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Unser Hund hat leider ungewollt gedeckt....

 
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jomicha
noch neu hier


Anmeldungsdatum: 12.01.2009
Beitrge: 3

BeitragVerfasst am: 12.01.09, 22:13    Titel: Unser Hund hat leider ungewollt gedeckt.... Antworten mit Zitat

Hallo zusammen!

Wir haben ein doofes Problem! Unser Collie-Labrador Mischling ist im September leider ber den Zaun gesprungen und hat eine 11 jhrige Schferhndin aus der Nachbarschaft gedeckt. Wir konnten gar nicht so schnell hinterher laufen um das zu verhindern. Der Nachbar hatte die Hndin auf dem eigenen und absolut frei zugnglichen Grundstck kurz alleine gelassen. Erst als wir vor Ort waren und versucht haben die Hunde zu trennen kam er aus dem Haus gelaufen. Die beiden konnten nur mit einem Wasserschlauch voneinander getrennt werden, was der Besitzer der Hndin bernahm. Der Schferhund lief auf diesem Grundstck unbeaufsichtigt und nicht angeleint herum!

Zunchst hatten wir uns geeinigt, dass wir gemeinsam versuchen die Welpen zu verteilen, bzw. das jeder von uns auch eine Welpe behlt. Eine Abtreibung sollte auf beidseitigem Einverstndnis nicht erfolgen. Doch leider kam dann alles anders. Zu diesem Zeitpunkt war der Versicherung noch nichts gemeldet.

Als die Geburt so langsam begann, wurden weheneinleitende Hilfen vom TA der Hndin verabreicht, doch zum Schluss wurde in der Tierklinik, nachdem die Hndin einfach nicht werfen wollte, ein toter Welpe per Kaiserschnitt geboren. In diesem Moment hat der Schferhundbesitzer auch gleich noch die Gebrmutter mit entfernen lassen.

Natrlich waren wir entsetzt ber das was passiert ist und waren froh das es wenigstens der Hndin einigermassen gut geht.

Zwei Tage spter kamen dann per Brief die Rechnungen vom Schferhundbesitzer. 377 EUR fr die OP in der Tierklinik und 140 EUR fr Nachuntersuchungen und Fden ziehen beim TA. Das Entfernen der Gebrmutter soll in dieser Rechnung nicht mit drin gewesen sein. Das knnen wir aber nicht kontrollieren. Um Nachbarschaftsprobleme aus dem Weg zu gehen, haben wir diese Rechnungen erstmal bezahlt und uns mit der Versicherung ([Es ist weder notwendig noch erwnscht, hier Firmennamen zu nennen. Metzing]) in Verbindung gesetzt. Doch die will nichts erstatten, da fr die die Schuld nur beim Besitzer der Hndin liegt.

OK, dachten wir, dann werden wir wohl gar nichts wiederbekommen und haben alles ruhen lassen da wir keinen Rechtsstreit haben wollten. (Auch wenn uns das missfiel!!) Zu den ersten beiden Rechnungen hat uns der Besitzer der Hndin auch gleich Rechtsurteile mit Paragraphen gegeben, die natrlich zu seinen Gunsten ausgelegt sind.

Und heute gab es die nchste berraschung. Von unserem Nachbarn haben wir eine weitere Rechnung in Hhe von 529 EUR erhalten. Hier geht es um insgesamt 9 weitere Nachuntersuchungen und diverse Blutabnahmen, Blutzuckerbestimmungen, Rntgen und Medikamente, da die Wunde anscheinend nicht verheilt. Wir knnen nicht kontrollieren, ob es sich um Nachuntersuchungen bezglich der Gebrmutterentfernung handelt, oder ob es um den Kaiserschnitt geht. Wenn wir ihn darauf ansprechen, knnen wir uns aber sehr gut denken, dass es nur um den Kaiserschnitt geht. Sonst htten er uns ja auch nicht die komplette Rechnung berreicht. Auf jeden Fall ist ja aber ein und dieselbe Wunde, davon gehen wir aus!

Wir wissen jetzt berhaupt nicht wie wir uns verhalten sollen und wie wir weiter vorgehen knnen! Habt ihr vielleicht einen Tipp fr uns? Wie ist die Rechtslage?
Lieben Dank im voraus......

jomicha
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Aileen
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 15.04.2006
Beitrge: 458

BeitragVerfasst am: 13.01.09, 07:46    Titel: Antworten mit Zitat

Es ist doch die Dusseligkeit beider Hundehalter.
Der eine ist nicht in der Lage auf seine lufige Hndin aufzupassen und der andere nicht, um auf seinen Rden aufzupassen, sonst htte der den Sprung ber den Zaun kaum geschafft, geschweige denn, die Hndin noch zu decken.
Ist schon ein Hammer, eine 11 jhrige Hndin einen Wurf berhaupt austragen lassen zu wollen und die Welpen dann noch "teilen" zu wollen.
Wenn beide Hundehalter auch nur einen Funken von Verantwortungsbewusstsein gehabt htten, htten man die Welpen abspritzen lassen und sich die paar Euros fr die 2 Spritzen geteilt.
Statt dessen, setzt man die Hndin der Gefahr einer Geburt und eines Kaiserschnittes aus und heult nun wegen den Kosten.

Da kann man sich echt nur an den Kopf fassen!!!


Aileen
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jomicha
noch neu hier


Anmeldungsdatum: 12.01.2009
Beitrge: 3

BeitragVerfasst am: 13.01.09, 12:07    Titel: Antworten mit Zitat

Aileen hat folgendes geschrieben::
Es ist doch die Dusseligkeit beider Hundehalter.
Der eine ist nicht in der Lage auf seine lufige Hndin aufzupassen und der andere nicht, um auf seinen Rden aufzupassen, sonst htte der den Sprung ber den Zaun kaum geschafft, geschweige denn, die Hndin noch zu decken.
Ist schon ein Hammer, eine 11 jhrige Hndin einen Wurf berhaupt austragen lassen zu wollen und die Welpen dann noch "teilen" zu wollen.
Wenn beide Hundehalter auch nur einen Funken von Verantwortungsbewusstsein gehabt htten, htten man die Welpen abspritzen lassen und sich die paar Euros fr die 2 Spritzen geteilt.
Statt dessen, setzt man die Hndin der Gefahr einer Geburt und eines Kaiserschnittes aus und heult nun wegen den Kosten.

Da kann man sich echt nur an den Kopf fassen!!!
Aileen


Danke fr den imposanten Beitrag! Hat vehement zur Hilfe beigetragen....
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gitta.
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 18.05.2007
Beitrge: 234

BeitragVerfasst am: 13.01.09, 13:04    Titel: Antworten mit Zitat

Dumm gelaufen, eigentlich htte der "Schaden" der Hundehaftpflichtversicherung gemeldet werden mssen, bevor etwas bezahlt wurde.
Die htten sich dann auch um die Abwendung unberechtigter Ansprche gekmmert.

Vielleicht kann die Versicherung ja noch nachtrglich helfen, die weiteren Ansprche abzuwenden..
Aber das gehrt dann sicher eher ins Versicherungsrecht.

Wozu hat man denn eine Haftpflichtversicherung, wenn nicht um bei solchen Schden diese auch in Anspruch zu nehmen ?

gitta.
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Roni
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 21.01.2005
Beitrge: 4287

BeitragVerfasst am: 13.01.09, 13:40    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Wozu hat man denn eine Haftpflichtversicherung, wenn nicht um bei solchen Schden diese auch in Anspruch zu nehmen ?


aber nur wenn man eine hat Ausrufezeichen

Gru roni
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jomicha
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Anmeldungsdatum: 12.01.2009
Beitrge: 3

BeitragVerfasst am: 13.01.09, 14:40    Titel: Antworten mit Zitat

Wir haben der Versicherung den Schaden gemeldet, als der vermeintliche Schaden -fr uns- eintraf. Hier war wahrscheinlich der erste Fehler. Zunchst haben wir ja gemeinsam gedacht, ok, dann bekommen wir Nachwuchs und verteilen die restlichen Welpen gemeinsam - wenn es noch mehrere gibt. Wir wollten das untereinander klren und haben gar nicht an einen Schaden gedacht.

Dann kam alles anders. Um Nachbarschaftsproblemen aus dem Weg zu gehen, haben wir die Rechnungen zunchst beglichen und haben nicht auf ein definitives Statement der Versicherung gewartet. Man muss dazu sagen, der Nachbar war bei den Rechnungen von der Tierklinik und dem TA in Vorkasse getreten und hat kein dickes Bankkonto. Wir dachten, naja, unser Hund ist weg gelaufen und hat alles verursacht.....

Danach hat erst die Versicherung gesagt, nein, wir bezahlen nicht und waren somit in der Zwickmhle.

brigens Roni, es ist eine Hundehaftpflichtversicherung, den Namen darf ich hier aber nicht erwhnen.
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Kleinalrik
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Anmeldungsdatum: 13.12.2008
Beitrge: 365

BeitragVerfasst am: 13.01.09, 23:02    Titel: Antworten mit Zitat

Der Haftpflicht den Schaden melden, Schadensnummer geben lassen, dem Nachbar die Schadensnummer geben, mit dem Hinweis, dass er sich an die Haftpflichtversicherung wenden soll.

Die haben Rechtsanwlte, die auf alle mglichen Schadensflle spezialisiert sind. Und wenn die Urteile, die der Nachbar parat hat, wirklich griffig sind, dann zahlt die Haftpflicht auch.

Das nachbarschaftliche Verhltnis kann da drunter leiden. Man muss halt verdeutlichen, dass man schon alles menschenmgliche versucht, um die eigene Versicherung von der Haftungslage zu berzeugen und man selbst kein Fachmann fr sowas ist.

So aus der Ferne mit der spekulativen Brille an erscheint es mir so, als ob der Nachbar - in der Annahme, dass Sie alles zahlen werden - allzu leichtfertig teure Behandlungen in Auftrag gibt.
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Aileen
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 15.04.2006
Beitrge: 458

BeitragVerfasst am: 14.01.09, 03:50    Titel: Antworten mit Zitat

Der unerwnschte Deckakt kann fr den Halter des Rden regelmige Schadensersatzverpflichtungen gegenber dem Halter der Hndin nach sich ziehen.
Der Deckakt, den ein Hund ohne Wissen seines Halters vollzieht, gehrt zur sogenannten Unberechenbarkeit eines Tieres.

Fr eine solche Tiergefahr muss der Hundehalter gem 833 BGB haften, das heit, der Halter des Rden wird schadensersatzpflichtig.

Muss z.B. die Hndin tierrztlich behandelt werden oder verendet sie sogar an den Folgen des Deckaktes, so hat er diesen Schaden zu begleichen.

Der Halter eines Rden verletzt aber -jedenfalls in lndlichen Gegenden- nicht schon deshalb seine Aufsichtspflicht, weil er den Hund frei laufen lsst.

Allerdings gehen zahlreiche Gerichtsentscheidungen von einem Mitverschulden des Halters der Hndin aus, wenn dieser nicht alles unternommen hat, um den Deckakt zu verhindern. In einem solchen Fall reduziert sich die Hhe der Ansprche. Im brigen besteht bei einem ungewollten Deckakt natrlich auch kein Anspruch des Halters des Rden auf die ansonsten bliche Deckgebhr.


OLG Schleswig, Urteil vom 27.05.1993 Az.: U9 / 92
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Abrazo
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 30.05.2005
Beitrge: 5941
Wohnort: Kln

BeitragVerfasst am: 17.01.09, 01:31    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Der Nachbar hatte die Hndin auf dem eigenen und absolut frei zugnglichen Grundstck kurz alleine gelassen.

Dann trifft ihn m.E. erhebliches Mitverschulden. Man darf eine lufige Hndin auch nicht fr einen Moment auf einem frei zugnglichen Grundstck allein lassen, wenn man wissen muss, dass der Nachbar einen nicht kastrierten Rden hlt.

Desweiteren trifft ihn Mitverschulden, weil er dem Austragen des Wurfes zugestimmt hat. Hierzu sollte ein Tierarzt etwas sagen knnen - eben weil die Hndin schon 11 Jahre alt war.

Man sollte sich auf einen Teilbetrag einigen.

Schwer wiegt allerdings das Argument der Versicherung. Ich mchte nicht gnzlich ausschlieen, dass in dem Falle das Verhalten des Hndinnenhalters dermaen grob fahrlssig war, dass tatschlich kein Entschdigungsanspruch bestand.
_________________
Gre,
Abrazo
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