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Recht auf Zurckdatierung des Prfungszeugnis?

 
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DerAzubi
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Anmeldungsdatum: 31.10.2008
Beitrge: 3

BeitragVerfasst am: 31.10.08, 09:02    Titel: Recht auf Zurckdatierung des Prfungszeugnis? Antworten mit Zitat

Hallo,

ich habe folgende Frage zu dem allgemeinen Sachverhalt und hoffe, dass mir wer eine Antwort geben kann.

Auszubildender A legt seine Berufsabschlussprfung vor der Handwerkskammer ab. Er legt Widerspruch gegen die Bewertung ein. Der Widerspruch wird abgelehnt. Auszubildener A klagt und bekommt Recht. Der Handwerkskammer wird eine Neubewertung der schriftlichen Prfung durch neue Prfer, sowie eine Wiederholung der mndlichen Prfung durch neue Prfer ohne Anrechnung auf die Wiederholungsmglichkeit auferlegt.

Die Bewertung seiner Berufsabschlussprfung ist nun nicht mehr "ausreichend", sondern "gut". Auszubildener A bekommt sein Prfungszeugnis mit dem Datum der Neubewertung und Wiederholung. Das Widerspruchs- und Klageverfahren hat 1 1/2 Jahre gedauert.

Ex-Auszubildener A wird von seinem Ausbildungsbetrieb 1 Jahr weiterbeschftigt und bewirbt sich dann woanders. Er bekommt eine Absage, mit der Begrndung er habe erst im zweiten Widerholungsversuch bestanden und das entspreche nicht den Anforderungen, die an Mitarbeiter gestellt wrden. Das Unternehmen ist aufgrund des Datums von einem falschen Sachverhalt ausgegangen.

Ex-Auszubildener A hat vorsichtshalber Widerspruch eingelegt, erstmal ohne Begrndung. Kann Ex-Auszubildener A es geltent machen, dass das Datum auf das ursprngliche Datum zurckgesetzt wird, da ihm immer der Makel "des ewigen Durchfallkandidaten" anlastet?

Gru
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Kurt Knitz
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 16.10.2005
Beitrge: 1377
Wohnort: Baden-Wrttemberg

BeitragVerfasst am: 31.10.08, 22:18    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Azubi,

war die Prfung im ersten Anlauf mit der Bewertung "ausreichend" bestanden worden oder nicht?
Hat der Prfling damals schon ein Abschlusszeugnis erhalten?

Zitat:
Das Unternehmen ist aufgrund des Datums von einem falschen Sachverhalt ausgegangen.
Und der Bewerber hat anscheinend auch im Bewerbungsgesprch nichts gesagt, um den tatschlichen Sachverhalt zu erklren? Oder ist er gar nicht erst ins Bewerbungsgesprch gekommen?

Mit einer offenen Erklrung wre er ganz anders dagestanden, als wenn der Personaler aus dem unkommentierten Datum den Verdacht schpfen konnte, dass zwei vergebliche Prfungsversuche verschwiegen wurden.

Zitat:
Kann Ex-Auszubildener A es geltent machen, dass das Datum auf das ursprngliche Datum zurckgesetzt wird, da ihm immer der Makel "des ewigen Durchfallkandidaten" anlastet?
Seltsame Idee. Er wre doch selbst in der Lage, mit dem Sachverhalt offen und ehrlich umzugehen und dadurch den Verdacht dieses Makels gar nicht erst aufkommen zu lassen.

Schne Gre
Kurt
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DerAzubi
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Anmeldungsdatum: 31.10.2008
Beitrge: 3

BeitragVerfasst am: 01.11.08, 00:24    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

die Prfung wurde im Erstversuch mit "ausreichend" bestanden. Der Auszubildene A hat ein Prfungszeugnis erhalten. Die Klage hatte Erfolg, weil der Prfungsausschuss nicht ordnungsgem besetzt war, da zwei Prfer nach Auffassung des Gerichts nicht die fachliche Eignung hatten. Ausserdem ist das Gericht aufgrund derber unsachlicher Randbemerkungen des dritten Prfers zu der Auffassung gekommen, dass er gegenber Auszubildendem A befangen war. Ein bestellter Sachverstndiger ist zu der Auffassung gekommen, dass die schriftliche Prfungsleistung in vollstem Umfang den Anforderungen des Ausbildungsberufes entspricht und die Prfer entscheidungserhebliche Bewertungsfehler gemacht haben. Hat in der Summe eine Neubewertung der schriftlichen Prfungsleistung durch neue Prfer und die Wiederholung der mndlichen Prfung mit neuen Prfern gebracht. Die neuen Prfer haben die schriftliche und mndliche Prfung dann jeweils mit "gut" bewertet. Dann gab es ein neues Prfungszeugnis mit dem aktuellen Datum (1 1/2 Jahre spter also).

Zu den anderen Fragen. Es kam gar nicht erst zu einem Bewerbungsgesprch. Und zu den anderen Ausfhrungen. Wenn man in der Bewerbung schreibt, dass man die Prfung gerichtlich durchgesetzt hat, haftet einem gleich der Makel des Querulanten an. Steht auch so im Niehues. Leider wird der Fall vom Niehues nicht abgedeckt bezglich dem Datum. In dem Buch geht es nur um verzgerte Diplomarbeiten wegen Personalmangels. Da hat man dann Anspruch auf eine Rckdatierung auf das Abgabedatum.

Aber meine Frage hat sich schon beantwortet. Hab mal in ner Urteilsdatenbank gestbert. Das realittsfremde OVG Lneburg (2 LA 418/07) ist zu der Auffassung gekommen, dass in einem solchen Fall kein Anspruch besteht, selbst dann nicht, wenn man bei Bewerbungen erhebliche Nachteile hat und deswegen arbeitslos wird. Weil die Beweisfunktion des Zeugnis nach ZPO dann nicht mehr gegeben sei (Man hat ja in der Vergangenheit mit einer schlechteren Note bestanden und eben nicht mit der besseren Note). Mchte mal wissen, was die Richter da geraucht haben Geschockt, denn die Arbeitsgerichte und Zivilgerichte kommen bei Arbeitszeugnissen zu einer gnzlich anderen Auffassung. Das war dem OVG Lneburg aber egel (steht sogar so im Urteil). Kranke Welt.

Gru
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Kurt Knitz
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 16.10.2005
Beitrge: 1377
Wohnort: Baden-Wrttemberg

BeitragVerfasst am: 01.11.08, 09:43    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Azubi,
Zitat:
Wenn man in der Bewerbung schreibt, dass man die Prfung gerichtlich durchgesetzt hat, haftet einem gleich der Makel des Querulanten an. Steht auch so im Niehues.
Da wrde mich das wrtliche Zitat sehr interessieren.

Gerade Personaler wissen, dass Untergebene von ihren Vorgesetzten nicht immer korrekt behandelt werden. Ein schlechter Personaler mag vielleicht alle mit irgendwelchen Gerichtsverfahren in den Akten aussortieren. Da ist dann aber auch die Wahrscheinlichkeit gegeben, dass der schlechte Personaler in einem schlechten Betrieb sitzt, in dem generell Duckmusertum gefragt ist.

Ein guter Personaler wird sich anschauen, wie der Bewerber mit der tatschlich ungerechten Behandlung in der Prfung umgegangen ist.

Er hat sich nicht entmutigen lassen? Er war so gut, dass er von seinem Ausbildungsbetrieb trotz schlechtem Zeugnis weiterbeschftigt wurde? Er weist im Anschreiben kurz und korrekt darauf hin? Den wrde ich mir im Bewerbungsgesprch nher anschauen und ihn dabei nochmal zu der Sache befragen.

Er steckt einfach nur das bessere Zeugnis mit dem spteren Datum in die Mappe und hofft darauf, dass der Personaler bld genug ist, es nicht zu entdecken? Wird der seine Arbeit spter auch so erledigen und hoffen, dass die Macken nicht auffallen? An den wrde ich keine Zeit verschwenden und die Bewerbung sofort zurckschicken.

Insofern finde ich im Gegensatz zu Ihnen das OVG-Urteil sehr lebensnah. Denken Sie mal drber nach.

Schne Gre
Kurt
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Newbie2007
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 05.02.2007
Beitrge: 175

BeitragVerfasst am: 22.11.08, 21:41    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn ich fragen darf, woher haben Sie ihre tollen Erkenntnisse?

Kurt Knitz hat folgendes geschrieben::

Den wrde ich mir im Bewerbungsgesprch nher anschauen und ihn dabei nochmal zu der Sache befragen.


Unrealistisch. In der Regel werden erstmal nur diejenigen Kandidaten eingeladen, deren Unterlagen zu 100% in Ordnung sind und den Kriterien entsprechen. Ist die Stelle hinreichend attraktiv, dann kann man erwarten, dass unter den Eingeladenen auch der Richtige ist. Nur wenn bei den "A-Kandidaten" kein passender dabei war (oder der passende Kandidat sich fr einen anderen Arbeitgeber entscheiden hat ...), greift man auf die "B-Kandidaten" zurck, die nicht ganz den Kriterien entsprechen oder wo sonst etwas Ungewhnliches im Lebenslauf steht, was erst der Abklrung bedarf.

D.h. im Ergebnis, unser Azubi wird wahrscheinlich gar nicht erst eingeladen werden, egal, was im Anschreiben steht. Und das hat nichts mit "schlechten Personalern" oder "Duckmusertum" zu tun, das ist einfach Zeitmanagement. Wenn ich 5-10 Bewerber habe mit makellosem Lebenslauf, warum soll ich dann die zustzliche Zeit aufwenden, um mir auch noch die "Zweifelsflle" nher anzusehen. Der Personaler bzw. der Vorgesetzte, der in die Personalauswahl eingebunden ist, wei natrlich, dass darunter auch einige gute Leute sein knnen, aber ein Unternehmen ist nun einmal keine karitative Einrichtung.

Man kann unserem Azubi nur wnschen, dass er in eine Branche arbeitet, wo es keinen Bewerberberschuss gibt ...

Zum Ausgangsproblem: Mag sein, dass man das Ausstellungsdatum des Zeugnisses nicht verlegen kann, ich wrde aber erwarten, dass das Zeugnis zumindest eine ergnzende Erklrung enthlt, z.B. im vorliegenden Fall das Datum, zu dem die schriftliche Prfung abgelegt wurde (immerhin 1 Jahr vorher) und (da es sich nun einmal sowieso nicht verheimlichen lsst) eine Erklrung fr das spte Ausstellungsdatum. Ein amtlicher Text im Zeugnis macht sich sicher besser, als wenn man als Bewerber ein "komisches" Zeugnis vorlegen muss und das dann im Anschreiben erklren muss.

Gru
Newbie
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