stellen:

1) in wieweit hat denn der Erfllungsort Einflu auf die empfohlene Vorgehensweise von A, ob sie beim Versender reklamiert oder sich die Ansprche gegen den Paketdienstleister abtreten lt?

2) angenommen die Person A htte auf Rechnung bestellt und noch nicht bezahlt, wre die letztere Vorgehensweise doch eher nicht zu empfehlen?

3) wie wrde Person A vorgehen, um sich die Ansprche abtreten zu lassen?

4) im Grunde hat Person A doch schon beim Versender telefonisch reklamiert, da sie ja andernfalls sogar garnicht wte, wo das Paket sein soll. Wre es Person A zu empfehlen, schriftlich den Nichterhalt der Ware zu reklamieren und ein Frist von 2 Wochen fest zu setzen innerhalb welcher sie den Erhalt der Ware erwartet und knnte sie nach Ablauf dieser Frist vom Kaufvertrag zurcktreten?

Vielen Dank!

Gru!
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Gnni
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 27.12.2004
Beitrge: 1232

BeitragVerfasst am: 08.07.08, 12:10    Titel: Antworten mit Zitat

Thermochron hat folgendes geschrieben::
Viele Dank fr die Antworten, hat mir sehr weitergeholfen.

Ich hoffe es ist opportun, noch weitere Fragen bezglich dieses Szenarios zu stellen:

1) in wieweit hat denn der Erfllungsort Einflu auf die empfohlene Vorgehensweise von A, ob sie beim Versender reklamiert oder sich die Ansprche gegen den Paketdienstleister abtreten lt?


Wenn der Erfllungsort am Wohnohrt des Kufers liegt, ist der Verkufer fr die korrekte Lieferung verantwortlich. Wird die Ware nicht gem Kaufvertrag geliefert, kann der Kufer vom Verkufer z. B. Schadenersatz fordern. Liegt der Erfllungsort am Sitz des Verkufers, hat er seine Verplichtung mit der bergabe an den Transporteur erfllt. Alles weitere ist dann Sache des Kufers.

Thermochron hat folgendes geschrieben::
2) angenommen die Person A htte auf Rechnung bestellt und noch nicht bezahlt, wre die letztere Vorgehensweise doch eher nicht zu empfehlen?


Bei Erfllungsort fr die Warenlieferung = Sitz des Kufersr wrde ich mal in Verhandlungen mit dem Verkufer treten. Entweder man einigt sich darauf, dass der Verkufer die Ware kostenlos nachbessert, oder er erhlt seinen Schrott zurck.

Ist der Erfllungsort jedoch der Sitz des Verkufers, hat er schlechte Karten. Dann wrde ich mir die Forderungen gegen den Transporteur vom Verkufer abtreten lassen.

Thermochron hat folgendes geschrieben::
3) wie wrde Person A vorgehen, um sich die Ansprche abtreten zu lassen?


Er bittet den Verkufer um eine entsprechende Erklrung. Die knnte in etwa lauten:

"Hiermit trete ich meine smtlichen Ansprche auf Schadenersatz wegen eines Transportschadens zur Sendung (Sendungsdaten) vom (Transportdatum) an Kufer (kompletter Name und Anschrift) ab."

Thermochron hat folgendes geschrieben::
4) im Grunde hat Person A doch schon beim Versender telefonisch reklamiert, da sie ja andernfalls sogar garnicht wte, wo das Paket sein soll. Wre es Person A zu empfehlen, schriftlich den Nichterhalt der Ware zu reklamieren und ein Frist von 2 Wochen fest zu setzen innerhalb welcher sie den Erhalt der Ware erwartet und knnte sie nach Ablauf dieser Frist vom Kaufvertrag zurcktreten?


Auf alle Flle.

Thermochron hat folgendes geschrieben::
Vielen Dank!

Gru!


bitte gern geschehen
_________________
mfg


Gnni
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d-harry
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 09.04.2007
Beitrge: 191

BeitragVerfasst am: 26.07.08, 01:00    Titel: Antworten mit Zitat

Gnni hat folgendes geschrieben::

Er bittet den Verkufer um eine entsprechende Erklrung. Die knnte in etwa lauten:

"Hiermit trete ich meine smtlichen Ansprche auf Schadenersatz wegen eines Transportschadens zur Sendung (Sendungsdaten) vom (Transportdatum) an Kufer (kompletter Name und Anschrift) ab."


Die meisten Transportunternehmer reden nicht mit dem Empfnger, weil er kein "Auftraggeber" ist. Das wird also hufig nicht zum Ziel fhren.
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Gnni
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 27.12.2004
Beitrge: 1232

BeitragVerfasst am: 27.07.08, 15:31    Titel: Antworten mit Zitat

d-harry hat folgendes geschrieben::
Gnni hat folgendes geschrieben::

Er bittet den Verkufer um eine entsprechende Erklrung. Die knnte in etwa lauten:

"Hiermit trete ich meine smtlichen Ansprche auf Schadenersatz wegen eines Transportschadens zur Sendung (Sendungsdaten) vom (Transportdatum) an Kufer (kompletter Name und Anschrift) ab."


Die meisten Transportunternehmer reden nicht mit dem Empfnger, weil er kein "Auftraggeber" ist. Das wird also hufig nicht zum Ziel fhren.


Dann wird der Richter das Transportunternehmen schon berzeugen. Immerhin hat dr Auftraggeber seine Ansprche abgetreten.
_________________
mfg


Gnni
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