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ALternative zur Betreuung

 
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Kerstin_K
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 06.08.2005
Beitrge: 31
Wohnort: Hannover

BeitragVerfasst am: 11.02.09, 18:46    Titel: ALternative zur Betreuung Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

ich brauche mal ein paar Meinungen zu folgender Situation:

Eine 83jhrige liag nach einer Not-OP lngere Zeit im Koma, ist intubiert und knstlich beatmet.

Da einige Entscheidungen getroffen werden mussten (Lftrhrenschnitt u. a.), ordnet das Gericht eine Betreuung an. Umfang: Gesundheitsfrsorge, Aufenthaltsbestimmungsrecht, Vetretung gegenber mtern und Behrden. Als Betreuerin wird die Tochter eingesetzt. DIe Betreuung wird auf 6 Monate begrenzt.

Inzwischen ist die Betreute wieder in der eigenen Wohnung. Sie kann sich wieder selber uern, einigermaen selber versorgen, fr einige Dinge kommt morgens und abends ein Pflegedienst, Pflegestufe und Schwerbehindertenausweis sind beantragt, allerdings steht der Besuch des MDK fr die Einstufung in die Pflegestufe noch aus, der Termin wurde auf die nchste Woche festgelegt.

Die Betreute erscheint auf den ersten Blick geistig klar. Wenn man aber lnger mit ihr zusammen ist, werden erhebliche geistige Defizite deutlich. So ist sie zeitweise nicht in der Lage, einfache Geldgeschfte vorzunehmen, wie da Bezahlen der Zuzahlung fr Krankengymnastik oder die Erstttung von Auslagen, an Menschen, die kleine Einkufe fr sie erledigt haben. Dass sie sich gegenber einer Behrde oder . selber vertritt erscheint vllig ausgeschlossen. Die geistigen Ausflle sind aber tagesforabhngig und treten mal mehr, mal weniger stark auf. Hinzu kommt, dass die Betreute vorlufig krperlich nicht in der Lage sein wird, die Wohnung ohne Begleitung zu verlassen.

Drei Monate vor Ablauf des festgelegten Betreuungszeitraumes wurde die Betreuerin nun vom Gericht angeschrieben. Sie soll sich dazu uern, ob eine Betreuung ber den festgelegten Zeitraum hinaus weiter notwendig ist.

Das Problem ist, dass die Betreute in vielen Bereichen Untersttzung braucht, sich aber in den klareren Phasen teilweise massiv dagegen wehrt. Dann will sie z. B. pltzlich keine Inkontinenzprodukte mehr benutzen (mit den entsprechenden Folgen) oder selber festlegen, welche Tabletten sie einnimmt und wann, ohne dass jemand auch nur draufschaut, ob das mit der Verordnung zusammenpasst. Ein anderes Mal kommt sie pltzlich auf die Idee, sie knnte jetzt ohne Untersttzung durch den Pflegedienst duschen und luft dabei Gefahr, zu strzen. Oder sie lehnt das Essen des Menbringdienstes ab und versucht selber zu kochen, wobei sie die falschen Herdplatten einschaltet. Es wird ja versucht, sie, alles was sie kann, selber tun zu lassen, aber bei bestimmten Dingen wie Medikamenten geht es eben nicht ohne eine gewisse Kontrolle in Form einer Begleitung.

Die Betreuerin ist jetzt nicht sicher, wie sie sich dem Gericht gegenber uern soll, zumal sich der Zustand der Betreuten noch in einer Art Entwicklung befindet. Teilt sie mit, dass eine weitere Betreuung notwendig ist, wird ja wohl eine erneute Anhrung der Betreuten stattfiinen, oder? Je nach Tagesform kann es dann passieren, dass sie einen guten Tag erwischt, an dem die Altersdemenz nicht in Erscheinung tritt. Wird dann keine weitere Betreuung angeordnet, haben wir an schlechten Tagen ein Problem. Was also tun?

Zusatzfrage: Gibt es fr den Fall, dass eine weitere Betreuung nictangeordnet wird eine Mglichkeit, dass die alte Dame eine Vollmacht erteilt, damit man wenigstens weiter ANtrge usw. fr sie stellen kann, damit ihr keine Rechtsnachteile entstehen, solange sie die Wohnung nur sehr schwer und ohne Hilfe gar nicht verlassen kann?


Sorry, das war jetzt lang, aber ich wusste nicht, wie ich die Situation krzer beschreiben soll.

Jetzt bin ich gespannt auf Eure Meinungen und Vorschlge.
_________________
Viel Gre aus Hannover
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Franz Knigs
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 07.10.2007
Beitrge: 4915
Wohnort: Bad Honnef

BeitragVerfasst am: 12.02.09, 20:20    Titel: Antworten mit Zitat

Das Vormundschaftsgericht wird sich alle Informationen verschaffen, die es fr erforderlich hlt, um beurteilen zu knnen, ob die Voraussetzungen fr eine weitere Betreuung vorliegen. Die erbetene uerung der Betreuerin stellt nur einen Teil der Informationen dar, die das Gericht vor seiner Entscheidung einholt.

Das Gericht wird von der erbetenen Stellungnahme der Betreuerin vor allem erwarten, dass sie die Situation der Betreuten so wiedergibt, wie sie sie erlebt, dass sie weder beschnigt, noch grundlos schwarz malt. Wenn die Betreuerin feststellt, dass die Orientiertheit der Betreuten und ihre Bereitschaft, Hilfe anzunehmen, von Tag zu Tag stark schwankt, wre es angebracht, dass sie dies auch so schildert.

Er kann davon ausgegangen werden, dass das Gericht ein rztliches Gutachten einholen und sich selbst von dem krperlichen und geistigen Zustand der Betreuten ein Bild machen wird, bevor es eine Entscheidung trifft.

Die Betreute knnte durch die Erteilung einer Vollmacht dafr sorgen, dass sie in Angelegeheiten, die sie nicht selbst wahrnehmen kann, vertreten werden kann. Allerdings wre eine Vollmacht unwirksam. wenn die Betreute geschftsunfhig wre ( 104 Nr. 2 BGB).
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