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Biber
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Anmeldungsdatum: 21.11.2005
Beitrge: 11363
Wohnort: This world is not my home - I'm only passing through!

BeitragVerfasst am: 15.07.08, 20:05    Titel: Antworten mit Zitat

Abrazo hat folgendes geschrieben::
Biber, ich kann mich ganz ehrlich nicht daran erinnern, in Kln jemals Bilder von knppelnden Polizisten gesehen zu haben
Ich meinte auch nicht die Klner Polizei speziell, sondern einzelne Polizisten bzw. Einheiten allgemein.
_________________
Das Denken ist zwar allen Menschen erlaubt, aber vielen bleibt es erspart.
Sapere Aude! (Kant)
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Abrazo
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Anmeldungsdatum: 30.05.2005
Beitrge: 5941
Wohnort: Kln

BeitragVerfasst am: 15.07.08, 20:37    Titel: Antworten mit Zitat

Natrlich kann es einzelne Einstze geben - sogar tglich - wo die Polizei Gewalt anwenden muss (ob dazu nun gerade der Knppel das geeignete Instrument ist, lassen wir mal auen vor; hier verlsst man sich auch gerne mal auf den Hundezahn - "Entweder Sie kommen 'raus, oder Herr Mller kommt rein!"). Wenn z.B. ein Kokainist gerade seinen Tobsuchtsanfall hat oder einer mit besoffenem Kopp randaliert, kriegste den nich anders aus dem Verkehr gezogen. Wei jeder, moniert auch keiner (na gut, nehmen wir mal den unbedarften Teil des Jungvolkes aus, der immer noch danach trachtet, die Machtergreifung Hitlers von 1933 zu verhindern). Von Bankberfllen mit Geiselnahme und hnlichen Schweinereien mal ganz abgesehen. Derlei Grundgesetzkonflikte lst Brger mit dem gesunden Menschenverstand.

Ich hab ja schon mal erwhnt, dass wir hier auch mal eine verlotterte Wache hatten - hatten, die ist lngst aufgelst - wo ein eher unangenehmer Zeitgenosse infolge der Behandlung verstarb. Doch auch das konnte das Grundvertrauen in die Polizei nicht sonderlich erschttern, denn - angezeigt hatten das die eigenen Kollegen. Und zwar zu Recht: das gab dann ein ordentliches Strafverfahren.

Man muss als Brger seiner Polizei vertrauen knnen. Das halte ich fr das A und O einer anstndigen Polizeiarbeit.
_________________
Gre,
Abrazo
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0Klaus
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Anmeldungsdatum: 30.12.2004
Beitrge: 2595

BeitragVerfasst am: 15.07.08, 21:06    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

zum Thema zurck:

Da eine Diskussion zur formaljuristischen Seite nicht unbedingt gewollt war:

Ich bin der Meinung, dass jeder seine Persnlichkeit so weit wie mglich frei entfalten knnen muss, solange er die Rechte anderer nicht verletzt.

Wenn also jemand in irgend einer Weise bei irgend einer Veranstaltung nackt herumrennt oder sexuelle Handlungen vornimmt, soll er das tun drfen.

Ob das unethisch ist ist egal. Ethik / Sitte hat im Rechtsleben nur etwas zu suchen, wenn eine Drittschdigung geprft werden soll. Beispiel: Diese Handlungen werden vor einer Kirche vorgenommen, um die Glubigen zu beleidigen oder vor einer Gaststtte, um die Leute abzuschrecken. Moral schrnkt die Handlungsfreiheit oft in einer Weise ein, die mit dem freien und selbstbestimmten Menschen nicht zu vereinbaren ist.

Ich finde es traurig, wenn der menschliche Krper als unethisch empfunden wird (siehe auch Nacktluferurteil. wo meines Erachtens nicht nachvollziehbar eine Geldbue verhngt wurde, weil jemand nackt Fahrrad gefahren ist).

Wenn sich jemand ekelt, muss das hingemommen werden, zumal es sich um eine unerhebliche Sichtbeeintrchtigung handelt (dh anders als bei Lrm beschrnkt sich die Strung auf einen bestimmten Ort braucht man ja nur nicht hinzuschauen).

Lediglich aus Grnden der Sicherheit und Ordnung sollen Einschrnkungen notwendig sein (Sondernutzung Gehweg / Bildung von Menschenansammlungen).

Menschenwrde: Die Menschenwrdebestimmung ist nicht so gemeint, dass sich jemand selbst erniedrigen darf, sondern so, dass der Staat eine Schutzpflicht dort hat, wo es notwendig ist (dh bei Zwang).

Man sollte einfach einmal testen, wie sich die Freigabe der Bestimmungen im StGB zu fftl. rgernis praktisch auswirken wrde
_________________
mfg
Klaus
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Abrazo
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Anmeldungsdatum: 30.05.2005
Beitrge: 5941
Wohnort: Kln

BeitragVerfasst am: 15.07.08, 21:39    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Ethik / Sitte hat im Rechtsleben nur etwas zu suchen, wenn eine Drittschdigung geprft werden soll.

Stimmt nicht.
(Auerdem hat Ethik nichts mit Sitte zu tun)
Ethik ist die Basis des Rechtes. Ohne Ethik brauchste kein Recht, da reicht das Naturrecht des Strkeren.
Zitat:
Ich finde es traurig, wenn der menschliche Krper als unethisch empfunden wird

Quatsch.
Der menschliche Krper wird nicht als unethisch empfunden. Als unethisch wird das Verwerfen der Menschenwrde empfunden, und das ist der Fall, wenn sich jemand als anderer Leute Sexualobjekt prsentiert und anbietet.

Mit der Nacktheit ist es schon schwieriger.

Tatsache ist, dass es - auer vielleicht im allerhintersten, unberhrten Dschungel, und auch da bin ich mir nicht sicher, denn auch Krperbemalung, Penisschfte usw. sind Kleidung - keine Kultur gibt, in der Menschen vollkommen nackt herum laufen. Sich zu bekleiden ist etwas zutiefst Menschliches, ebenso, wie es kein Viech gibt, das sich zum Kopulieren vor seinem Rudel zurck zieht (es sei denn, ein rangniederes Tier klaut dem Boss heimlich den Sexualpartner), das ist eine spezifische Eigenart des Menschen. Hier ist zu fragen, warum Mensch das tut, und die Antwort ist nicht, weil das so Sitte ist, weil dies nicht die Frage beantwortet, warum das denn jemals Sitte geworden ist.

Es entspricht dem Wesen des Menschen, seine innere Freiheit dadurch zu hten, dass er sich anderen gegenber nicht vollstndig entblttert, weder krperlich, noch psychisch. Der Mensch darf nur als Subjekt angesehen werden, weil er sein Subjektsein behauptet und verteidigt.

Menschen identifizieren sich aber in gewisser Weise mit ihresgleichen. Was darin begrndet ist, dass Menschsein nicht etwas Angeborenes ist, sondern etwas von der von anderen Menschen getragenen und vermittelten Kultur Erworbenes. Von daher wird er - die meisten wohl eher unbewusst, die wissen im Zweifel nicht, warum sie so wtend darauf reagieren - solchen Exhibiitionismus oder Darstellungen als Sexualobjekt als persnliche Beleidigung auffassen, nmlich als Beleidigung seines Menschseins. Damit hat er die Wahl zwischen zwei gleichermaen unannehmbaren Alternativen: entweder, er wird irgend wann so sauer, dass er gegen die Exhibitionisten usw. die Fuste ausfhrt, oder er wehrt die Beleidigung dadurch ab, dass er solche Leute nicht mehr als richtige, vollwertige Menschen betrachtet; ich bevorzuge bei dieser Alternative die Prgelei.

Angesichts dieser Alternativen hat der, der exhibitionistische Neigungen versprt (oder einfach nur an einer Profilneurose leidet) auf seinen praktisch demonstrierten Vorschlag zur nderung der Menschheit zu verzichten und sich was berzuziehen bzw. Ketten und Hundehalsbnder auf der Strae auszuziehen. Weil nachweisbar die Menschheit das nicht will und nicht wollen kann, und Meinungsfreiheit bedeutet ja nicht die Freiheit, anderen Leuten in der Lebenspraxis seinen Willen aufzuzwingen.
_________________
Gre,
Abrazo
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Redfox
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Anmeldungsdatum: 31.10.2005
Beitrge: 8443
Wohnort: Am Meer

BeitragVerfasst am: 16.07.08, 07:44    Titel: Antworten mit Zitat

Abrazo hat folgendes geschrieben::
Sich zu bekleiden ist etwas zutiefst Menschliches, ....


Soso. Woraus ergibt sich das?

Und warum hat Knigin Victoriaschon nackte Tischbeine als anstig empfunden und warum war sie so ganz anders angezogen als Kniginnen heute ( Geschockt Beine!)

Und warum hatten DDR-Brger offenbar den Wunsch, sich zumindest an den Strnden nackt auszuziehen? Mangel an Badebekleidung im Sozialismus oder Niedergang der Ethik in diesem System?

Abrazo hat folgendes geschrieben::
ebenso, wie es kein Viech gibt, das sich zum Kopulieren vor seinem Rudel zurck zieht


Was u.U. daran liegt, das die jngeren Tiere des Rudels sonst auch gar nicht wissen, wie Fortpflanzung funktioniert --> www.pressetext.de/pte.mc?pte=040617035

Abrazo hat folgendes geschrieben::
das ist eine spezifische Eigenart des Menschen. .


Spezifische Eigenart oder spezifische Verklemmung? Bitte Behauptung belegen.

Abrazo hat folgendes geschrieben::
Es entspricht dem Wesen des Menschen, seine innere Freiheit dadurch zu hten, dass er sich anderen gegenber nicht vollstndig entblttert, weder krperlich, noch psychisch.


Bitte Behauptung belegen.

Abrazo hat folgendes geschrieben::
er wird irgend wann so sauer, dass er gegen die Exhibitionisten usw. die Fuste ausfhrt, oder er wehrt die Beleidigung dadurch ab, dass er solche Leute nicht mehr als richtige, vollwertige Menschen betrachtet; ich bevorzuge bei dieser Alternative die Prgelei.


Hier ist es nicht notwendig, von "Leuten" zu sprechen. Exhibitionistische Handlungen knnen nur Mnner begehen (weil es normal ist, da Frauen sich ausziehen?)

Abrazo hat folgendes geschrieben::
ich kann mich ganz ehrlich nicht daran erinnern, in Kln jemals Bilder von knppelnden Polizisten gesehen zu haben; vielleicht in den 68-ern, aber da war ich nicht hier.


Ich kann mich an so etwas auch nicht erinnern, aber ich war auch noch nie auf einer Demo in Kln.

Daher mu ich mich auf Berichte anderer beziehen, die richtig sein mgen oder auch nicht: "Mit einem massiven Aufgebot von 1.000 Polizisten wurde der Stadtteil Ehrenfeld in einem Belagerungszustand versetzt, um mit unseren Steuergeldern den Aufmarsch der rechtsextremen "ProKln" und ihren Nazi-Freunden mit aller Gewalt durchzusetzen. Dabei wurde Schlern und Brgern aus Ehrenfeld, die sich den Nazis friedlich in den Weg stellen wollten, mit Rumpanzern und Wasserwerfern gedroht. Es kam auch zum Einsatz von Knppeln und sogar zur Festnahme von ca. zehn "ProKln"-Gegnern. Menschen, die Zivilcourage gegen Intoleranz gezeigt haben, hat sich eine Armee von Polizisten in voller Kampfmontur in den Weg gestellt." --> www.slp.at/index.php/artikel+M5a8703084e2/ (Bezhieht sich auf eine Demo 2007).
_________________
Toleranz sollte eigentlich nur eine vorbergehende Gesinnung sein: Sie mu zur Anerkennung fhren. Dulden heit beleidigen. (Goethe, Maximen und Reflexionen).
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Zuletzt bearbeitet von Redfox am 16.07.08, 08:14, insgesamt 2-mal bearbeitet
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Redfox
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Anmeldungsdatum: 31.10.2005
Beitrge: 8443
Wohnort: Am Meer

BeitragVerfasst am: 16.07.08, 08:09    Titel: Antworten mit Zitat

Ivanhoe hat folgendes geschrieben::
Wenn dann andere Menschen meinen, sie knnten diese Demo nur verhindern indem sie OWis oder Straftaten begehen, dann mssen diese sich nicht wundern, wenn die Polizei durchgreift.


Nun, das mag so sein. Aber wenn ich Abrazo richtig verstanden habe, ist das jedenfalls in Kln nicht so.
_________________
Toleranz sollte eigentlich nur eine vorbergehende Gesinnung sein: Sie mu zur Anerkennung fhren. Dulden heit beleidigen. (Goethe, Maximen und Reflexionen).
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Abrazo
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Anmeldungsdatum: 30.05.2005
Beitrge: 5941
Wohnort: Kln

BeitragVerfasst am: 16.07.08, 19:15    Titel: Antworten mit Zitat

Die Demonstration vom 17.06.07 - ich nehme an, die ist gemeint - war von der rechtsradikalen Pro Kln organisiert; von ihrer Seite gab es lt. FAZ 150 bis 200 Demonstranten.

Hinzu kamen rechtsextremistische 'Autonome', die die 'gute' Gelegenheit ergriffen, ihrerseits einen unangemeldeten Protestzug 'gegen Muslime' durchzuziehen.

Demgegenber 600 Gegendemonstranten, u.a. Gewerkschafter, und Gewerkschafter sind bekannlich keine Straenkmpfer.

Dazu ein Haufen linksextremistischer 'Autonomer', die ebenfalls die gute Gelegenheit wahrnehmen wollten, sich zu prgeln.

Ob rechts oder links, diese uerst prgelfreudigen 'Autonomen' greift die Polizei aus jeder Demonstration heraus, ob diese 20.000 oder 500 Leute umfasst.

Auf jeden Fall waren die 1.000 anwesenden Polizisten der grte Block der 'Demonstrationsteilnehmer'.

Nun ist in Kln jede rechtsradikale Demonstration eine kritische Angelegenheit. Mehr als 200 Leute bringen die eh nie auf die Strae, dafr aber ein vielfaches an Gegendemonstranten. 600 war da schon extrem wenig, waren auch schon mal 10.000 oder 20.000. Und der Klner an sich ist kein Pazifist, wenn die losgelassen werden, dann kann das ohne weiteres Tote geben - unter den Rechtsradikalen. Und ich meine damit nicht die 'autonomen' Linksextremisten als potentiell gewaltbereite Tter, sondern die Masse der braven, serisen, wohlanstndigen Leute, die da qua Massendynamik ohne weiteres zu besinnungsloser Gewalt fhig sind, die wollen zwar nur verhauen, aber dabei wrde es nicht bleiben. Ich hab die Stimmung unter diesen braven Brgern selber einmal miterlebt und mir gedacht, au Backe, wehe, wenn sie losgelassen. Deswegen werden hier rechte Demonstration und Gegendemonstration rigoros getrennt - schickt man die Rechtsradikalen halt durch leere, friedliche Wohnstraen, und selbst da werden sie von den oberen Stockwerken und Dchern aus noch mit Gemse bedacht.

Das ist die eine Sache, die ist beherrschbar.

Wenn nun aber, getrennt davon - denn die regulren Gegendemonstranten wollen die nicht in ihren Reihen haben - an irgend einer Ecke sich auch noch ein Haufen linke Autonome sammelt, der ebenso wie die rechten Autonomen nach nichts anderem strebt als nach einer Straenschlacht, dann muss die Polizei da selbstverstndlich eingreifen, kann man ja nicht aufeinander los lassen, die beiden, allerdings hat das nach meinem Verstndnis - und nicht nur nach meinem - mit den Demonstrationen selbst nichts zu tun.

Zitat:
um mit unseren Steuergeldern den Aufmarsch der rechtsextremen "ProKln" und ihren Nazi-Freunden mit aller Gewalt durchzusetzen.

Wat heit hier, die Polizei wollte den Aufmarsch mit aller Gewalt durchsetzen? Das erste, was die stets versucht, ist dabei mitzuwirken, den mit aller - juristischer - Gewalt zu verhindern, aber wenn das nicht geht, dann haben die ihren Job zu tun, welcher da lautet, Schaden zu verhten. Wei auch jeder, und wenn das erwhnte Jungvolk dagegen tnt, nimmt man das nicht ernst.

Zitat:
Dabei wurde Schlern und Brgern aus Ehrenfeld, die sich den Nazis friedlich in den Weg stellen wollten, mit Rumpanzern und Wasserwerfern gedroht.

Nun ja, wat man so darstellt, muss nich so stimmen.

Zitat:
Es kam auch zum Einsatz von Knppeln und sogar zur Festnahme von ca. zehn "ProKln"-Gegnern.

Lt. FAZ wurden zustzlich auch noch knapp 100 Rechtsextremisten festgenommen Lachen

Zitat:
Menschen, die Zivilcourage gegen Intoleranz gezeigt haben, hat sich eine Armee von Polizisten in voller Kampfmontur in den Weg gestellt."

Bldsinn.

Zitat:
um mit unseren Steuergeldern den Aufmarsch der rechtsextremen "ProKln" und ihren Nazi-Freunden mit aller Gewalt durchzusetzen.

In dem Punkt allerdings besteht Konsens: im September plant Pro Kln mit wohl so ziemlich allem, was in Europa als Rechtsradikal Rang und Namen hat - Flaams Belang darf z.B. nich fehlen - einen 'Kongress' mit Demonstration, ausgerechnet in Kln. Die Gerichte sind lngst schon damit befasst, wie man das unterbinden knnte. Und ber die Kosten, die das verursacht, denn selbstverstndlich ist es nicht denkbar, dass da keine Gegendemonstration stattfindet, jammern alle. Aber - auch die paar Mnnekens im Rat, die gewhlt wurden, weil viele nicht wussten, was Pro Kln tatschlich ist (die haben sogar einen Bezirksvorsitzenden von der SPD reingelegt, der war total von den Socken) haben sich noch nie um die von ihnen verursachten Kosten geschert und regelmig alle Ratsmitglieder fr eine fnfmintige Sondersitzung aus diversen Urlaubsorten im Sommer einfliegen lassen - auf Kosten Steuergelder natrlich. Sowas nimmt Brger bel.
_________________
Gre,
Abrazo
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0Klaus
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Anmeldungsdatum: 30.12.2004
Beitrge: 2595

BeitragVerfasst am: 16.07.08, 21:24    Titel: Antworten mit Zitat

@ Abrazo

Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft.

Ich finde es daher unpassend, wenn Juristen meinen, sie mssten die Menschenwrde von Leuten schtzen, die sie gar nicht geschtzt haben wollen. Im brigen ist der subjektive Eindruck was Menschenwrde ist, nicht Mastab der Verfassung.

Die Menschenwrde soll den Einzelnen vor privaten oder staatlichen bergriffen schtzen. Der Mensch soll nicht zum Objekt gemacht werden. Die betonung liegt auf "gemacht werden". Wenn sich jemand freiwillig und jederzeit widerruflich erniedrigt, liegt keine Verletzung der MW vor, da er nicht Objekt der Handlung ist, sondern jederzeit aufhren kann. Eine solche Zwangserniedrigung mag vorliegen, wenn jemand hierfr Geld bekommt und darauf angewiesen ist um zB eine Operation zu bezahlen; nicht jedoch, wenn das jemand aus Spa tut.

Im brigen kann ich nicht nachvollziehen, dass jemand in seiner Eigenschaft als Mensch beeintrchtigt wird, wenn andere sich komisch auffhren.

Zitat:
Es entspricht dem Wesen des Menschen, seine innere Freiheit dadurch zu hten, dass er sich anderen gegenber nicht vollstndig entblttert, weder krperlich, noch psychisch. Der Mensch darf nur als Subjekt angesehen werden, weil er sein Subjektsein behauptet und verteidigt.


Das scheint wohl nicht so zu sein, siehe auch Love-Parade. Es wiederspricht auch dem Bild eines freien Menschen. Genauso knnte man argumentieren, dass ein Mensch normalerweise nicht homosexuell ist und auf 9x % der Bevlkerung verweisen, die das nicht sind.

Im Ergebnis kommt es nicht darauf an, ob ein Mensch so oder so ist und dies oder jenes tut, sonder darauf, ob davon eine unmittelbare drittschdigende Wirkung ausgeht. Eine Beleidigung mag im Einzelfall vorliegen, wenn die Handlung auf eine bestimmte Person/engruppe gerichtet ist.
_________________
mfg
Klaus
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Volker111
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Anmeldungsdatum: 15.05.2008
Beitrge: 553

BeitragVerfasst am: 16.07.08, 22:04    Titel: Antworten mit Zitat

Ich war schon immer dagegen, solche Veranstaltungen zu genehmigen. Jetzt habt ihr den Salat.
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Gru Volker
Wenn Sie mich verstanden haben, habe ich mich undeutlich ausgedrckt
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carn
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Anmeldungsdatum: 15.02.2006
Beitrge: 2872

BeitragVerfasst am: 17.07.08, 08:37    Titel: Antworten mit Zitat

Abrazo hat folgendes geschrieben::

Ob rechts oder links, diese uerst prgelfreudigen 'Autonomen' greift die Polizei aus jeder Demonstration heraus, ob diese 20.000 oder 500 Leute umfasst.



Ich darf daran errinern, dass es beim herausgreifen technische Grenzen geben koennte.
Man kann vielleicht 50 stoerer aus 1000 Demonstranten herausholen, aber 5000 Stoerer aus 100000 laeuft zwangslaeufig auf eine Strassenschlacht hinaus.
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Abrazo
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Anmeldungsdatum: 30.05.2005
Beitrge: 5941
Wohnort: Kln

BeitragVerfasst am: 17.07.08, 21:39    Titel: Antworten mit Zitat

Technische Grenzen gibts nur bei dmlichen Polizisten und schlechter Vorbereitung.
Demonstranten sind blicherweise nicht interessiert an Straenschlachten.
Du fragst mal wieder nicht zuerst danach, ob ein Hirngespinst berhaupt mglich ist. In einer riesigen Menschenmenge kann ein Haufen Autonomer sich berhaupt nicht entfalten, da fehlt ihm der Platz und die unmittelbare Konfrontation. Sind solche Autonomen kurz vor der Polizei, kann sie um Durchlass nachsuchen und sie rausholen. Sind sie mitten in der Menge, braucht sie sie nicht rauszuholen, weil sie da nichts tun knnen.
Eine dmliche Brgerkriegsarmee freilich kann durch wahlloses Knppeln problemlos aus 100 Autonomen 10.000 Leute machen, die gewillt sind, sich mit der Polizei anzulegen - aber nicht von sich aus, sondern weil sie damit gegen deren nicht zu rechtfertigende Brutalitt protestieren.
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Gre,
Abrazo
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carn
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Anmeldungsdatum: 15.02.2006
Beitrge: 2872

BeitragVerfasst am: 19.07.08, 06:26    Titel: Antworten mit Zitat

Abrazo hat folgendes geschrieben::
Technische Grenzen gibts nur bei dmlichen Polizisten und schlechter Vorbereitung.
Demonstranten sind blicherweise nicht interessiert an Straenschlachten.

Stoerer manchmal schon.
Die 50 koennen alleine keine Strassenschlacht machen, sie braeuchten die Unterstuetzung der restlichen 1000.
5000 hingegen koennen mit ihrer Zahl allein Strassenschlachten machen, sie brauchen die restlichen 100000 nicht.
Abrazo hat folgendes geschrieben::

Du fragst mal wieder nicht zuerst danach, ob ein Hirngespinst berhaupt mglich ist.

Und sie fragen sich ueberhaupt nicht, ob es nicht zwangslaeufig einen Unterschied zwischen dem Verhaften von 50 und von 5000 Leuten gibt.
Abrazo hat folgendes geschrieben::

In einer riesigen Menschenmenge kann ein Haufen Autonomer sich berhaupt nicht entfalten, da fehlt ihm der Platz und die unmittelbare Konfrontation. Sind solche Autonomen kurz vor der Polizei, kann sie um Durchlass nachsuchen und sie rausholen. Sind sie mitten in der Menge, braucht sie sie nicht rauszuholen, weil sie da nichts tun knnen.

Steine in Scheiben werfen ist nichts tun?
Autos anzuenden ebenfalls?
Abrazo hat folgendes geschrieben::

Eine dmliche Brgerkriegsarmee freilich kann durch wahlloses Knppeln problemlos aus 100 Autonomen 10.000 Leute machen, die gewillt sind, sich mit der Polizei anzulegen - aber nicht von sich aus, sondern weil sie damit gegen deren nicht zu rechtfertigende Brutalitt protestieren.

Und sie sehen kein Problem darin, dass man auf nicht zu rechtfertigende Gewalt mit nicht zu rechtfertigender Gewalt reagiert und die Lage dadurch verschlimmert?
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Abrazo
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Anmeldungsdatum: 30.05.2005
Beitrge: 5941
Wohnort: Kln

BeitragVerfasst am: 19.07.08, 09:30    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Und sie sehen kein Problem darin, dass man auf nicht zu rechtfertigende Gewalt mit nicht zu rechtfertigender Gewalt reagiert und die Lage dadurch verschlimmert?

In der Innenpolitik von Gesellschaften ist das so, seit mehreren tausend Jahren.
_________________
Gre,
Abrazo
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