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Wahlrecht fr Kinder?!
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Holzschuher
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Anmeldungsdatum: 18.02.2006
Beitrge: 6354
Wohnort: Nrnberg

BeitragVerfasst am: 26.11.08, 11:23    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

"hitzige" Diskussion hier!? Mit den Augen rollen

Die Befrworter sagen z.B:

Zitat:
Eine Regelung, die mehrere Experten und auch Politiker ablehnen, sie fordern eine Abschaffung dieser Altersgrenze. "Politiker wrden durch ein Wahlrecht von Geburt an gezwungen, Politik auch fr Kinder verstndlich zu erklren", glaubt die frhere Bundesfamilienministerin Renate Schmidt. "Millionen zustzliche Whler werden Politik verndern", sagt Schmidt gegenber tagesschau.de.

Fr Schmidt geht es darum, "eine Wahlungleichheit zu beseitigen" und die Altersgrenze 18 aus dem Grundgesetz zu streichen. Hinter der Initiative steht die Idee, dass Kinder und Jugendliche als Whlergruppe ein Gegengewicht zum immer weiter steigenden Durchschnittsalter der Whler bilden sollen. So knnten die Interessen der jungen Generation gewahrt bleiben, whrend es immer mehr ltere in Deutschland gibt. "Das ist ein Beitrag zur Generationengerechtigkeit", so Schmidt.

Zu den Befrwortern eines Wahlrechts fr Kinder gehrt auch Sachsens Ministerprsident Georg Milbradt. Stellvertretend fr die Kinder sollten die Eltern zunchst das Wahlrecht ausben: "Wenn auf einen Schlag ber 13 Millionen Stimmen mehr fr Kinder da sind, dann wrden die Parteien ganz andere Programme schreiben", glaubt Milbradt.

Der Mnchner Jurist und Sozialwissenschaftler Kurt-Peter Merk meint, dass die Eltern am ehesten im Interesse ihrer Kinder handeln wrden. Merk gehrt zu den aktivsten Kmpfern fr ein Wahlrecht von Geburt an. "Es geht darum, die Diskriminierung eines Teils der Bevlkerung zu beenden", erklrt der Wissenschaftler. Das im Grundgesetz festgelegte Wahlalter von 18 Jahren verstoe gegen die Menschenwrde und das allgemeine Wahlrecht, so Merk, der deswegen Verfassungsklage eingereicht hat.


Quelle, allerdings schon aus dem April 2007

Auch Herbert G. ist dafr: Kinder and die Macht... Winken

Ganz im Ernst: So dumm ist die Idee doch nicht. Geht man davon aus, dass die Eltern "fr die Kinder" sowieso das whlen, was sie selbst whlen, natrlich auch davon geprgt, dass sie Eltern sind, dann verschiebt sich ja veilleicht gar nicht so viel.

Aber was ich zugeben muss ist, dass duch die Einfhrung eine Kinderwahlrechtes die Ausrichtung von Politik und Gesellschaft wieder mehr in Richtung unserer Kinder stattfindet und ggf. auch tatschlich in die Tat umgesetzt wird.

Wenn es denn Herren Politikern beliebt, fhren sie ja immer, gerade bei der Verschuldensfrage, gerne an, dass wir unseren Kindern nicht so einen Saustall - ok,ok Schuldenberg - hinterlassen knnen, etc.pp. Aber ist das tatschlich ernst gemeint? Nimmt das denen einer ab?
_________________
Gru
Peter H.
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SpecialAgentCooper
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Anmeldungsdatum: 07.09.2006
Beitrge: 3296

BeitragVerfasst am: 26.11.08, 11:52    Titel: Antworten mit Zitat

Und was machen wir mit der Stimme des nasciturus? Und was sagt die katholische Kirche? Every sperm is sacred?
Ich finde aber immer noch, der Klimawandel wre ein viel wichtigeres Thema - wieso bekommen kos nicht auch mehr Stimmen im Vergleich zu Leuten, die 20-Liter-Autos fahren?
_________________
Die Welt wird immer absurder. Nur ich bin weiter Katholik und Atheist. Gott sei Dank! (Luis B.)
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Hafish
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Anmeldungsdatum: 26.04.2006
Beitrge: 1168

BeitragVerfasst am: 26.11.08, 13:19    Titel: Antworten mit Zitat

Befrworter hat folgendes geschrieben::
"Politiker wrden durch ein Wahlrecht von Geburt an gezwungen, Politik auch fr Kinder verstndlich zu erklren"

Genau das ist doch der Punkt:
1) Sollten Kinder sich nicht mit sowas belasten.
2) Man kann Kindern das nicht erklren, weil sie geistig einfach nicht reif genug sind. Ich nehme niemanden ernst, der ersthaft die Ansicht vertritt, dass 8-Jhrige z.B. komplexe wirtschaftliche Zusammenhnge verstehen. Kinder sind aufgrund ihrer Lebenserfahrung und aufgrund ihrer naiven Denkweise faktisch nicht in der Lage, gewisse Prozesse zu verstehen. Unser gesamtes Rechtssystem, unser gesamter Jugendschutz ist auf eins ausgerichtet: Kinder sind unmndig. Ich darf nur mal an die beschrnkte Geschftsfhigkeit erinnern. Wir erlauben Kindern nicht, eigenverantwortlich ein Fahrrad zu kaufen, aber wollen Ihnen erlauben unseren Staat zu lenken? All unsere Gesetze zeigen, dass Kinder nicht in der Lage sind fr sich selbst Verantwortung zu bernehmen. Wie sollen sie dann fr die Gesellschaft Verantwortung bernehmen?

Dann mach ich morgen eine Partei auf, die verspricht jedem Kind jeden Morgen in der Schule ein Schokoladenei und 10 EUR staatliches Taschengeld pro Woche. Und natrlich 1 EUR fr mich pro Kind pro Woche. Die Kinderstimmen wren mir sicher und schon wre ich ein steinreicher Bundeskanzler oder was? Der Bundestag soll Gesetze erlassen. Kinder lernen in ihrer Kindheit gerade mal (und auch nicht immer bzw immer weniger) die Verhaltensregeln der Gesellschaft. Sie lernen was richtig ist und was falsch, sie wissen dass man andere nicht hauen darf (oder sollten sie zumindest wissen), sie wissen dass man nichts klauen darf. Aber wie soll ein Kind denn komplexe Zusammenhnge z.B. aus dem Arbeitsrecht verstehen? Das spielt erst viel spter eine Rolle fr die kleinen. Auerdem sind Kinder uerst leicht zu steuern, z.B. mit ngsten und seien sie auch noch so irrational. Wers nicht glaubt, der lsst mal ein 6-Jhriges Kind einen Horrorfilm gucken und sagt ihm danach "war doch alles nur ein Film, das ist nicht real" Mit den Augen rollen

Kinder sind naiv (daher kommt das Wort), Kinder sind mehr als nur anfllig fr Manipulationen und Kinder sind nicht in der Lage und auch nicht Willens ber den Tellerrand zu schauen. Mancher Erwachsene vielleicht auch nicht, aber bei Kindern ist das von Natur aus. Deshalb drfen sie nicht alleine Kaufvertrge abschlieen. Deshalb brauchen sie die Zustimmung der Eltern zum Ausbildungsvertrag. Zum Bankvertrag, zu jeder Willenserklrung. Und deshalb drfen sie kein Wahlrecht haben. Und die Eltern erst Recht nicht anstelle ihrer Kinder.
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Tastenspitz
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Anmeldungsdatum: 05.07.2007
Beitrge: 4335
Wohnort: Memmingen

BeitragVerfasst am: 26.11.08, 19:15    Titel: Antworten mit Zitat

Noch ein SINK Cool
Was hat denn Arbeitsrecht mit dem ganzen hier zu tun? Die beschriebenen naiven Eigenschaften treffen durchaus auf einige Prozent der ber 18 Jahrigen zu. Zustimmung dazu.

Nur nochmal zu Info. Nicht die Kinder sollen whlen gehen, sonder das Wahlrecht (Stimme) soll den Erziehungsberechtigten zustehen.
Also nix mit Schokoei und Taschengeld. Winken

Und zu guter Letzt: Was daran ist falsch, Politik verstndlich zu erklren?
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...Sffig wie zwei Weissbiere
Prost | ~Prost
Gesetze sind eine milungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
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Biber
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Anmeldungsdatum: 21.11.2005
Beitrge: 11363
Wohnort: This world is not my home - I'm only passing through!

BeitragVerfasst am: 26.11.08, 19:22    Titel: Antworten mit Zitat

Holzschuher hat folgendes geschrieben::
Das im Grundgesetz festgelegte Wahlalter von 18 Jahren verstoe gegen die Menschenwrde und das allgemeine Wahlrecht, so Merk, der deswegen Verfassungsklage eingereicht hat.
Booh, geht es auch eine Nummer kleiner? Und welches Alter wrde Herr Merk denn wohl als nicht-verstoend ansehen?

Holzschuher hat folgendes geschrieben::
Ganz im Ernst: So dumm ist die Idee doch nicht.
Zustimmung. Ich sehe allerdings in der Ausgestaltung erhebliche Schwierigkeiten - m.E. wre tatschlich nur eine Mehrfachstimmberechtigung von Eltern sinnvoll.


Holzschuher hat folgendes geschrieben::
Auch Herbert G. ist dafr: Kinder and die Macht... Winken
Man kann das auch anders sehen:
Missfits hat folgendes geschrieben::
Nehmt den Kindern das Kommando
sie mchten nur was sie tun
die Welt zurck in Elternhnde
sie gehr'n in Grund und Boden gerammt
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Auf den Arm nehmen
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Das Denken ist zwar allen Menschen erlaubt, aber vielen bleibt es erspart.
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0Klaus
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Anmeldungsdatum: 30.12.2004
Beitrge: 2595

BeitragVerfasst am: 26.11.08, 19:43    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Nein, auf keinen Fall. Entweder macht man ein festes Alter aus, z.B. 18 Jahre, oder wir kommen in Teufels Kche: Wenn wir jemandem das Wahlrecht dann zusprechen, wenn er die "ntige Einsicht" hat, dann muss es konsequenterweise auch Leuten abgesprochen werden, die nicht diese Einsicht besitzen. Und wer soll das dann entscheiden?! Im Hinblick auf den braunen Dreck vielleicht eine gute Idee, aber allgemein fhrt sie geradewegs von der Demokratie weg.

Ich meinte eine objektive Altersgrenze bei der im Durchschnitt die notwendige Einsicht vorliegt.

Wenn man danach geht, wer welche Vorgnge durchblicken kann, wird man zu dem Ergebnis kommen, dass das vielleicht 10 % der Bevlkerung wirklich knnen. Die meisten whlen immer ihre Partei, die sie immer schon gewhlt haben. Ich gehe davon aus, dass die meisten nur ein paar Schlagworte aus dem Wahlprogramm ihrer Partei kennen. Viele kennen die Zustndigkeitsgrenzen Land/Bund nicht.

In einigen Kommunalverfassungen ist ein Wahlrecht ab 16 Jahren vorgesehen. Ich denke schon, dass man mit 14 in der Lage ist zu beurteilen, ob man zB eher kologisch eingestellt ist und eine kosteuer will oder ob man lieber Kndigungsschutz will oder eher christlich ist oder eher an Freiheit interessiert ist oder keine Auslnder will oder Tierschutz als wichtig empfindet, oder ein Einheitsschulsystem oder ein Gymnasium usw.

Ganz deutlich wird das Problme im Falle Wehrpflicht. Die meisten wrden diese Pflicht sicherlich abschaffen und hier auch eine hohe Prioritt legen, so lange sie selbst betroffen sein knnen; Eltern wrden dem sicherlich nicht so eine hohe Prioritt beimessen, da sie wiederum nicht selbst betroffen sind und mglw. sogar froh sind, wenn die Kinder mal nicht da sind.

Interessant wre mal eine (statistische) Testwahl zu machen, wie sich Jngere entscheiden. Man knnte zB mit 14 anfangen und die Wahlen altersdifferenziert auswerten. Weiter knnte man eine statistische Testwahl machen, wie die Eltern ihre halbe Stimme abgeben wrden. Wenn das Ergebnis vorliegt, knnte man besser diskutieren.
_________________
mfg
Klaus
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Jim Panse
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Anmeldungsdatum: 28.12.2005
Beitrge: 211

BeitragVerfasst am: 26.11.08, 20:22    Titel: Antworten mit Zitat

Ich denke, die Idee eines Kinderwahlrechts ist reiner Populismus. Man kann sich ohne groen Aufwand bei kinderreichen Familien beliebt machen, ohne Gefahr zu laufen, dass die propagierte Folge eintritt.

Wem soll das Stimmberecht zustehen? Dem Erziehungsberechtigten? Den Erziehungsberechtigten? Wenn beiden Elternteilen: wer gibt den Ausschlag, wenn beide im jeweils verstandenen Kinderinteresse unterschiedlichen Parteien den Vorzug geben wollen? Ist es mit dem Wahlgeheimnis vereinbar, wenn der eine Elternteil den anderen bei der Stimmabgabe kontrolliert, ob er auch sein Kreuz an der richtigen Stelle macht?
Wird man zuknftig auch den Sorgerechtsstreit und den Stimmrechtsstreit im Scheidungsverfahren abtrennen knnen? Und ab wann wird der Kleine das Stimmrecht von den Eltern wegen Eigenbedarf herausklagen knnen?

Gru
JP
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in dubio pro leo!
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Hafish
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 26.04.2006
Beitrge: 1168

BeitragVerfasst am: 26.11.08, 22:45    Titel: Antworten mit Zitat

Tastenspitz hat folgendes geschrieben::
Noch ein SINK Cool
Nur nochmal zu Info. Nicht die Kinder sollen whlen gehen, sonder das Wahlrecht (Stimme) soll den Erziehungsberechtigten zustehen.
Ja eben, das ist ja das Problem! Die Kinder sollen ja Wahlrecht haben, die Eltern sollen es nur fr sie "ausben". Aber das ist wie gesagt bestenfalls Utopie. Denn faktisch werden die Eltern wohl kaum mit ihrer Stimme die Linkspartei whlen und mit der "Kinderstimme" meine berraschungsei-Partei. Etwas anderes zu glauben wre realittsfern. Aber genau das ist ein Mehrklassenwahlrecht, in dem die Stimme von Eltern mehr zhlt. Dieses System wre das Gegenteil von dem, was wir heute unter gleichen Wahlen verstehen. Knnen wir gerne so machen, aber dann will ich, dass jeder Jurist +1 Stimme kriegt, und um es mal krass darzustellen: jeder mit Migrationshintergrund eine Stimme weniger. So. Was halten die Verfechter des Eltern-Mehrstimmen-Wahlrechts von meinem Vorschlag? Wahrscheinlich das gleiche wie ich: Skandal. Diese Idee ist fr Eltern vielleicht toll, aber zutiefst undemoktratisch. Es wre keine Herrschaft des Volkes mehr, sondern eine Herrschaft des Patriarchats bzw des Matriarchats.
Alternative, und zwar die einzige Alternative, die mir einfllt wre, jeder kann whlen wann er will, auch Kinder, nur halt hchstpersnlich. Aber genau da ist das Problem mit Kindern: "Hr zu, wenn du nachher nicht da und da das Kreuz machst haben wir nichts mehr zu essen und mssen Hungern. Willst du das?" Und diese krasse Art von Einflussnahme wird nicht enden, bis die Minderjhrigen eigenverantwortlich entscheiden knnen. Einzige Mglichkeit um sowas zu vermeiden ist ein festes Alter, wie gesagt, meiner Meinung nach sogar mehr als 18. Aber mit 18 ist man hierzulande nunmal Erwachsen und kann nicht mehr gehindert werden. Aber darunter sollte es auf keinen Fall sein.

Zitat:
Und zu guter Letzt: Was daran ist falsch, Politik verstndlich zu erklren?
Gar nichts, im Gegenteil, ich begre das sehr. Nur bringt das erst was in einem angemessenen Alter. Nur ist Politik ja nicht sowas wie z.B. Bruchrechnung, was man nach 2 Monaten beherrscht. Politik ist ja -abgesehen von den festgelegten Sachen der Verfassung- ein komplexes Thema, was jeden Lebensbereich betrifft. Wir machen hier keine Volksabstimmung zu einem bestimmten Thema, sondern zu einem riesigen Wahlprogramm einer Partei. Und um nur ansatzweise die Auswirkungen verstehen zu knnen braucht es schon etwas mehr als 10 Jahre Lebenserfahrung. Sonst passiert genau das was ich in meinem Schokoladenei-Beispiel gesagt habe: Die sehen den einen direkten Vorteil fr sie und knnen die tatschlichen Konsequenzen nicht begreifen.

Letzter Punkt, den habe ich aber auch schon erwhnt: Wenn die Kleinen die gleichen Rechte haben sollen wie Erwachsene, dann bitte auch die gleichen Pflichten. Insbesondere muss man dann zuallererst die 104 - 113 BGB rausnehmen. Aber das will dann andererseits wieder keiner. Es ist geistlos und widersprchlich, auf der einen Seite Kinder unter den besondern Schutz der Gesellschaft zu stellen mit dem Argument, dass sie noch nicht mndig seien und dass sie noch nicht selbst entscheiden knnten - ihnen auf der anderen Seite aber Rechte einzurumen, die man erst ausben kann, wenn man mndig ist, eigenverantwortlich handeln kann und keines besondern Schutzes mehr Bedarf.


Zuletzt bearbeitet von Hafish am 26.11.08, 22:52, insgesamt 1-mal bearbeitet
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Rena Hermann
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Anmeldungsdatum: 23.12.2005
Beitrge: 2886

BeitragVerfasst am: 26.11.08, 22:50    Titel: Antworten mit Zitat

Also wenn Kinderwahlrecht, dann sollen auch die Kinder selbst whlen. Persnlich, geheim, und dann in die Wahlkabine tabbseln und Kreuzchen machen, wie jeder andere auch. Nicht jedoch die Eltern mehrfach.
Denn dann wre es ja kein Kinderwahlrecht sondern ein Eltern-mit-Kindern-haben-mehr-Stimmen-Wahlrecht.
In letzterem Fall htt ich dann gerne auch noch ein Ehrenamtlichenwahlrecht oder ein Viel-Steuern-zahl-Wahlrecht oder ein Ich-sau-die-Umwelt-nicht-ein-Wahlrecht oder oder oder. Lachen

Gru
Rena

PS: @Hafish
Nicht dass ich jetzt unbedingt fr ein Kinderwahlrecht wre - bin da durchaus zwiegespalten. Beinflussung von anderen seh ich jedoch auch bei Erwachsenen, genau wie die Nichtkenntnis.
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Hafish
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Anmeldungsdatum: 26.04.2006
Beitrge: 1168

BeitragVerfasst am: 26.11.08, 22:57    Titel: Antworten mit Zitat

Rena Hermann hat folgendes geschrieben::
Ehrenamtlichenwahlrecht oder ein Viel-Steuern-zahl-Wahlrecht oder ein Ich-sau-die-Umwelt-nicht-ein-Wahlrecht oder oder oder.
Richtig, wir nhern uns der Gefahr die dieser ach so harmloser Kinderwahlrechtsvorschlag birgt. Wir knnten ja auf die Idee kommen, einem Andersfarbigen weniger stimmen zu geben als einem Weien. Oder wir machen es direkt an der Religion fest. Jedem Nicht-Extremisten fllt sofort auf, dass es also so nicht gehen kann.
Naja, die Alternative habe ich ausfhrlich beschrieben.

Zitat:
PS: @Hafish
Nicht dass ich jetzt unbedingt fr ein Kinderwahlrecht wre - bin da durchaus zwiegespalten. Beinflussung von anderen seh ich jedoch auch bei Erwachsenen, genau wie die Nichtkenntnis.
Ich wei, auch das sehe ich als Problem an. Aber ab dem Erwachsenenalter kann man es nunmal niemandem mehr nehmen, oder wir haben wieder die gefhrliche Situation, dass der Staat entscheiden kann, wer whlen darf("kann") und wer nicht. Aber Kinder sind ja schon von Natur aus in Ihrer Kindheit fr jede Beeiflussung offen.
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Rena Hermann
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Anmeldungsdatum: 23.12.2005
Beitrge: 2886

BeitragVerfasst am: 26.11.08, 23:03    Titel: Antworten mit Zitat

Nun, die Gefahr seh ich jetzt nur bedingt, solange man eben beim "One-man-one-vote" bleibt. Aber eben nur dann, wenn das Kind der "man" ist, also selbst whlt, und nicht z.B. bei einer fnfkpfigen Familie, bei der vielleicht sogar noch ein Elternteil "entscheidet" (soll's ja geben) es pltzlich zum "One-man-five-votes" mutiert.

Gru
Rena

PS:
Zitat:
Aber Kinder sind ja schon von Natur aus in Ihrer Kindheit fr jede Beeiflussung offen.

Kommt aufs Kind an. Und die Beeinflussung (btw - jeder Mensch ist stndig beeinflusst von irgendwas) findet ja nicht nur durch Eltern statt. Sagen zumindest die meisten Eltern (manchmal leidvoll), wenn das Kind mal 'ne Weile im Kindergarten, in der Schule, im Verein ist. Winken
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Zuletzt bearbeitet von Rena Hermann am 26.11.08, 23:11, insgesamt 1-mal bearbeitet
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Hafish
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Anmeldungsdatum: 26.04.2006
Beitrge: 1168

BeitragVerfasst am: 26.11.08, 23:10    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Kommt aufs Kind an. Und die Beeinflussung (btw - jeder Mensch ist stndig beeinflusst von irgendwas) findet ja nicht nur durch Eltern statt
Sie wissen wie ich das meine.

Ansonsten im Prinzip richtig, nur was sage ich dann am Wahlmorgen am Frhstckstisch?

"Hrt mal Kinder, Ihr msste alle die X-Partei whlen, sonst werden die Gesetze ganz schlimm gendert und dann haben wir kein Geld mehr um Essen zu kaufen. *Schluchz* Und zur Oma knnen wir dann auch nicht mehr fahren weil der Sprit zu teuer ist."
Oder auch die knallharte Variante: Entweder du whlst wie ich will/entweder Partei X gewinnt die Wahl, oder es gibt kein Taschengeld mehr bis zur nchsten Wahl.


Dann haben wir

Ein Mann eine Stimme. Ein Vater vier Stimmen.

PS: wir sollten mit dem editieren aufhren, ich Blick nicht mehr durch^^
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Rena Hermann
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Anmeldungsdatum: 23.12.2005
Beitrge: 2886

BeitragVerfasst am: 26.11.08, 23:18    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist dann eine Frage der Aufklrung.
Wenn, dann mssten Nachrichten/Medien/Politik eben auch fr Kinder verstndlich gemacht werden.
Dann knnten sie auch entscheiden

Und ich glaub man unterschtzt Kindergedanken. Denn sowas wie "Wenn du nicht aufrumst, fahren wir nicht zur Oma" oder "Wenn du weiter so bockig bist, gibt's kein Abendessen" funktioniert ja auch nur in den seltensten Fllen. Winken

Ich seh die Problematik eher darin, dass der Wahlkampf bzw. die Erklrungen von "Was, wenn, dann..." dann "kinderleicht" gemacht werden mssten (was im brigen vermutlich auch vielen Erwachsenen helfen wrde). Und damit sind unsere Politker glaub berfordert. Auf den Arm nehmen
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Tastenspitz
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Anmeldungsdatum: 05.07.2007
Beitrge: 4335
Wohnort: Memmingen

BeitragVerfasst am: 27.11.08, 09:03    Titel: Antworten mit Zitat

@Hafish - Wovor hast du nur soviel Angst? Winken Das die Politik familienfreundlicher wird? Das man als Single benachteiligt werden knnte? Oder nur, dass die bsen Eltern dann die Kinder bevormunden und diese Stimmen mibrauchen?
Zugegeben, Einzelflle wirds hier immer geben, das ist berall so. Demokratie heit, dass das Volk regiert (zumindestens in der Theorie Mit den Augen rollen ) Warum werden dann per Gesetz rund 15% der Bevlkerung willkrlich ausgesperrt.
Lass uns eine Kompromiss machen weg vom Alter - eine Wahlprfung vor der Urne. Jeder mu ein paar Fragen zu den Parteien und deren Grundstzen beantworten um wahlberechtigt zu sein. Kann er das, darf er whlen. Kann er das nicht, darf er in 4 Jahren nochmal wiederkommen. Winken
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Klein-Fritzchen
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Anmeldungsdatum: 25.05.2005
Beitrge: 2262

BeitragVerfasst am: 27.11.08, 09:26    Titel: Antworten mit Zitat

Warum fhren wir eigentlich nicht ein "Haustierwahlrecht" ein?

Jeder Whler hat soviel Stimmen, wie er Haustiere hat. Das wrde den Interessen der Tiere sicherlich entgegen kommen.

Mit Demokratie hat das zwar nichts zu tun; aber wen interessiert das.
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Wenn alle das tten, was viele mich knnten, kme ich nicht mehr zum Sitzen!
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