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Zwangsversteigerung Gebot ausgehebelt

 
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Rapunzel67
Interessierter


Anmeldungsdatum: 22.01.2009
Beitrge: 6

BeitragVerfasst am: 29.01.09, 19:21    Titel: Zwangsversteigerung Gebot ausgehebelt Antworten mit Zitat

Guten Abend,

ich habe eine Frage zum Thema Zwangsversteigerung.

A besitzt eine Immobilie. Nach Anmeldung der Privaten Insolvenz soll diese Immobilie zwangsversteigert werden. Verkehrswert der Immo 90.000 Euro. Mindestgebot bei 45.000 Euro.
Zum Termin kamen nur zwei Interessenten. Einer bot kurz vor Beendigung 30.000 Euro. Die Bank als Glubiger vor Ort lehnte ab.
Der Bieter sprach danach mit A und sagte, dass damit das Mindestgebot ausgehebelt worden sei.
Wie sieht es nun bei einem erneuten Versteigerungstermin aus? Geht das Ganze diesmal bei 30.000 los oder wird noch tiefer angesetzt?
A hat die groe Hoffnung, dass die Wohnung auf jeden Fall dann weg ist (momentan muss er noch fr alle Kosten bezglich der Wohnung aufkommen, obwohl er selber dort gar nicht mehr wohnt) und dass der Interessent auch beim zweiten Termin erscheint.

Ist das Gebot des Interessenten von 30.000 Euro auch fr den zweiten Termin bindend oder was passiert, wenn er nur noch 20.000 Euro bieten will?

Vielen Dank im voraus.
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ingok.
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 28.08.2005
Beitrge: 927
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: 29.01.09, 22:09    Titel: Antworten mit Zitat

Normalerweise gelten die 7/10 und 5/10 Grenzen, bedeutet, dass bei der ersten Versteigerung die Gebote zwischen der 5/10 und 7/10-Grenze liegen mssen, da ansonsten der Glubiger nein sagen kann. Unter 5/10 wird das Angebot von Amts wegen abgelehnt. Mal ganz einfach dargestellt.
Bei der zweiten Versteigerung sind diese Grenzen normalerweise bedeutungslos geworden und das hchste Gebot erhlt den Zuschlag.
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UHU-1
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 13.08.2008
Beitrge: 287
Wohnort: Zentrum der Macht

BeitragVerfasst am: 30.01.09, 08:06    Titel: Re: Zwangsversteigerung Gebot ausgehebelt Antworten mit Zitat

Rapunzel67 hat folgendes geschrieben::
Der Bieter sprach danach mit A und sagte, dass damit das Mindestgebot ausgehebelt worden sei.


Woher hat der Bieter das Wissen?

Zitat:
Wie sieht es nun bei einem erneuten Versteigerungstermin aus? Geht das Ganze diesmal bei 30.000 los oder wird noch tiefer angesetzt?


Nein. Es geht wieder bei dem Betrag los, mit dem der 1. Termin begonnen hat, lediglich erhht um weitere Kosten fr die Verffentlichung des neuen Termins und ggf. weitere laufende Leistungen.

Zitat:
Ist das Gebot des Interessenten von 30.000 Euro auch fr den zweiten Termin bindend


Nein. Durch die Zuschlagsversagung ist das Gebot erloschen.

Zitat:
oder was passiert, wenn er nur noch 20.000 Euro bieten will?


Daran kann ihn keiner hindern. Bieten bedeutet noch nicht, dass er dafr auch den Zuschlag erhlt.
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Bildung ist das, was brig bleibt, wenn man alles, was man in der Schule gelernt hat, vergit.

(Albert Einstein)
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UHU-1
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 13.08.2008
Beitrge: 287
Wohnort: Zentrum der Macht

BeitragVerfasst am: 30.01.09, 08:19    Titel: Antworten mit Zitat

ingok. hat folgendes geschrieben::
Bei der zweiten Versteigerung sind diese Grenzen normalerweise bedeutungslos geworden und das hchste Gebot erhlt den Zuschlag.


Das ist nicht ganz richtig.

Bei einem Gebot, dass dem Glubiger nicht gefllt, besteht immer noch die Mglichkeit, die einstweilige Einstellung des Verfahrens zu bewilligen. Hierbei knnen die Vorstellungen der Glubigerin weiterhin bei z.B. 120 % (wahre Flle) des Verkehrswertes liegen.

Gegen den Willen des Glubigers kann kein Zuschlag erteilt werden, egal ob die Wertgrenzen gefallen sind oder ob die 70 %-Grenze noch zu beachten wre.

Was sich ein Glubiger als Versteigerungserls vorstellt, muss er nicht dem Gericht mitteilen.

Liegt das Gebot unter 50 % des festgesetzten Verkehrswertes und ist der Glubiger mit der Zuschlagserteilung einverstanden, hat der Eigentmer immer noch die Mglichkeit, einen Antrag auf Zuschlagsversagung wegen drohender Verschleuderung zu stellen (so BVerfG vor Einfhrung der 50 %-Grenze des 85 a ZVG, diese Entscheidung wird heute noch beachtet).

Im brigen haben die Erfahrungen gezeigt, dass eine Verffentlichung von Versteigerungsterminen, in denen auf eine frhere Versagung des Zuschlages gem. 74 a oder 85 a ZVG hingewiesen wird, u.U. mehr Bieter anlockt und diese auch entsprechend hohe Gebote (ber 50 % ) abgeben, wobei sie in einem 1. Termin u.U. auch htten Geld sparen knnen.
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(Albert Einstein)
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Rapunzel67
Interessierter


Anmeldungsdatum: 22.01.2009
Beitrge: 6

BeitragVerfasst am: 30.01.09, 09:05    Titel: Re: Zwangsversteigerung Gebot ausgehebelt Antworten mit Zitat

UHU-1 hat folgendes geschrieben::
Rapunzel67 hat folgendes geschrieben::
Der Bieter sprach danach mit A und sagte, dass damit das Mindestgebot ausgehebelt worden sei.


Woher hat der Bieter das Wissen?


Der Interessent hat nach Beendigung der Versteigerung mit dem Vertreter der Bank gesprochen. Damals schien es so, dass die beiden sich unter der Hand einigen, aber danach ist nie wieder was gekommen.

Danke erstmal fr die ausfhrlichen Antworten, das hat mir sehr weiter geholfen.

Eine Frage noch zum Abschluss:

Wenn A seine Restschudbefreiung erlangt hat und die Htte immer noch nicht verkauft wurde, und das Gericht eventuell die Einstellung der Zwangsversteigerung festlegt, drfte A dann die Htte zu einem ihm beliebigen Preis verkaufen oder gelten hier dann die gleichen Grenzen wie vorher? Der Erls geht ja in jedem Fall an die Bank, soweit ist es klar.
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UHU-1
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 13.08.2008
Beitrge: 287
Wohnort: Zentrum der Macht

BeitragVerfasst am: 30.01.09, 12:54    Titel: Re: Zwangsversteigerung Gebot ausgehebelt Antworten mit Zitat

Rapunzel67 hat folgendes geschrieben::
Wenn A seine Restschudbefreiung erlangt hat und die Htte immer noch nicht verkauft wurde,


Hat der Insolvenzverwalter das Grundstck aus der Insolvenzmasse freigegeben oder nicht?

Zitat:
und das Gericht eventuell die Einstellung der Zwangsversteigerung festlegt, drfte A dann die Htte zu einem ihm beliebigen Preis verkaufen


Wenn das Grundstck aus der Insolvenzmasse freigegeben worden ist, ja.
Das Zwangsversteigerungsverfahren hindert einen freihndigen Verkauf nicht. Solange der Zuschlagsbeschluss nicht verkndet worden ist, ist ein Verkauf durch den Eigentmer mglich - und das kann sogar 1 Sekunde vor Verkndung des Zuschlagsbeschlusses sein.
Um jedoch eine Versteigerung hierdurch verhindern zu wollen, sollten schon die das Zwangsversteigerungsverfahren betreibenden Glubiger zustimmen und auch den Zwangsversteigerungsantrag zurcknehmen, was dem beurkundenden Notar mit Treuhandauftrag bergeben werden kann.

Zitat:
gelten hier dann die gleichen Grenzen wie vorher?


Bei einem freihndigen Verkauf hngt es nur davon ab, was der Kufer bereit ist zu zahlen und ob der Verkufer mit diesem Preis einverstanden ist oder nicht.
Die Grenzen im Zwangsversteigerungsverfahren (7/10 bzw. 5/10) gelten nur fr das gerichtliche Verfahren.
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(Albert Einstein)
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