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recht.de :: Thema anzeigen - Holzblockfall in Oldenburg, Mord, Totschlag, fahrlssige Tt
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Holzblockfall in Oldenburg, Mord, Totschlag, fahrlssige Tt
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cashmachine
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Anmeldungsdatum: 24.07.2008
Beitrge: 1

BeitragVerfasst am: 24.07.08, 01:01    Titel: Holzblockfall in Oldenburg, Mord, Totschlag, fahrlssige Tt Antworten mit Zitat

Moin
Bin juristischer Laie und htte eine Frage.
Es geht um den Fall des von einer Autobahnbrcke geworfenen Holzklotz in Oldenburg bei dem eine FRau zu Tode kam. Ich denke der Fall drfte bekannt sein.
Ich wrde gerne wissen wie die Experten den Fall sehen. Handelt es sich dabei um Mord, Totschlag oder fahrlssige Ttung? Mir ist klar, das die genauen Umstnde noch nicht geeklrt sind und eine Diskussion deshalb sehr spekulativ bleiben muss, aber vielleicht mchte ja trotzdem jemand antworten.
Wikipedia hat bei der Fragestellung meine Unsicherheit eher vergrssert.

Danke fr eure Antworten.

gruss
cashmachine

edit: ups, irgendwie ist das Posting im falschem Forum gelandet. Wre nett wenn ein Admin verschieben knnte
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Gammaflyer
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Anmeldungsdatum: 06.10.2004
Beitrge: 8793

BeitragVerfasst am: 24.07.08, 05:41    Titel: Antworten mit Zitat

Fahrlssige Ttung glaube ich nicht. Der Block ist ja nicht aus Versehen von der Brcke gefallen.
Dass jemand zu Schaden/Tode kommt wurde in meinen Augen billigend in Kauf genommen und das ist eine Form von Vorsatz.
Da die genauen Umstnde nicht bekannt sind, lsst sich nicht beurteilen, ob Mordmerkmale vorliegen, pldiere ich fr Totschlag.

(Soviel als Kurzfassung, ich hab heute Morgen nicht viel Zeit.)
_________________
Dass Laien am Rechtsverkehr teilnehmen ist zwar rgerlich aber eben unvermeidbar. spraadhans (cave: Ironie)
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0Klaus
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 30.12.2004
Beitrge: 2595

BeitragVerfasst am: 24.07.08, 20:51    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

ich denke, dass es heimtckisch ist, jemanden so umzubringen, da der Angriff berraschend war, und das Opfer sich nicht wehren konnte. Weiter knnte so ein Wurf ein gemeingefhrliches Mittel sein, da das Fahrzeug nicht mehr gesteuert werden kann und mglicherweise einen Massenunfall verursachen kann.
_________________
mfg
Klaus
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Brauerbauer
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 03.07.2005
Beitrge: 240

BeitragVerfasst am: 24.07.08, 22:49    Titel: Antworten mit Zitat

Ich glaube kaum, dass Jugendliche, die einen Holzklotz von einer Brcke werfen, hierbei mit Ttungsvorsatz handeln. Vielmehr glaube ich, die Folgen lagen auerhalb dessen, was sie fr mglich gehalten htten, daher fahrlssige Ttung.
Lsst sich allerdings nur schwer beurteilen.
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flokon
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 05.01.2007
Beitrge: 1569
Wohnort: Witten/Ruhr

BeitragVerfasst am: 24.07.08, 23:04    Titel: Antworten mit Zitat

Brauerbauer hat folgendes geschrieben::
Ich glaube kaum, dass Jugendliche, die einen Holzklotz von einer Brcke werfen, hierbei mit Ttungsvorsatz handeln. Vielmehr glaube ich, die Folgen lagen auerhalb dessen, was sie fr mglich gehalten htten, daher fahrlssige Ttung.
Lsst sich allerdings nur schwer beurteilen.


Im Oldenburgerfall ist der Tatverdchtige 30Jahre alt und drogenschtig.
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Zentraldenker
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 02.08.2006
Beitrge: 240

BeitragVerfasst am: 24.07.08, 23:15    Titel: Antworten mit Zitat

Ich denke, sptestens nach den bereits tdlich verlaufenden Steinewrfen der Vergangenheit kann sich niemand mehr damit herausreden, dass er nicht erwartet hat,
dass so ein schwerer Klotz (ob Stein oder Holz ist da ziemlich egal) sehr schnell tdliche Folgen haben kann.
_________________
Ich weiss, dass ich nichts weiss.
Damit weiss ich aber schon mehr, als diejenigen, die alles zu wissen glauben.
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Abrazo
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 30.05.2005
Beitrge: 5941
Wohnort: Kln

BeitragVerfasst am: 24.07.08, 23:16    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Brauerbauer,

das soll aber ein heroinabhngiger 30-jhriger naturalisierter Deutscher kasachischer Herkunft gewesen sein, der als Motiv Frust angab.

Es besteht die Mglichkeit, dass er vorstzlich gehandelt hat, da man hnliche Holzkltze in/bei seiner Behausung fand. Den Klotz hatte er also wahrscheinlich extra von dort auf die Brcke mitgebracht.

Soll, heit, er hat wohl ein Gestndnis abgelegt.

Das knnte dann m.E. als Mord aus niedrigen Beweggrnden angesehen werden, die Frage wre dann, inwieweit er zurechnungsfhig war.

Ein 30-jhriger Drogenabhngiger hat, da ein solcher sich im Regelfall seit mindestens 10 Jahren mit diversen Substanzen zuknallt (polytoxikoman) mit hoher Wahrscheinlichkeit Hirnschden davon getragen.

Allerdings bezweifle ich aus meiner Erfahrung mit solchen lteren Polytoxikomanen, dass sich diese auf grundlegende ethische Impulse auswirken. In den allermeisten Fllen steckt hinter der rotzigen Schale gewohnheitsmiger kleiner und mittlerer Kriminalitt ein im Kern blitzsauberer, nicht selten liebenswerter Mensch.

Ich lernte nur einen kennen, der vom blichen abwich - und der erschlug dann auch einen Kameraden im Schlaf mit der Eisenstange, weil der ihn beim Kartenspielen bers Ohr gehauen hatte.

Der war unbedingt zurechnungsfhig.
_________________
Gre,
Abrazo
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Brauerbauer
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 03.07.2005
Beitrge: 240

BeitragVerfasst am: 25.07.08, 00:10    Titel: Antworten mit Zitat

Tut mir leid, dummerweise ging ich von der Gruppe Jugendlicher als Tter aus, gegen die seinerzeit ermittelt wurde. Ich nehme also alles zurck und behaupte das Gegenteil.
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Abrazo
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 30.05.2005
Beitrge: 5941
Wohnort: Kln

BeitragVerfasst am: 25.07.08, 06:45    Titel: Antworten mit Zitat

Nichts desto trotz, der Richter ist nicht zu beneiden.
Er darf ber ein Leben richten, das schon lange zerstrt ist.
_________________
Gre,
Abrazo
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Roni
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 21.01.2005
Beitrge: 4287

BeitragVerfasst am: 25.07.08, 07:41    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Da die genauen Umstnde nicht bekannt sind, lsst sich nicht beurteilen, ob Mordmerkmale vorliegen, pldiere ich fr Totschlag.


diese Aussage von Gammaflyer triffts wohl am Besten.

Gru roni
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Abrazo
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 30.05.2005
Beitrge: 5941
Wohnort: Kln

BeitragVerfasst am: 25.07.08, 07:55    Titel: Antworten mit Zitat

Einspruch.
(Hab doch glatt ein Mordmerkmal vergessen)
Zitat:
oder mit gemeingefhrlichen Mitteln

Unbezweifelbar der Fall.
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Gre,
Abrazo
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Redfox
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 31.10.2005
Beitrge: 8443
Wohnort: Am Meer

BeitragVerfasst am: 25.07.08, 08:15    Titel: Antworten mit Zitat

Abrazo hat folgendes geschrieben::
Einspruch.
(Hab doch glatt ein Mordmerkmal vergessen)
Zitat:
oder mit gemeingefhrlichen Mitteln

Unbezweifelbar der Fall.


Wieso unbezweifelbar? Gibt es dafr auch eine Begrndung?

Gemeingefhrlich ist ein Mittel, wenn es eine Gefahr fr eine unbestimmte Anzahl anderer Personen mit sich bringt, RGSt 5, 557 und der Tter nicht mehr in der Lage, die Wirkungsweise zu beherrschen. Das kann vorliegen bei Ttung durch Brandstiftung, Herbeifhrung einer berschwmmung, siehe OGHSt 1, 86, BGH NJW 85, 1477 oder auch Steinwrfe von Brcken aus auf Kraftfahrzeuge bei starkem Autoverkehr (BGH VRS 63, 119).

Siehe dazu z.B. hier --> www.finanztip.de/tip/rechtslexikon/RL-443-7239.htm

Oder auch hier --> www.jura-lotse.de/Jurskript/jurskript280.shtml

Wenn der Tter also nur ein bestimmtes Auto treffen wollte um dort Unheil anzurichten und keine Vielzahl von Personen betroffen war, scheidet ein gemeingefhrliches Mittel aus.
_________________
Toleranz sollte eigentlich nur eine vorbergehende Gesinnung sein: Sie mu zur Anerkennung fhren. Dulden heit beleidigen. (Goethe, Maximen und Reflexionen).
無爲 / 无为
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Abrazo
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 30.05.2005
Beitrge: 5941
Wohnort: Kln

BeitragVerfasst am: 25.07.08, 08:35    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Wenn der Tter also nur ein bestimmtes Auto treffen wollte um dort Unheil anzurichten und keine Vielzahl von Personen betroffen war, scheidet ein gemeingefhrliches Mittel aus.

Jo.
Aber wenn er sich tatschlich ein bestimmtes Auto mit bestimmten Leuten drin ausgesucht htte, dann wre das eben das Mordmerkmal Heimtcke gewesen; sowat muss man dann planen.
Auerdem stelle ich mir das technisch reichlich schwierig vor.
So'n Auto ist ja nicht gerade langsam, ebensowenig wie so ein geworfener Holzklotz. Es drfte schon eines gewissen berlegten Knnens bedrfen, Auto und Holzklotz planvoll im rechten Moment zusammen treffen zu lassen.
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Gre,
Abrazo
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thomas26
Gast





BeitragVerfasst am: 25.07.08, 09:01    Titel: Antworten mit Zitat

Redfox hat folgendes geschrieben::
Wenn der Tter also nur ein bestimmtes Auto treffen wollte um dort Unheil anzurichten und keine Vielzahl von Personen betroffen war, scheidet ein gemeingefhrliches Mittel aus.

Das ergibt sich aber nicht aus dem zitierten BGH Urteil!
Denn es scheint unerheblich, wieviele Leute nun tatschlich umgebracht/ verletzt werden wollten. Entscheident ist doch wohl, dass eine Gefahr fr eine unbestimmte Anzahl anderer Personen mit bestand. Da mir aber das Verkehrsaufkommen an dem besagten Abend auf besagter BAB unbekannt ist, kann (zumindest durch mich Winken ) nicht geklrt werden, ob das Mittel nun gemeingefhrlich war oder nicht.
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AlBundy
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 12.10.2007
Beitrge: 399

BeitragVerfasst am: 25.07.08, 09:05    Titel: Antworten mit Zitat

Knnte man hier dem Tter nicht noch eine besondere Grausamkeit unterstellen?

Noch ein Mordmotiv erfllt....
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