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Unfallflucht? Strafe?
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Andace49
Interessierter


Anmeldungsdatum: 09.01.2009
Beitrge: 11

BeitragVerfasst am: 09.01.09, 12:19    Titel: Unfallflucht? Strafe? Antworten mit Zitat

Hallo!
Ich hoffe hier auf Informationen bezglich meiner Geschichte, die ich hier kurz schildern mchte.
Vor einer Woche wollte ich in einer verkehrsberuhigten Zone rechts in eine Seitenstrae abbiegen. Beim Abbiegen kam mir eine Frau entgegen. Da in dieser Abbiegung nur Platz fr ein Auto ist hielt ich an um sie herausfahren zu lassen. Als sie mich sah erschrag sie und fuhr rechts an einer Mauer entlang. Ich dachte fr mich "Was macht die denn?" und bin weitergefahren zu meinem Elternhaus (diese Seitenstrae ist eine ca. 500m lange Sackgasse). Einen Tag spter stand diese Frau mit Ihrer Vater, der Polizist ist, vor der Haustr meiner Eltern und sie haben mich angerufen. Sie bestanden darauf dass ich den Schaden bezahle, weil sie, also die Fahrerin meinte ich sei zu schnell gewesen und sie htte deshalb ausweichen wollen. Auerdem weisten mich die zwei daraufhin dass ich htte anhalten mssen. Ich habe ihnen dann telefonisch geschildert, dass ich in diesem Fall keine Beteiligung durch mich sehe, und ich auch nicht zu schnell gewesen wre und ich nicht wsste dass ich dennoch htte anhalten mssen und ich es dementsprechend nicht getan habe. Sie haben mich dann um meine Versicherungsdaten gebeten und gemeint, diese Sache wrden dann die Versicherungen klren.
Nun rief mich gestern die Versicherung an und hat gesagt der Vorfall sei polizeilich gemeldet. Also habe ich die beiden angerufen und die haben mir erklrt, dass sie der Polizei schriftlich mitgeteilt htten, was sich ereignet htte und dass sie tagsdrauf bei meinen Eltern waren etc. und dass ich nun wohl damit rechnen knne, dass man mich wegen Unfallflucht anzeigt.
Nun bin ich vllig fertig. Ich wusste nicht, dass ich htte anhalten mssen - wie gesagt ich habe hier keine Schuld durch mich gesehen. Die Schadenssumme werde ich heute nachmittag erfahren. So wie sie sagt hatte sie einen oberflchlichen Kratzer an der Beifahrertr und hinten am Kotflgel.
Meine Frage: ist mein Verhalten hier absichtliche Unfallflucht? Ich mien, ich habe bemerkt dass sie an der Mauer entlang geschrabbt ist, bin aber weiter gefahren, weil ich keine Beteiligung durch mich gesehen habe und keine Verletzung ihrerseits. Was wrde mich im Falle einer Verurteilung erwarten?

Vielen Dank fr vorab fr jede Untersttzung.
Viele Gre, andace49
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Versicherungsmensch
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 10.04.2007
Beitrge: 2919
Wohnort: Stadt mit Abtei an einem Fluss

BeitragVerfasst am: 09.01.09, 12:26    Titel: Antworten mit Zitat

Haben Sie jetzt angehalten oder nicht? Irgendwie widerspricht sich die Schilderung.
_________________
Ich kann lnger nicht rauchen als ein Nichtraucher rauchen. Ich bin somit der mental Strkere. (Horst Evers)
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Andace49
Interessierter


Anmeldungsdatum: 09.01.2009
Beitrge: 11

BeitragVerfasst am: 09.01.09, 12:28    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe angehalten um sie aus der Strae fahren zu lassen, weil sie Vorfahrt hatte und ich sonst nicht in die Strae gekommen wre. Als sie dann aus der Strae gefahren ist, wobei sie die Mauer geschrabbt hat, bin ich dann weitergefahren zu meinen Eltern, weil die Straeneinfahrt frei war und ich wie gesagt keine Beteiligung durch mich gesehen habe.
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Kormoran
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 01.06.2006
Beitrge: 2572

BeitragVerfasst am: 09.01.09, 12:44    Titel: Antworten mit Zitat

Im Hinblick auf Absatz 5 des 142 StGB htten Sie vermutlich in der Tat am Unfallort warten mssen.
http://bundesrecht.juris.de/stgb/__142.html

Im Falle des Vorwurfs des unerlaubten Entfernens vom Unfallort wrde ich mich jedenfalls vor jeder Aussage mit einem Rechtsanwalt fr Verkehrsrecht in Verbindung setzen.
_________________
Herzliche Gre
Kormoran
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Andace49
Interessierter


Anmeldungsdatum: 09.01.2009
Beitrge: 11

BeitragVerfasst am: 09.01.09, 12:52    Titel: Antworten mit Zitat

Danke fr die Auskunft.
Ich habe fr mich nur berhaupt keine Beteiligung gesehen, sonst wre ich sicherlich nicht weitergefahren, zumal ich selbst schon Geschdigter von richtiger Unfallflucht war.
Es war, wenn das so tatschlich als Unerlaubten Entfernens vom Unfallort gilt, berhaupt keine Absicht von mir und berhaupt nicht bswillig, eben weil ich keine Beteiligung durch ich gesehen habe. Lsst das Mglichkeiten auf Verringerung der Strafe zu?
Mit welcher Strafe muss ich hierbei rechnen? Ich denke der Schaden wird die 1000 EUR Grenze nicht bersteigen. Ich bin auf meinen Fhrerschein angewiesen, aufgrund meines Arbeitsweges von 60km. Kommt hier ein Fahrverbot oder gar Fahrerlaubnisentzug auf mich zu?

Einen Anwalt habe ich bereits angerufen und ich warte nun auf die NAchricht von der Polizei. Wobei sich der Vater der Fahrerin, der selbst Polizist ist, wundert, dass ich bisher nichts bekommen habe, also keine Anhrung per Post. Auch heute war in der Post keine dabei. Kann es auch sein, da mich die Fahrerin nicht bewusst der Unfallflucht beschuldigt hat, dass gegen mich eventuell gar keine Anzeige wegen Unfallflucht erstellt wurde? Laut Versicherung ist der Schaden nur polizeilich gemeldet...
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Oberlehrer Lempel
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 22.09.2004
Beitrge: 1454

BeitragVerfasst am: 09.01.09, 13:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
an dem Unfall sind Sie wohl eher nicht schuld (schlielich haben Sie die Frau nicht gezwungen, gegen die Mauer zu fahren), wohl aber beteiligt. Denn Ihr Verhalten kann zu dem Unfall beigetragen haben. Weil das unklar war, htten Sie vor Ort bleiben und die notwendigen Feststellungen gem 142 Abs. 1 StGB ermglichen mssen.
So aber trifft Sie wohl tatschlich der Vorwurf des unerlaubten Entfernens vom Unfallort, zumal Sie, was ein Fehler war, bereits zugegeben haben, den Unfall bemerkt zu haben.

(Fr die Zukunft: Sobald man in den Verdacht gert, eine Straftat begangen zu haben, spricht man ber den Tathergang ausschlielich mit seinem Anwalt. Weder der Geschdigte, noch die Polizei, noch die Staatsanwaltschaft, noch der Richter hat einen Anspruch darauf, dass Sie sich zu der Tat einlassen und sich ggf. selbst belasten.)

Ich neige zu der Ansicht, dass man das Verfahren gegen Sie wegen geringer Schuld einstellen wird ( 153, 153a StPO), evtl. unter der Auflage einer Geldzahlung, da Sie die Tat zugegeben und die notwendigen Feststellungen ohne weiteres ermglicht haben.
Sollte es zu einer Verurteilung kommen, kann auf Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren oder Geldstrafe erkannt werden. Eine Freiheitsstrafe kommt hier allerdings berhaupt nicht in Betracht, eine Geldstrafe wrde typischerweise im Bereich von 1 bis 1,5 Monatsnettogehltern liegen. Sollte es zu einer Verurteilung kommen, ist auerdem mit einer Entziehung der Fahrerlaubnis und der Anordnung einer Sperrfrist fr die Neuerteilung von mindestens 6 Monaten zu rechnen.

gez. Lempel
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Andace49
Interessierter


Anmeldungsdatum: 09.01.2009
Beitrge: 11

BeitragVerfasst am: 09.01.09, 13:11    Titel: Antworten mit Zitat

Auch Ihnen vielen Dank fr die Auskunft.
Oh man...ich bin mir sicher nicht an dem Unfall beteiligt zu sein. Sonst wre ich ja nicht weitergefahren. Auch wenn der Schaden unter der Grenze von 1300 EUR liegt muss ich mich Fhrerscheinentzug rechnen? Ich habe bisher gelesen, dass es dann nur zur Geldstrafenzahlung kommt und eventuell zu einem Fahrverbot aber keinem Fahrerlaubnisentzug. So ist das ja nicht verhltnismig oder? Wie gesagt, es war kein Vorsatz von mir wegzufahren.
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Gammaflyer
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 06.10.2004
Beitrge: 8793

BeitragVerfasst am: 09.01.09, 13:27    Titel: Antworten mit Zitat

Andace49 hat folgendes geschrieben::
Auch Ihnen vielen Dank fr die Auskunft.
Oh man...ich bin mir sicher nicht an dem Unfall beteiligt zu sein.

Beteiligung setzt nicht unbedingt physischen Kontakt(*rumms*) voraus.
Auch das Erzwingen eines Ausweichmanvers kann einen zum Beteiligten eines Unfalls machen. So stellt es die Unfallgegnerin ja dar.
_________________
Dass Laien am Rechtsverkehr teilnehmen ist zwar rgerlich aber eben unvermeidbar. spraadhans (cave: Ironie)
Forenregeln!


Zuletzt bearbeitet von Gammaflyer am 09.01.09, 17:04, insgesamt 1-mal bearbeitet
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Andace49
Interessierter


Anmeldungsdatum: 09.01.2009
Beitrge: 11

BeitragVerfasst am: 09.01.09, 13:31    Titel: Antworten mit Zitat

Aber ich sehe das ja anders. Was die Gegnerin sagt, kann man ja immer sagen wenn man den Schaden nicht selbst bezahlen will. Auerdem habe ich ja bereits gestanden als sie in die Mauer gefahren ist. Ein Ausweichmanver war also berhaupt nicht ntig.
So ist meine Sicht. Ich, im Gegensatz zu ihr, sehe ja keinerlei Beteiligung durch mich. Daher habe ich auch keine Veranlassung gesehen hier anzuhalten.
Sicher werde ich das in Zukunft tun, ob ich eine Beteiligung sehe oder nicht, um so eine Geschichte wie ich sie jetzt habe natrlich zu vermeiden, aber ich selbst sehe keine Beteiligung und es gab auch keinen Grund von ihr auszuweichen.
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Andace49
Interessierter


Anmeldungsdatum: 09.01.2009
Beitrge: 11

BeitragVerfasst am: 09.01.09, 15:18    Titel: Antworten mit Zitat

Habe nun die Anhrung der Polizei bekommen in der gebeten werde schriftliche mich als Beschuldigter zu uern. Eine Fhrerscheinentzug wird hier nicht angesprochen.
Kann ich das als gutes Zeichen werten?? Ich habe gelesen, wenn der Schaden erheblich wre, dann wrde man sofort den Fhrerschein einziehen. Und wenn er unerheblich ist, dann sei ein Fahrerlaubnisentzug unwahrscheinlich. Es handelte sich hierbei tatschlich nur um Lackschden an einer Fahrzeugseite.
Des weiteren ist es jetzt wohl sinnvoll einen Anwalt einzuschalten und diese Anhrung nicht allein auszufllen?
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Kormoran
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 01.06.2006
Beitrge: 2572

BeitragVerfasst am: 09.01.09, 15:46    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Des weiteren ist es jetzt wohl sinnvoll einen Anwalt einzuschalten und diese Anhrung nicht allein auszufllen?

Ich kann mich hier nur wiederholen. Ich wrde hier ohne Rechtsanwalt gar nichts uern. OL Lempel sieht das offensichtlich hnlich.
_________________
Herzliche Gre
Kormoran
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Oberlehrer Lempel
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FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 22.09.2004
Beitrge: 1454

BeitragVerfasst am: 09.01.09, 16:22    Titel: Antworten mit Zitat

Ganz genau!
Ab zum Anwalt!
Und vorher kein Wort zum Tathergang, weder schriftlich noch mndlich, gegenber irgendjemand anderem, erst recht nicht gegenber der Polizei!
Sie knnen sich nur noch tiefer reinreiten!

gez. Lempel
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Andace49
Interessierter


Anmeldungsdatum: 09.01.2009
Beitrge: 11

BeitragVerfasst am: 09.01.09, 19:10    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo eine Frage habe ich noch.
Laut Werkstatt soll der Schaden nun wohl doch bei 1.400 EUR liegen. Meine Versicherung will allerdings ein Gutachten erstellen lassen. Mit was muss hierbei rechnen?
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Versicherungsmensch
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 10.04.2007
Beitrge: 2919
Wohnort: Stadt mit Abtei an einem Fluss

BeitragVerfasst am: 10.01.09, 13:14    Titel: Antworten mit Zitat

Was ist gemeint? Die Kosten fr das Gutachten selber oder was der Sachverstndige hinterher als Schaden in sein Gutachten schreibt?
_________________
Ich kann lnger nicht rauchen als ein Nichtraucher rauchen. Ich bin somit der mental Strkere. (Horst Evers)
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Andace49
Interessierter


Anmeldungsdatum: 09.01.2009
Beitrge: 11

BeitragVerfasst am: 10.01.09, 13:24    Titel: Antworten mit Zitat

ne ich meinte die Schadenshhe. Sind dadurch meine Chancen schlechter, dass das Verfahren wegen geringer Schuld eingestellt wird wie es Herr Lempel gemeint hat?
Wobei die Schadenssumme nicht auf einen Kostenvoranschlag beruht sondern nur auf eine grobe Schtzung des Werkstattmeisters...der meinte, es knnten "gut und gerne" 1.400 EUR sein.
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