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En dr Weetschaft op dr Eck
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carn
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Anmeldungsdatum: 15.02.2006
Beitrge: 2872

BeitragVerfasst am: 13.08.08, 06:26    Titel: Antworten mit Zitat

Die Konsequenz der Gesetze in Bezug auf das Rauchen ist sowieso laecherlich, denn sobald irgendwo stark geraucht wird, darf dort kein Angesetellter mehr beschaeftigt werden - naemlich aus Strahlenschutzgruenden.

Im Tabak ist naemlich Polonium und noch anderes Zeug enthalten, ca. 50% der Lungenkrebsfaelle bei Rauchern sind nicht auf Tabak, Teer oder aehnliches zurueckzufuehren sondern auf die Radioaktivitaet. Ein starker Raucher holt sich eine Dosis von 8 mSv jaehrlich zusaetzlich(die Lungendosis betraegt sogar 100 mSv und das ist so gefaehrlich wie es klingt), der Durschnittsnichtraucher kommt auf 4 mSv.

http://www.goruma.de/Wissen/Naturwissenschaft/StrahlungenUmwelt/strahlenbelastung_rauchen.html

Und ein Angesetlleter in einer Bar, einem Raucherklub oder aehnlichen, der sehr viel passivrauchen ausgesetzt ist, koennte auch so hohe Dosen abbekommen. Solange Kellner also kein Beruf ist bei dem eine erhoehte Strahlenexposition zulaessig ist(dann darf man jaehrlich bis 20 mSv abbekommen, muss allerdings ueberwacht werden). darf 1 mSv nicht ueberschritten werden und dann darf in einer stark verrauchten Kneipe niemand beschaeftigt werden - Arbeiter in einem Atomkraftwerk bekommen z.b. im allgemeinen geringere Dosen als 1 mSv jaehrlich.
http://www.bfs.de/de/ion/beruf_schutz/grenzwerte.html

Oder um es einfach zu Verbildlichen, wenn man unsere schuetznde Erdatmosphaere verlaesst wird man erhoeter Strahlung ausgesetzt. Aus diese Grund haben einige Leute angemerkt, dass eine Reise zum Mars problematisch ist, weil man da so lange unterwegs ist und die erhoehte Belastung eigentlich nicht zumutbar(damit uebertreiben sie natuerlich). Wenn das ein Problem waere, dann waere die Loesung einfach - man laesst Raucher hinfliegen, deren Strahlenbelastung sinkt dadurch, sofern sie keine Zigaretten an Bord schmuggeln koennen.


Aber nachdem ich nie davon gehoert habe, dass mal Kneipen auf strahlenbelastung ueberprueft wurden, heisst dass vor allem, dass beim Thema Rauchen eigentlich niemand an der Durchsetzung von Gesetzen interessert ist, sondern es geht immer nur darum nach politischen Wuenschen das Recht fuer den aktuellen Fall zurecht zu biegen, solange man nur ein nettes Ergebnis hat.
Aus dem Grund ist eine Diskussion ueber die korrekte Umsetzung von Gesetzen beim Rauchen eigentlich sinnlos.

edit:
Das Beschaeftigungsverbot ist uebrigens, wie man bei Radioaktivietaet in D erwarten kann, ein striktes - da hilft kein Rumjammern wegen Existenz, Feiheit oder sonstigem Kram, jeder Betrieb, der seine Angesetellten aehnlich belastet, wuerde innerhalb von Tagen dicht gemacht bis er sich die entsprechenden Genehmigungen holt, einen Strahlenschutzbeauftragten einstellt und eine ueberwachung der Angestellten durchfuehrt.
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Ronny1958
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Anmeldungsdatum: 19.08.2005
Beitrge: 6981
Wohnort: "Kchenjunges" Lndle

BeitragVerfasst am: 13.08.08, 06:40    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
wat soll dat eijentlich?


Ich kenne die Bugeldvorschriften in NRW nicht , aber :

In Hessen gbe es fr jeden rauchenden Gast erstemal einen 200 - Bescheid, und fr den Wirt je Raucher mal locker 2000 , ob es jemals durchgesetzt wurde, kann ich nicht sagen.

Die Politik ist (und das ist einer der positiven Aspekte der BVerfGE) jetzt endlich gezwungen , Farbe zu bekennen.

Zitat:
seit dem Urteil des BVerfG ist das Rauchverbot m.E. tot.


Das wage ich zu bezweifeln , allein wegen der europarechtlichen Konsequenzen wird Deutschland zu einer wie auch immer gearteten Minimallsung gezwungen.

Zitat:
Der Wirt raucht, die Angestellte raucht, die Gste rauchen ...
wat soll dat eijentlich?


Nach einem knappen Jahrt der berwachung (mehr durften wir nicht, weil die Politik keine cojones hatte), kann ich berichten:

1. es gab eine ganze Reihe Wirte, die froh waren , dass ihnen jemand die Verantwortung fr ein Verbot abnahm, weil sie selbst sich nicht trauten, aber gerne die Kneipe zur Nichtraucherzone machen wollten,

2. in Speisegaststtten die grten Umsatzeinbuen, weil die Gste nach dem Essen gingen, statt noch ein Glas mit Zigarette zu genieen,

3. sehr viele Wirte und Gste die vernunftbegabt und emotionslos das Verbot akzeptierten, wer Panik machte waren in erster Linie die Medien und die tabaklobby, die immer wieder mal einen ntzlichen Idioten fand, der sich in den Medien (wie der Hesse sagt) ausmhrte,

4. sehr zahlreich auch kreative bauliche Lsungen die (Sinn und Zweck des Gesetzes im Hinterkopf) sowohl von den Rauchern als auch den Nichtrauchern und auch von den Vollzugsbehrden akzeptiert wurden.

All das lsst mich an dieser Aussage:

Zitat:
Aber Tatsache ist doch, dass etwas beschlossen wird - Rauchverbot - das die Mehrheit derjenigen, die es angeht - Kneipiers und Kneipengnger - nicht akzeptieren.


stark zweifeln, ich halte eine solche Aussage fr nicht haltbar, sie hrt sich eher nach Pfeifen im Walde durch die Tabaklobby an.

Selbst rauchende Wirte die ausserdem noch wirtschaftlich denken und rechnen konnten (auch die gibt es) haben mir persnlich erklrt: Vier erwischte Gste jeden Monat sind 10.000 . Bis ich die verdient habe, ist der Monat halb rum , das halte ich nicht lange durch , also...

Sptestens wenn die Politik bei der heutigen Rechtslage cojones beweist und dem Vollzug auch sanktionsrechtlich die Zgel frei lsst, werden es sich die letzten Hardliner-Wirte und -Gste berlegen. Aber den Mut mu man dann auch haben , ansonsten besttigt sich mein hier bereits stehendes Statement zu den Schmutzfinken.

Eine schne staatliche Einnahmequelle wre das Bugeld nebenbei....

Gre
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Frank Oseloff
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Anmeldungsdatum: 15.01.2006
Beitrge: 5347
Wohnort: 58332 Schwelm

BeitragVerfasst am: 13.08.08, 07:35    Titel: Antworten mit Zitat

Meiner Meinung nach wird es ein generelles Rauchverbot geben. Wenn ich aber den Richter am BVerfG, Masing, in seinem Sonderforum richtig verstanden habe, ist ein generelles Rauchverbot nicht frei von verfassungsrechtlichen Bedenken.

Um dem zu begegnen wird es wohl Ausnahmeregelungen geben, z. B. bei der Gre der Kneipe. Und darauf scheint der Beitrag von Abrazo abzuzielen.

Nicht nur in Kln gibt es kleinere Kneipen, die noch ber einen zustzlichen Raum verfgen, der gelegentlich zum Einsatz kommt. Hinsichtlich der Grenbeschrnkung wre die Frage zu stellen, worin der Hauptbetrieb der Kneipe besteht. Aus meiner Sicht sicherlich im Ausschank "in der kleinen Kneipe" und nicht in der Bereitstellung eines Slchens, in dem sich gelegentlich Karnevals- oder Taubenzchtervereine treffen.

Diese Slchen drften meiner Meinung nach nicht mit in die Flchenberechnung der Kneipe einbezogen werden. Denn wenn, dann wrden deren Besitzer gegenber den Kleinkneipenbesitzern ohne Slchen unangemessen benachteilligt.


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Shit happens
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cmd.dea
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Anmeldungsdatum: 31.05.2008
Beitrge: 1872
Wohnort: Hessen

BeitragVerfasst am: 13.08.08, 08:25    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

Frank Oseloff hat folgendes geschrieben::
Meiner Meinung nach wird es ein generelles Rauchverbot geben. Wenn ich aber den Richter am BVerfG, Masing, in seinem Sonderforum richtig verstanden habe, ist ein generelles Rauchverbot nicht frei von verfassungsrechtlichen Bedenken.


Naja, es ist ja ein Sondervotum, weil es eben ein Minderheitenvotum ist. Das BVerfG hat in der Entscheidung vor 2 Wochen und nun in der Bayern-Entscheidung ja nun mal ganz klar die Verfassungsmigkeit eines totalen Rauchverbotes in Kneipen besttigt. Es wird daher, so der jeweilige Landesgesetzgeber es nicht selbst vorsieht, keine Ausnahmeregelungen geben mssen.

Gru
Dea
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Ronny1958
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Anmeldungsdatum: 19.08.2005
Beitrge: 6981
Wohnort: "Kchenjunges" Lndle

BeitragVerfasst am: 13.08.08, 08:30    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Es wird daher, so der jeweilige Landesgesetzgeber es nicht selbst vorsieht, keine Ausnahmeregelungen geben mssen.


So man einen Landesgesetzgeber hat und nicht nur einen Geschftsfhrer ohne parlamentarische Mehrheit wie in unser beider Bundesland.

Ich erspare mir und dem Forum jetzt auf die Vollzugsempfehlungen des Geschftsfhrers zum Thema Nichtraucherschutz nach der Entscheidung des BVerfG einzugehen...

Man sollte keine/ n der Damen und Herren mehr gren...

Gre
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Frank Oseloff
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Anmeldungsdatum: 15.01.2006
Beitrge: 5347
Wohnort: 58332 Schwelm

BeitragVerfasst am: 13.08.08, 08:55    Titel: Antworten mit Zitat

cmd.dea hat folgendes geschrieben::
Naja, es ist ja ein Sondervotum, weil es eben ein Minderheitenvotum ist.

Oh shit. Verlegen

Natrlich meinte ich Votum, nicht Forum.
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Shit happens
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Abrazo
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Anmeldungsdatum: 30.05.2005
Beitrge: 5941
Wohnort: Kln

BeitragVerfasst am: 13.08.08, 09:21    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
1. es gab eine ganze Reihe Wirte, die froh waren , dass ihnen jemand die Verantwortung fr ein Verbot abnahm, weil sie selbst sich nicht trauten, aber gerne die Kneipe zur Nichtraucherzone machen wollten,

Jo, so einen bekannten Wirt haben wir auch.
Der hat nun natrlich Hoffnungen, denn er hatte, als das Rauchverbot noch nicht beschlossen war, sein Lokal schon mal zum Nichttraucherlokal erklrt; nach paar Wochen allerdings hing ein Schild an seiner Tr, wonach er dies wieder zurck nehme, da er es wg Umsatzeinbuen nicht mehr durchhalten knne.
Wobei es diesem Wirt noch relativ gut geht, denn es handelt sich um eine sog. "Kultkneipe".
Mit Beginn des gesetzlichen Rauchverbots fhrte er das Nichtrauchen natrlich wieder ein; die Kneipe schrg gegenber hingegen erklrte sich umgehend zum "Raucherclub" und bewirkte damit einen ganz gewaltigen Wettbewerbsvorteil: die Wirtin ist eine "gemachte Frau".

Zitat:
In Hessen gbe es fr jeden rauchenden Gast erstemal einen 200 - Bescheid, und fr den Wirt je Raucher mal locker 2000 , ob es jemals durchgesetzt wurde, kann ich nicht sagen.

Ich hatte schon am Beispiel Hunde gesagt, wie will man denn so etwas durchsetzen, wenn die Bevlkerung dagegen ist? Man muss sich klar machen, dass dann die Mitarbeiter des Ordnungsamtes - die eingestellt und bezahlt werden mssen - in eine Frontstellung gegen die Bevlkerung geraten, vergleichbar tatschlich einer Besatzungsmacht, deren Willen zu torpedieren ja nun inbrnstiges Anliegen aller ist. Die Frage ist, ob die das durchhalten. Es sind einfache Leute, von denen etliche bestechlich sein werden und sich durch Kundtun des jeweiligen Einsatzgebietes eine angenehme Gehaltserhhung genehmigen lassen knnen. Dann gibt es Warndienste, altbekannt, von Fernfahrern vor Kontrollen, von Hundehaltern vor Kontrollen, und dann eben auch von Wirten vor Kontrollen.
Wir leben eben nicht in einem Obrigkeitsstaat, in dem die Brger alles akzeptieren, was als Gesetz verkndet wird. Zumindest hier bei uns ist es jahrhundertealte Tradition, als Brger erst mal zu fragen, ob man das auch will, und wenn man es nicht will, zu fragen, ob auch andere das nicht wollen, und wenn das eine erkleckliche Anzahl ist, dann kannste das Gesetz vergessen, es wird nicht eingehalten und Verste sind wegen der Masse nicht mehr verfolgbar.
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Abrazo
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spraadhans
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 26.11.2005
Beitrge: 7758
Wohnort: SMS Bayern

BeitragVerfasst am: 13.08.08, 09:32    Titel: Antworten mit Zitat

Mit Verlaub aber der letzte Absatz ist Quark.

Gesetze sind (bis auf weniger Ausnahmen) zu befolgen, der Exekutive obliegt eine effektive Kontrolle, die sie bzgl. des Rauchverbotes hoffentlich betreiben wird.
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Ronny1958
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Anmeldungsdatum: 19.08.2005
Beitrge: 6981
Wohnort: "Kchenjunges" Lndle

BeitragVerfasst am: 13.08.08, 10:42    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Es sind einfache Leute, von denen etliche bestechlich sein werden und sich durch Kundtun des jeweiligen Einsatzgebietes eine angenehme Gehaltserhhung genehmigen lassen knnen. Dann gibt es Warndienste, altbekannt, von Fernfahrern vor Kontrollen, von Hundehaltern vor Kontrollen, und dann eben auch von Wirten vor Kontrollen.


DAS ist schon frech , mag sein dass der Klsche Klngel das anders sieht, aber per se einem Ordnungsamtmitarbeiter unterstellen zu wollen, er wre bestechlich, ist frech.

Und auch der unwilligste Wirt wird irgendwann klein beigeben oder bei fortgesetzter Weigerung und dadurch bewiesener Unzuverlssigkeit dichtmachen drfen.

Selbst de klsche Mll-Mafia hat irgendwann die Quittung bekommen.....
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Old Piper
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 14.09.2004
Beitrge: 2538

BeitragVerfasst am: 13.08.08, 13:47    Titel: Antworten mit Zitat

Ich hatte ja schon immer den Verdacht, dass der Klner an sich gewisse anarchistische Grundzge hat...
Danke, Abrazo, fr die Besttigung Lachen
_________________
MfG
Old Piper
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Behrden- und Gerichtsentscheidungen sind zwar oft recht mig, aber meistens rechtmig.
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carn
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Anmeldungsdatum: 15.02.2006
Beitrge: 2872

BeitragVerfasst am: 13.08.08, 22:22    Titel: Antworten mit Zitat

spraadhans hat folgendes geschrieben::
Mit Verlaub aber der letzte Absatz ist Quark.

Gesetze sind (bis auf weniger Ausnahmen) zu befolgen, der Exekutive obliegt eine effektive Kontrolle, die sie bzgl. des Rauchverbotes hoffentlich betreiben wird.


Dann muesste ,wie ich oben ausgefuehrt habe, jede Bedienung einen Strahlenpass haben und entsprechend ueberwacht werden, denn in verrauchten Kneipen ist eine Belastung ueber 1mSv jaehrlich moeglich und ueberall wo ANs mehr als 1mSv bekommen koennen(nicht wo sie tatsaechlich bekommen) ist dieser Kram gesetzlich vorgeschrieben.

Sind sie auch fuer die konsequente Umsetzung dieser Gesetze?


(Ich bin auf jeden Fall dafuer, weil es zum Schreien komisch waere. Winken )
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Abrazo
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Anmeldungsdatum: 30.05.2005
Beitrge: 5941
Wohnort: Kln

BeitragVerfasst am: 13.08.08, 22:30    Titel: Antworten mit Zitat

Konrad Beikircher, seines Zeichens Psychologe mit Erfahrung aus dem Siegburger Jugendknast, erklrte, der Rheinlnder sei "chromosomologisch antiautoritr".

Nun, ich mache darauf aufmerksam, ich bin Brgerin der ltesten deutschen Demokratie. Da gibt es keinen Zweifel daran, wer der Souvern ist: das Volk.

Das Volk hlt zusammen, das Volk lebt, wie es ihm passt, und zum Volk gehren selbstverstndlich auch Ordnungshter, ob mit oder ohne grne Kluft.
Sehen die Ordnungshter auch so.
(Was die Mllmafia betrifft, die ist schon ein bisschen weiter entfernt vom Volk, Herr T. ist noch nicht mal Klner. Volksnher sind da die Staatsanwlte, die ihnen den Garaus gemacht haben.)

Klngel heit bersetzt: Wir kennen uns, wir helfen uns.

Man wei hier, es gehrt zur Psychologie von Politikern, dass sie eine eigene Klasse bilden. Das ist naturgesetzlich so. Muss man also nicht ernst nehmen. In relativer Abgeschlossenheit kommen sie gruppendynamisch auf Ideen, die sie qua Theorie fr unbedingt durchsetzungsnotwendig halten. Verschrft wird diese naturgesetzliche Eigenschaft dadurch, dass wir, whren wir zuvor in der Politik zu viele Lehrer hatten, nun zuviele Juristen haben. Und Juristen glauben nun mal an Gesetze. Glauben, wenn es ein - tatschliches oder eingebildetes - Problem gibt, dann muss man eben ein Gesetz machen, ist das Problem gelst. Denn aufgrund ihrer Erziehung qua Ausbildung glauben sie irrigerweise, allen anderen Brgern seien die Gesetze genau so heilig wie ihnen selbst.

Sind sie natrlich nicht.

Denn siehe, es gibt zwei Sorten von Gesetzen. Die einen sind ethisch begrndet. Hlt jeder hoch, auch der Kriminelle (doch, auch der tut das - im allgemeinen, sich selbst betrachtet er meist als Sonderfall).

Die anderen Gesetze sind das nicht. Das sind mehr oder minder gesellschaftliche Spielregeln. Wie z.B., dass man bei rot an der Ampel warten muss.

Da dies eine Spielregel ist, sieht es natrlich kein anstndiger Klner ein, dass diese Spielregel gelten soll, wenn gar nicht gespielt wird, sprich, wenn die Strae ganz und gar leer ist. Also geht er selbstverstndlich bei rot ber die Strae. Er kommt sich sogar komisch vor, betrachtet es als Entwrdigung, wenn man von ihm verlangt, trotz leerer Strae bei rot an der Ampel zu warten.
Zur Zeit luft mal wieder eine diesbezgliche Erziehungsmanahme - vor allem gegen Radfahrer. Ich war auch schon mit 25 Euronen dabei. Da standen die Polizisten, sorglich versteckt zwischen parkenden Autos, ca. 25 m entfernt von einer vllig unbedeutenden Fugngerampel einer vllig unbedeutenden Strae. Das war fr die Staatskasse natrlich ein lukratives Geschft. Und bequem - Pech gehabt, Scheckkarte raus. Also - jetzt nicht mehr, denn jetzt wei jeder, dass die da immer stehen.
Auerdem haben die Grnen keine Lust mehr. Haben schon der Presse mitgeteilt, sei irjendswie frustrierend: man kassiert, ermahnt (haben sie bei mir schon nicht mehr gemacht), und an der nchsten Ampel fahren sie wieder bei rot 'rber. Das sei eben so in Kln.

Oder Hunde. Warum soll man einen wohlerzogenen, freundlichen Grostadtkter, der niemandem was tut, denn an die Leine nehmen? Die Penner sahen das nie ein. Die hatten auch gar keine Leinen. Da sie aber auch noch keinen Wohnsitz und kein Geld haben, zahlen sie auch keine Strafe. Kann man nix gegen machen, denn wenn man das versucht, hat man bestimmt bald ein paar keifende Omas am Hals. Also tragen ihre Kter keine Leinen.

Nun, unter den Pennerktern fllt ein Kter mit Wohnsitz auch nicht weiter auf. Kurz und gut, der Leinenzwang auf Klner Brgersteigen ist zu einer eher theoretischen Angelegenheit mutiert.

Vito hat auch daran mitgewirkt, denn Vito, reinrassiger groer Straenkter mit Wohnsitz Blumenladen, sammelte 600 Unterschriften in seinem Stadtteil von Mitbrgern, die gleich ihm nicht damit einverstanden waren, dass ihm seitens eines dmlichen stdtischen Ordnungshters verboten wurde, vor seinem Blumenladen leinenlos seinen Bauch in die Sonne zu halten.

Kurz nur will ich die Verordnung der Stadtklnischen Satzung erwhnen (die anlsslich einer nderung einem aufgefallen war, der dachte, wenn das schon so in der Satzung steht, dann knne man das ja auch mal machen), wonach das Entfernen von leeren Bierflaschen aus stdtischen Abfallbehltern zwecks Eintauschen in Cents beim nchsten Kiosk verboten sei. Man machte per Presse darauf aufmerksam. Paar Tage spter klebten ordnungsgem mit perfekt geflschtem (?) Stadtwappen versehene Aufkleber auf den Mlltonnen, wonach leere Bierflaschen ab sofort nur neben den Tonnen abzustellen seien.

Inzwischen wurde die Satzung um diese Verordnung bereinigt, auf dass nicht wieder irgend ein Trottel auf die Idee kme, das, was da friedlich auf Papier schlft, durchsetzen zu wollen.

Und genau so sieht der Klner nicht ein, warum er in seiner Kneipe nicht rauchen soll, so, wie es schon sein Vater, sein Grovater, sein Urgrovater usw. usf. gemacht haben. Er ist nicht gegen Nichtraucherkneipen; jedem Tierchen sein Plsierchen, wer das will, der kann ja da reingehen. Er nich.

Spielregeln setzen nmlich voraus, dass man Mitspieler hat. Wenn die Politiker sich Spielregeln ausdenken fr ein Spiel, dass die Brger gar nicht spielen wollen, dann mssen sie eben alleine spielen.

Witzigerweise beschweren sich inzwischen schon die Nichtraucher: seit (ein Teil der) Kneipen rauchfrei sei, rche es dort immer so ekelhaft nach Mensch. Dat sei nich auszuhalten.

Also, es wird weiter geraucht werden, weil der Brger das so will. Weil er das so will, macht er das auch so. Fr die Angestellten mag das lebensgefhrlich sein, es sei denn, es sind Raucher. Sind die meisten.
Vorbergehend gibt es keine Frikadellen mehr, wobei ich allerdings den Verdacht habe, wenn ich gleich beim Reingehen, noch bevor das Bier kommt und ohne nachzufragen, mitgeteilt bekomme, dass es aber keine Frikadellen gibt, dann gibt es sie wahrscheinlich doch. Die kann man dann ja statt Zigaretten drauen vor der Tr verzehren. Bis es dafr zu kalt wird.

Mich erinnert das Ganze an ein historisches Beispiel. Weinsberg, Klner Jurist aus dem Mittelalter, der sich jedoch berwiegend als Tagebuchschreiber und Chronist bettigte, schrieb so etwa alle drei bis vier Jahre einen Eintrag, wonach der Rat das Verbot beschlossen habe, auf der Strae seine Schweine zu halten und als Selbstversorger laufen zu lassen.
Die dauernden Wiederholungen lassen zuverlssig rckschlieen, wie erfolgreich diese Verbote durchgesetzt wurden (die zu Ordnungshtern berufenen Stadtsoldaten - Funke rut wie - hatten gegen eine Blutwurst zu ihrer Hauptmahlzeit Zwiebeln gewiss nichts einzuwenden).

Zitat:
Ich hatte ja schon immer den Verdacht, dass der Klner an sich gewisse anarchistische Grundzge hat...
Danke, Abrazo, fr die Besttigung

So isses, Old Piper.
Aber deswegen ist die Stadt von ihrer Lebensart her auch so attraktiv.
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Abrazo
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Anmeldungsdatum: 30.05.2005
Beitrge: 5941
Wohnort: Kln

BeitragVerfasst am: 14.08.08, 21:25    Titel: Antworten mit Zitat

Vorgeschriebene Nichtraucherwarnung - heute besichtigte Variation:

Rechts an der Tr:

Code:
Wer nicht schwimmen kann und Angst vor Wasser hat, der soll nicht schwimmen gehen.

Wer nicht Raucher ist und Angst vorm Qualmen hat, der soll nicht unter die Raucher gehen."

Peng.

Links neben der Tr ein Portrait von Wilhem Busch mit der Zigarre im Mund:
"Drei Wochen war der Frosch so krank,
jetzt raucht er wieder, Gott sei Dank."
Lachen
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Gre,
Abrazo
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Dipl.-Sozialarbeiter
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 09.12.2006
Beitrge: 11996

BeitragVerfasst am: 14.08.08, 21:28    Titel: Antworten mit Zitat

Asterix und Obelix waren Klner. Lachen
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