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sterbehilfe ja od. nein?
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pOtH
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Anmeldungsdatum: 07.03.2006
Beitrge: 3729
Wohnort: Ober-Ramstadt | Das Tor zum Odenwald

BeitragVerfasst am: 25.11.07, 21:55    Titel: sterbehilfe ja od. nein? Antworten mit Zitat

da ich selbst vor einigen jahren vor der "frage" stand will ich es mal zur diskusion stellen.

Zitat:
eine damals 52jhrige frau erleidet einen schlaganfall/hirnblutung, dies wird im krankenhaus nicht erkannt/behandelt u. sie wird als gesund entlassen. ca. 6 stunden nach der entlassung findet sie der damals 17jhrige sohn u. verstndigt den notarzt, sie wird wieder ins krankenhaus eingeliefert u. jetzt werden die symptome richtig erkannt jedoch ist das hirn schon so stark geschdigt das bereits nach wenigen untersuchungen klar ist das sie fr immer ein schwerstpflegefall ist u. den rest ihres lebens in einem pflegeheim verbringen wird.
in der uniklinik wird ihr der halbe schdelknochen entfernt um so den druck vom hirn zu nehmen u. ggf. doch noch einen "geringen" erfolg zu haben, dieser wird wochen spter wieder transplantiert jedoch entsteht eine entzndung so das ihr nur ein gelkissen eingesetzt wird. "der schdel" ist dadurch so derformiert das es fr den sohn fast unmglich ist sich das anzusehen.
der gerichtlich bestellte betreuer fragt eines tages wie die frau sich zum thema lebensverlngernde manahmen geuert htte, die familie (sohn, tochter u. mutter der patientin) bert sich u. uert das sie die betroffene dahingehend geuert htte solche manahmen wehement abgelehnt zu haben.
die frau liegt vom 17.06.2000 bis 27.10.2003 im koma, durch behandlungsfehler des arztes u. pfelgepersonals unter schmerzmittel stehendes atmendes stck fleisch, degradiert auf einige ordner u. bltter, nurnoch eine zimmernummer mit familiennamen


ich fr meinen teil denke mir nach solchen erlebnissen das sterbehilfe in D erlaubt sein sollte denn in D hat jeder das recht wrdevoll zu leben ABER nicht wrdevoll zu sterben,
man wird regelrecht zum leben gezwungen. ich denke das eine eingehende beratung u. pschyische untersuchung vorraussetzung sein sollte, so das nicht jeder x-beliebige person sich einfach so ein paar mittelchen besorgen kann.
es soll hier auch nicht um ein hospiz gehen wo der sterbende begleitet wird, auch nicht um patientenverfgungen denn was nicht gefunden wird kann nicht beachtet werden, ich rede tatschlich von aktiver/passiver sterbehilfe b.z.w behilfe zur selbstttung wleche in D leider in allen fllen strafbarbar ist, der wunsch des sterbenden wird in keinster weise gewrdigt.

wie ist eure meinung dazu, pro u. contra.
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Metzing
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Anmeldungsdatum: 29.01.2006
Beitrge: 8913
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 25.11.07, 22:05    Titel: Antworten mit Zitat

In "Recht und Politik" verschoben, da pat es besser.
Zitat:
der gerichtlich bestellte betreuer fragt eines tages wie die frau sich zum thema lebensverlngernde manahmen geuert htte, die familie (sohn, tochter u. mutter der patientin) bert sich u. uert das sie die betroffene dahingehend geuert htte solche manahmen wehement abgelehnt zu haben.

Wenn die Frau sich nicht entsprechend geuert hat, ist dies fr mich eindeutig (versuchter) Totschlag, wenn aufgrund dessen irgendwelche Manahmen unterlassen worden sein sollten.

Beste Gre

Metzing
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Anmeldungsdatum: 09.11.2007
Beitrge: 275

BeitragVerfasst am: 25.11.07, 22:21    Titel: Antworten mit Zitat

Gerade eine Diskussion (ARD) darber.

Meine eigene Meinung dazu:
Hart, aber wahr: Mchte nicht als NR.X gezwungener maen! verr....
So lange ich bei klarem Bewusstsein bin und 'es' mir unertrglich erscheint, unter bestimmten Umstnden dahin zu vegetieren, mchte ich das Recht auf einen wrdigen
'Abgang' haben, wenn 'es 'mir selbst nicht mehr mglich ist.

Eine Patientenverfgung ist leider oft nicht (mehr) mglich, da der/die Betroffende nicht mehr dazu in der Lage ist.


Von der rechtlich/medizinischen Seite bis dato mal ganz abgesehen.

Bin in begrndeten Fllen fr Sterbehilfe.

pro

Liebe Gre
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Adromir
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Anmeldungsdatum: 30.10.2005
Beitrge: 5610
Wohnort: Hannover

BeitragVerfasst am: 26.11.07, 04:38    Titel: Re: sterbehilfe ja od. nein? Antworten mit Zitat

pOtH hat folgendes geschrieben::

es soll hier auch nicht um ein hospiz gehen wo der sterbende begleitet wird, auch nicht um patientenverfgungen denn was nicht gefunden wird kann nicht beachtet werden


Ohne diese Teilaspekte dieses Themas, wird man mNn diese doch sehr vielseitige und diffizile Thematik nicht entsprechend gerecht werden knnen.

Ich versuche mich mal zu strukturieren..
Einerseits befrworte ich schon, da ein Mensch ein freies und selbstbestimmtes Recht auf sein Leben hat. Und damit verbunden auch das Recht hat, den Zeitpunkt seines Todes selbst zu whlen. Aber es muss eine freie Entscheidung sein. Und da ist der Knackpunkt: Wie frei ist die Entscheidung eines Menschen, wenn seine Motive durch Dinge wie starke Schmerzen, Angst seinen Angehrigen eine Last zu sein (und die Pflege das Erbe verschlingt) oder auch fehlende medizinische Lsungen.

Nun ist mMn. an der Frage der aktiven Sterbehilfe auch unumgnglich die Frage geknpft, welchen Weg wir in der Medizin auf dauer haben wollen. Provokant ausgedrckt: kostenintensie und wahrscheinlich lange dauernde Weiterentwicklung von Schmerz-, Palliativ- (und auch curativer) Medizin, oder die schnelle und billige Spritze.
Auch sollte man in seine berlegungen mit einbeziehen, da z.B. wiederholte Studien, in Lndern wo die aktive Sterbehilfe legalisiert wurde, gezeigt haben, da es einen nicht zu bersehenden Anteil an aktiver Sterbehilfe an nicht einwilligungsfhigen Menschen gegeben hat, oder eklatant gegen die gesetzlichen Bestimmungen verstoen wurde.
Ich komme fr mich dabei zum Schluss, da ich eine Gesetzeslage nicht wnsche, die die Ttung eines Menschen ohne seinen Willen und dier Mglichkeit der Straffreiheit der Handelnden ermglicht, nicht wnsche..

Was mich aber sehr stark bei diesem Thema geprgt hatte, war die Unterrichtsreihe in meiner Krankenpflegeausbildung zu diesem Thema. Damals haben wir uns (ohne irgendwelche vorrausgehenden Kommentare) den Film Tod auf Verlangen angeschaut. Nach dem Film waren wir eigentlich durch die Bank weg sehr positiv berascht auf welche gefhlvolle und wrdevolle Art und Weise eine aktive Sterbehilfe durchgefhrt werden kann. Wie Einfhlsam und verstndnisvoll der Arzt gegenber den ngsten des Mannes vor einem "panischen und qualvollen Erstickungstod" war und er gut verstehen knnte, da deswegen der Weg der aktiven Sterbehilfe gewhlt habe.
Wenn man dann aber wortlos zwei Zettel ausgeteilt bekommt, auf denen zum einen steht,
da ALS- Patienten in aller Regel durch die voranschreitende Lhmung der Atemmuskulatur nicht durch einen akuten Ersticksanfall sterben, sondern durch die Schleichende Anreicherung des Blutes mit CO2 langsam in einen Dmmerzustand gleiten und letztendlich friedlich entschlafen und der in den Niederlanden verwendete "Cocktail" zur Sterbehilfe aus einer Mischung eines Curarederivats und Sedativa besteht (dessen Wirkung eine Atemlhmung, also einen Erstickungstod bei "abgeschaltetem" Bewusstsein, ist, so wie es bei der Krankheit eigentlich selbst der Fall wre), dann gert man schon schwer ins Grbeln.

Nun zur passiven Sterbehilfe. Hier steht das Recht des Patienten auf Krperliche Unversehrtheit der Hilfspflicht der rzte und anderem medizinischem Personal gegenber. Auch sollte die Medizin in ihrem Selbstverstndnis weg von ihrer Allmachtsrolle gehen. Zwar ist es rein medizinisch mglich das biologische Leben eines Patienten durch entsprechende Eingriffe, Manahmen und Therapien ber eine lange Zeit zu verlngern. Aber der Tod ist nun mal ein Bestandteil unseres Menschseins und fr jeden Menschen ist nuneinmal irgendwann seine Zeit gekommen. Sei es nach einem langen und erfllten Leben, oder durch Schicksal, Bestimmung, Kismet oder Gottes Wille (oder wie man es nun nennen will) "vor seiner Zeit". Und ich denke hier hat der Patient als einziger das Recht zu entscheiden, wie sein "natrliches" Ende nun auszusehen hat. Dieses Dilemma lsst sich mMn. durch eine rechtsverbindliche, einheitliche und transparente Regelung zur Patientenverfgung lsen.
Wie vom TE angesprochen wurde, besteht hier zum einen das Problem der Auffindbarkeit. Wie soll ein Patient seine "Vollmacht" durchgesetzt bekommen, wenn sie dem zustndigen Arzt nicht vorliegt. Hier msste durch ein entsprechendes Dokumentationssystem sichergestellt werden, da der Arzt jederzeit und schnellstmglich Zugriff auf diese Information hat (wie das aussehen knnte, im Moment noch k.A.).

Auch mssen Patientenverfgungen eindeutig, unmiverstndlich und umfassend formuliert sein, und der Patient muss entsprechend aufgeklrt worden sein. Folgende Zwickmhle: Soll man den Menschen vor sich nun nicht reanimieren, da er dies in seiner Verfgung zwar kategorisch abgelehnt hat, aus der Annahme heraus jede Reanimation fhre zwangslufig zu Folgeschden, die ihn "zu einem atmenden stck Fleisch degradieren", oder sollte man doch handeln, da die Reanimation eine sehr hohe Chance auf Erfolg hat, bei der Patient ohne Einschrnkungen weiter leben kann. Wrde der Patient da nicht eher der Reanimation zustimmen, wenn er um seine Chancen wsste und noch einwilligen knnte?

Und als letztes Thema noch die indirekte Sterbehilfe. Die Lebensverkrzung die bei manchen Patienten durch die Schmerztherapie als Nebenwirkung billigend in Kauf genommen wird. Zum einen knnte man diese Fragestellung durch die Patientenverfgung entsprechend auflsen. Zudem kommt hier wieder eine sehr grundlegende Frage der medizinischen Ethik zu tragen: Wollen wir eine Lebensverlngerung um jeden Preis, oder wollen wir den Tod als unvermeidlichen Teil unserer Lebens akzeptieren und dem Menschen ein wrdiges Sterben ermglichen.
Ich persnlich halte mich da an ein Zitat von Cicely Saunders "Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu schenken, sondern den Tagen mehr leben".

Und noch ein Zitat dieser Frau mchte ich dem geneigten Leser mit auf den Weg geben:
You matter because you are you, and you matter to the last moment of your life (dt. Du zhlst, weil Du du bist. Und du wirst bis zum letzten Augenblick deines Lebens eine Bedeutung haben).
[Zitat von de.wikipedia.org]
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Dummerchen
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Anmeldungsdatum: 21.01.2005
Beitrge: 6447
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BeitragVerfasst am: 26.11.07, 08:15    Titel: Antworten mit Zitat

Habt ihr bei all diesen tollen Ausfuehrungen eigentlich schon einmal an die Aerzte gedacht, von denen ihr fordert, Menschen zu toeten?

Das Selbstverstaendnis der meisten Aerzte ist, Leben zu erhalten, oder - falls dies nicht moeglich ist - Leiden zu lindern. Zum Selbstverstaendnis gehoert nicht, Herrscher ueber Leben und Tod zu sein (so viel, lieber Adromir, zu deinem Vorwurf, die Medizin habe Allmachtsphantasien).

Ich fuer meinen Teil weigere mich, einen Menschen bewusst zu toeten.
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SpecialAgentCooper
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Anmeldungsdatum: 07.09.2006
Beitrge: 3296

BeitragVerfasst am: 26.11.07, 09:53    Titel: Antworten mit Zitat

Schwieriges Thema.
Wenn man sich nicht geuert hat, dann sollte das Recht auf Leben wohl Vorrang haben. Interessen der Angehrigen haben da regelmig zurckzutreten.
Ich bin ja der Meinung, das recht auf Leben umfasse auch das Recht auf Sterben, der EuGH ist da aber anderer Ansicht (vgl. Fall Vereinigtes Knigreich/ Pretty).
Spannend an dieser Thematik finde ich vor allem, dass die Wrde des Menschen ja kein Fixum ist, sondern je nach Lebensstadium in ihrem Gewicht variieren knnen muss.
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pOtH
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Anmeldungsdatum: 07.03.2006
Beitrge: 3729
Wohnort: Ober-Ramstadt | Das Tor zum Odenwald

BeitragVerfasst am: 26.11.07, 10:41    Titel: Antworten mit Zitat

um der geschichte aus meinem eingangspost mal ein wenig mehr hintergrund zu verpassen:.
die frau war gerademal 1 jahr von ihrem mann getrennt u. ist nach 29jahren ehe aufgeblht, hat mal an sich gedacht u. nicht immer nur an die familie.
zum. thema in der familie diskutiert sei gesagt das die frau den wunsch solange sie es noch konnte immer geuert hat, der familie ging es nur darum ob die mutter/tochter fr einen greifbar sein soll d.h. man sie besuchen will was fr die angehrigen "besser" ist od. ob man ihr endlich ihren frieden geben/gnnen will. sie hatte nie etwas schriftlich fixiert, deshalb konnte damals nicht ihrem wunsch entsprochen werden u. sie wurde zum dahin wegetieren gezwungen.
ich habe mir so oft gedanken gemacht ob es nicht besser gewesen wre sie "liegen" gelassen zu haben, ich will sogar fast behaupten das ich mir vorwrfe gemacht habe ABER wer konnte damals wissen das es keine chance mehr gibt. sie lag knapp 3 1/2 im koma, hat nichts mehr von ihrer umwelt wahrgenommen, das einzige was ihr blieb war der sog. "saug-nuckel reflex", sie konnte selbststndig atmen u. aus der reha (direkt nachder uniklinik) war sie schneller wieder raus als man den namen der klinik auch nur ausprechen konnte (bildlich gesprochen).
durch berlastung des pflegepersonals wurden fehler gemacht die eig. nicht htten passieren drfen u. wofr ich sie (pflegepersonal) zur schnecke gemacht habe bis mir in den sinn gekommen ist das mir das genau so gut htte passieren knnen.
als hilfelose person (typisch fr schwerstpflegebedrftige) ist man auf den/die bock/laune/zeit des pflegepersonals total ausgeliefert.

im grundgesetz heit es im ersten artikel:.
Zitat:
1) Die Wrde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schtzen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.
(2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveruerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.

aber schon im zweiten artikel wird einem das recht auf einen wrdevollen tot genommen u. das ganze "gesetz" ausgehebelt:.
Zitat:
(2) Jeder hat das Recht auf Leben und krperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.

Zitat:
216 Ttung auf Verlangen
(1) Ist jemand durch das ausdrckliche und ernstliche Verlangen des Getteten zur Ttung bestimmt worden, so ist auf Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fnf Jahren zu erkennen.
(2) Der Versuch ist strafbar.


ich "verlange" von keinem arzt das er jemand helfen muss, das wre ja schon ein wiederspruch zu dem von mir angesprochenen "beraten u. psyschiche untersuchung" wiedersprechen denn welcher arzt wrde "wertfrei" beraten/untersuchen wenn er es nicht "untersttzen" wrde. ich rede tatschlich von professioneller hilfe (vergleichbar mit den heutigen hospizen").
natrlich kann man sich heutzutage "einen baum aussuchen" aber was ist daran wrdevoll ggf. tagelang rum zu baumeln u. ggf. noch in irgendwelche peinlichkeiten zu geraten wo einen ggf. noch xx wild fremde personen "sehen" die den hintergrund dazu nicht wissen u. sich noch das maul zerreien.

was ist daran wrdevoll mit dem leben abgeschlossen zu haben ABER zum leben gezwungen zu werden nur weil man seinem leben selbst keinen "abbruch" mehr tun kann.


zum thema:.
Zitat:
Auch sollte man in seine berlegungen mit einbeziehen, da z.B. wiederholte Studien, in Lndern wo die aktive Sterbehilfe legalisiert wurde, gezeigt haben, da es einen nicht zu bersehenden Anteil an aktiver Sterbehilfe an nicht einwilligungsfhigen Menschen gegeben hat, oder eklatant gegen die gesetzlichen Bestimmungen verstoen wurde.

auch hier in D werden wahrscheinlich jeden tag xx personen gegen ihren willen (b.z.w knnen sie ihn ggf. nicht mehr uern) von sog. "todesengeln" gettet. ja hier rede ich von gettet denn hier hat nur der "todesengel" entschieden nicht aber der betroffene b.z.w wurde hier nicht beraten/untersucht ob dies der tatschliche wunsch des betroffenen ist.
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windalf
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Anmeldungsdatum: 27.01.2005
Beitrge: 7499
Wohnort: PC

BeitragVerfasst am: 26.11.07, 13:36    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:

Das Selbstverstaendnis der meisten Aerzte ist, Leben zu erhalten, oder - falls dies nicht moeglich ist - Leiden zu lindern. Zum Selbstverstaendnis gehoert nicht, Herrscher ueber Leben und Tod zu sein (so viel, lieber Adromir, zu deinem Vorwurf, die Medizin habe Allmachtsphantasien).

Wer Leben "erhlt" spielt damit automatisch auch in die Richtung Herrscher ueber Leben und Tod zu sein. Stnde es in der Macht des/der rzte(s) wrde die ja niemanden mehr Sterben lassen und damit automatisch zum Herrscher ber Leben und Tod werden... Den Vorwurf ber Allmachtsphantasien kann ich nicht nachvolliehen. Die existieren de facto...
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SpecialAgentCooper
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Anmeldungsdatum: 07.09.2006
Beitrge: 3296

BeitragVerfasst am: 26.11.07, 13:53    Titel: Antworten mit Zitat

Bitte den Allmachts-Ausflug beenden, da er mir latent emotionalisiert und nicht der Sachdiskussion frderlich zu sein scheint. Es gibt immer solche und solche. Das gilt schlielich auch fr Sterbehelfer.
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Adromir
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Anmeldungsdatum: 30.10.2005
Beitrge: 5610
Wohnort: Hannover

BeitragVerfasst am: 26.11.07, 13:56    Titel: Antworten mit Zitat

@Dummerchen: Ich glaube sie haben meinen Text nicht richtig gelesen. Ich lehne deutlich die aktive Sterbehilfe ab. Was ich befrworte ist die passive und indirekte Sterbehilfe, als zulassen des natrlichen Sterbevorgangs unter Wahrung eines wrdigen und schmerzefreien Sterbevorgangs und klarer gesetzlicher Richtlinien.
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Dummerchen
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Anmeldungsdatum: 21.01.2005
Beitrge: 6447
Wohnort: Prinz Philip seine Frau sein Insel

BeitragVerfasst am: 26.11.07, 18:44    Titel: Antworten mit Zitat

Adromir hat folgendes geschrieben::
@Dummerchen: Ich glaube sie haben meinen Text nicht richtig gelesen.


Doch Adromir, habe ich. Aber weder

Adromir hat folgendes geschrieben::
Ich komme fr mich dabei zum Schluss, da ich eine Gesetzeslage nicht wnsche, die die Ttung eines Menschen ohne seinen Willen und dier Mglichkeit der Straffreiheit der Handelnden ermglicht, nicht wnsche.


noch

Adromir hat folgendes geschrieben::
(wenn man lernt),
da ALS- Patienten in aller Regel ... durch die Schleichende Anreicherung des Blutes mit CO2 langsam in einen Dmmerzustand gleiten und letztendlich friedlich entschlafen und der in den Niederlanden verwendete "Cocktail" zur Sterbehilfe ...(dessen Wirkung eine Atemlhmung, also einen Erstickungstod bei "abgeschaltetem" Bewusstsein, ist, so wie es bei der Krankheit eigentlich selbst der Fall wre), dann gert man schon schwer ins Grbeln.


druecken eine klare Ablehnung der aktiven Sterbehilfe aus. Auch das aktive Toeten eines Menschen mit seiner Einwilligung ist aktive Sterbehilfe, von dir jedoch ueberhaupt nicht zur Sprache gebracht, und "Gruebeln" ist nicht ablehnen.

Also vielleicht das naechste Mal eine deutlichere Begrifflichkeit waehlen und wirklich ausdruecken, was du ausdruecken willst.

Dein Wunsch nach
Adromir hat folgendes geschrieben::
klarer gesetzlicher Richtlinien

wird sich allerdings nicht verwirklichen lassen. Wer soll denn klare Richtlinien mit hunderten wenn nicht tausenden denkbaren Konstellationen erstellen? Wer soll definieren, was ein natuerlicher Sterbevorgang ist? Wer soll festlegen, wann ein Leben an sein Ende kommt und nicht mehr verlaengert werden soll? Wer soll bestimmen, wann ein Leben nicht mehr wert ist, gelebt zu werden?
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Adromir
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Anmeldungsdatum: 30.10.2005
Beitrge: 5610
Wohnort: Hannover

BeitragVerfasst am: 27.11.07, 01:17    Titel: Antworten mit Zitat

@Dummerchen: Mal doof gesagt, ist es mein Problem wenn sie Aussagen innerhalb ihres Kontextes nicht verstehen, und die implizierten Aussagen nicht herausfiltern knnen?
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Anmeldungsdatum: 14.02.2005
Beitrge: 6312
Wohnort: Mein Krbchen.

BeitragVerfasst am: 27.11.07, 02:02    Titel: Antworten mit Zitat

Anders formuliert:

Man wird nach unserem bisherigen Rechtsverstndnis kaum einen Arzt zwingen knnen, aktive oder passive Sterbehilfe zu leisten. Vergleichbar ist dies rechtlich imho mit der Situation von Prosituierten - niemand kann zur Ausbung der Prostitution gezwungen werden (es ist kein zumutbarer Beruf), aber das bedeutet nicht, dass umgekehrt auch niemand diese Ttigkeit freiwillig aufgreifen darf.

Dito bei rzten: Diverse "Sterbehelfer" weltweit ben diese Ttigkeit aus den verschiendensten Grnden aus. Neben schndem Mammon gibt es sicher auch genug - so man den gelegentlichen Medienberichten glauben mag - die dies aus atruistischen Motiven machen um zu helfen.

Freiwillige werden sich also finden.

Das reduziert die rechtliche Seite auf zwei Hauptkomplexe:

1. Grundlagenfrage: Soll man "menschenwrdiges Sterben" neu definieren und als eigenstndiges Schutzgut i.S. unseres GG anerkennen?

--> Fr mich persnlich ist die moralische Antwort "Ja", die rechtliche behalte ich mir noch vor. Meine Meinung sttzt sich dabei auf die schlichte Frage: Will ich lieber wenn es einmal soweit ist jahrlang dahinsiechen oder ein schnelles Ende? Und ja, ich mchte dann nicht qualvoll "der Form halber" noch ein paar Jahre am Leben gehalten werden, whrend die Erinnerung meiner Lieben an mich als gesunden Menschen langsam verblasst. Und ich mchte nicht, dass Staat und Kirche meine Sterbeenscheidung als psychischen oder moralischen Fehltritt einstufen und damit sozial herabwrdigen.

2. Umsetzungsfrage: Wie soll man das Ganze regeln, damit kein Missbrauch eintritt?
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Few people are capable of expressing with equanimity opinions which differ from the prejudices of their social environment. Most people are even incapable of forming such opinions.
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Metzing
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Anmeldungsdatum: 29.01.2006
Beitrge: 8913
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 27.11.07, 03:57    Titel: Antworten mit Zitat

Boah, Ihr macht mich sooooo sauer. In meinem engeren Bekanntenkreis ist eine gute Freundin meiner Mutter an ALS gestorben, und ihr Tod war qualvoll und grausam, weil er in Raten kam, bis sie - von Atemnot geplagt im "Endstadium", in der Notaufnahme, weil sie "keine Scherereien machen" wollte und daher wartete, bis die anderen Patienten behandelt worden waren, - zum Glck - als sie aufgerufen wurde, "sanft entschlafen" war. Ihr vermischt hier in meinen Augen Sachen, die nicht zusammen gehren. Fr eine ernsthafte Diskussion zu dem Thema vermisse ich erst einmal eine klare Abgrenzung, unter welchen Umstnden "passive" Sterbehilfe (also Gerte abschalten) und "aktive" Sterbehilfe (geben wir ihm den Giftcocktail) Eurer Meinung nach "erlaubt" sein sollte. Weil jemand (wie Hemingway und viele andere) keine Lust mehr hat zu leben? Weil er unheilbar krank ist? Weil er fr die Gesellschaft nutzlos und den Erben/Pflegekrften eine Last ist? Wo ist der Zeitpunkt? Wie unterscheidet man objektiv aktive und passive Sterbehilfe? Die vorgebrachten Argumente sind nicht nur schwach, sie sind billig. Sehr bse

Die einzige berlegung (abgesehen von Dummerchens aus rztesicht), die ich hier akzeptieren kann, ist qc's, wobei auch die nicht zu Ende gedacht ist:
qc hat folgendes geschrieben::
Meine Meinung sttzt sich dabei auf die schlichte Frage: Will ich lieber wenn es einmal soweit ist jahrlang dahinsiechen oder ein schnelles Ende? Und ja, ich mchte dann nicht qualvoll "der Form halber" noch ein paar Jahre am Leben gehalten werden, whrend die Erinnerung meiner Lieben an mich als gesunden Menschen langsam verblasst. Und ich mchte nicht, dass Staat und Kirche meine Sterbeenscheidung als psychischen oder moralischen Fehltritt einstufen und damit sozial herabwrdigen.

Wer, lieber qc, stellt denn sicher, da es wirklich Deine freie Entscheidung ist? Es gibt ja schlielich kein DLG-Siegel dafr... Bse

Sorry, fr mich ein hochemotional besetztes Thema: mein Vater hat trotz Herzproblemen und Krebs bis zum Schlu - unter Qualen fr sich selbst und auch fr uns als seine Familie - durchgehalten und starb "relativ" berraschend, ein guter Freund meines Vaters hat, als ihm wegen Durchblutungsstrungen ein Bein amputiert werden sollte, den Freitod durch "Ausbluten" gewhrt - obschon er nicht im Ansatz das Leid erfahren hat, das mein Vater hatte... Ich versuche mich, da befangen, aus dem Thema herauszuhalten...

Beste Gre

Metzing
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Dummerchen
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Anmeldungsdatum: 21.01.2005
Beitrge: 6447
Wohnort: Prinz Philip seine Frau sein Insel

BeitragVerfasst am: 27.11.07, 08:30    Titel: Antworten mit Zitat

Metzing hat folgendes geschrieben::
Sorry, fr mich ein hochemotional besetztes Thema:


Das ist vermutlich auch das Hauptproblem bei jeder Diskussion ueber Sterben und Tod.

Wie wenig Leute bereit sind, sachlich darueber zu diskutieren, zeigen bereits die Reaktionen auf meinen einfachen Einwurf, ob schon mal jemand an die gedacht habe, die die Forderungen erfuellen sollen. Insbesondere Adromirs letzte Poebelei zeigt mir deutlich, dass auch fuer mich gilt:
Zitat:
Ich versuche mich, da befangen, aus dem Thema herauszuhalten...
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