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Hundebiss und Ermittlung vom Ordnungsamt
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emrahx99
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 19.05.2005
Beitrge: 71

BeitragVerfasst am: 14.05.08, 18:23    Titel: Hundebiss und Ermittlung vom Ordnungsamt Antworten mit Zitat

Moinsen,

ich mchte folgenden fiktiven Fall schildern und wrde mich ber Antworten freuen:

Person A geht mit seinem Hund spazieren. Dabei beit sein Hund einen Postbeamten. Dieser wird leicht verletzt. Daraufhin wird versicherungstechnisch alles geregelt.

Kurze Zeit spter kommt Person A nach Hause und die Nachbarn machen darauf aufmerksam, dass das Brger- und Ordnungsamt bei mehreren Nachbarn war und ber den Hund abgefragt hat, weil Person A nicht anwesend war. Die Nachbarn wissen nun vom Vorfall bescheid (wie und was passiert ist).

Frage-1: Darf der Auendienstttige des Brger- und Ordnungsamtes die Nachbarn von Person A ber seinen Hund abfragen, wenn dieser beim ersten Mal zu Hause nicht einzutreffen ist?

Frage-2: Darf dabei auch zur Tat etwas gesagt werden (z.B. der Hund hat Postbeamten gebissen am xxx, der Postbeamte war leicht verletzt.... ,, so weiter und sofort....)?

ber eine Antwort wrde ich mich sehr freuen! Insbesondere dann, wenn etwas nicht erlaubt ist und genannt werden Smilie !!

Vielen Dank
emrahx99

PS: Ist vielleicht nicht das richtige Unterforum ?? Gehrt es eher zu Verfassungsrecht?
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Dipl.-Sozialarbeiter
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 09.12.2006
Beitrge: 11996

BeitragVerfasst am: 14.05.08, 21:31    Titel: Re: Hundebiss und Ermittlung vom Ordnungsamt Antworten mit Zitat

emrahx99 hat folgendes geschrieben::
...
PS: Ist vielleicht nicht das richtige Unterforum ?? Gehrt es eher zu Verfassungsrecht?

Hallo emrahx99,

habe dies mal ins "Strafrecht und Ordnungswidrigkeitenrecht" verschoben.

Liebe Gre

Klaus
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Nino63741
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 10.10.2007
Beitrge: 626
Wohnort: Bayern

BeitragVerfasst am: 14.05.08, 21:49    Titel: Antworten mit Zitat

Moin,

grundstzlich ist erstmal festzustellen, dass die Ordnungsmter auf Grund landesgesetzlicher Grundlage aktiv werden. Diese schaut von Bundesland zu Bundesland anders aus, ist aber in der Regel recht hnlich. Fr Bayern lsst sich sagen, dass hier ansssige Ordnungsmter auf Grund des BayLStVG ttig werden. Hier steht im im Art. 7 geschrieben, dass die O Manahmen zur Gefahrenabwehr und zur Beseitigung von Strungen treffen knnen.

Da Ihr Hund einen Postbeamten verletzt hat, wurde im Prinzip durch Sie eine Straftat, nmlich eine fahrlssige Krperverletzung durch Unterlassen begangen. Als Hundehalter/-fhrer haben Sie eine Garantenstellung, d. h., Sie mssen sicherstellen, dass Ihr Hund keinerlei "Bldsinn" anrichtet, wie z. B. arme Postboten zu beien. Nachdem keine Strafanzeige gegen Sie luft, haben Sie zum ersten schon mal "Glck gehabt".

Zu Ihrer Frage 1: Das Ordnungsamt muss berprfen, um welchen Hund es sich handelt (beispielsweise Kampfhund - hier gelten spezielle Vorschriften und Anforderungen) und ob es sich bei Ihrem Hund um ein evtl. "gefhrliches Biest" handelt. Sollte dies der Fall sein, so muss das OA weitere Manahmen treffen, wie z. B. Maulkorbpflicht feststellen oder anderes. Geht bis hin zur Einschlferung. Dabei werden selbstverstndlich auch Nachbarn ber ihre "Erfahrungen" mit Ihrem Hund befragt. Das gehrt mit zur Ermittlung der Gesamtumstnde und ist selbstverstndlich rechtmig.

Zu Ihrer Frage 2: Sicherlich kann man auch etwas "feinfhliger" vorgehen, allerdings muss das Ordnungsamt auch irgendetwas sagen, weshalb es sich bei den betreffenden Nachbarn ber Ihren Hund erkundigt. Eine Verletzung Ihrer Persnlichkeitsrechte sehe ich hier nicht.

MfG
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emrahx99
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 19.05.2005
Beitrge: 71

BeitragVerfasst am: 14.05.08, 21:59    Titel: Antworten mit Zitat

Danke fr die ausfhrliche Nino !!

PS: Es ist ein Familienhund (Goldenretrivier)

Sehr glcklich
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Dipl.-Sozialarbeiter
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 09.12.2006
Beitrge: 11996

BeitragVerfasst am: 14.05.08, 22:06    Titel: Antworten mit Zitat

emrahx99 hat folgendes geschrieben::
...
PS: Es ist ein Familienhund (Goldenretrivier) ...

Mit den Augen rollen Leider kommt die Beistatistik Golden Retriever zu einem anderen Ergebnis. Winken
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Nino63741
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 10.10.2007
Beitrge: 626
Wohnort: Bayern

BeitragVerfasst am: 14.05.08, 22:07    Titel: Antworten mit Zitat

Schner Hund, htte ich auch gerne, wenn der Vermieter mitspielen tte.

Aber leider ist selbst bei solchen Hunden auch mal ein "Bi" drin.

MfG

P.S.: Gerne. Und noch eins: Das OA muss einfach im Rahmen der ffentlichen Sicherheit ttig werden. Die meisten Hundebesitzer sagen brigens "der tut nichts, der will nur spielen". Dies ist leider auch bei einem Familienhund falsch, da ein Tier genauso wie ein Mensch in mancher Situation einfach unberechenbar ist...
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dbroni08
Account gesperrt


Anmeldungsdatum: 17.05.2008
Beitrge: 56

BeitragVerfasst am: 17.05.08, 10:17    Titel: Antworten mit Zitat

Einschlfern.... so weit kommt es noch weil ein Angestellter der Dt.Post in den Hintern gebissen wird, aber nicht in Deutschland, maximal in Bayern !!!
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Nino63741
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 10.10.2007
Beitrge: 626
Wohnort: Bayern

BeitragVerfasst am: 17.05.08, 10:23    Titel: Antworten mit Zitat

@dbroni08: Bevor man reierische Bemerkungen ber einen angeblich so "schlimmen bayerischen Sden" macht, sollte man sich mal ein wenig informieren!!! Z. B. hier knnen auch Sie sich gerne mal vom Gegenteil berzeugen. Je nach Fallgestaltung ist es nmlich in ganz Deutschland die bliche Vorgehensweise. Mit den Augen rollen

MfG
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Abrazo
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 30.05.2005
Beitrge: 5941
Wohnort: Kln

BeitragVerfasst am: 18.05.08, 23:32    Titel: Antworten mit Zitat

Nu mal halblang.

Hunde haben so gewisse Gewohnheiten, als da sind, Postboten zu beien.

Wenn der Hund ausschlielich Postboten nicht ausstehen kann, wird man ihn deswegen nicht als bissig klassifizieren. Deswegen ist es gar nicht mal schlecht, wenn das Ordnungsamt sich bei den Nachbarn erkundigt. Wenn die nmlich sagen, dass er ihnen gegenber ein netter, freundlicher Kerl ist, dann wird die Sache in der Regel keine blen Konsequenzen haben. Allerdings wird er natrlich in die Postbotenkartei aufgenommen, heit, Pakete kannste Dir dann ggf selber abholen.

brigens, Postboten werden - zumindest bei uns - dazu angehalten, frhzeitig Freundschaft mit den neu hinzu gekommenen Hunden in ihrem Zustellbereich zu schlieen. Der kluge Hundehalter lsst sich darauf auch umgehend ein; das Ergebnis ist dann nmlich, dass der Hund von vorn herein gar keine Aversion gegen Postboten entwickelt. So ist meiner von klein auf gut Freund mit unserem Postboten geworden.

Im brigen wird noch lange nicht jeder Hundebiss verfolgt. Kommt immer auf die Situation an, in der der Hund gebissen hat.
_________________
Gre,
Abrazo
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ChrisR
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 08.09.2005
Beitrge: 751
Wohnort: Marburg

BeitragVerfasst am: 18.05.08, 23:50    Titel: Antworten mit Zitat

Abrazo hat folgendes geschrieben::

Hunde haben so gewisse Gewohnheiten, als da sind, Postboten zu beien.

Leider haben viele Hundehalter ihre Tiere nicht unter Kontrolle. wie in diesem Fall Person A.
Wir haben selbst einen Hund (Kleiner Mnsterlnder), auch Familienhund, hrt aber aufs Wort, da es mir sehr wichtig ist, dass dieser, auch wenn er einen sehr guten Charakter hat, niemanden auch nur durch Errschrecken schaden kann.
Es kennt bestimmt jeder das Bild: Hund hngt hinter nem Jogger oder Fahrradfahrer und der legt sich am Besten noch lang.
Das darf einfach nicht passieren, und auch der Postbote darf kein rotes Tuch fr den Hund sein.
Wie Abrazo schon geschrieben hat, knnen natrlich auch die Postboten gegen weniger gut erzogene Hunde entgegenwirken (Bei uns hat fast jeder Postbote Leckerchen dabei).
Nur ist die "Gefahrenabwehr" an sich nicht die Aufgabe der Postboten, sondern des Halters.

naja, lange Rede kurzer Sinn: A sollte, auch wenn es jetzt nichts mit rechtlichen Dingen zu tun hat, dringend zur Hundeschule (heisst nur Hundeschule, schult meistens aber mehr den Hundehalter)
Womglich wre das eine sehr gute Mglichkeit fr A, da bei dem Hundefhrerschein auch alltgliche Dinge wie Konfronation mit anderen Hunden, Kindern, Fahrrder usw. gebt werden.
Und da wird dann auch schn erklrt was es wirklich mit den Angriffen auf Postboten zu tun hat, ist nicht immer Agression
http://vdh.de/angebote/hundefuehrerschein.php

LG

ChrisR
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Abrazo
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 30.05.2005
Beitrge: 5941
Wohnort: Kln

BeitragVerfasst am: 19.05.08, 00:03    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Es kennt bestimmt jeder das Bild: Hund hngt hinter nem Jogger oder Fahrradfahrer und der legt sich am Besten noch lang.

N, kenne ich nicht.
Ist bei den zahlreichen Hunden in unserer Gegend nicht blich.
_________________
Gre,
Abrazo
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ChrisR
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 08.09.2005
Beitrge: 751
Wohnort: Marburg

BeitragVerfasst am: 19.05.08, 00:07    Titel: Antworten mit Zitat

ich habe es schon hufiger gesehen.
Das spricht ja fr Ihre Gegend, da die Hunde in Ihrer Gegend wohl besser erzogen sind als woanders Winken
Aber ich hofee Sie verstehen worauf ich hinausmchte
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Nino63741
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 10.10.2007
Beitrge: 626
Wohnort: Bayern

BeitragVerfasst am: 19.05.08, 00:12    Titel: Antworten mit Zitat

Abrazo hat folgendes geschrieben::
Im brigen wird noch lange nicht jeder Hundebiss verfolgt. Kommt immer auf die Situation an, in der der Hund gebissen hat.


Das ist aber nur der Fall, weil nicht jeder Hundebiss zur Anzeige gebracht wird. Grundstzlich wird nmlich tatschlich in den meisten Fllen der 229 StGB i. V. m. 13 StGB tatbestandsmig, also erfllt, sein. Der Hundehalter hat nmlich -wie bereits oben schon erwhnt- eine Garantenstellung. Dass keine Strafanzeige bei der Polizei erfolgt hat dabei keinerlei Auswirkungen auf die weiteren Manahmen des Ordnungsamtes. Hier sind die strafverfolgenden (repressiven) Manahmen, die die Polizei einleitet, strikt von den gefahrenabwehrenden (prventiven) Manahmen des Ordnungsamtes zu trennen!
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Abrazo
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FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 30.05.2005
Beitrge: 5941
Wohnort: Kln

BeitragVerfasst am: 19.05.08, 00:16    Titel: Antworten mit Zitat

Die sind einfach nur von klein auf vernnftig sozialisiert.
Kennen Gott und die Welt, fahren Staenbahn, liegen in Straencafs herum, werden vor Supermrkten geparkt und wissen, dass Jogger, Fahrradfahrer und Rollstuhlfahrer zum normalen menschlichen Leben gehren - laufen ja auch selber neben dem Fahrrad oder dem Jogger mit.
_________________
Gre,
Abrazo
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Nino63741
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 10.10.2007
Beitrge: 626
Wohnort: Bayern

BeitragVerfasst am: 19.05.08, 00:37    Titel: Antworten mit Zitat

Ich wiederhole gerne nochmal meinen Satz von weiter oben, nmlich
Nino63741 hat folgendes geschrieben::
Dies ist leider auch bei einem Familienhund falsch, da ein Tier genauso wie ein Mensch in mancher Situation einfach unberechenbar ist...


Dies darf man bei aller Liebe zum Hund und bei aller guter Erfahrungen, die man mit ihm gemacht hat, nie vergessen. Genauso wie ein Mensch mal unverhofft "austickt", kann dies auch bei einem "braven Familienhund" mal geschehen, egal wie gut er sozialisiert ist. Ein Hund hat nunmal einen gewissen Jagdtrieb/-instinkt, den man trotz aller Zchtung und Schulung nicht gnzlich aus ihm herausbekommt. Ich liebe Hunde, aber trotz allem bin ich schon vorsichtig. Auch der Freund des Menschen kennt ab und an seine Grenzen nicht.

MfG
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