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Wie bringt man den Gesetzgeber dazu, da er seine Gesetze de
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Zafilutsche
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Anmeldungsdatum: 24.07.2007
Beitrge: 1428
Wohnort: Oberhausen

BeitragVerfasst am: 14.03.09, 18:35    Titel: Antworten mit Zitat

Ich gehe einfach mal davon aus, das bekannt ist das es verfahren gibt die annhernd in Echtzeit das Geld Weltweit verfgbar machen. Allerdings wird diese Art der Geldversendung auch gerne von Betrgern mibraucht. Man mu halt abwiegeln was einem wichtiger ist. Also ich wrde da wirklich nicht die eine Millionste Verordnung vom Gesetzgeber fordern.
Gru
Zafilutsche
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moro
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Anmeldungsdatum: 19.06.2005
Beitrge: 1438

BeitragVerfasst am: 16.03.09, 20:50    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe nicht irgendwelche halbseidenen Geldtransfersysteme gemeint. Um bei meinem obigen Beispiel zu bleiben:

Sdkorea ist ein hochindustrialisiertes Land mit annhernd 50 Millionen Einwohnern.

Wenn es dort mglich ist, das ganz normale, allgemeine berweisungssystem ber die gewhnlichen dortigen Banken in annhernder Echtzeit zu vollziehen, dann frage ich mich schon, warum das bei uns nicht mglich sein sollte.

Gru,
moro
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Zafilutsche
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 24.07.2007
Beitrge: 1428
Wohnort: Oberhausen

BeitragVerfasst am: 16.03.09, 23:45    Titel: Antworten mit Zitat

Warum sind Sie der Meinung, das dass in Deutschland nicht mglich ist? Wegen der Schnelligkeit steigt aber eben auch die Gefahr des Geldverlustes. Das System hatte sich anscheinend bei der Phisherfraktion etabliert. Sehr bse
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Karsten11
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 17.06.2005
Beitrge: 3169

BeitragVerfasst am: 17.03.09, 10:37    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

Caesar hat folgendes geschrieben::
Der Gesetzgeber rumt hier der Bank 2-3 Tage ein die berweisung durchzufhren.
Aber diese Zeitdauer wurde ja noch in Zeiten beschlossen, als der berwiegende Teil
der Verbraucher ihre berweisungen noch schriftlich ber berweisungsformulare auf Papier durchfhrte, das man hier der Bank eine Zeit fr die Dateneingabe und Bearbeitung einrumen mute, war ja verstndlich.


Die BGB 676a, b und c wurden erst vor 10 Jahren ins BGB eingefgt. Also zu einem Zeitpunkt, als Internetbanking schon weit verbreitet war.

Caesar hat folgendes geschrieben::
Aber heutzutage kann man eine berweisung via Online Banking mit dem Computer erledigen.
Ein Computer knnte technisch gesehen die berweisung innerhalb weniger Sekunden durchfhren.


Grundstzlich kann man den Zahlungsverkehr so organisieren. Aber um zu verstehen, warum dies mit hohem Aufwand verbunden ist, ein kurze Schilderung des Sachstandes.

Eine berweisung funktioniert im einfachsten Fall so, dass die Bank des Zahlungspflichtigen dessen Konto belastet und das Geld einem Konto, dass die Bank des Geldempfngers bei der Bank des Absenders fhrt gutschreibt. Nun wird die Empfngerbank (elektronisch) informiert und diese belastet das Konto der Absenderbank und schreibt es dem Konto des Empfngers gut.

Hierdurch steht das Konto der Absenderbank bei der Empfngerbank im Soll. Dieses Soll stellt einen Kredit der Empfngerbank an die Absenderbank dar. Die Empfngerbank prft daher ob die Bonitt der Absenderbank ausreicht, den Kredit zu gewhren.

Um diesen Kredit auszugleichen muss die Absenderbank von ihrem LZB-Konto den berweisungsbetrag an die Empfngerbank bertragen. Dies wird natrlich nicht bei jeder Einzelzahlung gemacht. Es werden vielmehr die Eingnge und Ausgnge saldiert und nur die Differenz ber LZB ausgeglichen.

Dummerweise haben wir aber nicht 2 sondern 5000 Banken in Deutschland (weltweit einmal ganz auen vor gelassen).

Um das Geschilderte umzusetzen, msste daher jede Bank mit jeder eine Kontoverbindung haben. Und die Limite dieser 5000 Banken berwachen. Und die Saldoausgleiche dieser Banken vornehmen. Das ist nicht effizient.

Die Alternative ist eine zentrale Clearingstelle. Dies scheint in Sdkorea zu bestehen. Hier verrechnet die Absenderbank (elektronisch) mit der Clearing-Stelle und diese (elektronisch) mit der Empfngerbank. Hierdurch brauche ich keine Kontoverbindung von Bank zu Bank mehr.

In Deutschland haben wir eine (historisch gewachsene) Mischform. Wir haben 5 Gironetze: Das der LZB, der (Wortsperre: Firmenname), der Privatbanken, der Sparkassen und der Genossenschaftsbanken.

Dadurch ergeben sich unterschiedlich lange Wege: Von einer Bank zur gleichen geht sofort, innerhalb der Bankengruppe dauert etwas lnger und Bankengruppenbergreifend dauert am lngsten.

Vor allem aber fallen die (Banken)bonittsprfungen innerhalb der Gruppe der Sparkassen und der der Genossenschaftsbanken weg, da diese eh freinander haften.

Aus Sicht der Sparkassen und Genossen ist dieses Modell ein Wettbewerbsvorteil: Sie knnen ihren Kunden eine schnellere berweisung innerhalb der Gruppe versprechen und motivieren ihre Geschftskunden so dazu, Geschftskonten bei Sparkassen und Landesbanken einzurichten.

Ein gesetzlich bestimmtes Verbot dieses Wettbewerbs und die Pflicht zur Einrichtung einer zentralen Clearingstelle ist daher Ordnungspolitisch sehr zweifelhaft. Abgesehen davon wren durch einen solchen Eingriff ausgerechnet die ffentlichen Banken benachteiligt, die in Deutschland einen Marktanteil von ber 50 % haben. Da berlegt es sich der Gesetzgeber sicher zweimal, ob er das macht.

Caesar hat folgendes geschrieben::
aber dies wird von den Banken heute immer noch nicht gemacht, weil die Banken das Geld lieber einen Tag behalten um davon finanziell zu profitiere


Das ist sicher auch ein entscheidendes Argument. Aber auch hier ist die Frage notwendig, wozu der Wettbewerb hier gefhrt hat.

Wre die Frage der berweisungsdauer fr mich als Privatkunde wesentlich, wrde ich zu der Bank gehen, die mir die schnellste berweisungsdauer zusichert. Ich persnlich bin aber bei der Bank, die mir die niedrigsten Kontogebhren abverlangt. Warum? Weil es mir in 99,99 % meiner Zahlungen vllig egal ist, ob mein Konto ein, zwei Tage frher oder spter belastet wird. Fr die Bank hingegen ist der Valutaschnitt purer Ertrag.

Warum sollte bei funktionierendem Wettbewerb die Bank also einen hohen Aufwand treiben, ein Angebot zu schaffen, dass dem Kunden nicht wichtig ist und den Ertrag der Bank schmlert?

Logischerweise mssten die Kosten/Ertragsausflle irendwie kompensiert werden. Also wrden im Schnitt die Kontogebhren/berweisungsgebhren steigen. Aufgrund des Wettbewerbs haben wir aber in Deutschland extrem niedrige Kosten des Zahlungsverkehrs. Aber eben nicht die schnellstdenkbare berweisungsdauer

Caesar hat folgendes geschrieben::
Hier besteht also Korrekturbedarf beim Gesetzgeber, da dieser die berweisungsdauer fr Inlandsberweisungen auf eine deutlich krzere Zeit eingrenzt


Hier besteht also eben kein Korrekturbedarf. Ich wrde meinem Abgeordneten was husten, wenn er glauben wrde, dass er besser sagen kann, was die Bankkunden wollen, als die Bankkunden selbst.

Caesar hat folgendes geschrieben::
Wenn sich nun aber die Bank ber 24 h Zeit lt, dann erhlt der Versandhndler sein Geld viel zu spt und wenn der Kunde Pech hat, dann sind die 4 auf Lager vorrtigen Artikel nicht mehr vorhanden.


Ist die Zahlung wirklich eilig, oder der Zinsschaden hoch (z.B. bei der Kaufpreisberweisung einer Immobilie), kann der Kunde gegen Entgelt eine Blitzberweisung beauftragen, die am gleichen Tag gutgeschrieben wird. Die Tatsache, dass dies in extrem wenigen Fllen vom Kunden beauftragt wird, ist ein Indikator, dass die berweisungsdauer nur in seltenen Fllen fr den Kunden relevant ist.

Caesar hat folgendes geschrieben::
Welche Mglichkeiten hat man hier also als Verbraucher, da der Gesetzgeber seine gesetztlichen Rahmenbedinungen den neuen technischen Umstnden anpat?
Wre eine Verfassungsklage mglich?


Politische Fragen werden in Deutschland durch das Parlament und nicht durch das Verfassungsgericht entschieden. Ein Verfassungsrecht auf ein Gesetz nach meinen persnlichen Prferenzen habe ich nicht.
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