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Was ist ein Vertrag?

 
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sebriko
Interessierter


Anmeldungsdatum: 30.04.2007
Beitrge: 11

BeitragVerfasst am: 25.06.08, 12:23    Titel: Was ist ein Vertrag? Antworten mit Zitat

Liebes Forum,

Was ist ein Vertrag? Diese Frage mchte ich anhand eines Beispiels mit euch einmal versuchen zu beantworten.

Weil ich im Moment an einer Magisterarbeit schreibe, wollte ich eine Lektorin beauftragen, diese Arbeit zu korrigieren. Leider sind unsere Email-Verhandlungen ber die organisatorische Abwicklung zu einem jhen Ende gelangt, als ich eine erboste Mail mit der Absage der Korrektur erhalten habe. Den kompletten Email-Verkehr habe ich hier einmal 1:1 wiedergeben. Nur die Namen und Orte habe ich verndert. Jetzt frage ich mich, ob die wtende Mail der Lektorin am Ende berechtigt ist - mit anderen Worten - ob hier ein verbindlicher Vertrag zustande kam.

Gru

Basti


1. Mail gesendet am 18.06.08 um 15:24:

Zitat:

Guten Tag,

wren Sie daran interessiert, eine Magisterarbeit zu korrigieren. Das msste zwischen dem 27. und 29.06 geschehen. Bei Interesse schreiben Sie mir doch zurck. Bitte geben Sie auch Ihr Honorar an.

Mit freundlichen Gren

Peter Meier


2. Mail gesendet am 18.06.2008 (keine Uhrzeit):

Zitat:

Sehr geehrter Herr Meier,

prinzipiell habe ich Interesse an der Korrektur Ihrer Magisterarbeit.
Da es sich beim angegebenen Zeitraum jedoch anteilig um ein Wochenende handelt, mssen Sie einen entsprecchenden Wochenendzuschlag einkalkulieren.

Meine Preise:
Fr reines Korrektorat (Orthografie, Interpunktion, Grammatik) berechne ich 2,25 Euro je Normseite (eine Normseite zhlt 1.600 Zeichen inkl. Leerzeichen).
Fr zustzliche berprfung von Ausdruck, Stil und Stringenz berechne ich 2,75 Euro je Normseite. Wochenendarbeit erfolgt mit einem Zuschlag von 50% ab Freitag 18 Uhr.

Herzlichen Dank fr Ihre Anfrage
Julia Schrder


3. Mail gesendet am 18.06.08 um 23:17:

Zitat:

Sehr geehrte Frau Schrder,

das geht schon klar. Ich Moment stelle ich mir nur die Frage, wie ich die korrigierte Arbeit abholen soll. Sie sind ja in Neustadt [Neustadt ist 37 km von der Universittsstadt entfernt aus der Herr Maier stammt], wie ich sehe.

Gru

Peter Meier


4. Mail gesendet am 19.06.2008 (keine Uhrzeit):

Zitat:

Sehr geehrter Herr Meier,

im Normalfall wird der gesamte Versand per E-Mail abgewickelt. Sie senden mir ihre Word-Datei, ich nehme die Korrekturen im "nderungen verfolgen"-Modus vor, sodass Sie jede einzelne Korrektur annehmen oder ablehnen knnen.

Freundliche Gre
Julia Schrder


5. Mail gesendet am 19.06.08 um 13:12:

Zitat:

Sehr geehrte Frau Schrder,

dann wird das wahrscheinlich nicht klappen, weil ich OpenOffice verwende, es sei denn, Sie haben auch OpenOffice?!
Gru
Peter Meier


6. Mail gesendet am 19.06.2008 (keine Uhrzeit):

Zitat:

Sehr geehrter Herr Meier,

ich habe meine eigene Magisterarbeit auf OpenOffice geschrieben - allerdings steht das Programm nach wie vor auf dem Stand von 2004. Sollte diese Version noch mit Ihrer kompatibel sein, knnte es klappen...

Gru
Julia Schrder


7. Mail gesendet am 19.06.08 um 14:45:

Zitat:

Sehr geehrte Frau Schrder,

also ich habe die Version 2.0. Die ist glaube ich, etwas neuer. Vielleicht laden Sie sich einfach diese Version herunter: http://de.openoffice.org/

Gru

Peter Meier


8. Mail gesendet am 24.06.2008 (Uhrzeit unbekannt):

Zitat:

Sehr geehrter Herr Meier,

ich habe in der Zwischenzeit die neueste Version von OpenOffice (2.4) installiert - der Bearbeitung wrde somit nichts mehr im Wege stehen. Sie knnten mir auch gerne schon vorab einen ersten Teil zur Korrektur schicken, es muss nicht die gesamte Arbeit im Zusammenhang sein.
In der Regel ist nach dem Lektorat auch durch den Autoren noch die eine oder andere nderung vorzunehmen. Dafr sollten Sie ggf. etwas Zeit einplanen.

Freundliche Gre
Julia Schrder


9. Mail gesendet am 24.06.08 um 22:04:

Zitat:

Sehr geehrte Frau Schrder,

vielen Dank fr Ihre Mail. Ich habe ja gedacht, dass Sie sich nicht mehr melden wrden. Daher habe ich schon einen Bekannten von mir beauftragt, die Arbeit zu korrigieren. Evt. knnten Sie das Literaturverzeichnis meiner Arbeit noch einmal berprfen, weil ich mir hier noch ein bischen unsicher bin und mein Bekannter nicht allzuviel Ahnung vom Zitieren hat. Das Literaturverzeichnis umfasst 3 Seiten. Wenn Sie mchten, lassen Sie es mich doch wissen. (Aber innerhalb der nchsten 3 Tage Winken)

Freundliche Gre

Peter Meier


10. Mail gesendet am 25.06.2008:

Zitat:

Sehr geehrter Herr Meier,

in Anbetracht Ihrer Worte vom 18.6. "Sehr geehrte Frau Schrder, das geht schon klar." schien mir die Auftragslage eindeutig. In der Folge ging es m. E. um die Klrung der Einzelheiten, die bis Beginn der Bearbeitung abgeschlossen sein sollte - wenngleich ich Ihnen empfehlen mchte, in der Korrespondenz mit Geschftspartnern ein wenig Sorgfalt in der Wortwahl walten zu lassen: "Vielleicht laden Sie sich einfach diese Version herunter" gleicht mehr einer Forderung denn einer hflichen Anfrage. Nichtsdestominder wnsche ich Ihnen, dass die Qualitt der Korrektur Ihres Bekannten Ihren Vorstellungen entspricht. Ich selbst berufe mich auf "ganz oder gar nicht" und nehme Abstand von der berprfung Ihres Literaturverzeichnisses.

Freundliche Gre
Julia Schrder
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Old Piper
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 14.09.2004
Beitrge: 2538

BeitragVerfasst am: 25.06.08, 13:41    Titel: Antworten mit Zitat

Ich kann da an der letzten Mail nichts Wtendes entdecken.

Es ist hier offenbar ein Missverstndnis darber entstanden, ob der Auftrag nun erteilt und angenommen war oder nicht.
Zitat:
das geht schon klar
kann man zwar durchaus als Auftragserteilung ansehen, wurde aber durch
Zitat:
dann wird das wahrscheinlich nicht klappen,
zumindest relativiert wenn nicht gar zurckgenommen.
Eine Auftragsannahme unter den genderten Bedingungen (Open Office statt Word) kann ich vor dem 24.6. nicht finden, sodass ein Vertrag nicht zustande gekommen sein drfte. Kann man aber sicherlich auch anders auslegen.

Da Frau Schrder aber offenbar keine Ausfallentschdigung oder sonstiges gegen Herrn Meier geltend macht, kann das Herrn Meier eigentlich auch schnurz sein.
_________________
MfG
Old Piper
_____________________
Behrden- und Gerichtsentscheidungen sind zwar oft recht mig, aber meistens rechtmig.
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sebriko
Interessierter


Anmeldungsdatum: 30.04.2007
Beitrge: 11

BeitragVerfasst am: 25.06.08, 16:22    Titel: Antworten mit Zitat

Danke fr die Antwort.

Es ging mir auch nur um die ganz grundstzliche Frage, ab wann man von einem Vertrag sprechen kann.

Wenn man einen Vertrag an einer beiderseitigen "Willenserklrung" fest macht, dann wre es ja schon eine heikle Angelegeheit sich z.B. zum Kauf eines Computers im Geschft beraten zu lassen. Ich drfte dann z. B. nicht sagen "Guten Tag, ich mchte bei Ihnen gerne einen Computer kaufen, zeigen Sie mir doch mal, was Sie im Angebot haben!" Dann wre ich ja schon verpflichtet zu kaufen.

Basti
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TanteMller
Account gesperrt


Anmeldungsdatum: 28.12.2008
Beitrge: 31

BeitragVerfasst am: 28.12.08, 12:23    Titel: Antworten mit Zitat

in dubio pro reo

"geht schon klar" kann wohl nicht eindeutig als Vertragsabschluss gewertet werden, zumal den Vertrag betreffende "Abwicklungsmodalitten", nicht nur die Bezahlung als solche, lngst nicht geklrt worden sind.
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TanteMller
Account gesperrt


Anmeldungsdatum: 28.12.2008
Beitrge: 31

BeitragVerfasst am: 28.12.08, 15:38    Titel: Antworten mit Zitat

Beitragsschreiber hat folgendes geschrieben::
TanteMller hat folgendes geschrieben::
in dubio pro reo

Im Zivilrecht gibt es keinen "reo". Der Grundsatz hat hier nichts verloren.


Wieso nicht ? Ihm wird ein angebl. vorh. Vertrag angedichtet.
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