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"nicht bewertbar" trotz schriftlicher Leistung

 
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m.wenzel
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Anmeldungsdatum: 16.02.2009
Beitrge: 4

BeitragVerfasst am: 16.02.09, 02:57    Titel: "nicht bewertbar" trotz schriftlicher Leistung Antworten mit Zitat

Guten Tag,

whrend meiner schulischen Ausbildung wurde in meiner Schule (Niedersachsen) ein gngiges System eingefhrt, jedoch meiner Meinung nach falsch ausgelegt.

Es drehte sich um die Fehlzeiten, welche sich bei ber 25% als "nicht bewertbar" bemerkbar machte. Trotz erbrachter schriftlicher Leistungen kennzeichnete dieses die Gesamtnote in jenem Fach.

Im Allgemeinem Schulgesetz steht jedoch geschrieben, dass ein "nicht bewertbar" nur fr die sonstige Mitarbeit gilt, sofern schriftliche Leistung erbracht wurde.

Bei dieser Schule handelt es sich um eine private berufsbildende Schule und der Schulleiter meinte, dass diese aus diesem Grund abweichende Gesetze haben kann.

Ist so etwas zulssig oder wollte er der Schule auf rechtswidrige Weise eine hhere Durchfallquote verschaffen?

Ich freue mich ber Antworten, denn wie man sieht bereitet mir das ganze schlaflose Nchte.

Schne Gre,
M.Wenzel
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Anton Reiser
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Anmeldungsdatum: 15.11.2006
Beitrge: 359
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 16.02.09, 14:35    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo m.wenzel,

die Gesamtnote ergibt sich durch die Leistungen aus den beiden Beurteilungsbereichen "sonstige Mitarbeit" und den schriftlichen Leistungen.

Verordnung ber berufsbildende Schulen (BbS-VO)
Zitat:
26 Leistungsbewertung
(2) Bei der Festsetzung der Noten zum Ende eines Schuljahres sind die im gesamten Schuljahr erbrachten Leistungen unter Bercksichtigung der Leistungsentwicklung zugrunde zu legen.[...]

Da in diesem Fall die sonstige Mitarbeit wegen hoher Fehlzeiten als "nicht bewertbar" beurteilt wurde, kann auch keine Gesamtnote gebildet werden bzw. beide Beurteilungsbereiche werden "nicht bewertbar".

Eine grundstzlich andere Regelung vermag ich hier nicht zu erkennen, denn auch beispielsweise in der gymnasialen Oberstufe knnen Fehlzeiten zur Folge haben, dass versumte Stunden dazu fhren, dass ein Kurs "nicht bewertbar" und dementsprechend die Belegverpflichtung nicht erfllt wird.

Lediglich die 25%-Regelung findet sich nicht in den Ausbildungsordnungen fr die ffentlichen Schulen. Sie stellt m.E. allerdings fr die Schler an der Privatschule einen Vorteil dar: Mangels einer prozentualen Vorgabe kann ein Lehrer an einer ffentlichen Schule nach seinem Ermessen auch bei einer deutlich geringeren prozentualen Fehlzeitenquote zur Einschtzung "nicht bewertbar" gelangen.

Whrend ein Schler an einer ffentlichen Schule ggf. recht unvermittelt von einem entsprechenden Schreiben auf diesen Sachverhalt hingewiesen wird, besteht fr Sie sozusagen eine grere Planungssicherheit. Bei absehbarer lngerer Krankheit knnen Sie die Schule bitten, nachtrglich eine Leistung zu erbringen, die eine Beurteilung ermglichen. Dem wird sich Ihre Schule sicherlich nicht verschlieen. Problematisch wird es aber wohl, wenn dieser Krankheit bereits eine erhebliche Anzahl unentschuldigter Fehlzeiten vorangegangen waren.

Mit freundlichem Gru
Anton Reiser
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m.wenzel
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Anmeldungsdatum: 16.02.2009
Beitrge: 4

BeitragVerfasst am: 16.02.09, 15:44    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Herr Reiser,

zunchsteinmal bedanke ich mich fr ihre Antwort.

Jedoch bringt das ganze noch mehr Verwirrung in das Spiel. Ich mchte ihnen kurz erklren warum.

Im dritten Semester der Ausbildung hab ich in 5 Fchern das behandelte "nicht bewertbar" erhalten und sollte dieses wiederholen, nun war es aber so, dass ich minderjhrig war, die Schule ihrer Aufsichtspflicht nicht nach kam und meine Eltern erst am Ende des Semsters von meinen Fehlzeiten informierten wurden.

Als Entschuldigung kam ich trotz all dem ein Semester weiter. (Aber hierum soll es nicht gehen)

Im vierten Semester wurden die Noten fr das Abschlusszeugnis errechnet, dabei wurden die Noten aus dem dritten und vierten Semester addiert und der Durchschnitt errechnet.

Dabei wurde wie folgt gerechnet (konkreter Fall Mathematik):

drittes Semester = nicht bewertbar = 6
viertes Semester = 1

(6 + 1) : 2 = 3,5 entspricht der Gesamtnote 4

In diesem Fall wurde das "nicht bewertbar" durchaus als Note 6 behandelt.

Da nach ihrer Auslegung bei einem "nicht bewertbar" keine Gesamtnote gebildet werden knnte, wre dies hier auch nicht mglich gewesen und ich wr nicht zur Prfung zugelassen worden.

Nun war es aber so und daher liegt es fr mich nahe, dass die Note des dritten Semesters genauso htte errechnet werden mssen.

Tte man es so rechnen, wrde die Abschlussnote um 2 Noten abweichen:

(6 + 1) : 2 = 3,5 im dritten Semester
Die Note 1 im vierten Semester

(3,5 + 1) : 2 = 2,25 entspricht der Gesamtnote 2


Ich habe den Schulleiter bereits auf diese Sache angesprochen und er leugnet, dass ich im dritten Semester auch nur ein "nicht bewertbar" erhalten habe. Ein Zeugnis wrde die Schule leider auch nicht finden, was ich schon sehr merkwrdig finde.

Er selbst erklrte, dass das "nicht bewertbar" nie fr den gesamten Bereich gerechnet wurde und das obwohl es zu meiner Zeit so verkndet wurde.

Wenn man nun beweisen wrde, dass das "nicht bewertbar" bei der Gesamtnote als 6 behandelt wurde, wr es dann nicht auch denkbar durchzubekommen, dass es auch im dritten Semester htte so gemacht werden mssen?


Schne Gre
M.Wenzel
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Anton Reiser
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 15.11.2006
Beitrge: 359
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 17.02.09, 02:02    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo m.wenzel,

um Ihre Verwirrung zu beheben, mssten Sie zunchst folgende Widersprche lsen bzw. erklren:

Sie schreiben einerseits:
Zitat:
Im dritten Semester der Ausbildung hab ich in 5 Fchern das behandelte "nicht bewertbar" erhalten [...]

Andererseits schreiben Sie:
Zitat:
Ich habe den Schulleiter bereits auf diese Sache angesprochen und er leugnet, dass ich im dritten Semester auch nur ein "nicht bewertbar" erhalten habe.

Irgendjemand muss Ihnen doch gesagt haben, dass die genannten Leistungen aufgrund Ihrer Fehlzeiten "nicht bewertbar" seien, oder haben Sie das lediglich aus den Informationen geschlossen, die der Schulleiter bei der Aufnahme in die Schule gegeben hat?

Wie auch immer, offenbar geht es u.a. hierum:

Die o.g. Verordnung schreibt:
Zitat:
11 Vorzensuren

(1) Die in der Abschlussklasse erbrachten Leistungen sind fr jedes Fach zu einer Vorzensur zusammenzufassen.[...] Knnen die Leistungen aus Grnden, die die Schlerin oder der Schler nicht zu vertreten hat, in einem Fach nicht beurteilt werden, so wird keine Vorzensur festgesetzt.

Aus Ihren Darlegungen schliee ich, dass Sie im 3. Semester auschlielich oder berwiegend unentschuldigt gefehlt haben, die Grnde also sehr wohl zu vertreten haben. Insofern sind die nichterbrachten Leistungen natrlich bewertbar und zwar mit ungengend. Mglicherweise meint das auch der Schulleiter. Auch wenn er merkwrdigerweise kein Zeugnis haben sollte (?), mssten Sie selbst doch zumindest eine Notenbersicht haben, auf der eine erteilte Note steht (oder eben nicht). Anderenfalls msste dann aber im Sinne der o.g. Verordnung die Leistungsbewertung als nichterteilte Vornote irgendwo schriftlich vermerkt sein. Im brigen mssten auch die Noten in den anderen vier Fchern ungengend sein.

Sofern Sie nun der Ansicht sind, dass die offenbar sehr guten Noten im schriftlichen Bereich bei der Notenbildung bercksichtigt werden mssten, ist das nicht zwingend. Einerseits sagt die o.g. Verordnung nichts ber eine genau hlftige Bercksichtigung dieser Noten (Ihre Rechnung legt das nahe), andererseits kann ein zu hufiges Fehlen bei der Gesamteinschtzung der Leistungen in Niedersachsen offenbar auch dazu fhren, dass schriftliche Leistungen sozusagen verfallen.

Letztendlich werden Sie nur Gewissheit haben, wenn Sie gegen die Note im erteilten Abschlusszeugnis innerhalb der Widerspruchsfrist Widerspruch erheben.

Mit freundlichem Gru
Anton Reiser
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m.wenzel
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Anmeldungsdatum: 16.02.2009
Beitrge: 4

BeitragVerfasst am: 17.02.09, 10:38    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Herr Reiser,

um den Widerspruch aufzulsen; im dritten Semester habe ich ein Zeugnis erhalten, auf dem das "nicht bewertbar" fr die 5 Fcher notiert wurde.

Die Fehlzeiten entstanden hauptschlich durch unentschuldigtes Fehlen.

Die Noten des Abschlusszeugnis wurden nach meiner Beispielrechnung errechnet.

Folgendes habe ich im Internet dazu gefunden, jedoch finde ich das in keinem Gesetz verankert;
Fehlt der Schler so hufig im Unterricht (ohne jedoch die schriftlichen Arbeiten zu versumen), dass fr den Teilbereich Mitarbeit im Unterricht" eine Leistungsbewertung nicht mglich ist, fhrt die Nichtbewertbarkeit dazu, diesen Teilbereich insgesamt mit ungengend zu bewerten.


Das ganze ist nun schon eine ganze Weile her, so das die Fristen sicherlich abgelaufen sind. Jedoch hat der Schulleiter selbst behauptet, dass ch bestimmt kein "nicht bewertbar" auf dem Zeugnis hatte, weil das dort nie so gehandhabt wurde und ich dies hchstens im Berich sonstige Mitarbeit erhalten habe.

Wenn ich diese Aussage schriftlich htte und das Zeugnis des dritten Semesters und Klausuren der betroffenen Fcher vorlegen knnte, wr doch bewiesen, dass sie mich anders behandelt haben.

Wrde dann noch die normale Frist gelten?

Schne Gre,
M.Wenzel
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