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Kinderarmut1
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spraadhans
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 26.11.2005
Beitrge: 7758
Wohnort: SMS Bayern

BeitragVerfasst am: 26.08.08, 07:34    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Aber es ist Alltag in deutschen Haushalten, wie Oktavia schreibt, dass es zum Monatsende nur Nudeln "pur" gibt


Warum immer so pauschale Stammtischaussagen?

Selbst der Regelsatz wrde einen besseren Lebensstandard erlauben, also fallen unter diese Aussage bestenfalls diejenigen, die aus welchen Grnden auch immer komplett durch das Netz gefallen sind und von dieser verhltnismig kleinen Menge n auf die gesamte Bevlkerung zu schlieen, halte ich fr demagogisch.
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It's not about left or right, it's about right and wrong.
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Dipl.-Sozialarbeiter
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 09.12.2006
Beitrge: 11996

BeitragVerfasst am: 26.08.08, 07:55    Titel: Antworten mit Zitat

pragmatiker hat folgendes geschrieben::
... meiner auffassung nach haben die gesetze den menschen zu dienen und nicht die menschen den gesetzen.
gesetze sollen und mssen wandelbar sein, das gilt sogar fr das grundgesetz.
...

Gesetze werden von Menschen gemacht und sind ein Regelwerk. Ein Gesetz - da es unbelebt ist - kann dem Menschen aber nicht dienen. Dies macht ein Butler oder die Dienstmagd. Gesetze sind einem Vernderungsproze unterworfen und werden auch verndert oder es kommen neue Gesetze hinzu (SGB II). Aber bezglich des Grundgesetzes sind einige Artikel mit einer Ewigkeitsklausel versehen. Und unter dieser Ewigkeitsklausel fallen eben auch die Grundrechte.

Art. 6 GG (Auszug) hat folgendes geschrieben::
(2) Pflege und Erziehung der Kinder sind das natrliche Recht der Eltern und die zuvrderst ihnen obliegende Pflicht. ber ihre Bettigung wacht die staatliche Gemeinschaft.

(3) Gegen den Willen der Erziehungsberechtigten drfen Kinder nur auf Grund eines Gesetzes von der Familie getrennt werden, wenn die Erziehungsberechtigten versagen oder wenn die Kinder aus anderen Grnden zu verwahrlosen drohen.

Das Elternrecht ist sehr stark. Der Staat hat das 'Wchteramt' (Vertiefend: Reinhard Wiesner). Aber ich bleibe dabei, da wir strkere Kinderrechte brauchen. Der 1 SGB VIII reicht nicht aus (Vertiefend: Peter-Christian Kunkel).


Zuletzt bearbeitet von Dipl.-Sozialarbeiter am 26.08.08, 08:09, insgesamt 1-mal bearbeitet
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spraadhans
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 26.11.2005
Beitrge: 7758
Wohnort: SMS Bayern

BeitragVerfasst am: 26.08.08, 08:03    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Und unter dieser Ewigkeitsklausel fallen eben auch die Grundrechte.


Mitnichten, eigentlich fllt sogar nicht ein einziges Grundrecht (gnzlich) unter die Ewigkeitsklausel, soweit man der Auffassung folgt, dass es sich bei dem Schutz der Wrde des Menschen nicht um ein Grundrecht im eigentlichen Sinne handelt. Lediglich die daraus abgeleiteten Rechte unterliegen in ihrem Kern einer faktischen Unantastbarkeit, die aber wiederum durch gesellschaftlichen Wandel aufgeweicht werden kann.

Zitat:
Das Elternrecht ist sehr stark. Der Staat hat das 'Wchteramt' (Vertiefend: Reinhard Wiesner). Aber ich bleibe dabei, da wir strkere Kinderrechte brauchen. Der 1 SGB VIII reicht nicht aus


Mag sein, aber vordringlicher erscheint mir die Strkung der Arbeit vor Ort und die massive Investition in Bildung, sowie gnzlich neue Konzepte und Anstze in der Umsetzung von Bildungspolitik.
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Zuletzt bearbeitet von spraadhans am 26.08.08, 11:41, insgesamt 2-mal bearbeitet
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pragmatiker
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 25.07.2007
Beitrge: 1047

BeitragVerfasst am: 26.08.08, 08:10    Titel: Antworten mit Zitat

Dipl.-Sozialarbeiter hat folgendes geschrieben::
Aber bezglich des Grundgesetzes sind einige Artikel mit einer Ewigkeitsklausel versehen. Und unter dieser Ewigkeitsklausel fallen eben auch die Grundrechte.
.


ewig ist nichts, nicht einmal das universum, aber das kann ihnen steven hawkings besser erklren als ich.

ihre freie meinung ist ihnen unbenommen, ich halte weiterhin das fllen von papier mit weiteren "rechten" nicht fr geeignet, das uns hier doch offensichtlich alle einigende verlangen nach effektiverem schutz von kindern zu erreichen.

der schrei nach dem gesetzgeber wird kindern nicht helfen. helfen wrde schon mal, wenn man einfach handelt. beispiel: es gibt gengend menschen, die mitbekommen wenn kinder verwahrlosen, hufig geschlagen werden, dauernd in der schule fehlen etc. und wieviel davon machen nicht einmal eine anonyme anzeige, will schweigen eine offene ? weil sie sich vor lauter angst vor datenschutz oder dem vorwurf, sie wren neugierige aufdringliche nachbarn lieber in die hosen machen.
ich denke es wre schon viel geholfen, wenn es eine sozialkontrolle gbe und sich niemand dafr schmt, anderen auch mal seine meinung zu sagen, egal ob das das ansprechen eines hundehalters ist, der seinen fifi auf den brgerstreig scheissen lt oder ein nachbar, der mal nachfragt, warum das kind immer schreit, so selten draussen ist o.. es gibt tausend sachen, die ich fr hilfreicher halte als "kinderrechte" auf papier zu bringen. in diesem land wird enorm viel zeit und geld verschwendet fr so einen sch... viele hochglanzbroschren liegen aus in jugendmtern und beratungsstellen, nur werden sie von denen, sie sie lesen sollen nicht gelesen.
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Ghost_Rider
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Anmeldungsdatum: 04.08.2008
Beitrge: 90

BeitragVerfasst am: 26.08.08, 09:46    Titel: Fall Antworten mit Zitat

Gesetze sind immer dehnbar. leider..
Ich bin mit einem Fall gerade beschftigt, in dem ein Jugendlicher gegen seinen Willen ziemlich weit weg gebracht worden ist. Kein Sachbearbeiter hat den Jungen angehrt bzw. Hat die zustndige Sozialbearbeiterin Ihn 3x wieder nach Hause geschickt. Die Bitte, um sofortige Hilfe eines Jugendlichen prallt wie Ball an der Mauer ab.
Da haben wir einen Ansatz. Es gibt Gesetze, wo geschrieben steht, dass Kinder und Jugendliche von einem Jugendamt immer angehrt werden mssen. Es steht sogar geschrieben, dass das Jugendamt sofort helfen muss. Es ist eine Pflicht des Amtes nach dem SGB VIII (nochmaliger Danke an alle die diese Gesetzte rausgesucht haben).
Wenn das Amt dies nicht tut was dann ? Ich habe lernen mssen, dass der Jugendlich nach aussagen mehrer Rechtsanwlte "einfach Pech hat". Das Jugendamt besttigt dies, da es bereits Kontakt mit der Mutter gibt, so ist es unntig den Jugendlich zu befragen. Wo bleiben da seine Rechte ? Dies soll jetzt nur ein Beispiel sein um zu zeigen, dass zwar Gesetze gibt, nur die Ausfhrung bleibt fraglich bzw. sind die Gesetze so dehnbar, so das sich jeder Erwachsen ggf. mit Hilfe eines Rechtsanwaltes diese sich hinbiegen kann wie er bentigt. Auf der Strecke bleibt dann das schwchste Glied der Kette ................

Es gibt Gesetze, das ein 14 Jhriger fr evtl. gettigte Straftaten selber verantwortlich ist. Hat er aber ein Problem, z.B. er lebt in Armut, so hat er "halt Pech".
Diese Gesetze der Strafmndigkeit ab dem 14.Lebensjahr bekrftigen, dem Jugendlichen seine Verantwortung selbst zu tragen. Das heit er muss sich an Gesetze halten, andere gegenber Ihm nicht, weil er ja nicht volljhrig ist.
Wo sind da Gesetze.... die wie es immer heit zum Wohle des Kindes ???
Deshalb kann ich nur befrworten, dass sich im Gesetzbuch etwas ndert.

Oben genanntes soll bitte nicht in diesem Thread diskutiert werden, dient nur als Beispiel.

Gru
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pragmatiker
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FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 25.07.2007
Beitrge: 1047

BeitragVerfasst am: 26.08.08, 10:09    Titel: Re: Fall Antworten mit Zitat

Ghost_Rider hat folgendes geschrieben::
Gesetze sind immer dehnbar. leider..
Ich bin mit einem Fall gerade beschftigt, in dem ein Jugendlicher gegen seinen Willen ziemlich weit weg gebracht worden ist. Kein Sachbearbeiter hat den Jungen angehrt bzw. Hat die zustndige Sozialbearbeiterin Ihn 3x wieder nach Hause geschickt. Die Bitte, um sofortige Hilfe eines Jugendlichen prallt wie Ball an der Mauer ab.
Da haben wir einen Ansatz. Es gibt Gesetze, wo geschrieben steht, dass Kinder und Jugendliche von einem Jugendamt immer angehrt werden mssen. Es steht sogar geschrieben, dass das Jugendamt sofort helfen muss. Es ist eine Pflicht des Amtes nach dem SGB VIII (nochmaliger Danke an alle die diese Gesetzte rausgesucht haben).
Wenn das Amt dies nicht tut was dann ? Ich habe lernen mssen, dass der Jugendlich nach aussagen mehrer Rechtsanwlte "einfach Pech hat". Das Jugendamt besttigt dies, da es bereits Kontakt mit der Mutter gibt, so ist es unntig den Jugendlich zu befragen. Wo bleiben da seine Rechte ? Dies soll jetzt nur ein Beispiel sein um zu zeigen, dass zwar Gesetze gibt, nur die Ausfhrung bleibt fraglich bzw. sind die Gesetze so dehnbar, so das sich jeder Erwachsen ggf. mit Hilfe eines Rechtsanwaltes diese sich hinbiegen kann wie er bentigt. Auf der Strecke bleibt dann das schwchste Glied der Kette ................

Es gibt Gesetze, das ein 14 Jhriger fr evtl. gettigte Straftaten selber verantwortlich ist. Hat er aber ein Problem, z.B. er lebt in Armut, so hat er "halt Pech".
Diese Gesetze der Strafmndigkeit ab dem 14.Lebensjahr bekrftigen, dem Jugendlichen seine Verantwortung selbst zu tragen. Das heit er muss sich an Gesetze halten, andere gegenber Ihm nicht, weil er ja nicht volljhrig ist.
Wo sind da Gesetze.... die wie es immer heit zum Wohle des Kindes ???
Deshalb kann ich nur befrworten, dass sich im Gesetzbuch etwas ndert.

Oben genanntes soll bitte nicht in diesem Thread diskutiert werden, dient nur als Beispiel.

Gru


es gibt in deutschland zu viele und nicht zu wenige gesetze. die, die wir haben wrden weit mehr als ausreichen, wenn sie konsequent angewendet wrden. aber was manche menschen in gesetzestexte hineininterpretieren ist abenteuerlich. am liebsten wre es machen, jeden einzelfall in ein gesetz zu packen.

wenn ich allein das schulgesetz lese, iVm den verordnungen ist eigentrlich ziemlich klar geregelt, wieviel unterricht ein kind auf welcher schule in welcher kasse beanspruchen kann. meine kinder haben regelmig weniger, weil keine lehrer da sind und selbst der unterricht im stundenplan fllt stndig ohne ordentliche vertretung aus. ein kleiner tipp: am gesetz liegt es nicht. ebensowenig liegt es am gesetz, dass kinder verhungern oder auf der strae rumlungern.
wo ein wille ist, ist auch ein weg. handeln statt labern, das hilft.
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Ghost_Rider
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Anmeldungsdatum: 04.08.2008
Beitrge: 90

BeitragVerfasst am: 26.08.08, 12:39    Titel: Gesetze Antworten mit Zitat

Zitat:
Die Gesetze die wir haben wrden weit mehr als ausreichen, wenn sie konsequent angewendet wrden

Wer sorgt fr die Einhaltung bzw. die konsequente Umsetzung ?
Wie knnen sich Kinder und Jugendliche wehren wen diese Gesetzte nicht konsequent angewendet werden ? Da haben wir wieder das Problem, dass Kinder und Jugendliche keine Rechte haben, weil andere die Rechte Ihnen diktieren. Warum darf ein Kind keinen Rechtsanwalt in Familienstreitigkeiten haben ? Er bekommt nur einen wenn das Kind / Jugendlicher eine Straftat begeht. Ist das der Sinn und das Ziel ?

Bitte jetzt keine Antworten, dass jede Stelle eine bergeordnete Stelle hat. Dieses Mist habe ich durch. Wenn Kinder sich benachteiligt fhlen (ob mit Recht oder ohne) so haben Sie keine Mglichkeiten. Darum stimme ich auch fr andere / berarbeitet Gesetze.
Eine strkere berwachung konsequente Umsetzung ist auch von Nten, da es in diesem Staat ohne diese berwachen wohl nicht funktioniert.

Zitat:
wo ein wille ist, ist auch ein weg. handeln statt labern, das hilft.

Okay... Wie Stellst du die dir Hilfe/Handlung genau vor. Wie genau sollte die aussehen ?

Gru
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pragmatiker
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Anmeldungsdatum: 25.07.2007
Beitrge: 1047

BeitragVerfasst am: 26.08.08, 15:27    Titel: Antworten mit Zitat

oben habe ich schon einige vorschlge gemacht, andere ja auch schon.
ich finde zB das das Jugendamt, wenn die eltern zB einen termin nicht wahrnehmen bzw. die tr nicht ffnen mit der polizei einfach reingehen knnen drfen und vor allem auch unangemeldet erscheinen sollten und drfen, auch gegen den willen der eltern. viele jugendamtsmitarbeiter haben durchaus die richtigen "bauchgefhle" wo was schief luft, denen sind aber -so glauben sie- die hnde gebunden. hier wrd ich mir mehr zivilcourage wnschen. die sollen berall reingucken.
wer staatliche hilfe in anspruch nehmen muss, muss sich gefallen lassen, dass kontrolliert wird, das ist die kehrseite der medaille.
ganztagssschulen halte ich fr sehr wichtig, mit gesundem frhstck und mittagessen und mit sinnvoller beschftigung. bildung ist das einzige, was solchen kindern evt. helfen kann aus ihrem miliieu heraus zu kommen. und ja, man muss bei hoffnungslosen eltern schneller die kinder aus der familie nehmen und -wenn sie noch sehr klein sein sollten- am besten adoptieren lassen. wenn sie grer sind, halte ich eine gute pflegefamilie doch manchmal fr sinnvoller, als eine 1 zu 1 hilfe fr alkohol- und drogenkranke eltern, deren "resozialisierungschancen" eh kaum gegeben sind und die kinder haben leider nur einen versuch, ein leben und eine jugend.
je schwieriger das umfeld, desto mehr muss die gesellschaft diese kinder auffangen.
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Dipl.-Sozialarbeiter
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 09.12.2006
Beitrge: 11996

BeitragVerfasst am: 26.08.08, 16:01    Titel: Antworten mit Zitat

pragmatiker hat folgendes geschrieben::
... die kinder haben leider nur einen versuch, ein leben und eine jugend.
...

... und leider eben keine eigenstndige Rechte. Ich stimme Deiner Aussage ausdrcklich zu, zumal dies Leitmotiv meines beruflichen Handels ist - und zwar jeden Tag auf's Neue und seit einigen Jahrzehnten.

Aber behrdliches Handeln bedarf nunmal der gesetzlichen Grundlage. Dieses Handeln der Verwaltung ist zudem gerichtlich berprfbar. Das Prinzip der Gewaltenteilungen drfte bekannt sein.

Hier hatte ich schon auf Albert Schweitzer hingewiesen:

Albert Schweitzer hat folgendes geschrieben::
Wer sich vornimmt, Gutes zu tun, darf nicht erwarten, da die Menschen ihm deswegen Steine aus dem Weg rumen, sondern mu auf das Schicksalhafte gefat sein, da sie ihm welche draufrollen. Nur die Kraft, die in dem Erleben dieser Widerstnde innerlich lauterer und strker wird, kann sie berwinden.

Deine Vorschlge mgen zwar wirklich pragmatisch sein, aber ohne eine gesetzliche Grundlage laufen diese Vorschlge ins Leere. Winken
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Oktavia
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FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 15.02.2008
Beitrge: 1236

BeitragVerfasst am: 26.08.08, 22:46    Titel: Antworten mit Zitat

Immerhin gibt es ja die Kinderrechtskonvention, diese wurde von Deutschland (wenn auch unter Vorbehalt) 1991 ratifiziert. Die Umsetzung in nationales Recht sollte eigentlich abgeschlossen sein (ist das so?).

Zum Thema Anhrung steht dort:
Zitat:
Artikel 12 [Bercksichtigung des Kindeswillens]
Die Vertragsstaaten sichern dem Kind, das fhig ist, sich eine eigene Meinung zu bilden, das Recht zu, diese Meinung in allen das Kind berhrenden Angelegenheiten frei zu uern, und bercksichtigen die Meinung des Kindes angemessen und entsprechend seinem Alter und seiner Reife.
Zu diesem Zweck wird dem Kind insbesondere Gelegenheit gegeben, in allen das Kind berhrenden Gerichts- oder Verwaltungsverfahren entweder unmittelbar oder durch einen Vertreter oder eine geeignete Stelle im Einklang mit den innerstaatlichen Verfahrensvorschriften gehrt zu werden.
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Ghost_Rider
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 04.08.2008
Beitrge: 90

BeitragVerfasst am: 27.08.08, 10:30    Titel: Rechte Antworten mit Zitat

Sicher steht das da so geschrieben. Es gibt noch einige andere Gesetze vorwiegend aus dem SGB VIII, aber wenn die nicht beachtet werden, hat ein Kind keine Rechteauf diese zu bestehen.
BSP: Ein Kind steht vor dem Jugendamt und bittet um sofortige Hilfe.
In dem Fall gibt es mehrere Gesetze. Dieses Amt muss das Kind anhren und ggf. eine sofortige Manahme ergriffen, wenn das Wohl des Kindes gefhrdet ist. Sicherlich meistens die Inobhutnahme. So nun wenn da aber das Jugendamt nicht einmal anhrt, sind das Gesetze die nicht nur gegen das SGB verstoen sondern auch gegen das StGB. (unterlassene Hilfeleistung) Aber das ist alles ganz legal !!!!!! Weil nmlich das Kind / Jugendlicher kein Recht hat dagegen etwas zu unternehmen. So sieht es aus.

Sag mir doch mal bitte ein Gesetz, worauf ein Kind sich beziehen kann, was zu 100% in die Tat umgesetzt wird wenn er in der Armut, auf der Strasse oder in Gefahr ist.
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Ghost_Rider
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 04.08.2008
Beitrge: 90

BeitragVerfasst am: 27.08.08, 13:12    Titel: Rechte Antworten mit Zitat

Eigentlich wollte ich in diesem Thread nicht auf einen Fall eingehen, aber da es in diesem Neuigkeiten gibt, und es hier her passt schreib ich kurz dazu 2 Zeilen.
Nehmen wir an, dass einem Jugendlichen alle Hilfe auf einem Amt verwhrt wird. Er wird nicht angehrt, aber Entscheidungen ber seine Person getroffen.
Damit hat das Kind / Jugendliche keine Mglichkeit sich zur Wehr zusetzten und muss die Tatsachen hinnehmen wie Sie sind.
Er selber hat kein Recht:
- einen Rechtsanwalt zu nehmen.
- Antrge stellen ( Jugendamt / Familiengericht )
In diesem Fall gibt es aber nun aber einen externen Antrag auf Sorgerechtsprfung auf dem Familiengericht. Ohne diesen Antrag htte sich keiner mehr um diesen Fall gekmmert, da der Jugendliche ja keine Rechte hat, und entscheidung hinnehmen muss. Wann sollte beachten, dass die Aussage "zum Wohl des Kindes" sehr dehnbar ist.
Nun kommt eine Person ins Spiel, die das Gericht fr den Jugendlichen/Kind bestellt. Die Verfahrenspflegerin. Sie kmmert sich offiziell um die Rechte whrend des Verfahrens. Einen Rechtsbeistand stellt das aber nicht da. Die Frage ist nun welche Rechte Sie denn fr den Jugendlichen/Kind einhalten mchte ? Da sind wir aber wieder bei dem Punkt das er keine fest verankerten Rechte hat. Nun muss er in dieses Verfahren gehen und gegen die Entscheidungen des Jugendamtes und die Entscheidung der Sorgeberechtigten kmpfen. Der "Witz" an der Sache ist diese:
- Das Jugendamt schickt nach mehreren Vorwrfen einen stdtischen Rechtsanwalt ins
Rennen (Ja, in unserer Gemeinde hat das Rathaus eine eigene Rechtsabteilung)
- Die Mutter luft auch gleich mit einem Rechtsanwalt auf.
Nur das Kind steht ohne da. Ohne Rechte , ohne Rechtsanwalt.
Was auch ganz nett ist: Ohne Antragsrecht darf er ja nicht einmal evtl. Zeugen benennen.

Ich gehe nicht davon aus, dass dieses Beispiel ein Einzelfall ist. Ich denke wenn einige Kinder und Jugendliche bei solchen Verfahren mehr Rechte gehabt htten, wren Sie nicht dort wo Sie heute sind. Ich wei, dass im SGB steht, dass Kinder und Jugendliche in die Entscheidung seiner Person einbezogen werden mssen, aber wie oft passiert das und wie oft nicht.
Einige Jugendliche htten sich sehr wahrscheinlich nicht in den Freitod gestrzt, andere wren nicht als Straenkind im Drogensumpf gelandet. usw., wenn es andere Gesetze geben wrde.
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Oktavia
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 15.02.2008
Beitrge: 1236

BeitragVerfasst am: 27.08.08, 16:09    Titel: Antworten mit Zitat

Ich wohne wohl in einer Kommune in der Kinder sehr stark einbezogen werden. Ich finde allerdings auch, dass ein Kind Rechtsbeistand verlangen knnen muss.
Fr ltere Kinder (14+) knnte es hilfreich sein sich an den Rechtspfleger im Amtsgericht zu wenden.
Gegen offensichtlichen Rechtsbruch durch den Staat knnte ein Kind sich an Organisationen wenden oder eben an RechtspflegerInnen. Allerdings verlangt man da ziemlich viel Einsichtsfhigkeit und Wissen.
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John Robie
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 03.12.2007
Beitrge: 1786
Wohnort: Baden-Wrttemberg

BeitragVerfasst am: 27.08.08, 17:39    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Klaus!

Aus einem Beitrag, der ber einen von Dir geposteten Link erreichbar ist:

Zitat:
Dem Frsorgezgling "darf es schon in Fleisch und Blut bergehen, dass die Arbeit in Gottes Auftrag geschieht und nicht blo klingende irdische Mnzen einbringt, sondern auch den ewigen Lohn bedingt.


Als glubiger Mensch danke ich Gott dafr, nie in die Hnde derer gelangt zu sein, die Gottes Wort auf derart abscheuliche Weise missbrauchen.

Zitat:
Eine gute und intakte Familie ist nicht ersetzbar.


Sehe ich auch so.

Zitat:
Kinder und Jugendliche brauchen eigenstndige Rechte.


Das kannst Du besser beurteilen als ich. Da es einen Art. 20a GG gibt, sehe ich diese Forderung als legitim an. (Es kommt ja schnell die Mahnung, man solle eine Verfassung nicht berfrachten.)

Freundliche Gre
-John
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John Robie
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 03.12.2007
Beitrge: 1786
Wohnort: Baden-Wrttemberg

BeitragVerfasst am: 27.08.08, 17:43    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Ghost_Rider!

Zitat:
Damit hat das Kind / Jugendliche keine Mglichkeit sich zur Wehr zusetzten und muss die Tatsachen hinnehmen wie Sie sind.


Annahme: Kind mchte die Realschule besuchen. Empfehlung der Grundschule: Gymnasium. Vater sagt: Kind besucht das Gymnasium. Mutter sagt: Kind besucht Hauptschule.

Lsung: ?

Freundliche Gre
-John[/quote]
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