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Flugzeug verlassen ?
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Kleine_Sonne
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Anmeldungsdatum: 20.08.2008
Beitrge: 151

BeitragVerfasst am: 22.08.08, 18:14    Titel: Flugzeug verlassen ? Antworten mit Zitat

Hallo liebe Leute,
whrend der Flugzeugkatastrophe in Spanien kam jetzt heraus, dass nach dem ersten Fehlstart einige Passagiere das Flugzeug verlassen wollten was Ihnen aber nicht erlaubt wurde. Mich wrde jetzt sehr interessieren, ob dies ein juristisches Nachspiel haben kann ? (Gegenber der Fluggesellschaft ?) Hat man als Passagier ein Recht das Flugzeug wieder zu verlassen solange es am Boden ist ??
Viele Gre
Sonne
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nebelhoernchen
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Anmeldungsdatum: 02.01.2005
Beitrge: 6900

BeitragVerfasst am: 22.08.08, 18:22    Titel: Antworten mit Zitat

Laut diesem Artikel entscheidet das "in der Regel" der Pilot:
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,573790,00.html
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Cpt. Planet
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Anmeldungsdatum: 06.11.2007
Beitrge: 21

BeitragVerfasst am: 23.08.08, 00:00    Titel: Fleugzeugabsturz in Spanien Antworten mit Zitat

Hallo Forum,

alle von euch werden das Ungklck in Spanien mitbekommen haben.


Nun zu dem Thema, zu dem ich eine Diskussion starten mchte:

Vor dem 2. Startversuch sollen wohl einiege Leute den Wunsch geert haben das Flugzeug verlassen zu wollen. Jedoch wurde ihnen dieser Wunsch verwehrt. Mit welcher Rechtsgrundlage ist dies vereinbar? Oder ist das schon Freiheitsberaubung, wenn das Flugzeug wieder am Terminal steht? Dass der Passagier zivilrechtliche Forderungen begleichen muss steht wohl auer Frage, oder doch nicht?

Was sind die Rechte eines Flug-Reisenden und was muss er ber sich ergehen lassen?

Was ist eurer Meinung nach richtig? (und was rechtlcih?)

Gru
Planet
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nordlicht02
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Anmeldungsdatum: 14.12.2006
Beitrge: 6040

BeitragVerfasst am: 23.08.08, 18:06    Titel: Antworten mit Zitat

Ab dem Moment wenn die Tren des Flugzeugs geschlossen sind entscheidet einzig der Kapitn, ob Passagiere wieder von Bord gehen drfen. Dies wird wohl i. d. R. nur bei wirklich triftigem Grund erlaubt werden oder dann, wenn absehbar ist, dass z. B. die Behebung eines Defekts recht lange dauern wird. Wenn ein Passagier das Flugzeug verlassen will, msste aus Sicherheitsgrnden auch sein Gepck wieder entladen werden etc. pp. Da das alles einige Zeit in Anspruch nimmt und zu einer weiteren Verzgerung des Starts fhren kann, wird ein Verlassen normalerweise nicht gestattet.

Manchmal kann man hier nur Antworten geben, weil man am Nachmittag Nachrichtensendungen sieht Cool
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Auf die besten Motive trifft man, wenn man keine Kamera dabei hat. (Murphys Foto-Gesetz)
Ich habe meine feste Meinung - bitte verwirren Sie mich nicht durch Tatsachenfeststellungen.
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cmd.dea
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Anmeldungsdatum: 31.05.2008
Beitrge: 1872
Wohnort: Hessen

BeitragVerfasst am: 23.08.08, 18:13    Titel: Antworten mit Zitat

Hi,

nordlicht02 hat folgendes geschrieben::
Ab dem Moment wenn die Tren des Flugzeugs geschlossen sind entscheidet einzig der Kapitn, ob Passagiere wieder von Bord gehen drfen.


Nun, die entscheidende Frage ist ja hier gerade, woraus sich dieses Recht ergibt, denn immerhin hat er keine Hoheitsgewalt, sondern muss daher zivilrechtlich ermchtigt worden sein, die Beweungsfreiheit der Passagiere einzuschrnken.

Die Antwort kann also nur im Flugreisevertrag liegen.

Gru
Dea
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nordlicht02
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 14.12.2006
Beitrge: 6040

BeitragVerfasst am: 23.08.08, 18:32    Titel: Antworten mit Zitat

Er hat, genau wie der Kapitn eines Schiffes, die Bordgewalt - und die ist schon ziemlich weitreichend.
_________________
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cmd.dea
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 31.05.2008
Beitrge: 1872
Wohnort: Hessen

BeitragVerfasst am: 23.08.08, 18:49    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist richtig, 12 bezieht sich aber lediglich auf die Befugnisse des Kapitns gegenber Passagieren, die sich an Bord befinden, genauer gesagt darauf, dass dieser den Bordablauf regeln kann. Er hat also dass sagen, "wenn" jemand an Bord ist, entscheidet aber nicht ber das "ob".

Die Norm erfasst dem insoweit eindeutigen Wortlaut nach nicht die Frage des Zugangs zu oder Abgangs von Bord, berechtigt den Kapitn also nicht, zu entscheiden, wer an Bord ist, bzw. bleibt. Das jedenfalls solange nicht, wie durch das Verlassen des Flugzeuges die Sicherheit nicht gefhrdet ist (Tr ffnen in der Luft iss also nicht).

Eine Befugnis, Passagieren das Verlassen des Flugzeuges zu verweigern, kann ich der Norm daher nicht entnehmen (lasse mich bei entsprechendem Nachweis aber hier gerne eines Besseren belehren).

Gru
Dea
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nebelhoernchen
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 02.01.2005
Beitrge: 6900

BeitragVerfasst am: 23.08.08, 19:13    Titel: Antworten mit Zitat

cmd.dea hat folgendes geschrieben::
Das ist richtig, 12 bezieht sich aber lediglich auf die Befugnisse des Kapitns gegenber Passagieren, die sich an Bord befinden, genauer gesagt darauf, dass dieser den Bordablauf regeln kann. Er hat also dass sagen, "wenn" jemand an Bord ist, entscheidet aber nicht ber das "ob".

Nach meiner Kenntnis entscheidet ein Flugkapitn auch ber das "ob",
er kann sich zum Beispiel weigern, bestimmte Personen mitzunehmen
(schwangere Frau, kranke Person, betrunkene Person, Mann mit Bart und Turban usw.).
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nordlicht02
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 14.12.2006
Beitrge: 6040

BeitragVerfasst am: 23.08.08, 19:15    Titel: Antworten mit Zitat

Ich bin der Auffassung, dass er auch ber das "ob" entscheidet.
Er kann letztendlich auch darber entscheiden, ob er Passagiere mitnimmt oder ausschliet - z.B. angetrunkene Passagiere.

edit:
nebelhoernchen war schneller - aber mit mir einer Meinung
Winken
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cmd.dea
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Anmeldungsdatum: 31.05.2008
Beitrge: 1872
Wohnort: Hessen

BeitragVerfasst am: 23.08.08, 19:28    Titel: Antworten mit Zitat

Tja, man kann ja viele Meinungen haben. Entscheidend fr die Frage ist aber noch immer der Wortlaut des 12 Luftsicherheitsgesetz, und der gibt das so jedenfalls nicht wieder.

Im brigen:
- schwangere Frauen
- kranke Personen
- betrunkene Personen und
- Mnner mit Bart, Turban und Bombe

stellen alle "Gefahren" iSd. 12 Abs. 2 LuftSiG dar, so dass hier die Befugnis des Kapitns, diese nicht mitzunhmen oder zu entfernen, offensichtlich ist, da ansonsten der ordnungsgeme Bordbetrieb nicht gewhrleistet wre.

Dafr, dass er ohne das Vorliegen einer solchen Gefahr einer Person das Verlassen des Flugzeuges verwehren drfte, sehe ich in der Norm daher gerade keine Grundlage.

Denn wenn der Gesetzgeber fr die Handlungsermchtigung des Kapitns schon "eine im einzelnen Fall bestehende Gefahr fr Personen an Bord des Luftfahrzeuges oder fr das Luftfahrzeug selbst" voraussetzt, ergibt der Umkehrschluss, dass ohne eine solche Gefahr natrlich kein Recht besteht, Passagieren gegenber entsprechende Manahmen zu ergreifen.

Weil es mich interessiert, habe ich mal eine JURIS Recherche zu 12 LuftSiG gemacht, die aber leider nichts ergeben hat. Vielleicht findet ja jemand ein Urteil hierzu.

Gru
Dea
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nordlicht02
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 14.12.2006
Beitrge: 6040

BeitragVerfasst am: 23.08.08, 19:50    Titel: Antworten mit Zitat

Ich sehe es so: wenn die Tren verschlossen sind und das Flugzeug von der Gangway abgedockt hat ist dies vergleichbar mit einem Schiff, dass vom Anleger abgelegt hat.
Wenn dort dann ein Passagier sagen wrde, dass er wieder an Land will mchte ich den Kapitn sehen der, solange kein wirklich triftiger Grund vorliegt, ein Anlegemanver fhrt um den Passagier wieder an Land gehen zu lassen.
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cmd.dea
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Anmeldungsdatum: 31.05.2008
Beitrge: 1872
Wohnort: Hessen

BeitragVerfasst am: 23.08.08, 20:21    Titel: Antworten mit Zitat

nordlicht02 hat folgendes geschrieben::
Ich sehe es so: wenn die Tren verschlossen sind und das Flugzeug von der Gangway abgedockt hat ist dies vergleichbar mit einem Schiff, dass vom Anleger abgelegt hat.
Wenn dort dann ein Passagier sagen wrde, dass er wieder an Land will mchte ich den Kapitn sehen der, solange kein wirklich triftiger Grund vorliegt, ein Anlegemanver fhrt um den Passagier wieder an Land gehen zu lassen.


Das beantwortet aber noch immer nicht die Frage, auf welcher rechtlichen Grundlage dies geschehen knnte. Und da wir hier eine nicht unerhebliche Freiheitsbeeintrchtigung haben, sollte man da schon sehr konkret sein.

Und 12 LuftSiG gibt eine Freiheitsbeeintrchtigung ohne eine das Vorliegen einer Gefahr fr Passagiere oder Flugzeug nun einmal nicht her. Deshalb bin ich davon ausgegangen, dass der Passagier mit dem Befrderungsvertrag in diese Beeintrchtigung einwilligt, soweit eine solche eben nicht von dem LuftSiG gedeckt ist.

Gru
Dea
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Dipl.-Sozialarbeiter
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 09.12.2006
Beitrge: 11996

BeitragVerfasst am: 23.08.08, 21:01    Titel: Antworten mit Zitat

cmd.dea hat folgendes geschrieben::
...
Und 12 LuftSiG gibt eine Freiheitsbeeintrchtigung ohne eine das Vorliegen einer Gefahr fr Passagiere oder Flugzeug nun einmal nicht her. Deshalb bin ich davon ausgegangen, dass der Passagier mit dem Befrderungsvertrag in diese Beeintrchtigung einwilligt, soweit eine solche eben nicht von dem LuftSiG gedeckt ist.
...

Hallo Dea,

mglicherweise befindet sich eine entsprechende Regelung in der Luftverkehrs-Ordnung. Winken

Liebe Gre

Klaus
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FM
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 05.12.2004
Beitrge: 7320

BeitragVerfasst am: 23.08.08, 21:18    Titel: Antworten mit Zitat

cmd.dea hat folgendes geschrieben::
Das ist richtig, 12 bezieht sich aber lediglich auf die Befugnisse des Kapitns gegenber Passagieren, die sich an Bord befinden, genauer gesagt darauf, dass dieser den Bordablauf regeln kann. Er hat also dass sagen, "wenn" jemand an Bord ist, entscheidet aber nicht ber das "ob".


Der Passagier der aussteigen mchte ist noch an Bord.

Beim Schiff knnte man ja einfach ber die Reling springen und wre nicht mehr an Bord, beim Flugzeug mte aber irgendjemand die Tre ffnen - und das hat der Kapitn offenbar untersagt.
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cmd.dea
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 31.05.2008
Beitrge: 1872
Wohnort: Hessen

BeitragVerfasst am: 23.08.08, 21:25    Titel: Antworten mit Zitat

FM hat folgendes geschrieben::
cmd.dea hat folgendes geschrieben::
Das ist richtig, 12 bezieht sich aber lediglich auf die Befugnisse des Kapitns gegenber Passagieren, die sich an Bord befinden, genauer gesagt darauf, dass dieser den Bordablauf regeln kann. Er hat also dass sagen, "wenn" jemand an Bord ist, entscheidet aber nicht ber das "ob".


Der Passagier der aussteigen mchte ist noch an Bord.


Es geht um das Prinzip, das dahinter steht. Der Kapitt darf nicht entscheiden, wer an Bord kommt oder von Bord geht, auer, es besteht eine Gefahr. 12 LuftSiG ermchtigt ihn darber zu entscheiden, wie man sich an Bord zu verhalten hat, aber nicht, ob man dort ist oder bleibt.

Zitat:
Beim Schiff knnte man ja einfach ber die Reling springen und wre nicht mehr an Bord, beim Flugzeug mte aber irgendjemand die Tre ffnen - und das hat der Kapitn offenbar untersagt.


Und noch immer stellt sich die Frage, auf welcher Rechtsgrundlage er das darf. 12 LuftSiG ist es offensichtlich nicht.
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