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Gesamtvollmacht statt Entmndigung?

 
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tcb_w87
Interessierter


Anmeldungsdatum: 13.09.2005
Beitrge: 15

BeitragVerfasst am: 07.12.08, 09:30    Titel: Gesamtvollmacht statt Entmndigung? Antworten mit Zitat

Guten Tag,

ich hoffe, dass ich mit meiner Frage in diesem Forum einigermaen richtig bin.

Wenn ein altes Ehepaar (beide ber 75 Jahre alt) oft Vertrge abschlet, weil sie reingelegt wurden oder die Folgen nciht abschtzen knnen, kann man sie dann entmndigen, sodass die Kinder des Ehepaares nur noch Vertrge fr sie abschlieen knnen? Oder kann man entmndigen nur, wenn sie von einem Arzt als nicht mehr zurechnungsfhig erklrt werden?

Kann man auch statt einer totalen Entmndigung, was eigentlich keiner will, auch eine Gesamtvollmacht fr alle Vertragsarten machen? Das bedeutet ja, dass ein Vertrag nur zustande kommt, wenn sowohl die Kinder als auch die Eltern dem Vertrag zustimmen, sodass eben bei fehlender Annahme der Eltern der Vertrag erst gar nicht zustande kommt ,wenn das Ehepaar wieder "Mist" baut..

Kann man diese Gesamtvollmacht in diesem Fall erteilen? Ich hatte versucht mich im Internet zu informieren, aber da sah ich die Gesamtvollmacht immer nur im Zusammenhang mit Arbeitsrecht (also Geschftsfher eines Betriebes, der nicht alleine bestimmen soll).

Oder gibt es auer der Entmndigung noch eine andere Mglichkeit, derartige Vertragsabschlsse zu verhindern?

Fr Hilfe wre ich sehr dankbar.

Liebe Gre.
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SpecialAgentCooper
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 07.09.2006
Beitrge: 3296

BeitragVerfasst am: 07.12.08, 09:52    Titel: Antworten mit Zitat

Eine "Entmndigung" gibt es seit Jahren nicht mehr.
Das von Ihnen angestrebte Ziel liee sich hchstens im Rahmen einer Betreuung erreichen - dabei mte der Richter dann allerdings einen sogenannten EInwilligungsvorbehalt anordnen.
_________________
Die Welt wird immer absurder. Nur ich bin weiter Katholik und Atheist. Gott sei Dank! (Luis B.)
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Franz Knigs
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 07.10.2007
Beitrge: 4915
Wohnort: Bad Honnef

BeitragVerfasst am: 07.12.08, 10:13    Titel: Antworten mit Zitat

Eine Entmndigung gibt es seit dem 1.1.1992 nicht mehr. An ihre Stelle ist die gerichtliche Bestellung eines Betreuers getreten.

Wenn jemand aufgrund einer psychischen Krankheit oder einer krperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung seine Angelegenheiten ganz oder teilweise nicht selbst besorgen kann, kann das Vormundschaftsgericht fr ihn einen Betreuer bestellen. Die Bestellung eines Betreuers kann jeder, der sie fr erforderlich hlt, beim Vormundschaftsgericht anregen.

Die Bestellung eines Betreuers ist nicht notwendig, wenn der Betroffene dafr gesorgt hat, dass die Angelegenheiten, die er nicht selbst besorgen kann, von einem Bevollmchtigten wahrgenomen werden knnen. Dabei ist aber zu bercksichtigen, dass auch dann, wenn der Betroffene einen Bevollmchtigten bestellt hat, er nach wie vor berechtigt ist, seine Angelegenheiten selbst zu besorgen.

Deshalb bleibt fr den Fall, dass ein Betroffener grundlos fr ihn nachteilige Vertrge abschliet, nur die Mglichkeit, dass fr ihn ein Betreuer bestellt wird, wenn die oben genannten gesetzlichen Voraussetzungen vorliegen. Liegen diese Voraussetzungen nicht vor, bleibt nur die Mglichkeit, durch persnliche Einwirkung auf den Betroffenen zu erreichen, dass er keine fr ihn nachteiligen Vertrge abschliet oder dass er solche Vertrge, wenn dies mglich ist, rechtzeitig widerruft.
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tcb_w87
Interessierter


Anmeldungsdatum: 13.09.2005
Beitrge: 15

BeitragVerfasst am: 07.12.08, 10:22    Titel: Antworten mit Zitat

Vielen Dank fr Ihre Antworten.

Also knnen wir die Betreuerbestellung nur vornehmen bei psychischen Erkrankungen?

Kann man die Betreuerbestellung auch nicht machen, wenn das alte Ehepaar freiwillig einwilligt, obwohl keine geistige Einschrnkung vorliegt?
Sie wissen ja, dass es nur zu ihrem Besten ist und die Betreuer sind die Kinder. Es sind eben durch abgeschlossene Vertrge mehrere tausend Euro verloren gegangen plus hohe Rectsanwaltskosten wegen eines Klageverfahrens. Sowohl das Ehepaar als auch die Kinder wollen eben weiterem Unheil vorbeugen.

Mit den Betroffenen zu reden, brachte bislang keinen Erfolg und wenn man nicht rechtzeitig ber Vertragsabschlsse informiert wird, kann man auch nciht mehr widerrufen oder kndigen..
Und es ist ja bekannt, dass es geschulte Leute gibt, alte Menschen reinzulegen. Ihnen das zu sagen und sie zu warnen, bringt aber meist nichts..
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Franz Knigs
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 07.10.2007
Beitrge: 4915
Wohnort: Bad Honnef

BeitragVerfasst am: 07.12.08, 10:41    Titel: Antworten mit Zitat

Der Betroffene kann die Bestellung eines Betreuers durch das Vormundschaftsgericht selbst beantragen. Ob die gesetzlichen Voraussetzungen fr die Bestellung eines Betreuers vorliegen, hat das Vormundschaftsgericht zu entscheiden.
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