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Rcktritt bei einer Internetauktion (Privat an Privat)

 
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Armi
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 22.11.2004
Beitrge: 54

BeitragVerfasst am: 24.11.08, 11:42    Titel: Rcktritt bei einer Internetauktion (Privat an Privat) Antworten mit Zitat

Folgender Sachverhalt:

Verkufer V bietet ber ein Internetauktionshaus eine Eintrittskarte zu einer Veranstaltung an. Kufer K bietet mit und gewinnt die Auktion.

Kufer K schreibt nach der Auktion, dass er die Eintrittskarte definitiv nicht abnehmen werde.

Verkufer V verkauft die Eintrittskarte daraufhin an jemand anderes, allerdings zu einem viel gnstigeren Preis.

Frage: Welche Schadensersatzmglichkeiten hat der Verkufer? Ist es hierbei relevant, dass er die Karte zu einem hheren Preis wieder verkaufen htte knnen?
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Adromir
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 30.10.2005
Beitrge: 5610
Wohnort: Hannover

BeitragVerfasst am: 24.11.08, 12:02    Titel: Antworten mit Zitat

Mmh.. ich denke, da msste man klren, ob der VK durch die Akzeptanz des Rcktritts seine Schadenersatzansprche vielleicht verwirkt haben knnte.. Er htte ja auch einhaltung des Vertrages bestehen knnen.
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Armi
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 22.11.2004
Beitrge: 54

BeitragVerfasst am: 24.11.08, 12:04    Titel: Antworten mit Zitat

Adromir hat folgendes geschrieben::
Mmh.. ich denke, da msste man klren, ob der VK durch die Akzeptanz des Rcktritts seine Schadenersatzansprche vielleicht verwirkt haben knnte.. Er htte ja auch einhaltung des Vertrages bestehen knnen.


Ja, genau das ist wohl der springende Punkt...
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spraadhans
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 26.11.2005
Beitrge: 7758
Wohnort: SMS Bayern

BeitragVerfasst am: 24.11.08, 12:54    Titel: Antworten mit Zitat

Von einer Rcktrittsvereinbarung ist hier ja gar nicht die Rede.

Verweigert der K ernsthaft und endgltig die Abnahme, ist der V zum Rcktritt berechtigt und kann zustzlich Schadensersatz in Hhe des Differenzbetrages verlangen.
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Armi
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 22.11.2004
Beitrge: 54

BeitragVerfasst am: 24.11.08, 15:31    Titel: Antworten mit Zitat

spraadhans hat folgendes geschrieben::
Von einer Rcktrittsvereinbarung ist hier ja gar nicht die Rede.

Verweigert der K ernsthaft und endgltig die Abnahme, ist der V zum Rcktritt berechtigt und kann zustzlich Schadensersatz in Hhe des Differenzbetrages verlangen.


Ja gut, das ist mir schon klar. In dem Sachverhalt sollte man auch von einer endgtigen Abnahmeverweigerung des Kufers K ausgehen.

Fr mich ist aber trotzdem die Frage interessant, wie sich das auf den Schadenersatzanspruch auswirkt wenn die Karte nach der Abnahmeverweigerung nun einfach fr einen Spottpreis an jemand Bekanntes verkauft wird oder doch z.B. auch selber genutzt wird.
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KurzDa
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 16.10.2006
Beitrge: 3304
Wohnort: Mnchen

BeitragVerfasst am: 24.11.08, 15:55    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Fr mich ist aber trotzdem die Frage interessant, wie sich das auf den Schadenersatzanspruch auswirkt wenn die Karte nach der Abnahmeverweigerung nun einfach fr einen Spottpreis an jemand Bekanntes verkauft wird oder doch z.B. auch selber genutzt wird.
Wenn der Verkufer die Karte selber nutzt, wrde ich keinen Schaden erkennen. Ansonsten wird die Hhe des Schadenersatzanspruch nur ber die Schadenminderungspflicht des Verkufers gedeckelt.

Gre
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Armi
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 22.11.2004
Beitrge: 54

BeitragVerfasst am: 24.11.08, 16:04    Titel: Antworten mit Zitat

[quote="KurzDa"]
Zitat:
Ansonsten wird die Hhe des Schadenersatzanspruch nur ber die Schadenminderungspflicht des Verkufers gedeckelt.


Ja, aber beinhaltet die Schadensminderungspflicht fr den Verkufer V, wenn der Kufer K die Annahme endgltig verweigert, tatschlich den Verkauf der Karte an jemand Drittes?

D.h. muss er die Karte zwingend an jemand anderes verkaufen, wenn man nachweisen kann, dass dies fr ihn problemlos mglich gewesen wre? Und falls ja: Muss er hier auch zwingend einen marktgerechten Preis erzielen?
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spraadhans
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 26.11.2005
Beitrge: 7758
Wohnort: SMS Bayern

BeitragVerfasst am: 24.11.08, 16:08    Titel: Antworten mit Zitat

Er muss die Karte selbstverstndlich nicht verkaufen, dann ist aber in aller Regel auch kein Schaden entstanden.

Ansonsten liegt es eigentlich in der Natur der Sache bei einem Verkauf den hchstmglichen Preis erzielen zu wollen, mehr kann man von einem durchschnittl. V nicht erwarten.
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Armi
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 22.11.2004
Beitrge: 54

BeitragVerfasst am: 24.11.08, 16:25    Titel: Antworten mit Zitat

spraadhans hat folgendes geschrieben::
Er muss die Karte selbstverstndlich nicht verkaufen, dann ist aber in aller Regel auch kein Schaden entstanden.


Warum ist dann kein Schaden entstanden? Er hat die Karte doch an Kufer K verkauft, der die Annahme endgltig verweigert.

Also ich denke, ich hab den Sachverhalt genau geschildert. Wie regelt sich hier die Schadensminderungspflicht genau?

Zitat:
Ansonsten liegt es eigentlich in der Natur der Sache bei einem Verkauf den hchstmglichen Preis erzielen zu wollen, mehr kann man von einem durchschnittl. V nicht erwarten.


Es ist die Frage zu was der Verkufer in welcher Form nach Annahmeverweigerung des K verpflichtet ist.
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spraadhans
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 26.11.2005
Beitrge: 7758
Wohnort: SMS Bayern

BeitragVerfasst am: 24.11.08, 16:37    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Also ich denke, ich hab den Sachverhalt genau geschildert.


Ich habe nichts Gegenteiliges behauptet.

Wenn der V kein Interesse mehr an einem Verkauf hat, dann lsst sich schwerlich ber einen Schaden (bzgl. des Kaufpreises) nachdenken.

Zitat:
Es ist die Frage zu was der Verkufer in welcher Form nach Annahmeverweigerung des K verpflichtet ist.


Faktisch msste er den Rcktritt erklren und knnte dann nach Belieben weiter verfahren, z.B. die Sache anderweitig verkaufen und eine ggf. anfallende Differenz vom ursprngl. K als SE fordern.
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KurzDa
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 16.10.2006
Beitrge: 3304
Wohnort: Mnchen

BeitragVerfasst am: 24.11.08, 16:53    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Warum ist dann kein Schaden entstanden? Er hat die Karte doch an Kufer K verkauft, der die Annahme endgltig verweigert
Die Hhe des Schadenersatzes richtet sich nach 249 BGB. Demnach hat der Schadenersatzverpflichtete den Zustand herzustellen, der vorliegen wrde, wenn das schadenverursachende Ereignis nicht eingetreten wre.

In der schuldhaften Nichtabnahme liegt die Pflichtverletzung. Wrde diese nicht vorliegen, htte der Verkufer keine Karte mehr, jedoch aber den vereinbarten Kaufpreis. Nun hat der Verkufer aber noch die Karte. Nutzt er diese, so gebraucht er den den durch die Karte verkrperten Wert. Dieses msste er sich jedoch auf den Schaden (den nicht erhaltenen Kaufpreis 1:1) anrechnen lassen. Demnach also kein Schaden.

oder etwas unjuristischer: Nur weil Sie eine Karte verkauft haben, und der Kufer sie nicht will, springt kein kostenloser Konzertbesuch fr Sie raus. Durch einen Schadenersatzanspruch sollen Sie eben nicht besser gestellt werden, als beim zugrundeliegenden Rechtsgeschft.

Zitat:
Also ich denke, ich hab den Sachverhalt genau geschildert. Wie regelt sich hier die Schadensminderungspflicht genau?
254 II BGB regelt diesen Fall. Demnach ist der Glubiger verpflichtet, den Schaden so gering wie mglich zu halten. Tut er dies nicht, liegt Mitverschulden vor. Dieses Mitverschulden ist nach Rechtsprechung (BGH NJW 51,79) gegeben, wenn der Geschdigte die Manahme unterlsst, die ein ordentlicher und verstndiger Mesch zur Schadenabwendung oder Minderung ergreifen wrde.

Ein verstndiger Verkufer wrde hier an den "Zweitkufer" verkaufen, der den hchsten Preis zahlt. Insofern hat spraadhans mit seiner Aussage mehr als recht.

Gre
KurzDa
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Hafish
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 26.04.2006
Beitrge: 1168

BeitragVerfasst am: 24.11.08, 16:56    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Wenn der V kein Interesse mehr an einem Verkauf hat, dann lsst sich schwerlich ber einen Schaden (bzgl. des Kaufpreises) nachdenken.
Ja, nur hat er ja hier noch Interesse. Wenn er es aber nicht mehr schafft (weil sich kein anderer Kufer findet), ist der Schaden der vereinbarte Kaufpreis.


Armi hat folgendes geschrieben::
Welche Schadensersatzmglichkeiten hat der Verkufer? Ist es hierbei relevant, dass er die Karte zu einem hheren Preis wieder verkaufen htte knnen?
spraadhans hat folgendes geschrieben::
die Sache anderweitig verkaufen und eine ggf. anfallende Differenz vom ursprngl. K als SE fordern.

Mmn nach nicht. Wenn er die Karte zu einem hheren Preis htte verkaufen knnen ist es sein Verschulden dass er weniger Geld kriegt. Er drfte dann nur den Differenzbetrag kriegen zwischen dem vereinbarten Kaufpreis und dem theoretisch mglichen, hheren Kaufpreis beim zweiten Verkauf.
Also wenn V an A fr 100 verkauft hat, A verweigert, Rcktritt etc. und dann verkauft V an B fr 40, obwohl B auch 90 gezahlt htte darf der Verkufer nur 10 als SE verlangen. (100-90)
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Michael A. Schaffrath
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 25.09.2004
Beitrge: 15339
Wohnort: Rom

BeitragVerfasst am: 24.11.08, 20:43    Titel: Antworten mit Zitat

Hafish hat folgendes geschrieben::
Er drfte dann nur den Differenzbetrag kriegen zwischen dem vereinbarten Kaufpreis und dem theoretisch mglichen, hheren Kaufpreis beim zweiten Verkauf.


Nicht unbedingt, denn ein "theoretisch mglicher" Kaufpreis ist irrelevant, wenn er in der Praxis nicht erzielbar war (etwa weil 1 Tag vor dem Konzert weniger Leute nach einer Karte suchen).

Hafish hat folgendes geschrieben::
Also wenn V an A fr 100 verkauft hat, A verweigert, Rcktritt etc. und dann verkauft V an B fr 40, obwohl B auch 90 gezahlt htte darf der Verkufer nur 10 als SE verlangen. (100-90)


Woher wei man denn, ob B auch 90 gezahlt htte? Weil A vielleicht einen Kumpel beibringt, der behauptet, er htte 90 gezahlt?


Ich bringe noch mal eine andere Variante ins Spiel, nach der V IMO auch dann einen Anspruch htte, wenn er die Karte selbst nutzt, bzw. mehrere Varianten:

(a) V hat fr die Karte 50 EUR bezahlt, an A fr 100 verkauft. Schaden durch Nichterfllung: 50 EUR. Wenn V die Karte nun nutzt, bleibt ein Schaden von 50 EUR (er hat 50 EUR fr die Karte bezahlt, die er genutzt hat, daher plusminus 0, bleiben die 50 EUR, die er Gewinn gemacht htte). Hier vernichtet die Nutzung nicht den Gewinn, da A die Karte gar nicht mehr sinnvoll herausfordern kann, da ihr Wert nach dem Konzert gegen Null geht.

(b) Selbe Situation wie (a). V hatte nun die Wahl, entweder A direkt zu verklagen (mit dem Risiko, da dieser pleite ist) oder seinen Schaden zu minimieren, indem er die Karte wenigstens selbst nutzt. Wir gehen weiter davon aus, dies habe doch die 50 EUR Differenzschaden vernichtet (im Gegensatz zur Annahme in (a)).
Der zur eigenen Schadensminimierung betriebene Aufwand (Anreise, Zeit etc.) stellt aber auch einen Schaden dar, den V dem A in Rechnung stellen kann.

Ich persnliche halte (b) fr eher schwer zu verargumentieren, aber (a) erscheint mir sehr plausibel. V hat seinen Schaden durch Nutzung der Karte nicht verringert. Egal ob er zu dem Konzert gegangen ist oder nicht, ihm fehlen 50 EUR, die er bei Erfllung kassiert htte. Ob er die Karte nun wegwirft oder nutzt, mindert weder seinen Schaden noch schadet es dem A.
_________________
DefPimp: Mein Gott
Biber: N, war nur M.A.S. Aber hier im Forum ist das schon ziemlich dicht dran.

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