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Dringend: Haftung eingestrzte Mauer!

 
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Sartre
noch neu hier


Anmeldungsdatum: 14.05.2007
Beitrge: 3

BeitragVerfasst am: 07.10.08, 14:44    Titel: Dringend: Haftung eingestrzte Mauer! Antworten mit Zitat

Hallo,

habe eine Frage bezglich eines recht komplizierten Falles von Haftung bzw. Schadenersatz. Die Fragestellung ist in erster Linie ob eine Klage des Geschdigten G. Aussicht auf Erfolg hat.

Fakten: G. besitzt ein Grundstck, das auf einer Seite durch eine alte ca. 3m hohe (nach unten) Natursteinmauer begrenzt wird. Direkt entlang dieser Bschungsmauer fhrt ein schmaler Fahrweg (auf G.s Grundstck) zum Grundstck des Nachbarn N. Diesem wird seit Jahren die Durchfahrt (mit Pkw) gestattet, da N. keine andere Zufahrtsmglichkeit zu seinem Haus hat.

Nun zum Schaden: Nachbar N. braucht fr Bauarbeiten auf seinem Grundstck eine Fuhre Sand. Er will diesen durch einen Bekannten per Schlepper und Anhnger anliefern lassen. Diesem wird die Sache zu heiss, er frchtet, die alte Mauer knnte dem hohen Gewicht nicht standhalten und sagt ab.

Da beauftragt N. einen nahegelegenen Fuhrunternehmer, ihm den Sand zu liefern (alles ohne Wissen des G.) und es kommt wie es kommen muss: Beim Versuch die Ladung abzukippen (brigens auf G.s Grundstck) bricht der ca. 12t schwere Lkw ein und ein grosses Stck der Bschungsmauer strzt ein. (Glck im Unglck: Der Lkw strzt gerade mal so nicht ab.)

Erst auf Drngen von G. meldet Fuhrunternehmer F. den Schaden seiner Haftpflichtversicherung. Diese schickt einen Gutachter, der den Schaden auf rund 10T Euro beziffert.

Nun das Schreiben von F.s Versicherung: F. htte verantwortungsbewusst gehandelt und usserste Sorgfaltspflicht walten lassen. Er htte nicht erkennen knnen, da die alte Mauer nicht standsicher sei, weshalb G.s Schadenersatzforderung unberechtigt sei. Evtl. sei der Nachbar N. haftbar, da dieser F. gedrngt habe, ber G.s Grundstck/Fahrweg mglichst dicht an sein Haus zu fahren. Und dies im Wissen um den Zustand der alten Mauer.

Auch Nachbar N. hat den Schaden seiner Privaten Haftpflicht gemeldet: Diese schreibt nun, ihr Versicherter hat den Schaden weder verursacht noch fahrlssig herbeigefhrt und lehnt somit eine Haftung ab.

Fazit: Keiner hat Schuld und G. bleibt auf 10T Euro Schaden sitzen. Kann das sein??
Wie ist nun die Rechtslage in so einem Fall?
... hat G. eine Chance mit einer Schadenersatzklage? Gegen wen sollte er klagen?

Hoffe auf Antworten und sorry fr den langen Text

T.
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ktown
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 31.01.2005
Beitrge: 4210
Wohnort: Auf diesem Planeten

BeitragVerfasst am: 07.10.08, 17:45    Titel: Antworten mit Zitat

Mal wieder ein typischer fall wie Verischerungen sich aus der Pflicht reden wollen.

Natrlich ist die Haftpflicht des Fuhrunternehmers fr den Schaden zustndig. Fr was soll eine Haftpflicht sein, wenn sie nicht bei schuldhaft aber nicht grob fahrlssig verursachten Schden einspringen wrde.
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BigMikeOWL
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 13.08.2008
Beitrge: 99

BeitragVerfasst am: 07.10.08, 20:29    Titel: Antworten mit Zitat

>>>Mal wieder ein typischer fall wie Verischerungen sich aus der Pflicht reden wollen.

Mal wieder ein typischer Fall von Vorurteilen!

Welches Verschulden hat der LKW denn hier? Hat er eindeutig erkennen knnen, dass die Mauer brchig ist? Hat er irgendwelche Hinweisschilder misachtet? Hatte der Eigentmer es berhaupt ntig welche aufzustellen?

Die Argumentation des Versicherers ist hier nicht falsch.

Was hier aber falsch ist, ist ein Fachanwalt fr Versicherungsrecht denn hier geht es um allgemeine Haftung und nicht um VVG, VAG, AVB oder Klauseln Smilie

Genauso falsch, wie der Beitrag hier im Baurecht Traurig
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Sartre
noch neu hier


Anmeldungsdatum: 14.05.2007
Beitrge: 3

BeitragVerfasst am: 07.10.08, 22:09    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

freue mich ja ber jede Resonanz...doch eine wirklich hilfreiche Antwort auf die Fragestellung, wie G. fr einen Ersatz seines Schadens vorgehen sollte/knnte, sehe ich leider noch nicht.

Ich meine, F.hat zumindest eine Mitschuld, schliesslich hat er als Fahrer eines schweren Lkw doch eine besondere Sorgfaltspflicht. Er musste zum Abladen auf der sehr schmalen Zufahrt rckwrts auf wenige Zentimeter(seitlich) entlang der Mauerkante fahren. Was an sich ja schon nicht ungefhrlich ist. Und er htte ohne weiteres sehen knnen, da es sich nicht um eine Beton-, sondern um eine alte Natursteinmauer handelt. (Welche selbstredend nicht so standfest ist.)

Nachbar N. hat meiner Meinung nach auch Schuld am Schaden, er hat den Fuhrunternehmer(gegen besseres Wissen) dazu gedrngt, die mglicherweise nicht standsichere Zufahrt zu nutzen.

(An BigMikeOWL: bin absoluter Rechts-Laie, was ist denn VVG, VAG, AVB?...und wo sollte ich deiner Meinung nach diesen Fall posten?)

Danke fr alle kompetenten Antworten

T.
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BigMikeOWL
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 13.08.2008
Beitrge: 99

BeitragVerfasst am: 07.10.08, 22:32    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

>>>was ist denn VVG, VAG, AVB?...und

die Grundlagen des Versicherungsrecht, die du hierfr nicht brauchst und somit auch keinen anwalt fr versicherungsrecht.

was nicht heisst, dass der das nicht kann Smilie

hier geht es rein um die haftung, passt wohl am besten hier:

http://www.recht.de/phpbb/viewforum.php?f=35

rein Winken
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ktown
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 31.01.2005
Beitrge: 4210
Wohnort: Auf diesem Planeten

BeitragVerfasst am: 08.10.08, 07:08    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Hat er eindeutig erkennen knnen, dass die Mauer brchig ist? Hat er irgendwelche Hinweisschilder misachtet?


Htte er dann nicht grob fahrlssig gehandelt, wenn er dieses Wissen gehabt htte?
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BigMikeOWL
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 13.08.2008
Beitrge: 99

BeitragVerfasst am: 08.10.08, 10:15    Titel: Antworten mit Zitat

>>>Htte er dann nicht grob fahrlssig gehandelt, wenn er dieses Wissen gehabt htte?

wie auch immer, dann ist es jedenfalls ein klares verschulden.

Gegenfrage: Darf er nicht auf einen sicheren Zustand des Weges vertrauen? Was wenn der LKW beschdigt worden wr?

Gru
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spraadhans
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 26.11.2005
Beitrge: 7758
Wohnort: SMS Bayern

BeitragVerfasst am: 08.10.08, 10:20    Titel: Antworten mit Zitat

Der Anspruch gegen den LKW Fahrer kann ja erstmal ungeklrt bleiben (von hier aus ohnehin unmglich).

Aus meiner Sicht hat hier der Auftraggeber in jedem Fall grob fahrlssig, wenn nicht sogar bedingt vorstzlich gehandelt und haftet selbstverstndlich fr den dadurch verursachten Schaden.

Ob die Kenntnis des hchstwahrscheinlichen Schadenseintrittes nachgewiesen werden kann, steht natrlich auf einem anderen Blatt.
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ktown
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 31.01.2005
Beitrge: 4210
Wohnort: Auf diesem Planeten

BeitragVerfasst am: 08.10.08, 10:23    Titel: Antworten mit Zitat

Dafr hat er den LKW-Fhrerschein. Dieses Wissen sollte man vorraussetzen, ansonsten wre es strflich diesen Fahrer auf die Menschheit loszulassen.

spraadhans hat folgendes geschrieben::
Auftraggeber in jedem Fall grob fahrlssig, wenn nicht sogar bedingt vorstzlich gehandelt und haftet selbstverstndlich fr den dadurch verursachten Schaden.


Wieso?
Eine Laie verweigert die Fahrt und einExperte will sie durchfhren. Welchem Urteil traue ich blicherweise mehr?
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heini12
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 11.07.2008
Beitrge: 802

BeitragVerfasst am: 12.10.08, 14:10    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

die These finde ich Interessant.
Zitat:
Dafr hat er den LKW-Fhrerschein. Dieses Wissen sollte man voraussetzen, ansonsten wre es strflich diesen Fahrer auf die Menschheit loszulassen.
Ganz schnes Anspruchdenken bei dem Stunden Lohn, den ein LKW Fahrer bekommt.
Im brigen, ist zum Fhren eines LKW nur der Fhrerschein Klasse 2 heute CE erforderlich. Und eine Ausbildung als Statiker bekommt man in der Fahrschule auch nicht. Selbst das Thema Ladungssicherheit wird erst seid kurzem in der Fahrschule Unterrichtet und bei der IHK geprft.

In der Praxis wird der Kunde gefragt, ob die Strae fr die LKW Anlieferung geeignet ist. Insbesondere dann, wenn es sich um eine Privat Strasse handelt. Die Frage wird oftmals schon bei der Auftragsannahme vom Disponenten gestellt. Ansonsten wird, die Anlieferung bis zur Bordsteinkante des Grundstckes erfolgen. Die Fahrer, die ich kenne, die fr Sandgruben oder Baustoffhndler fahren, fragen immer nach ob auf das Privatgrundstck gefahren werden kann. Wird auch von den Hndlern so von den Fahrern erwartet.
Der Auftraggeber hat in meinen Augen es billigend in Kauf genommen, das der Lkw zu Schaden kommt, und dass der Weg absackt. Deswegen ist er Haftbar.

Mit freundlichen Gren


Heini

PS: Inhaber der Fhrerscheinklassen B C D E M L T
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ktown
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Anmeldungsdatum: 31.01.2005
Beitrge: 4210
Wohnort: Auf diesem Planeten

BeitragVerfasst am: 12.10.08, 17:25    Titel: Antworten mit Zitat

heini12 hat folgendes geschrieben::
Ganz schnes Anspruchdenken bei dem Stunden Lohn, den ein LKW Fahrer bekommt.


Das hat nichts mit Anspruchsdenken zutun und auch nicht damit, dass ein jeder LKW-Fahrer einen Statikkurs besuchen soll, sondern mit der Tatsache dass jeder LKW-Fahrer sein Fahrzeug und dem damit verbundenen Gewicht kennen und abschtzen sollte.
Genauso wie er die Abmessungen und das Verhalten seines LKW's kennen sollte.

Oder sollte es die Generalaussage geben:" Ich wute ja nicht das der Wagen so reagiert.", die jedem LKW-Fahrer den Freispruch garantiert wenn er Fehler macht.

P.S.: Auch Inhaber eines Fhrerscheins der Klasse 2 (habe whrend meines Studiums mit dem ausliefern von Beton ein Zubrot verdient.) Da war es gang und gebe, dass du als Fahrer auf Baustellen selbst entscheiden mutest wo und wieweit du in eine Baustelle einfhrst.
_________________
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Chub
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 20.10.2005
Beitrge: 1556

BeitragVerfasst am: 30.10.08, 13:10    Titel: Antworten mit Zitat

Die Frage die zu klren ist, ist:

War die Mauer vor der LKW Belastung standsicher oder nicht.
Oder andersrum, was hat der LKW Fahrer falsch gemacht (z.B. dynamische Erschtterung, Anprall, punktuelle Verdichtung, etc)?
Oder aber war die Wand schon so wackelig, dass diese auch so jederzeit htte umfallen knnen und der LKW eigentlich nur den Zeitpunkt des Einsturzes definiert hat.

Dies entscheidet ein Gutachter, hierzu wird wohl die Hilfe eines Anwalts notwendig sein und um das Gutachten nicht 2 mal zu bezahlen, sollte es als Beweissicherungsgutachten ber Gericht beantragt werden.

Aber Achtung, wenn die Mauer nur ber eine neuerstellung wieder erichtet werden kann (und nicht ber eine reparatur) dann wird diie Versicherung einen Zeitwertabzug (und der kann betrchtlich sein) vornehmen.

Die Differenz zahlt dann der stolze Besitzer der neuen Mauer....
_________________
Er war ein Jurist und auch sonst von migem Verstand.
Ludwig Thoma

Nur eine tote Katze ist eine gute Katze.
Jerry Maus
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