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AGG die xte
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Dipl.-Sozialarbeiter
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 09.12.2006
Beitrge: 11996

BeitragVerfasst am: 01.08.08, 07:24    Titel: Antworten mit Zitat

Redfox hat folgendes geschrieben::
...
Ich habe auch nicht die Einrichtungsformen verglichen, sondern auf die Rechtsprechung des LAG:
...

Der einzige fr mich erkennbar gravierende Unterschied scheint mir zu sein:

Zitat:
ab 21.30 Uhr ist nur noch eine Kraft pro Mdchen- bzw. Jungeninternat im Haus. Die Diensteinteilung wird so geregelt, dass ohne konkrete Anweisung des Schulleiters eine Kraft immer nur einen Nachtdienst macht und dann die drei weiteren Nachtdienste von den anderen Kolleginnen bernommen werden, also eine tgliche Abwechslung stattfindet und bei den Betreuern im Jungeninternat entsprechend verfahren wird.


Zitat:
Ebenso ist der Personalschlssel dort hher.

Hallo Redfox,

die Rechtssprechung des LAG hat die Besonderheit eines bestimmten Mdcheninternats bercksichtigt und - wie ich finde - dann die Abweichung von der Grundnorm des AGG aus "sachlichem Grund" zugelassen.

Hier wurde daher m.E. zu recht gegen den Klger (Dipl.-Sozialpdagogen) entschieden.

Nach diesem Urteil werden demnchst auch weiterhin Frauenhuser und Einrichtungen fr sexuell mibrauchte Mdchen mnnerfreie Zonen bleiben knnen.

In diesem Sinne noch einen schnen Tag.

Liebe Gre

Klaus
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Dipl.-Sozialarbeiter
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 09.12.2006
Beitrge: 11996

BeitragVerfasst am: 01.08.08, 08:03    Titel: Antworten mit Zitat

windalf hat folgendes geschrieben::
Zitat:

Zum Schlu eine persnliche Anmerkung: Ich finde es sehr schade, da du in der ganzen Diskussion nicht auf meine Argumentation eingegangen bist.

Das liegt daran, dass ich dir ja prinzipiell Recht gebe warum es gut ist, dass das Urteil nicht anders ausgefallen ist. Was soll ich mit dir ber irgendwas streiten bei dem ich prinzipiell keine anderere Meinung habe.

Umgekehrt bin ich aber der Meinung das Urteil htte per Definition anders ausfallen mssen eben weil es das AGG gibt

Hallo windalf,

als Threadersteller gebhrt dir mein letzter Beitrag in diesem Thread. Winken

Das AGG ist noch ein recht neues Gesetz. Und wie bei vielen neuen Gesetzen (z.b. SGB II - (Hartz IV)) bedarf das AGG noch einigen Auslegungshilfen. Dies machen bei uns in der Regel die Gerichte an dem jeweiligen Einzelfall.

Ich bin im brigen der Ansicht, da auch das ArbG Trier anders entschieden htte, wenn der Direktor des Gymnasiums seine uerungen schon im ersten Rechtszug gemacht htte. Wie aber der Begrndung des LAG zu entnehmen ist, war er an diesem Termin nicht zugegen.

LAG - Az: 2 Sa 51/08 hat folgendes geschrieben::
Diese Feststellungen beruhen auf der glaubhaften Bekundung des Zeugen Dr. A.. Die Kammer hatte keine Veranlassung an der Richtigkeit dieser Aussagen zu zweifeln. Die Beweisaufnahme war erforderlich gewesen, weil der Klger, der aus eigener Anschauung keine Kenntnisse ber den tatschlichen Ablauf im Mdchen- und Jungeninternat hatte, die Angaben des beklagten Landes zulssigerweise mit Nichtwissen bestreiten durfte.

Die Kammer war auch nicht gehindert, im Berufungsverfahren dem erstmals dort gestellten Beweisantrag auf Vernehmung des Zeugen Dr. A. nachzugehen. Hierbei kam es nicht darauf an, ob das Arbeitsgericht insofern eine Hinweispflicht verletzt hat. Das Arbeitsgericht hat Angriffs- und Verteidigungsmittel nicht im ersten Rechtszug zurckgewiesen, daher kommt ein Ausschluss gem 67 Abs. 1 ArbGG nicht in Betracht. Ob neue Angriffs- und Verteidigungsmittel entgegen einer formgerecht gesetzten Frist des Arbeitsgerichts erstinstanzlich nicht vorgebracht worden sind, kann ebenfalls offen bleiben, weil nach freier berzeugung des Landesarbeitsgericht die Zulassung die Erledigung des Rechtsstreits nicht verzgern wrde ( 67 Abs. 2 S. 1 ArbGG bzw. 67 Abs. 3 ArbGG). Durch die im Termin mgliche Beweisaufnahme war eine Feststellung des Sachverhaltes der Kammer mglich.

Eine Ungleichbehandlung ist nach 5 AGG i.V.m. 20 AGG im Einzellfall mglich und vom Gesetzgeber gewollt.

Dieser konkrete Fall zeigt vielmehr, da sich das AGG bewhrt hat und Mnner sich nicht in die Schutz-/Intimbereiche von Frauen einklagen knnen.

Liebe Gre

Klaus
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Oktavia
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 15.02.2008
Beitrge: 1236

BeitragVerfasst am: 02.08.08, 21:25    Titel: Antworten mit Zitat

Eigentlich hat Dipl. Sozialarbeiter Klaus schon alle essentiellen Argumente gebracht, als Frau mag ich jedoch auch noch ein wenig Senf dazugeben.

Ein Sozialarbeiter, der sich auf einen Erziherinnenjob in einem Mdcheninternat bewirbt ist entweder verzweifelt oder berechnend. Er musste sowieso felsenfest damit rechnen abgelehnt zu werden, da die Umstnde es garnicht mglich machen ihn zu beschftigen. Es wurde ja schon hufig versucht Arbeitgeber wegen nichtanstellung zu verklagen.

Als Schwerbehindertenvertretung weiss ich wieviele Mglichkeiten es gibt um Menschen selbst mit schweren Einschrnkungen erfolgreich in Betriebe zu integrieren. Ich wrde trotzdem nie versuchen die Einstellung eines Armamputierten als Dachdecker duchzusetzen. Mit einigen speziellen Hilfsmitteln knnte dieser Mensch jedoch sein Knnen in der Dipsosition unter Berweis stellen.

Zum Thema Frauen und Muskelkraft kann ich nur sagen, ihr seid Elke noch nicht begegnet! Und ich denke gegen einige der Gewichtheberinnen, Kugelstoerinnen und Boxerinnen will Ottonormalmann hier sicher nicht antreten. Frauen in Mnnerberufen (ich hab selbst einen "Mnnerjob" gelernt) knnen die Vielfalt von Fertigkeiten und Wissen erhhen. Da kommt es aber auf den Einzelfall an genau wie Mnner sind Frauen ja keine homogene Gruppe. Mein Problem war eher dass ich relativ klein bin wohingegen einige Kollegen das prima fanden da ich bequem zwischen die Werke der Maschine passte und sie sich quetschen mussten. Einige meiner Geschlechtsgenossinnen ruhen sich allerdings sehr zu meinem Leidwesen auf ihrem "Frau sein" aus. Wenn eine Hausmeisterin meint sie kann keine schweren Mlltonnen ziehen weil sie Frau ist, finde ich das arm, vor allem wenn sie gesundheitlich keine Probleme htte das zu tun.

brigens sollte jeder Gruppenleitende in der Ausbildung lernen, dass man sich vor Situationen hten muss in denen man lngere Zeit allein mit Gegengeschlechtlichen Kids ist, vor allem wenn Krperkontakt ntig ist.
Ein lterer (60 Jahre) und erfahrener Jugendleiter plauderte mal aus den Nhkstchen was da so alles passieren kann Geschockt
Als Sani auf einem Lager knickten die 13 Jhrigen reihenweise um und verletzten sich, um von dem damals mitte 20 jhrigen zum Sanizelt getragen zu werden. Oder die Mdels hatten Zecken an den intimsten Zonen oder so Schmerzen in der Brust. Wenn dann der Leiter eine weibliche Sani holte, waren die Mdels immer recht schnell wieder gesund.
Auch glaube ich, dass Mnner manchmal noch etwas naiv sind was weibliche Stimmungen whrend der Pubertt(oder auch spter) angeht, die mdels kennen sich ja selbst noch nicht so richtig. Also selbst wenn man einige organisattorische Dinge wie die Dusche in diesem Fall htte richten knnen, wre der Mann auf der Stelle nicht geeignet.
Ich finde das AGG relativ gut denn es bedeutet mehr Chancengleichheit fr Mnner, Frauen und Behinderte Menschen. Es knnte endlich zu einem gesellschaftlichen Umdenken fhren und Mnnern wie auch Frauen neue Perspektiven zu bieten.
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Dipl.-Sozialarbeiter
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 09.12.2006
Beitrge: 11996

BeitragVerfasst am: 02.08.08, 22:34    Titel: Antworten mit Zitat

Oktavia hat folgendes geschrieben::
...
brigens sollte jeder Gruppenleitende in der Ausbildung lernen, dass man sich vor Situationen hten muss in denen man lngere Zeit allein mit Gegengeschlechtlichen Kids ist, vor allem wenn Krperkontakt ntig ist.
Ein lterer (60 Jahre) und erfahrener Jugendleiter plauderte mal aus den Nhkstchen was da so alles passieren kann Geschockt
Als Sani auf einem Lager knickten die 13 Jhrigen reihenweise um und verletzten sich, um von dem damals mitte 20 jhrigen zum Sanizelt getragen zu werden. Oder die Mdels hatten Zecken an den intimsten Zonen oder so Schmerzen in der Brust. Wenn dann der Leiter eine weibliche Sani holte, waren die Mdels immer recht schnell wieder gesund.
Auch glaube ich, dass Mnner manchmal noch etwas naiv sind was weibliche Stimmungen whrend der Pubertt(oder auch spter) angeht, die mdels kennen sich ja selbst noch nicht so richtig. Also selbst wenn man einige organisattorische Dinge wie die Dusche in diesem Fall htte richten knnen, wre der Mann auf der Stelle nicht geeignet.
Ich finde das AGG relativ gut denn es bedeutet mehr Chancengleichheit fr Mnner, Frauen und Behinderte Menschen. Es knnte endlich zu einem gesellschaftlichen Umdenken fhren und Mnnern wie auch Frauen neue Perspektiven zu bieten.


Hallo Oktavia,

nun gehre ich mit 52 Jahren sicher schon zum alten Eisen. Lachen Aber ich komme halt auch aus der Jugendarbeit, war ehrenamtlich im Sanidienst und habe lange Zeit Jugendgruppenleiter ausgebildet. Daher kann ich Deine Ausfhrungen - mit einem breiten Grinsen, wenn ich in diesen Erinnerungen schwelge - nur besttigen.

Eins aber zur Ehrenrettung einiger Mnner: "Ein nicht unerheblicher Teil der Frauenrztinnen sind Mnner." Smilie

Es gibt durchaus Mnner, die das notwendige Problembewutsein haben und sehr einfhlsam auf Problemlagen von jungen Mdchen und Frauen eingehen knnen.

Nun kenne ich diesen Dipl.-Sozialpdagogen nicht. Wie dem Urteil zu entnehmen ist, hat er im Feb. 1997 sein Diplom erworben.

Das LAG in Az, 2 Sa 51/08 hat folgendes geschrieben::
Der Klger ist ausgebildeter Diplom-Sozialpdagoge. Laut Bescheinigung der Fachhochschule V-Stadt vom 26.02.1997 erwarb er im Studiengang Sozialwesen mit dem Studienschwerpunkt Sexualpdagogik einen Hochschulabschluss und ist seit dem berechtigt, die Berufsbezeichnung Diplom-Sozialarbeiter/ Sozialpdagoge (Fachhochschule) zu tragen.


Sein Studienschwerpunkt ist die Sexualpdagogik. Fr gute Sexualpdagogen gibt es m.W. wesentlich vielfltigere Beratungs- und Arbeitsfelder. Aber dies weiter zu vertiefen, fhrt an dieser Stelle zu weit. Winken

Mein Engagement in dem Schlagabtausch mit windalf galt einmal mehr dem AGG. Ich halte dieses Gesetz fr richtig und wichtig. Daher bin ich gegen die von windalf geforderte Abschaffung, und bin entgegen seiner Auffassung der Meinung, da das LAG dieses Gesetz nach Anhrung des Schulleiters richtig angewandt hat.

Und zu guter Letzt, war es mir wichtig aufzuzeigen, da die Arbeitnehmerrechte die eine Seite der Medaille ist, aber die Rechte der Zielgruppe (hier der Mdchen und jungen Frauen) eben die andere Seite.

Ich htte es sehr fatal gefunden, wenn sich Mnner auf Grund eines anderen Urteils in Frauenhuser oder Zufluchtssttten fr sexuell mibrauchte Mdchen htten einklagen knnen.

Der Intimbereich von Mdchen und Frauen darf m.E. nicht einer falsch verstandenen Gleichberechtigung der ArbeitnehmerInnen geopfert werden.

In diesem Sinne Dir ein schnes Wochenende

und danke fr dein Feedback. Winken

Liebe Gre

Klaus
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