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Internet-Verkauf (privater Anbieter)

 
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Seller
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Anmeldungsdatum: 27.01.2009
Beitrge: 2

BeitragVerfasst am: 27.01.09, 08:39    Titel: Internet-Verkauf (privater Anbieter) Antworten mit Zitat

Ein privater Anbieter hat einen Camcorder in einem Internet-Auktionshaus versteigert.
Da es ein Privatverkauf ist mit dem Text: Dies ist ein Privatverkauf ohne Anspruch auf Gewhrleistung oder Garantie. Rckgabe oder Erstattung des Kaufpreises werden nicht eingerumt. Der Artikel wird wie beschrieben (und auf dem Foto zu erkennen) versteigert. Der Bieter erkennt dies mit seinem Gebot an und ist damit einverstanden.
Das Gert ist einige Jahre alt aber in gutem Zustand, wurde vor Verkauf berprft und es funktionierte.

Jetzt bemngelt der Kufer, bei der berspielung der Filme wrden sich in einer Ecke grne Streifen abzeichnen und hat eine Werkstatt eingeschaltet (wahrscheinlich um beweisen zu knnen, das dieser Mangel schon lnger bestand). Er will sich dann mit dem Ergebnis wieder beim Kufer melden, da dieses Gert so fr ihn unbrauchbar sei. Er hat aber bisher nicht gesagt, was er vom Verkufer will.

Kann das Konsequenzen fr den Kufer haben, sollte sich herausstellen, dass diese Kamera einen lteren Mangel aufweist (der Verkufer hatte nur eine grobe Prfung vorgenommen). Muss der Kufer den Artikel trotz o. g. Spruch zurcknehmen? Und er wei ja nicht was dieser in der Zwischenzeit mit dem Gert anstellt hat.
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Vollstrecker
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Anmeldungsdatum: 11.11.2004
Beitrge: 421
Wohnort: Dsseldorf

BeitragVerfasst am: 28.01.09, 03:48    Titel: Antworten mit Zitat

Wurde das Gert als "funktionsfhig" angepriesen, so bedeutet dies, dass es fehlerfrei funktionieren muss, wenn der Kufer es erstmalig nutzt.

Der Kufer muss beweisen, dass der Fehler schon bei bergabe bestand.
Diesen Beweis kann er dadurch fhren, dass ein Sachverstndiger zu dem Schluss kommt, dass der Fehler auf Verschlei beruht.

Einigen Sie sich mit dem Kufer auf 50:50 Teilung der Reparaturkosten oder nehmen Sie das Gert zurck oder erstatten Sie ihm 50% des Kaufpreises.

Gerichte schlagen in solchen Fllen einen 50:50 Vergleich vor. Die Gerichtskosten sollten Sie sich ersparen.

Ein Gewhrleistungsausschluss greift natrlicherweise nicht, weil Sie im Angebotstext die Funktionsfhigkeit des Gertes dem Kufer zugesagt haben.

Grundsatz:
Gewhrleistungsausschluss kann der private Verkufer nur fr im Angebotstext benannte Mngel bewirken! Fr nicht benannte Mngel (ob verschwiegen oder nicht spielt hierbei keine Rolle!!!!) kann er keinen Gewhrleistungsausschluss bewirken.

Es macht also fr einen Verkufer keinen Sinn, einerseits die Ware als "funktionsfhig" (bedeutet stets fehlerfreie Funktion) anzupreisen, andererseits eine Gewhrleistung auszuschlieen.
Eine solche Formulierung versuchen nur die ganz "Schlauen", die Schrottware unter das Volk bringen wollen. Vor Gericht kommen sie damit nicht durch.
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Seller
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Anmeldungsdatum: 27.01.2009
Beitrge: 2

BeitragVerfasst am: 28.01.09, 07:56    Titel: Antworten mit Zitat

Es wurde ja nur zugesagt, dass die Funktionen x,y,z ausprobiert wurden und funktioniert haben. Und das entspricht der Wahrheit.

Der Kufer mchte das Gert nicht zurck nehmen, vor allen da jetzt Dritte daran "rumgeschraubt" haben. Wer wei was der Kufer damit alles angestell hat.

Grundsatz:
Gewhrleistungsausschluss kann der private Verkufer nur fr im Angebotstext benannte Mngel bewirken! Fr nicht benannte Mngel (ob verschwiegen oder nicht spielt hierbei keine Rolle!!!!) kann er keinen Gewhrleistungsausschluss bewirken.


Das macht doch keinen Sinn. Ein privater Verkufer ist doch kein Fachmann. Bitte nicht immer gleich bse Absicht unterstellen. Es wurde alles nach besten Wissen angegeben.

Auerdem ist der Wert unter 100 Euro, das wrde doch sicher wegen Geringfgkeit gar nicht erst vor Gericht gehen??
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nordlicht02
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 14.12.2006
Beitrge: 6040

BeitragVerfasst am: 28.01.09, 08:12    Titel: Antworten mit Zitat

Seller hat folgendes geschrieben::
Auerdem ist der Wert unter 100 Euro, das wrde doch sicher wegen Geringfgkeit gar nicht erst vor Gericht gehen??

Geschockt
Es handelt sich um eine zivilrechtliche Angelegenheit - da knnen Sie auch wesentlich geringere Summen einklagen
_________________
Auf die besten Motive trifft man, wenn man keine Kamera dabei hat. (Murphys Foto-Gesetz)
Ich habe meine feste Meinung - bitte verwirren Sie mich nicht durch Tatsachenfeststellungen.
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Biber
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Anmeldungsdatum: 21.11.2005
Beitrge: 11363
Wohnort: This world is not my home - I'm only passing through!

BeitragVerfasst am: 28.01.09, 12:25    Titel: Antworten mit Zitat

Seller hat folgendes geschrieben::
Es wurde ja nur zugesagt, dass die Funktionen x,y,z ausprobiert wurden und funktioniert haben.
Die Beschreibung oben sieht anders aus. Im brigen knnte man aus so einer Beschreibung auch das bswillige Verschweigen eines Mangels konstruieren.

Seller hat folgendes geschrieben::
Der Kufer mchte das Gert nicht zurck nehmen, vor allen da jetzt Dritte daran "rumgeschraubt" haben. Wer wei was der Kufer damit alles angestell hat.
Auch wenn im ersten Satz sicher der Verkufer gemeint ist: das Leben ist kein Wunschkonzert.

Seller hat folgendes geschrieben::
Das macht doch keinen Sinn.
Doch, das macht Sinn. Sehr viel sogar. Kann u.a. vor Betrgern schtzen.
_________________
Das Denken ist zwar allen Menschen erlaubt, aber vielen bleibt es erspart.
Sapere Aude! (Kant)
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Vollstrecker
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Anmeldungsdatum: 11.11.2004
Beitrge: 421
Wohnort: Dsseldorf

BeitragVerfasst am: 31.01.09, 00:13    Titel: Antworten mit Zitat

An alle xyzw-Verkufer und solche, die es noch werden wollen:

Grundsatz:
Gewhrleistungsausschluss kann der private Verkufer nur fr im Angebotstext benannte Mngel bewirken! Fr nicht benannte Mngel (ob verschwiegen oder nicht spielt hierbei keine Rolle!!!!) kann er keinen Gewhrleistungsausschluss bewirken.

Beispiel:
VK verkauft ein Segelboot an K unter Ausschluss der Sachmngelhaftung.

a) VK hatte keine Mngel genannt, sondern nur ein "Segelboot" angeboten. Bei der ersten Wasserung sinkt das Boot (und wird zum U-Boot). Ein "Segelboot" ist aber kein "U-Boot". Somit ist der Ausschluss unwirksam, natrlich zumal dann, falls VK das Segelboot als segeltchtig angepriesen htte. Noch einmal:
Ein Segelboot ist ein Segelboot, kann somit auf dem Wasser segeln.... (und kein U-Boot).
b) VK hatte als Mangel den losen Kiel des Bootes genannt. Dann brach bei der ersten Wasserung des Bootes der Kiel ab, so dass es umschlug, voll Wasser lief und sank. Der Sachmngelausschluss hatte gegriffen.....
c) Arglistiges Verschweigen:
VK preist ein Segelboot an und verschweigt, dass der Auenbordmotor wegen unreparierter Defekte in letzter Zeit unzuverlssig arbeitet. Bei aufziehendem Gewitter kann das Boot wegen ausfallendem Motor nicht rechtzeitig den Hafen erreichen und sinkt. Na, was meinen Sie? Wirksamer Ausschluss?


Zum Streitwert:

In einer Sache vor dem Amtsgericht Regensburg in 2003 ging es um einen Internetkauf eines gebrauchten Kassettendecks KX-7030 von Kenwood zum ersteigerten Preise von 45 EUR. Der Bandtransportmechanismus war vllig verschlissen. Die Verkuferin hatte es als "funktionstchtig" angepriesen.
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