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Entschdigung bei verpasstem Flug

 
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Jiminy
noch neu hier


Anmeldungsdatum: 28.04.2008
Beitrge: 3

BeitragVerfasst am: 28.04.08, 21:32    Titel: Entschdigung bei verpasstem Flug Antworten mit Zitat

Also, ich habe eine Freundin die heute von Kln nach Tel Aviv fliegen wollte, mit Zwischenstop in Mnchen. Allerdings waren die beiden Flge nicht zusammen gebucht. Der erste Flug hatte nun Versptung und sie verpasste ihren Flug nach Tel Aviv.

Inwiefern hat sie nun Anspruch darauf, das ihr ein neuer Flug gegeben wird und bei wem muss sie diesen Anspruch geltend machen? Die deutsche Airline sagt natrlich sie sei eben zu spt am Check-in gewesen und htte damit ihr Ticket verloren. Der Veranstalter (israelisch) will auch keine Umbuchung vornehmen. Und wie gilt denn fr eine israelische Gesellschaft, das seit 2005 geltende Gesetz zur Fluggastentschdigung.

Ich wrde mich sehr ber Hilfe freuen, denn nach momentaner Lage msste sie jetzt ein neues Ticket kaufen und alles andere wrde verfallen.
Was sie allerdings hat ist eine Besttigung von der ersten Airline, dass der Flug Versptung hatte, falls das hilft.
Also wie ist die Rechtslage, betreffend von dem Ersetzen von verpassten Anschlussflgen durch Versptung?

Danke
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svnmr
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 23.03.2005
Beitrge: 81

BeitragVerfasst am: 29.04.08, 13:02    Titel: Antworten mit Zitat

Schau mal hier:

http://www.anwaltseiten24.de/rechtsgebiete/reiserecht/news/news/anschlussflug-wegen-verspaetung-verpasst-airline-muss-zahlen.html

vielleicht kann das dir helfen.


gru Sven
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ATCler
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 14.09.2004
Beitrge: 333
Wohnort: Berg

BeitragVerfasst am: 29.04.08, 15:12    Titel: Verschoben ins "Reiserecht" Antworten mit Zitat

Hallo Jiminy,

Ihre Frage fllt ins Reiserecht!
Habe Sie zur weiteren Diskussion dorthin verschoben!
_________________
Gre,
Thomas

Man muss nicht alles wissen, aber zumindest wos steht!
Diesen Beitrag knnen Sie durch Klicken des grnen Kstchens ber meinem Anmeldedatum bewerten!
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svenvanhien
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 19.04.2007
Beitrge: 417

BeitragVerfasst am: 29.04.08, 15:31    Titel: Re: Entschdigung bei verpasstem Flug Antworten mit Zitat

Jiminy hat folgendes geschrieben::
Also, ich habe eine Freundin die heute von Kln nach Tel Aviv fliegen wollte,


Genau das ist der Punkt.
1. Ticket Airline A: Kln - Mnchen
2. Ticket Airline B: Mnchen - Tel Aviv

Airline A hat ihre Pflicht erfllt und Sie von Kln nach Mnchen befrdert. Sie war zwar zu spt, aber Versptungen in einem gewissen Rahmen fhren nicht zu Schadensersatzpflicht seitens Airline A.
--> keine Ausgleichszahlungen oder Schadensersatz seitens Airline A

Airline B hat auch ihre Pflicht erfllt. Sie sind eben zu spt am Check-In oder Gate in Mnchen eingetroffen. Damit erlischt ihr Befrderungsanspruch.
Sie knnten natrlich sich das Ticket von Airline B erstatten lassen, wenn das Ticket von den Tarifbedingungen her erstattbar war.
--> keine Ausgleichszahlungen oder Schadensersatz seitens Airline B

Der verlinkte Zeitungsartikel verweist auf einen Fall, wo der Reisende zwar 2 getrennte Tickets hatte, aber mit einer Airline auf beiden Sektoren fliegen wollte.
ber den Fall 2 Tickets und 2 Airlines wurde in dem Urteil nicht gesprochen.

Sie haben bestimmt, den Flug Kln - Mnchen bei einem Billigflieger gebucht. Das sind sie selbst schuld.
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Jiminy
noch neu hier


Anmeldungsdatum: 28.04.2008
Beitrge: 3

BeitragVerfasst am: 29.04.08, 17:05    Titel: Antworten mit Zitat

Also wenn man seinen Flug verpasst hat man aber doch Anspruch darauf mit einem spteren Flug weiterzureisen, oder?
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svenvanhien
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 19.04.2007
Beitrge: 417

BeitragVerfasst am: 29.04.08, 21:10    Titel: Antworten mit Zitat

Jiminy hat folgendes geschrieben::
Also wenn man seinen Flug verpasst hat man aber doch Anspruch darauf mit einem spteren Flug weiterzureisen, oder?

Nein!
Den genannten Anspruch gibt es eigentlich nur bei durchgehenden Tickets, d.h. alle Flge mssen auf einem Ticket sein, bzw. unter einer E-Ticketnummer gefhrt werden. Und der Anspruch weiterzureisen gibt dann auch nur dann, wenn es beim spteren Flug gengend freie Sitzpltze gibt.

Gerade die vielen Internetbuchungsmaschinen bieten gnstige Umsteigeverbindungen an, die dann aber auf zwei Tickets laufen - so etwas ist hoch gefhrlich.
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Jiminy
noch neu hier


Anmeldungsdatum: 28.04.2008
Beitrge: 3

BeitragVerfasst am: 29.04.08, 21:53    Titel: Antworten mit Zitat

Okay, vielen Dank. Entschuldigung fr die falsche Themenbereichszuordnung. Als abschlieendes Wort, ich denke, das man mal wieder sieht, dass die Internationale Gesetzgebung der Globalisierung noch hinterherhinkt.
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svenvanhien
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 19.04.2007
Beitrge: 417

BeitragVerfasst am: 30.04.08, 00:43    Titel: Antworten mit Zitat

Das Problem wird kein Gesetzgeber lsen mssen.

Es gilt Vertragsfreiheit. Wenn ein Reisender eine Flugreise auf zwei seperaten Tickets
unternimmt, muss er selbst das Risiko eines Anschlussverlustes tragen.

Grere Linien-Fluggesellschaften bieten aus diesem Grund sog. Umsteigeverbindungen an,
wo alle Flugsegmente auf einem Ticket gebucht werden. Das nennt sich "Online Connections".
Hier bucht die Airline i.d.R. den Reisenden bei Anschlussverlust kostenlos um (natrlich
nur wenn der Reisende den Anschlussverlust nicht selbst verschuldet hat).
Der Haken an diesen "Online Connections" ist, dass der Flugpreis fr die Umsteigeverbindung hher sein knnte.

Mit dem Einzug des Internets und der Billigflieger denken sich viele Reisende, ein Schnppchen
zu machen, wenn man gnstige Einzelflge kombiniert.

Bsp:
Manfred und Karla wollen von Dsseldorf nach Tampere in Finnland fliegen.

Karla bucht sich ein Ticket bei einer groen Linien-Fluggesellschaft.
Dsseldorf - Tampere kostet bei dieser groen Linien-Fluggesellschaft mit Umstieg in Stockholm um die EUR 400,- Hin- und Zurck. Alle Flugsegmente landen auf einem Ticket. Umsteigezeit in Stockholm betrgt 2 Stunden.

Manfred ist sehr schlau und hat wenig Geld.
Er versucht nun auf den Seiten einer irischen Billigfluggesellschaft
Flge zu kombinieren, um gnstig von Dsseldorf nach Tampere zu kommen.

1. Flug "Irischer Billigflieger": Dsseldorf (Dortmund Weeze) - London Stansted --> Preis EUR 110,- Hin- und Zurck
2. Flug gleicher "Irischer Billigflieger": London Stansted - Tampere --> Preis EUR 170,- Hin- und Zurck
Gesamtpreis: EUR 280,- Hin- und Zurck.
Umsteigezeit in London Stansted betrgt auch 2 Stunden.

Super, Manfred fliegt fr EUR 280,- nach Tampere und Karla fr EUR 400,-.
Da scheint Manfred aber ein Super-Schnppchen gemacht zu haben.

Nun kann die Reise losgehen.
Karla's Flieger Dsseldorf-Stockholm hat 2h Versptung, da ein technischer Defekt vorlag. Als Karla
in Stockholm ankommt, ist der Anschlussflieger nach Tampere weg.
Die groe Linien-Fluggesellschaft bucht Karla automatisch kostenlos auf den nchsten Flieger um.
Das Computersystem der Linien-Fluggesellschaft weiss ganz genau, dass Karla im verspteten Flieger aus Dsseldorf sitzt und den Flieger nach Tampere verpassen wird --> d.h. das Computersystem bucht sie schon um, noch bevor sie in Stockholm ist.
Freie Pltze in spteren Fliegern nach Tampere sind i.d.R. da, weil die groe Linien-Fluggesellschaft schon lange im voraus vorher Pltze freihlt, um Passagiere, die Anschlussverluste haben, aufzunehmen.

Manfred's Flieger Dsseldorf (Dortmund Weeze) - London Stansted hat 1,5h Versptung, da die Maschine auch einen technischen Defekt hatte.
Am Londoner Flughafen muss Manfred sich erneut fr den Weiterflug mit der irischen Billigfluggesellschaft nach Tampere einchecken.
Das Check-In wird ihm in London aber verweigert, da er zu spt ist.
Manfred verlangt eine kostenlose Umbuchung auf den kommenden Flug nach Tampere.
Der Check-In Agent sagt, dass der nchste Flug erst Morgen ginge, aber schon ausgebucht sei.
Freie Pltze gbe es erst in 2 Tagen. Manfred msse sich aber ein neues Ticket kaufen.
Dieses kostet wg. der kurzfristigen Buchung satte EUR 300,-. Die Zwangsbernachtungen in London msse Manfred selbst zahlen.
Manfred protestiert.
Manfred sagt, dass er nur deshalb versptet am Check-In in London eingetroffen ist, weil
der Flieger von der gleichen Airline in Dsseldorf einen technischen Defekt hatte.
Die Airline sei Schuld.
Der Check-In zeigt Manfred die AGBs, die er akzeptiert hat. In den AGBs steht, dass die irische Billigfluggesellschaft eine Point-to-Point Airline sei und keine Umsteigeverbindung anbietet. Im Buchungsvorgang wurde auf den Ausschluss von Umsteigeverbindungen deutlich hingewiesen.
Tja, nun muss Manfred sich ein neues Ticket fr EUR 300,- kaufen und 2 Tage im teuren London fr insg. EUR 300,- nchtigen.
Am Ende kostet Manfred die Reise statt EUR 280,- nun 880,- Minus 2 verlorene Tage.
Karla's Reise hat nur EUR 400,- gekostet.

Was lernen wir daraus.
Obwohl Karla ursprnglich mehr gezahlt hat, hat sie die Sicherheit ohne ein Mehrkostenrisiko an ihr Ziel zu kommen.
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mosaik
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 22.09.2004
Beitrge: 1055
Wohnort: Anif

BeitragVerfasst am: 30.04.08, 13:06    Titel: Antworten mit Zitat

@svenvanhien hat das beraus richtig und darstellend geschrieben! Applaus! Gefllt mir!

Trotzdem Sehr glcklich Manfred hat magere Chancen seine Mehrkosten zurck zu bekomme..., wenn er nur hartnckig bleibt. Denn er hat ja mit der verspteten Fluglinie einen Vertrag abgeschlossen gehabt: fliege am ... um ... nach ... mit Ankunft um ... - das ist ein Fixgeschft, das man nicht so ohne weiteres einseitig (von der Fluglinie her) ndern kann.

Die Flugllinie hat also nicht ihren Vertrag - der pnktlichen - Landung eingehalten und muss somit einen eintretenden, nachweisbaren Schaden von Manfred ersetzen. Dazu muss man aber nun alle Umstnde genau betrachten: welche Transportbedingungen waren denn vereinbart? Lag die Versptung im Einflussbereich der Fluglinie? usw.

a Streitarei [eine Streiterei] mit Restrisiko, dass es doch nicht so ist...

Meine bisherigen Erfahrungen: wer zwei getrennte Flugtickets gebucht hat und wegen Versptung der ersten Maschinen die zweite nicht mehr erreicht, bleibt meistens auf seinen Kosten sitzen.

Meint Peter
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svenvanhien
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 19.04.2007
Beitrge: 417

BeitragVerfasst am: 30.04.08, 13:33    Titel: Antworten mit Zitat

mosaik hat folgendes geschrieben::

Die Flugllinie hat also nicht ihren Vertrag - der pnktlichen - Landung eingehalten und muss somit einen eintretenden, nachweisbaren Schaden von Manfred ersetzen. Dazu muss man aber nun alle Umstnde genau betrachten: welche Transportbedingungen waren denn vereinbart? Lag die Versptung im Einflussbereich der Fluglinie? usw.


Also die Maschien Dsseldorf-London war 1,5h zu spt.
Diese Versptung ist zwar rgerlich, aber ich glaube nicht, dass Gerichte hier einen Schadensersatzanspruch sehen. 1,5h ist eben noch nicht so dramatisch.

Manfred hat 2h Umsteigezeit in London eingeplannt, das ist natrlich grob fahrlssig wenig, und Manfred (und nicht die Airline oder sonst ein Veranstalter) hat sich entschieden, die 2h Umsteigezeit anzunehmen.

Was ich mich immer frage... Online Connections (kostenlose Umbuchung bei Anschlussverlust) bieten fast alle groen Linien-Airlines an.
Die neuen Billigflieger bieten das eben nicht an.
Wer also ein Umsteigeverbindung bucht, sollte zumindest bei den groen Linien-Airlines buchen.
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