Navigationspfad: Home » Foren
Foren
recht.de :: Thema anzeigen - BGB-Hausarbeit - abhanden gekommene WEs etc.
Forum Deutsches Recht
Foren-Archiv von www.recht.de
Achtung: Keine Schreibmglichkeiten! Zu den aktiven Foren whlen Sie oben im Men "Foren aus!
 
 SuchenSuchen 

BGB-Hausarbeit - abhanden gekommene WEs etc.
Gehen Sie zu Seite 1, 2  Weiter
 
Neuen Beitrag schreiben   Auf Beitrag antworten    recht.de Foren-bersicht -> Jurastudium, Aus- und Weiterbildung
Vorheriges Thema anzeigen :: Nchstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
Drusy
Interessierter


Anmeldungsdatum: 05.04.2006
Beitrge: 12
Wohnort: Leipzig

BeitragVerfasst am: 12.02.09, 11:31    Titel: BGB-Hausarbeit - abhanden gekommene WEs etc. Antworten mit Zitat

Halli Hallo,

auch ich habe ein Problemchen mit der ersten BGB-Hausarbeit. Es handelt sich um BGB-AT I, aber dennoch ist das Thema ein wenig unschn und ich glaube in diesen Fall wurde alles reingepresst, was nur irgendwie mglich war... so dass ich ein wenig die Panik habe, wesentliches zu bersehen oder aber mich in Unwesentliches zu verrennen.

Damit ihr wisst, was ich meine, poste ich mal den Fall (wohlgemerkt bereits in GEKRZTER Form).

Ganz besonders froh wre ich, wenn mir vielleicht jemand Tips fr Literatur geben kann (insbesondere in bezug auf die abhanden gekommenen WEs im Internet, Internetrecht an sich usw.), oder mit hnlichen Problematiken bereits konfrontiert war.:


Nun ,da gibt es einen Arzt A, der grundstzlich seine "Broangelegenheiten" von seiner Sekretrin S erledigen lsst. A schaut normalerweise die von S geschriebenen Ausgangsrechnungen nochmal an, die eingehenden Rechnungen werden aber so gut wie nie von ihm kontrolliert. So entgeht es ihm also auch, dass S schon seit Jahren berteuerte Bromittel auf Rechnung des A beim Hndler H bestellt.

Eines schnen Tages (SONNTAG) fllt dem A auf, dass der Papiervorrat zur Neige geht - und er begibt sich auf die neu eingerichtete Homepage des H.
A entdeckt dort Papier zu 5 pro Paket und surft umgehend auf das Bestellformular, wo er ordnungsgemss eine geschftliche und private Mailadresse eingibt.
Bei der Bestellung selbst vertippt er sich allerdings und tippt unbemerkt 45 Pakete anstelle von 15 Paketen ein - dann klickt er auf "Senden".

Um 23:13 Uhr geht die Bestellung in der Mailbox des H ein, und die EDV des H berprft automatisch die Warenbestnde. Um 23:30 erhlt A eine automatisierte Eingangs- und Bestellbesttigung.

Am MONTAG ruft A aufgrund eines arbeitsreichen Tages seine Mailbox erst gegen Abend ab, und lscht dabei versehentlich sowohl die Eingangs- als auch die Bestellbesttigung des H, ohne diese vorher zu lesen.

Am FREITAG werden nun die 45 Papier-Pakete geliefert, und wiederum ist A nicht im Hause, um diese in Empfang zu nehmen. Anwesend ist seine Sekretrin S, welche er fr die Zeit seiner Abwesenheit mit den "brokratischen Angelegenheiten" betraut hat. S nimmt deshalb die 45 Pakete entgegen.

Nach seiner Rckkehr erfhrt A nun erstmals vom tatschlichen Umfang der Lieferung und sendet wiederum eine Mail an den H, in welcher er erklrt, er habe sich wohl vertippt und wolle deshalb vom Vertrag zurcktreten.

Nach Absenden der Mail - erhlt er eine Mitteilung, dass der Mailspeicher des H wegen berlauf voll sei, die Nachricht deshalb nicht zugestellt werden knne.
(An diesem Punkt stellte ich brigens einenn ersten Anflug von leichter Genervtheit hinsichtlich dieses Falles bei mir fest)

Daraufhin entschliesst sich der A, seinen Rcktritt per Fax an den H zu senden. Dummerweise entdeckt der H erst 15 Tage spter, dass das Papierfach des Faxgertes leer ist - und somit wird das von A gesendete Fax auch erst 15 Tage spter bei H ausgedruckt.
(hier: Festellung von totaler Genervtheit)

H faxt dem A daraufhin zurck, dass er der Meinung ist, der Rcktritt sei unwirksam - und A sei weiterhin zur Zahlung von 225 verpflichtet. Er sei aber bereit, dem A die ursprnglich gewollten 15 Pakete zu belassen, womit zumindest eine Zahlungsverpflichtung ber 75 Euro ausser Frage steht.

(jaaaa... es geht noch weiter... *seufz*)...

Nun werden auch noch die Aktenordner knapp - und der A erteilt der S den Auftrag 100 neue Ordner zu kaufen - dabei allerdings einen Preisrahmen von 150 Euro nicht zu berschreiten. S findet aber die teuren Ordner schner - und bestellt im Gesamtwert von 250 Euro.

Am nchsten Tag erhlt A wiederum die Rechnung des H im Wert von 250 Euro und meldet sich erneut (wie er sich meldet besagt der Sachverhalt diesmal nicht) bei H und lehnt auch diese Zahlung kategorisch ab.

Welche Ansprche hat nun der H gegen den A?

(halleluja, endlich die Fallfrage - aber wer dachte damit hat es sich... weit gefehlt - denn das Grauen geht weiter...)

ABWANDLUNG

Diesmal liegt der Fall vor, dass das falsch bestellte Papier am FREITAG geliefert wird, diesmal allerdings nur 40 Pakete und diese waren noch dazu feucht geworden und sind nun gewellt.
S kontrolliert die Ware nicht, sondern lsst sie gleich ins Lager schichten.

Entdeckt wird das Ganze wiederum 2 Wochen spter vom A - der dem H nun einen Brief schreibt, dass er die gesamte Lieferung zur Verfgung stelle (<--- ja, diese Formulierung steht tatschlich so im Sachverhalt!).Der H schreibt zurck "sowas muss man sich schon frher berlegen".

1. Kann sich A vom Vertrag lsen?
2. Welche Ansprche hat A gegen H, wenn er den Vertrag nicht aufheben kann oder will?
(ja... DAS wars aber nun! Ich hoffe niemand ist beim Durchlesen verhungert)
Geschockt

Tja, wie ist hier die Rechtslage???
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
spraadhans
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 26.11.2005
Beitrge: 7758
Wohnort: SMS Bayern

BeitragVerfasst am: 12.02.09, 12:10    Titel: Antworten mit Zitat

Also am besten den Sachverhalt mit dem Palandt zu einer groben Gliederung bringen, in der alle Problemfelder und v.a. Meinungsstreite zumindest skizziert sind.

Dann mit den einschlgigen Kommentaren (Mnchner...) und Lehrbchern (Khler...) an die Ausarbeitung machen.

Internetquellen wrde ich nur heranziehen, wenn wirklich ntig, es sei denn die beiden typischen online Zugnge liefern gute Aufstze oder anderweitig nicht verfgbare Rechtsprechung.

Auf mehr drfen sie hier nicht wirklich hoffen, denn schlielich soll die Hausarbeit ja ihre geistige Leistung sein Winken .
_________________
It's not about left or right, it's about right and wrong.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Adromir
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 30.10.2005
Beitrge: 5610
Wohnort: Hannover

BeitragVerfasst am: 12.02.09, 13:04    Titel: Antworten mit Zitat

Ich wrde vielleicht berprfen, ob berhaupt ein Rcktrittsrecht vorliegt. Da kann sich der Fall ggf. sehr vereinfachen.
_________________
Geist ist Geil!
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Brauerbauer
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 03.07.2005
Beitrge: 240

BeitragVerfasst am: 12.02.09, 14:24    Titel: Antworten mit Zitat

Der Rcktritt ist Teil des allgemeinen Schuldrechts, nicht des allgemeinen Teils des BGB. Ich wei nicht, wie dies in der Hausarbeit gehandhabt werden soll, aber mE ist das Rcktrittsgesuch des A vielmehr als Anfechtung zu verstehen, bzw. liegt der Schwerpunkt auf dieser.

Die wesentlichen Punkte drften, denke ich, klar sein:

Anfechtungsgrnde, Fristen, Zugang, Vertretung

Zugegeben, in dem Fall steckt viel drin, er ist zu groen Teilen jedoch recht einfach gestrickt. Da habe ich wirklich schon Schlimmeres gesehen.
Der Sachverhalt von Examensklausuren kann sich im brigen gern ber 7 Seiten und mehr erstrecken. Winken
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Drusy
Interessierter


Anmeldungsdatum: 05.04.2006
Beitrge: 12
Wohnort: Leipzig

BeitragVerfasst am: 12.02.09, 17:05    Titel: Antworten mit Zitat

na das macht ja Mut Auf den Arm nehmen @hab schon Schlimmeres gesehen.

Also es kann durchaus auch sein, dass die Abwandlung tatschlich ins Schuldrecht spielt - denn der berwiegende Teil des Semesters befasste sich mit AT - aber zum Schluss hin, quasi so zwischen Tr und Angel kamen tatschlich noch erste Themen vom Schuldrecht mit dran.

@Meinungsstreite: ja, da hoffe ich mal, dass sich die alle finden lassen, die da drin stecken.

Probleme hab ich insbesondere mit der Frage, wie weit in die Tiefe gehen hier sinnvoll/gewnscht ist (z.B. "Internetrecht"). Ich habe Aufstze, Festschriften, Lehrbcher gefunden - aber gerade im Bereich "Internetrecht" sind die Dinger z.T. von 1992 oder sogar noch lter :-/. Also inwieweit eine sich damals "herrschende Meinung" mittlerweile auch mal gendert haben knnte... je ne sais pas, ich nur dummes, berfordertes, planloses "Ersti". Auf den Arm nehmen

@ Hauptschwerpunkt auf "Anfechtungsgrnde, Fristen, Zugang, Vertretung" ...
ganz konkrete Frage: wrdet ihr aus dieser Fragestellung rauslesen, dass auch das Thema "elektronische Willenserklrungen" problematisiert werden muss?
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Brauerbauer
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 03.07.2005
Beitrge: 240

BeitragVerfasst am: 13.02.09, 00:06    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Probleme hab ich insbesondere mit der Frage, wie weit in die Tiefe gehen hier sinnvoll/gewnscht ist (z.B. "Internetrecht"). Ich habe Aufstze, Festschriften, Lehrbcher gefunden - aber gerade im Bereich "Internetrecht" sind die Dinger z.T. von 1992 oder sogar noch lter :-/. Also inwieweit eine sich damals "herrschende Meinung" mittlerweile auch mal gendert haben knnte... je ne sais pas, ich nur dummes, berfordertes, planloses "Ersti". Auf den Arm nehmen

@ Hauptschwerpunkt auf "Anfechtungsgrnde, Fristen, Zugang, Vertretung" ...
ganz konkrete Frage: wrdet ihr aus dieser Fragestellung rauslesen, dass auch das Thema "elektronische Willenserklrungen" problematisiert werden muss?

Wrde ich sehr kurz ansprechen um deutlich zu machen, dass es sich hier nicht um den blichen Fall handelt.
Im brigen wrde ich mir ausgedehnte Ausflge ins "Internetrecht" eher verkneifen.
Es geht meist mageblich um Fragen, die nicht speziell an den Onlineverkehr knpfen, sondern ebenso im Briefverkehr stattfinden knnten (Bestellbesttigung wird nicht gelscht, sondern ungeffnet mit der Werbung in den Papierkorb geworfen etc.). Hier spielt es im Grunde keine Rolle, dass das Ganze ber Internet stattfindet, insofern kann man sich Speziallektre m.E. sparen. Eine allgemeine Errterung, die deutlich macht, dass die blichen Regelungen auch auf Onlinebestellungen anzuwenden sind, sollte ausreichen.
brig bleibt dann eigentlich nurnoch die Frage nach dem vollen Posteingang, die doch recht spezifisch ist. Ausschlielich hier macht es vielleicht Sinn, aktuelle Rechtsprechung u.. speziell zu diesem Problem anzufhren.

Und ja, richtig, die Abwandlung sieht doch sehr nach Rcktritt aus. Habe ich nicht mehr gelesen. Winken
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Drusy
Interessierter


Anmeldungsdatum: 05.04.2006
Beitrge: 12
Wohnort: Leipzig

BeitragVerfasst am: 13.02.09, 16:50    Titel: Antworten mit Zitat

ja - ich meine da irgendwo gefunden zu haben, dass dies ggf. demjenigen, der diesen Mailaccount fr geschftliche Zwecke zur Verfgung stellt - zuzurechnen ist, diesen verfgbar zu halten - das ist dann wohl ne Auslegungssache nehme ich an, und wenn ich mich nicht ganz tusche, dann ist dieses Beispiel auch im Brox aufgefhrt.

Andererseits.... erhlt der Arzt ja noch eine automatische Mitteilung, dass der Speicher voll ist - erfhrt dies also, und entschliesst sich daraufhin ja, das Ganze nochmals per Fax zu versuchen.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
pOtH
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 07.03.2006
Beitrge: 3729
Wohnort: Ober-Ramstadt | Das Tor zum Odenwald

BeitragVerfasst am: 13.02.09, 17:55    Titel: Antworten mit Zitat

vielleicht hilft das wort "erfllungsgehilfe", das ganze ein bissel mehr aufzubrseln.
_________________
LAIENMEINUNG! <---> Lese hier nur fters!
Ab jetzt nurnoch Ringelpitz ohne anfassen!
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Hafish
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 26.04.2006
Beitrge: 1168

BeitragVerfasst am: 18.02.09, 22:55    Titel: Antworten mit Zitat

Drusy hat folgendes geschrieben::
na das macht ja Mut Auf den Arm nehmen @hab schon Schlimmeres gesehen.
Also als ich meine Hausarbeit geschrieben hab war das noch nicht vorlesungsbezogen, bei mir war 'nebenbei' die Zulssigkeit einer Klage zu prfen, da kam auch irgendwo ein Sequester drin vor und das war bevor ich ZPO hatte Winken Aber dafr sind Hausarbeiten doch da, diese neuen Regelungen find ich sogar eher etwas lasch.

Zitat:
Also es kann durchaus auch sein, dass die Abwandlung tatschlich ins Schuldrecht spielt - denn der berwiegende Teil des Semesters befasste sich mit AT - aber zum Schluss hin, quasi so zwischen Tr und Angel kamen tatschlich noch erste Themen vom Schuldrecht mit dran.
Um ein bisschen Schuldrecht kommt man in diesem Sachverhalt ja nicht drumherum, auch wenn es sich in Grenzen hlt. Und die Abwandlung (2. A gg. H...) schreit ja geradezu nach einer Prfung von 280. Ist aber auch nicht schlimm, dazu ist eine Hausarbeit auch da, ist ja was anderes als eine Klausur. Man muss sich auch Themen erarbeiten knnen, die man noch nicht kennt.

Zitat:
Probleme hab ich insbesondere mit der Frage, wie weit in die Tiefe gehen hier sinnvoll/gewnscht ist (z.B. "Internetrecht"). Ich habe Aufstze, Festschriften, Lehrbcher gefunden - aber gerade im Bereich "Internetrecht" sind die Dinger z.T. von 1992 oder sogar noch lter :-/. Also inwieweit eine sich damals "herrschende Meinung" mittlerweile auch mal gendert haben knnte...
Also im ersten Semester liegt wohl ein Schwerpunkt vor auf einem sauberen Gutachtenstil. Und am Anfang muss man glaube ich auch noch so "einfache" Sachen wie Willenserklrung definieren. Und da es wohl eine Seitenbegrenzung gibt bleibt auch nichtmehr so viel Platz. Falls doch hat man meistens etwas bersehen. Ich wrde mich hten mich ins Internetrecht o.. zu vertiefen, weil es erstens kaum verlangt werden wird und zweitens auch gar nicht mglich sich da reinzulesen (zeitlich). Und was die Quellen angeht: Bei Standard-Problemen sind aktuelle Dinge vorzuziehen und wenn man schon mit der sog. herrschenden Meinung argumentieren will, sollte man die aktuell herschende nehmen. Winken Und nderungen der herrschenden Meinung sind vielleicht ein interessantes Thema fr eine Promotion, aber in der Hausarbeit soll in Fall gelst werden. Was die Lsung nicht weiterbringt ist fehl am Platz.

Zitat:
wrdet ihr aus dieser Fragestellung rauslesen, dass auch das Thema "elektronische Willenserklrungen" problematisiert werden muss?
Problematisiert ist vielleicht das falsche Wort, aber wenn schon eine Internetbestellung mit Mails etc. vorkommt sollte man es auf jeden Fall ansprechen, 1-2 Quellen dazu und dann ganz zielgerichtet durchprfen. Kommt auch auf die Seitenzahlbegrenzung an wie breit man das austreten kann.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Drusy
Interessierter


Anmeldungsdatum: 05.04.2006
Beitrge: 12
Wohnort: Leipzig

BeitragVerfasst am: 21.02.09, 14:40    Titel: Antworten mit Zitat

hallo nochmal - nun, genau vor der Seitenbegrenzung hab ich Panik - denn (exkl. Deckblatt, Gliederung und dem ganzen Sums) haben wir fr den gesamten Fall gerade mal 20-25 Seiten zur Verfgung und das mit einem Rand von 6 cm und 1,5 Zeilenabstand.


Zum Anfang wollte ich nun zunchst (so wie es uns ja eingehmmert wird) prfen, ob ein Anspruch aus KV entstanden ist und was im Sachverhalt davon jeweils ein Angebot oder nur eine invitatio ad offerendum sein knnte (bereits hier gibt es nmlich, wenn ich das richtig entziffert habe schon den ersten Meinungsstreit auszutreten: Internetseite als Angebot ja/nein)

----> ich werde dahingehend argumentieren, dass eine Internetseite analog des Warenangebotes im Supermarkt oder analog der Warenprsentation in einem Katalog zu sehen ist, also nur als eine invitatio ad offerendum. Denn: Ein Angebot "ad incertas personas" wrde ja den konkreten Rechtsbindungswillen des Verkufers voraussetzen. Dieser msste also bereit sein mit einer unbestimmten Anzahl von Personen Vertrge in unbestimmter Anzahl einzugehen, sich ggf. schadensersatzpflichtig machen wenn er dies nicht erfllen kann. Das werde ich verneinen.

Angebot erfolgt bei mir also erst durch den Mausklick des Bestellers.

Die Annahme des Angebotes erfolgt bei mir dann logischerweise seitens des Verkufers durch den automatischen Versand der Bestellbesttigung, die ja die Worte enthlt "ich freue mich, den von Ihnen erteilten Auftrag auszufhren blubber..."

Angebot und Annahme sind ja empfangsbedrftige Willenserklrungen... Zugang des Angebotes ist bei mir als unproblematisch abgehandelt, denn dieser wird durch die Reaktion des Computers bejaht (Bestellbesttigung) - und Computererklrung gilt als Willenserklrung, unabhngig ob sie direkt vom Verkufer erfolgt.

Blde wirds ja dann erst in bezug auf den Zugang der Annahme. Weinen
Hier knnte ich nochmal Hilfe, bzw. einen Aufbau-Anstupser brauchen Traurig.
Der Arzt liest die Bestellbesttigung ja nicht, sondern lscht diese einfach.

Nun, hier mal das, was ich formulieren wrde:

Es gibt ja eine Empfangs- und eine Kenntnistheorie. (ich weiss aber nicht, ob es aktuell einen Streit darber gibt, welche der beiden gltig ist)

Soweit ich das richtig mitbekommen habe, gehen hier in unserem Semester die Meinungen nmlich schon auseinander - denn die einen haben Literatur gefunden, die die Zugangstheorie bejaht, die anderen solche, die der Kenntnistheorie den Vorrang geben.

Allein vom Gefhl her wrde ich sagen: Der Arzt handelt als Unternehmer, unterliegt allein deshalb schon strengeren Sorgfaltspflichten als ein Verbraucher. Er tritt zudem wissentlich in ein Vertragsverhltnis mit dem Verkufer - und allein daraus sollte sich schon begrnden lassen, dass er damit rechnen musste, eine wie auch immer geartete Reaktion des Verkufers zu erhalten.

Er gibt bei seiner Bestellung private und geschftliche Emailadresse an - bestellt aber Papier fr seine Praxis, so dass die geschftliche Mailadresse letztlich die relevante ist. An die geschftliche Adresse geht auch das Besttigungsschreiben des Verkufers.

Ich wrde daher der Zugangstheorie den Vorzug geben - da ein geschftlicher Mailaccount ja hnlich angesehen werden kann wie ein geschftlicher Briefkasten, oder? Die Mail gilt als in dem Moment zugegangen, wenn unter normalen Umstnden damit gerechnet werden kann, dass sie gelesen wird. Bei einem geschftlichen Emailaccount ist dies wohl mindestens einmal im Laufe des der Bestellung folgenden Werktages innerhalb der Geschftszeiten anzunehmen.

Wenn der Arzt diese Geschftsmails also infolge von Fahrlssigkeit lscht - dann wrde ich trotzdem sagen, dass diese Mails dennoch als zugegangen gelten.

-----> kann mir hier jemand etwas dazu sagen? Geschockt
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Brauerbauer
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 03.07.2005
Beitrge: 240

BeitragVerfasst am: 21.02.09, 21:37    Titel: Antworten mit Zitat

Klingt gut. Ich wei nur nicht, ob die Frage der Zugangstheorie tatschlich fr Willenserklrungen unter Abwesenden eine Rolle spielt. Hier hat sich das BGB mE mit 130 I klar fr die Wirksamkeit ab Zugang entschieden.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Hafish
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 26.04.2006
Beitrge: 1168

BeitragVerfasst am: 22.02.09, 13:09    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
nun, genau vor der Seitenbegrenzung hab ich Panik - denn (exkl. Deckblatt, Gliederung und dem ganzen Sums) haben wir fr den gesamten Fall gerade mal 20-25 Seiten zur Verfgung und das mit einem Rand von 6 cm und 1,5 Zeilenabstand.

Das ist halb so wild, 20-25 Seiten ist glaube ich eine normale Begrenzung. Wie gesagt, es geht ja im Prinzip nur darum, den Fall zu lsen und -wenn Probleme auftauchen- die Lsung mit wissenschaftlichen Quellen zu sttzen. Es ist eigentlich normal, dass man am Ende ein bisschen drber ist und dann krzen muss. Also ich meine noch was von so ner Faustregel im Ohr zu haben, dass man nach der Hlfte der Zeit schon anfangen soll zu schreiben (und parallel noch weiter Quellen sucht), beim Schreiben merkt man dann ob man hinkommt oder nicht. Wenn man aber 40 Seiten hat, sollte man darber nachdenken ob man den Schwerpunkt richtig gesetzt hat. Es gibt im brigen auch gute Bcher die einem erklren wie man seine Formulierungen klarer und krzer darstellt, weil man in Jura irgendwie recht schnell in schwulstige Satzbildungen verfllt.Lachen

Zitat:
Nun, hier mal das, was ich formulieren wrde:

Es gibt ja eine Empfangs- und eine Kenntnistheorie.
Darauf wrde ich gar nicht eingehen, ich wrde das wie Brauerbauer machen: Also in etwa (grob verkrzt) Definition von Annahme, ist die Mail eine Annahme --> (+) und dann "Nach 130 wird eine WE gg. Abwesenden wirksam mit Zugang." Und dann ist ja der Einstieg da. Dann noch kurz was vom Machtbereich des Empfngers erzhlen und das ganze mit der Feststellung abschlieen, dass die WE zugegangen ist. Wenn dann am Ende der Hausarbeit noch 2 Seiten Platz sind kann man immer noch darauf zurckkommen und klren ob und inwiefern das versehentliche Lschen Einfluss auf die Wirksamkeit hat (bzw nicht hat^^).
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Drusy
Interessierter


Anmeldungsdatum: 05.04.2006
Beitrge: 12
Wohnort: Leipzig

BeitragVerfasst am: 03.03.09, 15:43    Titel: Antworten mit Zitat

hallo mal wieder... also ich bin mitten drin im Vergngen Traurig und habe hier mal eine blde, konkrete Frage.

ich hab mittlerweile ausformuliert, warum nicht eine Homepage oder Bestellseite ein Angebot ist, sondern erst eine Bestellung durch den Kunden. Hier geh ich darauf ein, dass diese eine Willenserklrung unter Abwesenden ist und zum Wirksamwerden nicht nur abgegeben werden muss, sondern auch Zugang erforderlich ist:

bb) Zugang
Gem 130 Abs. 1 BGB muss ein Angebot unter Abwesenden beim Erklrungsempfnger zugehen, um wirksam zu werden. Als Zugang gilt dabei der Moment, in welchem die Willenserklrung derart in den Machtbereich des Empfngers gelangt, so dass dieser unter normalen Verhltnissen vom Inhalt der Erklrung Kenntnis erlangen kann . Die Bestellung von W lief hier in der Mailbox des T auf.

aaa) Machtbereich des Empfngers
Fraglich ist, ob sie damit in den Machtbereich von T gelangt ist. Zum Einen wird die Zwischenspeicherung beim zustndigen Provider bereits dem Machtbereich des Empfngers zugerechnet, zum Anderen wird davon ausgegangen erst mit dem Abrufen einer Nachricht trete diese tatschlich in den Machtbereich ein. Vorliegend erhlt W in Reaktion auf seine Bestellung eine automatisch generierte Nachricht. Ein Eintreten in den Machtbereich des T ist somit erfolgt ohne dass der Zeitpunkt des Eintretens hierfr relevant war.


Mein Problem jetzt:
bbb) Mglichkeit der Kenntnisnahme unter normalen Umstnden

kann mir jemand annhernd einen Tip geben, wie ich das hier formulieren soll? Inbesondere wie sich die Mglichkeit der Kenntnisnahme auswirkt, wenn Kenntnis augenscheinlich vorher erfolgt ist aber mittels automatischer Erklrung Weinen .
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Brauerbauer
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 03.07.2005
Beitrge: 240

BeitragVerfasst am: 04.03.09, 02:18    Titel: Antworten mit Zitat

Zunchst zu aaa) (dessen richtige Bezeichnung meines Erachtens "(1)" lauten sollte).
Ich wrde es, gerade im ersten Semester, ganz nach dem blichen Schema aufbauen. Sprich:

(a) berschrift
Eine Ansicht geht davon aus, schon durch Zwischenspeicherung bei dem Provider befnde sich die Nachricht im Machtbereich des Empfngers.
Hier wurde die Mail erfolgreich an XY gesandt, eine Zwischenspeicherung erfolgte.
Dieser Ansicht folgend befindet sich die Willenserklrung demnach im Machtbereich des XY.

(b) berschrift
...Machtbereich erst beim Abrufen.
Vorliegend wurde abgerufen.
Auch hiernach Machtbereich (+)

(c) Entscheid
Da die Ansichten zu denselben Ergebnissen fhren, ist der Streit nicht zu entscheiden.


Das ist lang, wird im ersten Semester aber idR so gefordert. Wenn du das Ganze abkrzen mchtest, dann anders. Die Formulierung "zum Einen ..., zum Anderen..." ist sehr irrefhrend und lsst nicht auf einen Rechtsstreit schlieen. Benutze lieber Formulierungen wie "Zwar ist im Einzelnen umstritten, ob der Eintritt in den Machtbereich bei Zwischenspeicherung oder erst mit Abruf vorliegt, dies ist hier jedoch nicht ergebnisrelevant, da XY die Nachricht ohnehin abgerufen hat."


Zu bbb) / (2):
"Desweiteren muss die Mglichkeit der Kenntnisnahme unter normalen Umstnden vorliegend. Dies meint .... Vorliegend antwortete XY mit der automatisierten Bestellbesttigung sogar auf die Nachricht von YZ. Davon, dass er die Mglichkeit zur Kenntnisnahme hatte, ist mithin auszugehen."


Noch ein kleiner Tipp:
Es ist nicht immer alles "fraglich" Winken
Diese Formulierung behalte ich mir idR nur fr die wirklich problematischen Flle vor.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Drusy
Interessierter


Anmeldungsdatum: 05.04.2006
Beitrge: 12
Wohnort: Leipzig

BeitragVerfasst am: 10.03.09, 17:03    Titel: Antworten mit Zitat

willkommen zur Fortsetzung unserer beliebten Serie "mhsam ernhrt sich das Eichhrnchen".

Ja, da bin ich wieder... man glaubt es kaum, ich habe mich mittlerweile immerhin bis zur Anfechtung durchgekmpft. Auf den Arm nehmen

Und jetzt ist wieder Schluss, weil ich zwei wesentliche Fragen habe.
Bei einer Anfechtung prfe ich ja grundstzlich:

a) Zulssigkeit (privatrechtliches RG)
b) Grund (Erklrungsirrtum --- plust eingehen auf Urschlichkeit)
c) Frist (unverzglich)
d) Anfechtungsgegner (vertragspartner)
e) kein Ausschlussgrund vorhanden (z.B. Besttigung des RG)

Sooo, wir haben jetzt im Brox unter Rn 437b die witzige Situation gefunden, dass eine Anfechtung nicht nur ausgeschlossen ist, wenn der Irrende das RG besttigt, sondern auch, wenn sein Vertragspartner das RG zum ursprnglich gewollten Inhalt gelten lsst.
Das ist in unserem HA-Sachverhalt so gegeben, denn unser Verkufer willigt diesbezglich ein.

So, jetzt Frage 1) Weinen
Wenn ich so klipp und klar einen Ausschlussgrund habe - muss ch dann wirklich a-e durchprfen oder reicht a) und dann gleich e)?
(quasi - die Prfung ob ein Anfechtungsgrund vorliegt, die Anfechtung gegenber dem Anfechtungsgegner innerhalb der Frist erfolgt kann dahingestellt bleiben, wenn sich ein Ausschlussgrund fr eine anfechtung ergibt. Dies ist hier der Fall denn... blubber... laber....

und viel wichtiger und hier hake ich gerade gewaltig, Frage 2):
Die Anfechtung prfe ich von Aufbau her ja im Teil "Anspruch untergegangen".
Wenn ich aber nun zu dem Ergebnis komme, dass eine Anfechtung ausgeschlossen ist, heisst das ja, der Anspruch ist NICHT untergegangen. Bis dahin ist es mir klar.
Aber hier - ist der ursprngliche Anspruch auf Zahlung von 45 Paketen Papier bezogen, bestehen bleibt jedoch ein Anspruch auf die Zahlung von nur 15 Paketen.
Passt dieses Ergebnis berhaupt dann in die Prfung "Der Anspruch auf die Zahlung von 45 Paketen Papier aus Kaufvertrag knnte untergegangen sein" ? Irgendwie nicht so wirklich, oder? Geschockt

Bdde Hilfe, ich finde weder im Lehrbuch, noch ber google, noch sonst wo Hinweise dazu Traurig - ein Fall in der Ausgestaltung ist mir bisher auch noch nie ber den Weg gelaufen.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beitrge vom vorherigen Thema anzeigen:   
Neuen Beitrag schreiben   Auf Beitrag antworten    recht.de Foren-bersicht -> Jurastudium, Aus- und Weiterbildung Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehen Sie zu Seite 1, 2  Weiter
Seite 1 von 2

 
Gehen Sie zu:  
Sie knnen keine Beitrge in dieses Forum schreiben.
Sie knnen auf Beitrge in diesem Forum nicht antworten.
Sie knnen Ihre Beitrge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Sie knnen Ihre Beitrge in diesem Forum nicht lschen.
Sie knnen an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.


Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
©  Forum Deutsches Recht 1995-2019. Anbieter: Medizin Forum AG, Hochwaldstraße 18 , D-61231 Bad Nauheim , RB 2159, Amtsgericht Friedberg/Hessen, Tel. 03212 1129675, Fax. 03212 1129675, Mail info[at]recht.de.