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praktische Fahrschulprfung

 
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dulgon
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 03.06.2005
Beitrge: 43

BeitragVerfasst am: 27.01.09, 08:17    Titel: praktische Fahrschulprfung Antworten mit Zitat

Hallo, jemand hat an einer praktischen Fahrschulprfung teilgenommen und ist durchgefallen.

Folgendes war geschehen: Der Fahrschler ist mit dem Auto an den ring (Kreisverkehr) gefahren, am Ring stand ein ca 8 jhriges Kind das sich nicht rhrte. Der Fahrschler befuhr den Ring langsam ohne vor dem Kind anzuhalten. Laut dem Prfer htte dieser aber vor dem Kind anhalten mssen.

Laut Fahrprfer hat der Fahrschler Kinder die die Stasse berqueren wollen nicht beachtet.
Er htte vor dem Kind anhalten mssen.

Persnlich kenne ich keinen Satz in der STVO wo man verpflichtet ist (ausser vor Zebrastreifen) anzuhalten wenn ein Kind am Strassenrand steht. Geschweige denn das es sich dabei um so einen Verstoss handelt das man dadurch durch die Prfung fllt.Zumal das Kind sich nicht gerhrt hat sondern nur am Strassenrand gestanden hat

Wie seht ihr das? Was gibt es fr Mglichkeiten um das doch noch "Geradezubiegen" ?
So eine Praktische Fahrprfung kostet immerhin 150 Euro Traurig
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ChristelVomAcker
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 04.08.2008
Beitrge: 99

BeitragVerfasst am: 27.01.09, 08:57    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

so eine Entscheidung, ob durchgefallen oder nicht, liegt meiner Meinung nach im Ermessensspielraum des Prfers. Zumal die Aussage, dass das Kind die Strae nicht berqueren wollte, sehr subjektiv ist. Vielleicht hat der Prfer das genau anders gesehen.

Zitat:
Persnlich kenne ich keinen Satz in der STVO wo man verpflichtet ist (ausser vor Zebrastreifen) anzuhalten wenn ein Kind am Strassenrand steht.


Eine "Pflicht" besteht sicherlich nicht, jedoch beschreibt 1 der StVO das Gebot gegenseitiger Rcksicht und Verstndigung. Dieses wrde ich hier anwenden:

(1) Die Teilnahme am Straenverkehr erfordert stndige Vorsicht und gegenseitige Rcksicht
(2) Jeder Verkehrsteilnehmer hat sich so zu verhalten, da kein Anderer geschdigt, gefhrdet oder mehr, als nach den Umstnden unvermeidbar, behindert oder belstigt wird.

Christine Wiedemann
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Redfox
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 31.10.2005
Beitrge: 8443
Wohnort: Am Meer

BeitragVerfasst am: 27.01.09, 09:17    Titel: Re: praktische Fahrschulprfung Antworten mit Zitat

dulgon hat folgendes geschrieben::
Der Fahrschler befuhr den Ring langsam ohne vor dem Kind anzuhalten. Laut dem Prfer htte dieser aber vor dem Kind anhalten mssen.


Hat der Fahrschler denn berhaupt reagiert?

Gem. Punkt 5.17.2.1 der "Richtlinie fr die Prfung der Bewerber um eine Erlaubnis zum Fhren von Kraftfahrzeugen" (--> www.fahrtipps.de/verkehrsrecht/pruefungsrichtlinie.php ) ist trotz "sonst guter Leistungen ... die Prfung als nicht bestanden zu bewerten und soll beendet werden, wenn ein erhebliches Fehlverhalten festgestellt worden ist."

Dies liegt u.a. vor bei einer fehlenden Reaktion bei Kindern.

dulgon hat folgendes geschrieben::
Was gibt es fr Mglichkeiten um das doch noch "Geradezubiegen" ?


Nach der Richtlinie drfte der Prfer ein Ermessen haben. Dies ist nur eingeschrnkt gerichtlich berprfbar --> www.juraforum.de/lexikon/Ermessen%20-%20Gerichtliche%20Kontrolle
_________________
Toleranz sollte eigentlich nur eine vorbergehende Gesinnung sein: Sie mu zur Anerkennung fhren. Dulden heit beleidigen. (Goethe, Maximen und Reflexionen).
無爲 / 无为
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dulgon
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 03.06.2005
Beitrge: 43

BeitragVerfasst am: 27.01.09, 09:48    Titel: Antworten mit Zitat

naja er bremste wohl ab und schaltete runter, so seine reaktion. Aber laut Fahrprfer nur um in den Kreisverkehr einzubiegen.

Schade das das nun wieder auslegungssache ist aber ok, danke fr eure Hilfe.

Kann man wohl nichts weiter machen und muss sich der Willkr des Fahrprfers geschlagen geben Traurig
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Peacekeeper
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 31.03.2007
Beitrge: 507

BeitragVerfasst am: 27.01.09, 09:59    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn du aus einem Kreisverkehr abbiegen willst und ein Radfahrer den Kreisverkehr befhrt gilt diese Regelung :

9 STVO Abbiegen, Wenden und Rckwrtsfahren

(1) Wer abbiegen will, mu dies rechtzeitig und deutlich ankndigen; dabei sind die Fahrtrichtungsanzeiger zu benutzen. Wer nach rechts abbiegen will, hat sein Fahrzeug mglichst weit rechts, wer nach links abbiegen will, bis zur Mitte, auf Fahrbahnen fr eine Richtung mglichst weit links einzuordnen, und zwar rechtzeitig. Wer nach links abbiegen will, darf sich auf lngs verlegten Schienen nur einordnen, wenn er kein Schienenfahrzeug behindert. Vor dem Einordnen und nochmals vor dem Abbiegen ist auf den nachfolgenden Verkehr zu achten; vor dem Abbiegen ist es dann nicht ntig, wenn eine Gefhrdung des nachfolgenden Verkehrs ausgeschlossen ist.

(2) Radfahrer, die auf der Fahrbahn abbiegen wollen, mssen an der rechten Seite der in gleicher Richtung abbiegenden Fahrzeuge bleiben, wenn dort ausreichender Raum vorhanden ist. Radfahrer, die nach links abbiegen wollen, brauchen sich nicht einzuordnen. Sie knnen die Fahrbahn hinter der Kreuzung oder Einmndung vom rechten Fahrbahnrand aus berqueren. Dabei mssen sie absteigen, wenn es die Verkehrslage erfordert. Sind Radverkehrsfhrungen vorhanden, so haben Radfahrer diesen zu folgen.

(3) Wer abbiegen will, mu entgegenkommende Fahrzeuge durchfahren lassen, Schienenfahrzeuge, Fahrrder mit Hilfsmotor und Radfahrer auch dann, wenn sie auf oder neben der Fahrbahn in der gleichen Richtung fahren. Dies gilt auch gegenber Linienomnibussen und sonstigen Fahrzeugen, die gekennzeichnete Sonderfahrstreifen benutzen. Auf Fugnger mu er besondere Rcksicht nehmen; wenn ntig mu er warten.
_________________
Man muss nicht alles wissen, man sollte nur wissen wo alles steht.


Zuletzt bearbeitet von Peacekeeper am 27.01.09, 18:36, insgesamt 1-mal bearbeitet
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Casimir
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 26.10.2005
Beitrge: 569

BeitragVerfasst am: 27.01.09, 15:48    Titel: Antworten mit Zitat

StVO, 3, Abs. 2 a:

http://www.bundesrecht.juris.de/stvo/__3.html
_________________
Alles wird gut.
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Mount'N'Update
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 17.09.2007
Beitrge: 1177
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 27.01.09, 23:06    Titel: Antworten mit Zitat

dulgon hat folgendes geschrieben::
Kann man wohl nichts weiter machen und muss sich der Willkr des Fahrprfers geschlagen geben Traurig


Solche Worte wie Willkr fallen immer dann, wenn die Argumentation zur Neige geht. Und nach dem, was Peacekeeper schrieb, wrde ich von einer Willkr auch nicht ausgehen.

Vielmehr scheint es weithin unbekannt, dass auf Fugnger besondere Rcksicht zu nehmen ist. Bei der Mehrzahl der Autofahrer habe ich zumindest nicht den Eindruck, als wssten sie es.

Zu deren Ehrenrettung sei gesagt: Ich wusste es auch nicht. Verlegen

Mein Tipp: Der Prfling sollte diese Situation mit dem Fahrlehrer noch einmal ausfhrlich besprechen.
_________________
Ich habe zu diesem Thema vor 15 Jahren eine Langzeitstudie anfertigen lassen, die ist allerdings noch in Arbeit.
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dulgon
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 03.06.2005
Beitrge: 43

BeitragVerfasst am: 28.01.09, 07:46    Titel: Antworten mit Zitat

Sicher kann von Willkr die Rede sein, denn was Peacekeeper zitiert hatte war von "wenn ntig" und nicht er hat die Pflicht anzuhalten. Laut Fahrprfer htte er aber anhalten mssen obwohl fr den Fahrschler die Situation entsprechend kein anhalten erforderlich war.

Wie schon geschrieben, da es Auslegungssache ist wird hier wohl nichts zu machen sein. Letztenendes hat der Fahrprfer die greren Hebel in der Hand. Und nebenbei: ich habe schon mindestens 200000 km Fahrpraxis hinter mir und htte auch nicht angehalten, Wozu auch? Wenn ein junges Kind regungslos am Fahrbahnrand steht reicht fr mich langsames vorbeifahren in einem Bremsbereiten Zustand.


Zuletzt bearbeitet von dulgon am 28.01.09, 10:33, insgesamt 1-mal bearbeitet
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Ronny1958
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 19.08.2005
Beitrge: 6981
Wohnort: "Kchenjunges" Lndle

BeitragVerfasst am: 28.01.09, 08:18    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

ich wrde die Entscheidung des Fahrprfers als Tatsachenentscheidung bezeichnen, welche wir hier nicht durchdiskutieren knnen.

Sicherlich ist das Ermessen des Fahrprfers in einer solchen Situation sehr weit und (absolut sicher) gerichtlich nur usserst eingeschrnkt nachprfbar.

Von Willkr wrde ich in diesem Zusammenhang nicht reden und die unterschwellige Unterstellung , dass ein Prfer einen Prfling wegen des Gebhrendefizites seiner Organisation durchfallen lsst, halte ich gelinde gesagt fr die zielfhrendste Begrndung einer (Verpflichtungs_?)Klage, die mir in letzter Zeit untergekommen ist.

Ich gehe jede Wette ein, dass man mit der Unterstellungsbegrndung beim Gericht zumindest eins erreichen wird:

Man hat die Lacher auf seiner Seite....

Mein Rat:

Akzeptieren und die neue Prfung bezahlen, denn sonst wirds einige "Glocken" teurer werden.

Gre
Ronny Winken
_________________
Vielen Dank auch fr die positiven Bewertungen. Winken
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