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Unfall / "Diebstahl" - Haftpflichtfall?

 
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SeeD
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Anmeldungsdatum: 25.04.2005
Beitrge: 113

BeitragVerfasst am: 15.01.09, 13:22    Titel: Unfall / "Diebstahl" - Haftpflichtfall? Antworten mit Zitat

Hallo

Folgendes fiktives Beispiel:

Person A mchte ein Fenster ffnen, da dieses sich aufgrund von Durchzug immer schliesst nimmt sie die Tasche eines Kollegen um das Fenster offen zu halten. Diese legt sie ungeschickt dazwischen und beim nchsten Windsto fllt sie aus dem Fenster. Daraufhin geht Person A unverzglich um die Tasche zu holen, doch es wird von anderen Personen beobachtet das ein Fremder die Tasche in der Zwischenzeit nimmt. Anfrage bei verschiedensten Stellen ergeben keine Ergebnisse ber den verbleib der Tasche.

Ist dies nun eher ein Haftpflichtfall oder knnte man unter diesen Umstnden von einer groben Fahrlssigkeit von A ausgehen und eine Zahlung verweigern? Oder ist durch das Fehlverhalten des fremden Unbekannten Person A nichtmehr in der Schuld?

Wert des Inhalts + Tasche wren maximal 60....

Ob es sich um wirklichen Diebstahl oder eher Unterschlagung (wrde ich vermuten) des Finders handelt, ist ja denke ich halbwegs unrelevant.

Danke fr die Hilfe

MfG

SeeD
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Herzog, Jrg
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Anmeldungsdatum: 30.09.2008
Beitrge: 1108
Wohnort: Kln

BeitragVerfasst am: 15.01.09, 20:00    Titel: Vorsatz und grobe Fahrlssigkeit Antworten mit Zitat

In der Haftpflichtversicherung schadet nur Vorsatz und Widerrechtlichkeit, siehe 103 Versicherungsvertragsgesetz. Grobe Fahrlssigkeit fhrt zur Eintrittspflicht des privaten Haftpflichtversicherers, so dass nicht geprft werden muss, ob das Einklemmen der Tasche grob fahrlssig war oder nicht.
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SeeD
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Anmeldungsdatum: 25.04.2005
Beitrge: 113

BeitragVerfasst am: 15.01.09, 20:15    Titel: Antworten mit Zitat

Vielen dank fr die Antwort.

Dann wrde sich jetzt nur die Frage stellen ob durch die Mitnahme durch einen Fremden die Schuld bei diesem zu suchen ist (Stichwort Anzeige gegen Unbekannt?) oder ob die fahrlssig handelnde Person in regress genommen werden kann.

Mit freundlichem Gru

Michael S.
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Herzog, Jrg
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Anmeldungsdatum: 30.09.2008
Beitrge: 1108
Wohnort: Kln

BeitragVerfasst am: 15.01.09, 20:29    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn A haftpflichtversichert ist, was wohl Grundlage des Falles sein drfte, leistet seine private Haftpflichtversicherung und gleicht den Schaden des Eigentmers der Tasche fr A aus. A wird dann nicht in Regress genommen.

Natrlich kann der Taschendieb oder derjenige, der sie sich angeeignet hat, in Regress genommen werden, dazu msste er natrlich erst einmal namentlich bekannt sein. Natrlich kann man Strafanzeige gegen "Unbekannt" erstatten. Wahrscheinlich wird sich die Polizei und auch die StA nicht "zerreien", um einen Taschendieb dingfest zu machen, der einen Wert von € 60,00 erbeutet hat, es sei denn die Lsung des Falles wird auf einem Silbertablett serviert. Wahrscheinlich wird ein paar Wochen nach der Strafanzeige die Einstellungsmitteilung per Post den Anzeigeerstatter/Geschdigten erreichen. Das ndert aber auch nichts an der Leistungspflicht der privaten Haftpflichtversicherung von A.
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Mogli
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Anmeldungsdatum: 13.12.2004
Beitrge: 3586
Wohnort: Pfalz

BeitragVerfasst am: 15.01.09, 21:48    Titel: Antworten mit Zitat

Herzog, Jrg hat folgendes geschrieben::
Wenn A haftpflichtversichert ist, was wohl Grundlage des Falles sein drfte, leistet seine private Haftpflichtversicherung und gleicht den Schaden des Eigentmers der Tasche fr A aus. .


Hm. Mit dieser Aussage hab ich so meine Zweifel.

Nach den AHB erstreckt sich die Haftoflichtversicherung nur dann auf das "Abhandenkommen von Sachen", wenn dies besonders vereinbart ist. Eine solche besondere Vereinbarung wird im Bereich der PHV gelegentlich getroffen, wenn es um Schlsselverlust geht. Fr andere Flle des Abhandenkommens kenne ich diese Deckungserweiterung nicht.
_________________
Gre, Mogli
********************
Diese Auskunft ist kostenlos, aber hoffentlich nicht umsonst.
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SeeD
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Anmeldungsdatum: 25.04.2005
Beitrge: 113

BeitragVerfasst am: 16.01.09, 00:10    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist eben der Punkt ber den ich nachdenke. Es handelt sich ja hier nicht um einen blichen Schaden a la sorry hab ich dir was kaputt gemacht. Und der Sturz ist ja nur eine Nebensache des letztendlichen Schadens.

Andersrum wie wrden sie bei einem solchen Fall vorgehen? Einfach eine Schadensmeldung einreichen und auf positives Ergeniss hoffen?

Mit freundlichem Gru

Michael S.
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Versicherungsmensch
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Anmeldungsdatum: 10.04.2007
Beitrge: 2919
Wohnort: Stadt mit Abtei an einem Fluss

BeitragVerfasst am: 16.01.09, 09:35    Titel: Antworten mit Zitat

Schaden wird es nicht, den Schaden einzureichen. Immerhin kommt dann die entsprechende offizielle Antwort.
_________________
Ich kann lnger nicht rauchen als ein Nichtraucher rauchen. Ich bin somit der mental Strkere. (Horst Evers)
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rediman
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Anmeldungsdatum: 20.12.2005
Beitrge: 181
Wohnort: Hessen

BeitragVerfasst am: 18.01.09, 16:13    Titel: Antworten mit Zitat

Mogli hat folgendes geschrieben::
Herzog, Jrg hat folgendes geschrieben::
Wenn A haftpflichtversichert ist, was wohl Grundlage des Falles sein drfte, leistet seine private Haftpflichtversicherung und gleicht den Schaden des Eigentmers der Tasche fr A aus. .


Hm. Mit dieser Aussage hab ich so meine Zweifel.

Nach den AHB erstreckt sich die Haftoflichtversicherung nur dann auf das "Abhandenkommen von Sachen", wenn dies besonders vereinbart ist. Eine solche besondere Vereinbarung wird im Bereich der PHV gelegentlich getroffen, wenn es um Schlsselverlust geht. Fr andere Flle des Abhandenkommens kenne ich diese Deckungserweiterung nicht.


unabhngig davon besteht aus meiner sicht haftung und ein anspruch aus 823 I
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Man mchte manchmal Kannibale sein, nicht um den oder jenen aufzufressen, sondern um ihn auszukotzen. Von: Johann Nestroy.
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