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Verfallen des Ausbildungsnachweises?

 
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ThoT
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 25.01.2006
Beitrge: 848

BeitragVerfasst am: 22.09.08, 09:54    Titel: Verfallen des Ausbildungsnachweises? Antworten mit Zitat

Vom DAeC werden bekanntermaen fr die Ausbildung zum Privatflugzeugfhrer blaue Ausbildungsnachweise herausgegeben. Fr die Segelflieger basiert dieser Ausbildungsnachweis auf den 36 ff. LuftPersV iVm. der 2. DV zur LuftPersV

Folgender Beispielfall:
Segelflieger S hat seine Ausbildung im Jahre 1999 begonnen und legte die im Ausbildungsnachweis vorgesehenen bungen bis einschlielich der praktischen B-Prfung im Jahre 2001 ab. Am Theorieunterricht nahm er im Winter 2000 teil.
S verliert (warum auch immer, sowas soll es ja geben) die Lust am Fliegen und tritt Ende 2001 aus dem Verein aus.
2008 kommt dann der Sinneswandel: S will wieder Segelflieger werden und nun auch endlich den Schein machen - er tritt also wieder zu Beginn der Saison 2008 in einen Segelflugverein ein.
Frage: Muss S nun ALLE im Ausbildungsnachweis vorgesehenen bungen und den Theorieunterricht wiederholen, bzw. sich neu eintragen lassen? Oder behlt der alte Ausbildungsnachweis seine Gltigkeit?
Die Meinungen der Fluglehrer gehen hierber auseinander. Die einen meinen, alles muss neu eingetragen werden, andere sagen, dass die 4-Jahresregel nach 36 III LuftPersV nur die Flugstunden umfasst.

Ich sehe es genauso: 36 III LuftPersV beschreibt den Umfang der Ausbildung nher. Daraus ergibt sich nur, dass man eine bestimmte Stundenzahl innerhalb der letzten 4 Jahre geflogen sein muss, eine Aussage ob diese Regel auch die bungen und Theoriestunden betrifft wird nicht getroffen. Auch aus der 2. DV ergibt sich m.E. nichts anderes. Hieraus ergibt sich ja lediglich eine weitere Konkretisierung welche bungen und Theorieelemente die Ausbildung enthalten sollte. Es wird keine Aussage darber getroffen innerhalb welcher Zeit dies zu erfolgen hat.
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Whiskey-Oscar
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 29.10.2007
Beitrge: 27

BeitragVerfasst am: 24.09.08, 08:57    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo ThoT,

gesetzessystematisch hast Du sicher bezglich der Theoriestunden Recht. 36 LuftPersV differenziert eindeutig zwischen der theoretischen Ausbildung (Abs. 2) und der (praktischen) Flugausbildung (Abs. 3 bis 5). Die Begrenzung des maximalen Ausbildungszeitraums steht aber in Abs. 3 und bezieht sich daher nur auf die Flugausbildung. Dafr spricht auch, dass in Abs. 3 S. 2 die Ermigung auch nur fr die Flugausbildung gilt.
Bereits absolvierte Theoriestunden drften daher nicht verfallen, was es einem allerdings nicht erspart, die Kenntnisse etwa im Luftrecht auf den aktuellen Stand zu bringen.

Anderes gilt m.E. aber fr die Flugbungen. Die praktische Flugausbildung muss mind. 25 Stunden umfassen und mind. die in Abs. 4 genannten Punkte enthalten. Wenn aber bestimmte Teile whrend einer Flugzeit durchgefhrt wurden, die wegen der Vier-Jahres-Regel nicht mehr bercksichtigt werden kann, enthlt die verbliebene anrechenbare Flugzeit (auch wenn sie ber 25 Stunden liegt) nicht mehr (alle) notwendigen Inhalte nach Abs. 4. Klarer wird dies m.E. auch wieder beim Vergleich mit der Erleichterungsregel. Denn hier wird man kaum behaupten knne, dass die gesamte Ausbildung von Abs. 4 nicht innerhalb der letzten 18 Monate durchgefhrt werden muss.

Praktisch drfte sich dies aber kaum auswirken. Jeder verantwortungsvolle Fluglehrer wird den S erst wieder dort weiter machen lassen, wo er 2001 aufgehrt hat, wenn er sich davon berzeugt hat, dass er alle bungen bis dahin sicher beherrscht.
Vor dem "zweiten" ersten Alleinflug wrde ich als Fluglehrer auch die (schriftliche) Zustimmung eines Kollegen einholen ( 117 Abs. 1 S. 3 LuftPersV), denn immerhin war die Ausbildung abgebrochen (Austritt aus dem Verein) und nicht nur unterbrochen.

Letzteres scheint mir auch ein gewichtiges Argument dafr zu sein, dass ein neuer Ausbildungsnachweis benutzt werden muss, denn vermutlich hat der alte mit dem Abbruch der Ausbildung und dem Austritt aus dem Verein seine Gltigkeit verloren. Das sollte ggfs. mit dem Ausbildungsbetrieb (=Landesverband?) abgeklrt werden. Die Voraussetzungen fr den Beginn der Ausbildung mssen auch wieder vorliegen ( 24 LuftVZO).

Beste Gre
Whiskey-Oscar
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"Das Bessere ist der Feind des Guten." - Voltaire

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ATCler
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 14.09.2004
Beitrge: 333
Wohnort: Berg

BeitragVerfasst am: 24.09.08, 09:36    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Whiskey-Oscar,

Deinen Ausfhrungen kann ich nur zustimmen. Nach meinen Erfahrungen verfahren die Luftfahrtbehrden genauso.

Zudem ist ein Abbruch der Ausbildung auch an die Behrde zu melden, genauso wie man vorher jemanden zur Ausbildung anmelden muss. Demzufolge ist eben eine Unterbrechunge etwas anderes als ein Abbruch.

Trotzdem sollte man mit der Behrde Rcksprache halten, inwieweit ggf. Erleichterungen hinsichtlich der bereits durchgefhrten Ausbildungsinhalte bestehen knnten...

Fragen kostet ja nichts... Winken
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Gre,
Thomas

Man muss nicht alles wissen, aber zumindest wos steht!
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ThoT
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 25.01.2006
Beitrge: 848

BeitragVerfasst am: 24.09.08, 19:43    Titel: Antworten mit Zitat

Danke fr die ausfhrlichen Antworten.
Aus flugsicherheitstechnischer Sicht wrde ich als Fluglehrer genau so verfahren.
Bevor ich und ein weiterer Lehrer nicht sicher sind, dass der S das Flugzeug sicher beherrscht (insbesondere Seilrissbungen etc.) darf er natrlich nicht wieder alleine fliegen.
Im Endeffekt drfte es auch kein allzu groer AUfwand sein, einige Starts mit dem Lehrer zu machen (insgesamt mssen es ja ohnehin einige Stunden sein) und sich die bungen die bereits damals im Ausbildungsnachweis eingetragen waren im neuen Ausbildungsnachweis erneut abzeichnen zu lassen.
Insofern ist das Problem eher ein theoretisches, ob der Flugschler bzw. der Fluglehrer "auf der sicheren Seite" ist, wenn er den S auch ohne neuen Ausbildungsnachweis wieder frei lsst.
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