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Kindergartenpflicht! Gab es schon mal?
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skayritera
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Anmeldungsdatum: 01.01.2005
Beitrge: 723
Wohnort: Irgendwo im Schwarzwald

BeitragVerfasst am: 04.08.08, 16:55    Titel: Kindergartenpflicht! Gab es schon mal? Antworten mit Zitat

Hi,


Vor einiger Zeit (glaub in Jahr 2006 oder 07) war in der politik die Diskusion das Kindergarten Pflicht werden soll.
Wir haben mal im Bus auf dem Weg zur Arbeit zuflligerweise ber das Thema Kindergartenpflicht diskutiert und einige die in den 60er und 70er geboren sind, berichten das in ihrer Zeit eine Kindergartenpflicht schon gegeben hat, also damals mussten die Eltern ihre Kinder von 3ten bis zum 6ten Lebensjahr in den Kindergarten bringen.

Gabt schon wirklich die Kindergartenpflicht?

Wenn ja wie wurde es geahndet? Auch mit Bugeld wie bei den Schulschwenzer?
_________________
Mfg Skayritera Winken
HINWEIS: Von mir gibs keine konkrete Rechtberatung, keine Garantie! Alles was ich hier sage sind Meinugsuerungen!
Forenregeln ist zu Beachten u. bewerten nicht vergessen!
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suwi
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 30.10.2007
Beitrge: 454

BeitragVerfasst am: 04.08.08, 17:18    Titel: Antworten mit Zitat

ich wei von keiner Kindergartenpflicht.

Fr die von dir anggebenen Geburtsjahrgnge wre ja noch zu unterscheiden, ob nun Ost oder West.
Zumindest fr Ost gilt/galt: es gab KEINE Kindergartenpflicht. Und da es diese Pflicht nicht gab, war auch nichts zu ahnden.
Es gab auch keine Ganztagsschulen, wohl aber bis Klasse 4 den Schulhort- der war auch absolut freiwillig.
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Cicero
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Anmeldungsdatum: 24.11.2005
Beitrge: 5793

BeitragVerfasst am: 04.08.08, 17:37    Titel: Antworten mit Zitat

Ich dachte, das Problem wre eher die flchendeckende Verfgbarkeit von Kindergartenpltzen?
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Roni
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Anmeldungsdatum: 21.01.2005
Beitrge: 4287

BeitragVerfasst am: 04.08.08, 18:11    Titel: Antworten mit Zitat

hallo

Kindergartenpflicht hat es in Westdeutschland noch nie gegeben.
Im Osten weis ich nicht.
Ich finde es sinnvoll wenn Kinder zumindest das lrtzte Jahr vor der Einschulung einen KIGA besuchen. Aber ob man das vom Gesetz her vorschreiben soll Frage
Wenn das Pflicht werden wrde, wer trgt denn dann dafr die Kosten. Bisher mussten Eltern einen Beitrag bezahlen wenn sie ihr Kind in den KIGA schicken wollten. Dann msste das wohl der Staat bernehmen Frage

Gru roni
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Dipl.-Sozialarbeiter
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 09.12.2006
Beitrge: 11996

BeitragVerfasst am: 04.08.08, 19:15    Titel: Re: Kindergartenpflicht! Gab es schon mal? Antworten mit Zitat

skayritera hat folgendes geschrieben::
...
Gabt schon wirklich die Kindergartenpflicht?

Wenn ja wie wurde es geahndet? Auch mit Bugeld wie bei den Schulschwenzer?

Hallo skayritera,

eine Kindergartenpflicht hat es nach 1945 in Westdeutschland nie gegeben; auch nicht unter dem damals gltigen Jugendwohlfahrtsgesetz (JWG). Dies wre im brigen nicht mit unserem Grundgesetz vereinbar.

Artikel 6 hat folgendes geschrieben::
...
(2) Pflege und Erziehung der Kinder sind das natrliche Recht der Eltern und die zuvrderst ihnen obliegende Pflicht. ber ihre Bettigung wacht die staatliche Gemeinschaft.
...

Schon in der Weimarer Verfassung gab es eine hnliche Bestimmung:

Artikel 120 Weimarer Verfassung hat folgendes geschrieben::
Die Erziehung des Nachwuchses zur leiblichen, seelischen und gesellschaftlichen Tchtigkeit ist oberste Pflicht und natrliches Recht der Eltern, ber deren Bettigung die staatliche Gemeinschaft wacht.

Die Erfahrung mit der "Erziehung im Nationalsozialismus" fhrte dazu, das "Erziehungsrecht der Eltern" vor der "Erziehungspflicht" gestellt wurde.


Liebe Gre

Klaus

PS: Ich verschieb mal den Thread in "Recht und Politik", da er hier besser aufgehoben ist. Winken
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Rena Hermann
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 23.12.2005
Beitrge: 2886

BeitragVerfasst am: 04.08.08, 23:39    Titel: Antworten mit Zitat

Kann ich besttigen, gehr ja zu diesen Kindergartenjahrgngen ... olle Schachtel, klar, ich wei. Lachen
Ich selbst kam damals erst mit vier in den Kindergarten, frher war zumindest bei uns im Ort auch eher unblich. Und weil ich immer so genrgelt hab (fand den Kindergarten ziemlich doof), oft auch nur vormittags, zumindest im ersten Jahr.*
Damals gab's auch ber das mitgebrachte hinaus noch kein Essen oder so im "Kindi". Wir gingen mittags zur Ftterung nach Hause und manche kamen danach wieder, manche nicht.
Soweit fr den wilden Westen. Wie's im wilden Osten damals war, wei ich nicht.

Mir persnlich wre eine Kindergarten"pflicht" damals glaub ziemlich auf den Zeiger gegangen und htte mich vielleicht sogar gebremst. Anderen hilft's vielleicht.
So ist das halt mit jeder von auen verordneten Pflicht, dem einen ntzt's, dem anderen ntzt's nichts oder schadet gar. Eigentlich sollte man das nicht giekannenmig machen sondern nach Bedarf. Nur die individuelle Umsetzung wrde wohl schwierig werden.

Gru
Rena

* Geschadet hat mir die nicht so frhe und nicht so intensive Kindergartenlaufbahn glaub nicht. Wre nach Test mit fnf schulreif gewesen. Mum und Dad hatten damals aber gemeint, dass das nun auch nicht sein muss. War ja bei der regulren Einschulung schon eine der Jngeren (-> Juni-Kind, 1. Juni war Stichtag damals) und dann nochmal 'n Jahr jnger als die Klassenkameraden? Hatten sie glaub auch recht. Ein Jahr mehr kindliche Freiheit. Smilie


Zuletzt bearbeitet von Rena Hermann am 04.08.08, 23:52, insgesamt 1-mal bearbeitet
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Dipl.-Sozialarbeiter
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 09.12.2006
Beitrge: 11996

BeitragVerfasst am: 04.08.08, 23:49    Titel: Antworten mit Zitat

Rena Hermann hat folgendes geschrieben::
Kann ich besttigen, gehr ja zu diesen Kindergartenjahrgngen ... olle Schachtel, klar, ich wei. Lachen
...

Na, Rena - du eine olle Schachtel? - Nie und nimmer. Lachen

Die Kindergartenpflicht gab es auch aus einem anderen Grund nicht. Damals hie "Elterliche Sorge" noch "Vterliche Gewalt". Mama bekam vom Papa Taschengeld. Wenn sie arbeiten wollte, brauchte sie die Zustimmung des Ehemannes. Ihr Platz war im Haus und am Herd. Dies war so in den '50er/'60er Jahre, in Deutschland (West). Winken
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Rena Hermann
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 23.12.2005
Beitrge: 2886

BeitragVerfasst am: 05.08.08, 00:07    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Klaus,
hehe, solange mir morgens beim Aufstehen noch nichts weh tut, ist alles noch im grnen Bereich, stimmt. Auf den Arm nehmen
Dipl.-Sozialarbeiter hat folgendes geschrieben::
[Damals hie "Elterliche Sorge" noch "Vterliche Gewalt". Mama bekam vom Papa Taschengeld. Wenn sie arbeiten wollte, brauchte sie die Zustimmung des Ehemannes. Ihr Platz war im Haus und am Herd. Dies war so in den '50er/'60er Jahre, in Deutschland (West). Winken

Ne du ... ich glaub da vertust du dich um so 20 bis 30 Jahre, oder? Meine Mutter htte meinem Vater jedenfalls was gehustet, wenn er ihr sowas wie Taschengeld zugeteilt htte. Winken
Htte mein Vater auch nie gemacht, nichtmal sowas wie ein zugewiesenes Haushaltsbudget gab es. Soweit ich wei, hatten immer beide Zugriff auf alle Konten und haben sich bei greren Ausgaben eben abgesprochen.
Oder war sowas damals eher die Ausnahme? Geschockt
Kann ich natrlich nicht beurteilen, msst ich mal bei meiner Mutter nachfragen.

Gre
Rena Smilie


Zuletzt bearbeitet von Rena Hermann am 05.08.08, 00:24, insgesamt 1-mal bearbeitet
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Dipl.-Sozialarbeiter
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Anmeldungsdatum: 09.12.2006
Beitrge: 11996

BeitragVerfasst am: 05.08.08, 00:23    Titel: Antworten mit Zitat

Rena Hermann hat folgendes geschrieben::
...
Oder war sowas damals eher die Ausnahme? Geschockt
Kann ich natrlich nicht beurteilen, msst ich mal bei meiner Mutter nachfragen.
...

Hallo Rena,

gib mir etwas Zeit. Ich krame dann mal in meinem Archiv und poste dir einige Quellen. Winken

Siehe als Einstieg: "Gleichberechtigung"

Liebe Gre

Klaus
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FM
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Anmeldungsdatum: 05.12.2004
Beitrge: 7320

BeitragVerfasst am: 05.08.08, 00:33    Titel: Antworten mit Zitat

Wre wohl verfassungswidrig, da Art. 7 Abs. 6 GG lautet: "Vorschulen bleiben aufgehoben." Und ein Pflichtkindergarten wre wohl eine Vorschule.

Aus der Formulierung "aufgehoben" kann man aber vermuten, da es vor Inkrafttreten des GG das mal gab.
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Rena Hermann
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 23.12.2005
Beitrge: 2886

BeitragVerfasst am: 05.08.08, 00:46    Titel: Antworten mit Zitat

@Klaus
Interessant. Smilie

Aber ich glaub, ich bin jetzt etwas abgeschweift, sorry. Zurck zur Kindergartenpflicht.

Dass es die - zumindest im Westen - damals nicht gab, ist glaub mittlerweile geklrt.
Vielleicht knnte man berlegen, ob sie Sinn macht?

Zwei Beispiele - eins aus praktischer, eins aus theoretischer Sicht.

1. Ich habe zwei Neffen. Gerade mal 14 Monate auseinander, Brder (also aus demselben Elternhaus) und mittlerweile fnf und sechs. Beide kamen mit jeweils drei in den Kindergarten. Einer ist dort aufgeblht, der andere war nur gestresst - jeweils mit entsprechenden Folgen. Dabei war der eine nicht weniger aufgeschlossen/schlau/reif wie der andere, nur eben vllig unterschiedliche Charaktere. Da wre eine Pflicht aber sowas von kontraproduktiv gewesen.

2. Elternhuser sind verschieden. Ohne jemand angreifen zu wollen ist es eben so, dass das eine Kind so 'nen Start ins Leben hat und ein anderes Kind 'nen anderen. Das beginnt bei Umgangsformen, geht ber die Sprache bis hin zu Angeboten von direkt oder indirekt frdernden Aktivitten jeder Art, die es bei den einen Familien mehr gibt, bei anderen weniger. Eine Pflicht knnte hier einen zumindest einigermaen gleichen Ausgangspunkt in der Bildung bewirken und wre demnach produktiv.

So ... wo finden wir nun die passende Giekanne (und gesetzliche Regelungen sind eben Giekannenprinzipien), die beide Flle bercksichtigt? Ich wei es leider nicht. Geschockt

Gru
Rena


Zuletzt bearbeitet von Rena Hermann am 05.08.08, 00:52, insgesamt 1-mal bearbeitet
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Dipl.-Sozialarbeiter
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 09.12.2006
Beitrge: 11996

BeitragVerfasst am: 05.08.08, 00:51    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo FM,

Art. 7 GG habe ich bisher weniger betrachtet, weil Schule nicht unbedingt meine Baustelle ist. Aber ich habe einen interessanten Hinweis gefunden:

K. Winter in: Erziehung im Grundgesetz hat folgendes geschrieben::
Vorschulen sind Sondereinrichtungen fr Grundschulunterricht (Schulklasse 1 bis 4) fr Kinder, die spter weiterfhrende Schulen besuchen wollen. Sie wurde bereits in der Weimarer Verfassung im Artikel 147, Abs. 3 verboten. Es ist nicht ersichtlich, was den Verfassungsgeber bewogen haben mag diesen Wortlaut nochmals im GG zu erwhnen. Frderklassen in der Grundschule sind jedoch zulssig [Maunz, S. 7 65 u. 65].

Ich mte dies noch gegen prfen, aber mein erster Eindruck ist, da mit der Vorschule nicht der Kindergarten gemeint ist. Winken

Artikel 147 Weimarer Verfassung hat folgendes geschrieben::
Private Schulen als Ersatz fr ffentliche Schulen bedrfen der Genehmigung des Staates und unterstehen den Landesgesetzen. Die Genehmigung ist zu erteilen, wenn die Privatschulen in ihren Lehrzielen und Einrichtungen sowie in der wissenschaftlichen Ausbildung ihrer Lehrkrfte nicht hinter den ffentlichen Schulen zurckstehen und eine Sonderung der Schler nach den Besitzverhltnissen der Eltern nicht gefrdert wird. Die Genehmigung ist zu versagen, wenn die wirtschaftliche und restliche Stellung der Lehrkrfte nicht gengend gesichert ist.

Private Volksschulen sind nur zuzulassen, wenn fr eine Minderheit von Erziehungsberechtigten, deren Wille nach Artikel 146 Abs. 2 zu bercksichtigen ist, eine ffentliche Volksschule ihres Bekenntnisses oder ihrer Weltanschauung in der Gemeinde nicht besteht oder die Unterrichtsverwaltung ein besonderes pdagogisches Interesse anerkennt.

Private Vorschulen sind aufzuheben.

Fr private Schulen, die nicht als Ersatz fr ffentliche Schulen dienen, verbleibt es bei dem geltenden Recht.


Liebe Gre

Klaus
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Dipl.-Sozialarbeiter
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 09.12.2006
Beitrge: 11996

BeitragVerfasst am: 05.08.08, 06:44    Titel: Re: Kindergartenpflicht! Gab es schon mal? Antworten mit Zitat

skayritera hat folgendes geschrieben::
...
Gabt schon wirklich die Kindergartenpflicht?

Wenn ja wie wurde es geahndet? Auch mit Bugeld wie bei den Schulschwenzer?

Hallo skayritera,

eine Kindergartenpflicht hat es in Deutschland (West) weder in der Weimarer Republik nach dem Rechsjugendwohlfahrtsgesetz (RJWG) von 1922, noch nach 1945 nach dem JWG (gltig bis 1990) gegeben. Eine Kindergartenpflicht htte zudem bedeutet, da fr alle Kindergartenkinder auch ein Kindergartenplatz zur Verfgung gestanden htte. Es wurden aber nie fr alle Kindergartenkinder ein Kindergartenplatz bereit gehalten.

Der Ausbau der Kindergartenpltze ist Lndersache. Bezglich der Versorgung mit Kindergartenpltzen wurde in keinem Bundesland die Quote von 100 % erreicht.

Rechtsanspruch Kindergartenplatz

Wie das nachfolgende Zitat zeigt, gibt es den Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz erst seit 1996.

www.bildungsserver.de hat folgendes geschrieben::
Seit 1996 gilt in Deutschland der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz (BVerfG im Urteil zum 218 StGB). Hintergrund der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes war, dass der Rechtsanspruch den Entschluss begnstigen sollte ungeborenes Leben auszutragen. Gesetzlich verankert wurde der Anspruch im Achten Sozialgesetzbuch - SGB VIII (Kinder- und Jugendhilfegesetz), 24.

Siehe auch 24 SGB VIII

Frage 2 und 3 hat sich damit erbrigt. Winken

Liebe Gre

Klaus

@ Rena: Auf deine Fragen gehe ich heute Abend ein. Winken
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Dipl.-Sozialarbeiter
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 09.12.2006
Beitrge: 11996

BeitragVerfasst am: 05.08.08, 21:57    Titel: Antworten mit Zitat

Rena Hermann hat folgendes geschrieben::
...
Vielleicht knnte man berlegen, ob sie Sinn macht?

Zwei Beispiele - eins aus praktischer, eins aus theoretischer Sicht.

1. Ich habe zwei Neffen. Gerade mal 14 Monate auseinander, Brder (also aus demselben Elternhaus) und mittlerweile fnf und sechs. Beide kamen mit jeweils drei in den Kindergarten. Einer ist dort aufgeblht, der andere war nur gestresst - jeweils mit entsprechenden Folgen. Dabei war der eine nicht weniger aufgeschlossen/schlau/reif wie der andere, nur eben vllig unterschiedliche Charaktere. Da wre eine Pflicht aber sowas von kontraproduktiv gewesen.

2. Elternhuser sind verschieden. Ohne jemand angreifen zu wollen ist es eben so, dass das eine Kind so 'nen Start ins Leben hat und ein anderes Kind 'nen anderen. Das beginnt bei Umgangsformen, geht ber die Sprache bis hin zu Angeboten von direkt oder indirekt frdernden Aktivitten jeder Art, die es bei den einen Familien mehr gibt, bei anderen weniger. Eine Pflicht knnte hier einen zumindest einigermaen gleichen Ausgangspunkt in der Bildung bewirken und wre demnach produktiv.

So ... wo finden wir nun die passende Giekanne (und gesetzliche Regelungen sind eben Giekannenprinzipien), die beide Flle bercksichtigt? Ich wei es leider nicht. Geschockt
...

Hallo Rena,

eine Kindergartenpflicht ist m.E. nicht sinnvoll. Eltern sollten selbst entscheiden knnen, ob sie ihre Kinder selbst erziehen mchten oder nicht. Allerdings sollte der Besuch eines Kindergarten empfohlen werden.

Vor Wahlen stellen sich die Parteien immer gerne als die "Kinder- und Familienfreundliche Partei" dar. Schaue ich mir aber den Zustand einiger Schulen und Kindergrten an, so hege ich aber ernsthafte Zweifel an den Willen der Parteien, wirklich etwas fr unsere Kinder und Jugendliche zu tun. Mich nervt das Politikergeschwafel ber "Kinder sind unsere Zukunft" und das weitere hohle Gelaber.

Es fehlen gengend Kinderbetreuungspltze. Mit dem Arbeitslosengeld II hat sich die Situation der Kinder und Jugendlichen verschrft (Kinderarmut), deren Eltern - (meist alleinerziehende Mtter) vom ALG II leben.

Ich bin aber auch strikt dagegen, weiteres Geld in die Familien zu pumpen, da es bei den wirklich bedrftigen Kinder meist nicht ankommt. Wenn Kinder und Jugendliche zur Suppenkche mssen, dann stimmt irgendetwas nicht in unserem Land. Der Zusammenhang zwischen Armut und Bildungsbenachteiligung ist in vielen Untersuchungen der Wohlfahrtsverbnde nachgewiesen.

Den grten Skandal sehe ich darin, da Kinder von Arbeitslosengeld - II - Empfnger nicht an der Ganztagsschule teilnehmen knnen, weil die Eltern das Essensgeld fr das Mittagessen in der Schule nicht aufbringen (knnen). Diese Kinder und Jugendliche bleiben von den Nachmittagsangeboten der Schule ausgeschlossen. Hier setzt sich der Teufelskreis von Armut und Bildungsbenachteiligung fort.

Was nutzen die schnsten Hochglanzbroschren ber die "heile Familie", wenn unsere Politiker mit der Agenda 2010 die Situation der Kinder von Hartz IV-Empfnger nachhaltig verschlechtert haben.

Die rot/grne Regierung und die groe Koalition haben m.E. ihre Glaubwrdigkeit verloren. Es gibt bildungsferne Eltern. Deren Kinder brauchen die Untersttzung in Kindergrten und Schulen. Ein Familiengeld kommt bei diesen Kindern in der Regel nicht an.

Liebe Gr

Klaus
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windalf
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FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 27.01.2005
Beitrge: 7499
Wohnort: PC

BeitragVerfasst am: 05.08.08, 22:50    Titel: Antworten mit Zitat

Einfach den Eltern das Kindergeld streichen wenn die die Kinder nicht in den Kindergarten geben. Eine Pflicht braucht man gar nicht einfhren, dass kappt auch mit finanziellen Anreizen
_________________
...fleiig wie zwei Weibrote
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