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In der Schusslinie
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Adriana
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Anmeldungsdatum: 12.11.2008
Beitrge: 118

BeitragVerfasst am: 19.11.08, 12:17    Titel: In der Schusslinie Antworten mit Zitat

Und dann noch dieser hier:

A will B erschieen, der duckt sich und so trifft C die Kugel tdlich.

Ich habe geschrieben:
A --> B 211 & 23 (+) Mordversuch
A --> C 222 (+) fahrlssige Ttung

Ist hier irgendetwas irgendeine Kausalitt???
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KurzDa
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Anmeldungsdatum: 16.10.2006
Beitrge: 3304
Wohnort: Mnchen

BeitragVerfasst am: 19.11.08, 13:34    Titel: Antworten mit Zitat

Wen wollte den A erschieen? Den B, nicht den C. Sein Vorsatz bezog sich doch somit nicht auf den Tod des C, oder? Wieso Mord? Wo sind die Mordmerkmale genannt?

Schau mal unter "aberratio ictus".

Gre
KurzDa
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Adriana
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Anmeldungsdatum: 12.11.2008
Beitrge: 118

BeitragVerfasst am: 19.11.08, 13:39    Titel: Antworten mit Zitat

O guck mal, was ich geschrieben habe. A wollte B morden, ja. Hat aber C getroffen.
A in Bezug auf B Mordversuch, keine Mordmerkmale vorhanden. Nur das, was ich geschrieben habe. Kann dann ja wohl auch Totschlag sein.
A in Bezug auf B fahrlssige Ttung, da kein Vorsatz.

Abbaratio ... ok, danke, ich gucke mal.
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Adriana
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Anmeldungsdatum: 12.11.2008
Beitrge: 118

BeitragVerfasst am: 19.11.08, 13:46    Titel: Antworten mit Zitat

Aberratio ictus, sehr schn, das passt doch.
Also A > B versuchter Mord oder Totschlag
+
A > fahrlssige Ttung.
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KurzDa
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Anmeldungsdatum: 16.10.2006
Beitrge: 3304
Wohnort: Mnchen

BeitragVerfasst am: 19.11.08, 13:46    Titel: Antworten mit Zitat

Adriana, ich habs doch gelesen Smilie

Das sollte ironisch sein Ironie Smiley

A wollte den B erschieen - richtig. Freilich kein Mord, sondern nur 212 StGB. Er trifft aber C. Problem: Der Vorsatz des A bezog sich auf B, nicht auf C. Fraglich ist also, wie das Problem rechtsdogmatisch zu lsen ist (aberratio ictus).

EDIT: Ja, 212, 25 I 1. Alt, 22 StGB (+); 222, 25 I 1. Alt. StGB (+) - wobei hier die Aufgabe war, den aberratio ictus vom error in persona vel obiecto abzugrenzen.

Gre
KurzDa
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Zuletzt bearbeitet von KurzDa am 19.11.08, 13:51, insgesamt 1-mal bearbeitet
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Adriana
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Anmeldungsdatum: 12.11.2008
Beitrge: 118

BeitragVerfasst am: 19.11.08, 13:50    Titel: Antworten mit Zitat

Fein, dann sind wir uns ja einig.
Wenn du gelesen hast, wieso fragst du dann.
Und wieso kein Mord? das knnte doch auch Mord sein ggf., woher willst du es wissen..
Na egal, ok, vielen Dank.
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KurzDa
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Anmeldungsdatum: 16.10.2006
Beitrge: 3304
Wohnort: Mnchen

BeitragVerfasst am: 19.11.08, 13:52    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Und wieso kein Mord? das knnte doch auch Mord sein ggf., woher willst du es wissen..
Weil es nicht da steht -> Sachverhaltsquetsche...
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Adriana
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Anmeldungsdatum: 12.11.2008
Beitrge: 118

BeitragVerfasst am: 19.11.08, 13:56    Titel: Antworten mit Zitat

Da steht gar nichts, also auch kein Totschlag. A knnte ja auch aus Habgier und von hinten geschossen haben ...
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KurzDa
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Anmeldungsdatum: 16.10.2006
Beitrge: 3304
Wohnort: Mnchen

BeitragVerfasst am: 19.11.08, 13:59    Titel: Antworten mit Zitat

Gerade in einem strafrechtlichen Sachverhalt gilt: Nimm es genau so, wie es da steht, interpretiere nichts dazu und lass nichts weg; verwurste alles Angebene so gut wie mglich.

A will den B erschieen und trifft C. Nicht mehr.

Gre
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Adriana
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Anmeldungsdatum: 12.11.2008
Beitrge: 118

BeitragVerfasst am: 19.11.08, 14:07    Titel: Antworten mit Zitat

Nach dem mageren Sachverhalt wei man es eben nicht, es knnte sowohl 211 als auch 212 gelten.
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KurzDa
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Anmeldungsdatum: 16.10.2006
Beitrge: 3304
Wohnort: Mnchen

BeitragVerfasst am: 19.11.08, 14:21    Titel: Antworten mit Zitat

Hier gilt sicher nur 212 StGB. Du musst Dich immer auch fragen, was der Sachverhaltsersteller mit seinem Sachverhalt bezwecken mchte. Hier ging es nur um die oben genannte Abgrenzung.
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Elyss
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Anmeldungsdatum: 23.02.2007
Beitrge: 904
Wohnort: Stuttgart

BeitragVerfasst am: 19.11.08, 14:35    Titel: Antworten mit Zitat

das da

Zitat:
Sachverhaltsquetsche...


kenne ich aus eigener leidvoller Erfahrung...

Darum kann ich nur untersttzen...wenn wirklich nicht mehr im Sachverhalt steht, solltest Du nichts rein interpretieren. Wenn der Aufgabensteller Mordmerkmale geprft haben will, gibt es dazu Andeutungen.
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Grle

Elyss
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Brauerbauer
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Anmeldungsdatum: 03.07.2005
Beitrge: 240

BeitragVerfasst am: 19.11.08, 16:01    Titel: Antworten mit Zitat

Sieh es doch ganz praktisch:
Bestraft wird man fr das, was einem nachgewiesen werden kann.
Vorliegend kann dem A nachgewiesen werden, dass er B erschieen wollte und C getroffen hat. Mehr nicht.
Zuerst alles hereinzuinterpretieren und dann alles wegzunehmen, was ausdrcklich ausgeschlossen wird, ist unsinnig. Denn dann knnte man A auch 123 unterstellen (vielleicht fand das ganze im Haus des D statt, in das A eingebrochen ist...),
und 223 (...A schlug den D zusammen, als er dies entdeckte...), und 249 (...und entwendete anschlieend seine Lieblingsuhr...).
Steht ja schlielich nichts Gegenteiliges im Sachverhalt. Winken
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Hafish
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Anmeldungsdatum: 26.04.2006
Beitrge: 1168

BeitragVerfasst am: 19.11.08, 16:45    Titel: Antworten mit Zitat

Ist doch klar wieso kein Mord:

Das einzige was man dem Sachverhalt entnehmen knnte wre eine verwerfliche Begehungsweise der Tat, bei Schusswaffen immer wieder gerne der Schuss aus dem Hinterhalt -> Heimtcke. Aber da B sich im Matrix-Style unter dem Schuss weggeduckt hat, war er wohl nicht Arglos Winken

Btw: Es gibt da eine Mindermeinung, die will beim aberratio ictus wie bei einem error in persona vorgehen. Das wre wohl in einer Hausarbeit auf jeden Fall zu erwhnen bzw breitzutreten.
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Jim Panse
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Anmeldungsdatum: 28.12.2005
Beitrge: 211

BeitragVerfasst am: 19.11.08, 20:56    Titel: Antworten mit Zitat

Noch eine Mindermeinung:
Bei Ttungsdelikten wie im vorliegenden Fall reicht es fr den Vorsatz aus, einen Menschen zu tten, ohne dass sich dieser Vorsatz auf eine konkrete Person beziehen muss. Schon klausurtaktisch abzulehnen, da man dann nicht mehr zu den wesentlichen Problemen kommt.
Verlangt bitte keine Quelle, ist schon sehr lang her...

Da wir schon dabei sind:
A will den B erschieen, verwechselt diesen aber beim Abdrcken mit dem C. C stolpert just in diesem Moment zufllig ber eine Banenschale, worauf ihn die Kugel verfehlt. Die Kugel prallt als Querschlger von einem Stein ab und trennt eine Kokosnuss von der Palme. Die Kokosnuss fllt herab und erschlgt B...

Gru
JP
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