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Mustervertrag fr Gruppenreise

 
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Paddy82
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Anmeldungsdatum: 09.06.2008
Beitrge: 785
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: 08.12.08, 11:49    Titel: Mustervertrag fr Gruppenreise Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

ich mchte im Herbst 2009 mit einigen Freunden und Freundesfreunden eine Gruppenreise nach Dnemark machen. Dort wollen wir uns ein gemeinsames groes Ferienhaus mieten. Das Haus wrde ich buchen und das Geld in einer Summe von meinem Konto berweisen. Die Teilnehmer zahlen ihren Anteil zeitgleich an mich.
Da es bei der gleichen Veranstaltung dieses Jahr einige Probleme gab (es haben mehrere Leute die Reise vorher abgesagt und daher das Geld nicht berwiesen bzw. zurckgefordert), mchte ich fr das folgende Jahr daraus lernen und einen kleinen Vertrag schlieen.

Zunchst meine erste Frage:
Darf ich mit den Teilnehmern vereinbaren, dass die Teilnehmer nach ihrer Reisezusage das Geld fr das Haus innerhalb von x Tagen an mich zu berweisen haben und es keine Rckerstattung gibt, falls sie die Reise, aus welchen Grnden auch immer, nicht antreten knnen oder wollen? (Es steht dem Teilnehmer frei, sich selbst um eine Rcktrittversicherung zu kmmern.) Oder wre der Passus sittenwidrig, weil sie fr das Geld keine Gegenleistung geboten bekommen?

Gibt es fr solche Konstellationen vielleicht schon Mustervertrge? Ich habe leider keine (kostenlosen) gefunden..

Viele Gre,
Paddy
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jaeckel
Administrator


Anmeldungsdatum: 12.09.2004
Beitrge: 4985
Wohnort: Bad Nauheim

BeitragVerfasst am: 08.12.08, 12:23    Titel: Antworten mit Zitat

Ich kenne hnliche Vertrge als Crew-Vertrag beim Chartern einer Segelyacht:
z.B.
http://www.chartertransparenz.de/service/crewvertrag.htm

Ggf. kann das als Anregung ntzlich sein.
_________________
Herzlichen Gruss
Ihr Achim Jckel
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nce
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Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beitrge: 963
Wohnort: Halle/Saale

BeitragVerfasst am: 08.12.08, 13:57    Titel: Antworten mit Zitat

Ich halte die ganze Konstellation fr hchst problematisch, da aus dem "Buchenden" ganz schnell ein "Veranstalter" werden kann - mit allen Pflichten, von denen die Haftung als Reiseveranstalter sicher die dramatischste ist.

An frherer Stelle (jetzt im Archiv) habe ich schon einmal meine Lieblings-Horrorstory gepostet, sie sei hier wiederholt:

Thread: Ab wann ist jemand Reiseveranstalter hat folgendes geschrieben::
Ein Student, nennen wir ihn A, organisiert fr sich und die Freunde B und C eine Skireise. Er sagt: "Ich organisiere alles und sage Euch, was es kostet." Kein Stress also, und da A, B und C sich wirklich gut verstehen, macht A nicht mal Gewinn bei der Sache. Nachdem er also Flug, Hotel und sogar das Heliskiing gebucht hat, kriegen B und C einen Zettel mit dem Betrag und der Kontonummer von A. Sie wollen ihm nicht lange was schuldig bleiben und berweisen den Pauschalbetrag umgehend.

Alles ist sonnig, bis Freund B beim Absprung aus dem Helikopter unglcklich strzt und infolge dieses Unfalls querschnittsgelhmt ist. Freundschaft hin oder her: Vor Gericht wird festgestellt, dass

- A wegen seiner umfassenden Organisation der Reise und dem pauschalierten Preis als Reiseveranstalter aufgetreten ist,

- ihn daher besondere Verkehrssicherungspflichten trafen; die hat er verletzt, denn der Unfall wurde nicht durch ein ungeschicktes Abspringen von Freund B verursacht, sondern durch mangelnde Sicherheitsvorkehrungen,

- B daher Schadenersatz- und Schmerzensgeldansprche gegen A zustehen.

Viel Geld, wie man sich vorstellen kann, das A allerdings nicht hat als armer Student.

Fazit: Nicht nur A sitzt gewaltig in der Tinte. B, der den physischen Schaden hat, sieht vom nicht-versicherten A keinen Cent.

Wenn ich an dieser Stelle mal wirklich einen Rat geben darf: Finger weg!


Das ist brigens keine erfundene Lehrbuchgeschichte, sondern leider wirklich passiert.

Diese Gefahr sehe ich durchaus auch bei einer Ferienhausbuchung, unter anderem deswegen, weil sie im Reiserecht in aller Regel als Reisevertrag im Sinne der 651a ff. BGB behandelt wird. Nun mag unter Umstnden die "gebndelte Zahlung" vielleicht unproblematisch sein (so werden das Freunde untereinander blicherweise machen), wenn aber sogar ein schriftlicher Vertrag mit einer Art Stornobedingungen geschlossen wird, sollten smtliche verfgbaren Alarmglocken feierlich zum Advent luten ...

Freunde der klassischen Psychoanalyse werden schmunzelnd bemerken, dass Du selbst von "Veranstaltung" in Bezug auf diese Veranstaltung sprichst Winken

Darber hinaus zu der beabsichtigen Stornokostenregelung: diese wre IMHO auf jeden Fall noch einmal AGBrechtlich zu berprfen (sprich ob sie berraschend oder unangemessen benachteiligend ist, was ich vermute). Sowohl reisevertrags- als auch mietrechtlich wren meiner Meinung nach zudem die Stornobedingungen des eigentlichen Mietvertrags ausschlaggebend - denn wenn der "Veranstalter" etwas erstattet bekommt, msste er sich das auch anrechnen lassen. Und wahrscheinlich knnten stornowillige Mitreisende eine dritte Person benennen, die an ihrer Stelle reist.

Soweit ein paar Stichworte.
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Paddy82
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Anmeldungsdatum: 09.06.2008
Beitrge: 785
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: 08.12.08, 14:36    Titel: Antworten mit Zitat

Okay, das habe ich soweit verstanden.
Aber was wre die Alternative, um mich aus der Haftung zu bringen?
Es ist nunmal so, dass der Vermieter des Ferienhauses den Mietvertrag mit nur einer Person abschliet. Im Vertrag gibt der "Hauptmieter" dann die Namen der Mitreisenden an.
Es besteht also gar keine Mglichkeit der gemeinsamen Buchung oder Zahlung.

Sinn und Zweck des Schriftstckes soll eigentlich sein, dass nicht jetzt 10 Leute sagen dass sie mitkommen, ich das Haus buche und dann 5 wieder abspringen.
Wrde ich den Mietvertrag stornieren, wrde ich natrlich einiges an Geld wiederbekommen, was ich dann selbstverstndlich auch auf alle umlegen wrde, aber wenn von 10 Leuten z.B. 3 abspringen, wrden wir verbleibenden 7 trotzdem fahren. Nur sehen wir das dann nicht ein, den 3 Leuten das Geld zurckzuzahlen und selbst draufzulegen.
Wir suchen uns das Haus vorher ja so aus, dass es so viel kostet, wieviel Geld wir zusammen haben.
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nce
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Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beitrge: 963
Wohnort: Halle/Saale

BeitragVerfasst am: 08.12.08, 15:01    Titel: Antworten mit Zitat

Ich knnte mir zum Beispiel vorstellen, dass die Mitreisenden ihren Namen auf dem Mietvertrag jeweils mit ihrer Unterschrift verschnern. Dann kann am Ende keiner sagen, er htte die Zahlungs- und Stornobedingungen des Vermieters(!) nicht gekannt oder Du httest ihn auf die Buchung geschrieben ohne dass er das wollte. Und um viel mehr geht es im Kern ja nicht.

Fr den Vermieter sind es ein paar Unterschriften zu viel, aber solange er eindeutig einen gesamtschuldnerisch haftenden Anmelder hat, wird ihm das egal sein Winken
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Paddy82
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Anmeldungsdatum: 09.06.2008
Beitrge: 785
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: 08.12.08, 15:07    Titel: Antworten mit Zitat

Soweit auch klar Smilie

Im Mietvertrag zwischen dem Vermieter und mir/uns steht aber z.B., dass bis x Wochen vor Reiseantritt x% und bis Y Tage vor Reiseantritt y% des Mietpreises zurckgezahlt werden.
Das gilt ja aber nur, wenn die Reise tatschlich nicht angetreten wird.

Wenn nun aber, wie in meinem letzten Fallbeispiel, von 10 angemeldeten Teilnehmern 3 abspringen, dann wird ja vom Vermieter nichts zurckgezahlt, weil die verbleibenden 7 trotzdem die Reise antreten. Die 3 Abspringer wrden dann aber verlangen, dass sie x oder y% der bezahlten Kosten zurckhaben wollen. Und das mchte ich eigentlich gern vermeiden.
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Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beitrge: 963
Wohnort: Halle/Saale

BeitragVerfasst am: 08.12.08, 15:15    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn diejenigen, die abspringen, ihr Einverstndnis zu einem Vertrag mit ihrer Unterschrift dokumentiert haben, der eben in so einem Fall eindeutig keine Rckzahlung vorsieht, dann knnen sie auch nicht mit Aussicht auf Erfolg fordern, eine solche Rckzahlung zu bekommen.

Dass sie das vielleicht trotzdem wollen, wirst Du evtl. nicht verhindern knnen ... Lachen
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