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Stimmt irgendwas nicht mit dem Anwalt?

 
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jz09
Interessierter


Anmeldungsdatum: 04.03.2009
Beitrge: 8

BeitragVerfasst am: 04.03.09, 18:14    Titel: Stimmt irgendwas nicht mit dem Anwalt? Antworten mit Zitat

Stimmt irgendwas nicht mit dem Anwalt?



Sehr geehrte Rechtsexperte,


ein freund von uns hat folgendes erlebt:

er (der klaeger) befindet sich in einem rechtsstreit mit seinem ex-vermieter (der beklagte), streitwert ca. 800-1200 euro, also nicht sehr hoch (bzw. nicht sonderlich lukrativ fuer einen anwalt). er wurde vom amtsgericht zu einem guetetermin geladen, der ort ist von seinem jetzigen wohnort ca. 500km entfernt. an dem nachmittag vor dem termin befand er sich bereits auf dem hinweg dorthin, da hat er einen anruf vom anwalt erhalten. darin hat der anwalt ihm erzaehlt, dass das gericht damals bei der ladung "nicht wusste", dass er 500km entfernt wohnen wuerde, und das gericht wolle dem freund nun etwas leichter machen, daher "entfaellt" der morgige termin, und das ganze verfahren werde in ein schriftliches verfahren geaendert, so dass der freund zu dem termin nicht mehr persoenlich erscheinen muesste.

am abend des urspruenglich angesetzten guetetermins hat der freund dann per email erfahren, dass der termin doch stattgefunden hat, und ein vorlaeufiger vergleich zwischen den parteien vereinbart wurde, der fuer ihn (seiner meinung nach) nicht sehr guenstig ist. der freund koennte den vergleich natuerlich widerrufen.

als der freund erneut mit dem anwalt telefonierte, sagte der anwalt auf einmal, dass kurz nach dem letzten telefonat zwischen ihm und dem freund, er erneut einen anruf vom amtsgericht erhalten habe, und das gericht meine, dass es sich damals vertan habe. da der streitwert ueber 600 euro liege, muessten nun doch die parteien zu einer muendlichen verhandlung erscheinen. da der anwalt damals meinte, dass der freund sich bereits auf dem rueckweg befinde, ist er allein zu dem termin angereist.

der freund fand es bisschen merkwuerdig. obwohl er sich mit dem anwalt auch im schriftlichen emailverkehr befindet, hat der anwalt die geschichte mit dem gericht nur am telefon erzaehlt.



1. es waere doch moeglich, dass der anwalt den fall moeglichst schnell schliessen wollte, und daher einen vergleich allein ausgehandelt haette?


2. kann er irgendwie das verhandlungsprotokoll vom gericht anfordern? wenn man vom gericht geladen wurde und nicht erscheint, bringt es nachteile mit sich?


das gericht muesste doch eine erklaerung verlangen wollen, oder?

3. wer trgt die gerichts- und anwaltskosten im falle eines vergleichs? gott sei dank, dass der freund eine rechtsschutzversicherung hat.


was sagen Sie zu dem fall dazu?
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Holzschuher
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 18.02.2006
Beitrge: 6354
Wohnort: Nrnberg

BeitragVerfasst am: 05.03.09, 00:15    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

Zitat:
und ein vorlaeufiger vergleich zwischen den parteien vereinbart wurde, der fuer ihn (seiner meinung nach) nicht sehr guenstig ist. der freund koennte den vergleich natuerlich widerrufen.


...das sollte er dann ernsthaft in Erwgung ziehen!

Zitat:
1. es waere doch moeglich, dass der anwalt den fall moeglichst schnell schliessen wollte, und daher einen vergleich allein ausgehandelt haette?


...was fr einen Vorteil sollte das fr den RA bringen? Vielleicht war es auch einfach eine Verkettung unglcklicher Umstnde; soll vorkommen. Einfach ma alles auch mit dem Anwalt besprechen.

Zitat:
wer trgt die gerichts- und anwaltskosten im falle eines vergleichs?


...da steht i.d.R. was im Vergleich dazu drin. Da der Freund rechtsschutzversichert ist, sollte nach dem Ergebnis im Verhltnis zur ursprnglichen Forderung entsprechend gequotelt sein; z.B. Klage 1000, Vergleich auf 700; Kosten Klger 30%, Beklagter 70%.
_________________
Gru
Peter H.
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jz09
Interessierter


Anmeldungsdatum: 04.03.2009
Beitrge: 8

BeitragVerfasst am: 05.03.09, 09:36    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

erstmal vielen Dank fr die Antwort.

Als ich die Geschichte hrte, ging es mir durch den Kopf, dass Anwlte ab und zu auch (geheime) Absprache treffen knnten, und das nicht immer im Interesse des Mandanten sein muss. Vielleicht habe ich auch zuviel ferngesehen, nichts gegen Anwlte, sorry. Ich wollte nur den Fall schildern und fragen, ob es in der juristischen Praxis so etwas auch merkwrdig sein knnte.

1. Freund A fand es merkwrdig, dass das Gericht ihm zuerst die Ladung geschickt, und dann (angeblich) telefonisch den Termin abgesagt hat. Das Gericht kennt ja die Adresse von A schon lange, warum sollte es am letzten Tag den Termin wegen Entfernung absagen.

2. Der Gtetermin endet mit einem fr A ungnstigen Vergleich. Fr den RA wre der Fall erledigt, der knnte sich die Zeit fr andere lukrativere Auftrge nehmen (die sollte der RA auch sehr wahrscheinlich haben). Der RA hat im Telefon A gegenber geuert, dass A bitte auch wirtschaftlich denken solle. Wenn der Vergleich widerrufen wrde, dann wrden alle Zeuge eingeladen, zeitlicher Aufwand, psychologischer Druck wegen 500 Euro? usw. Der RA meinte aber, dass er auch sportlichen Ehrgeiz habe, wenn A weiter machen wolle.

3. ber die Gerichtskosten wurde A zunchst nur vom RA sprlich informiert, dass die nach 91 ZPO gestaltet wird. Als A im Telefonat genaueres erfahren wollte, hat der RA gesagt, dass A rechtsschutzversichert sei, und daher nur die Eigenbeteiligung an RA berweisen solle, danach sei alles fr ihn erledigt. ber gequotelte Aufteilung hat der RA kein Wort verloren, auch bisschen merkwrdig.


In meinem Beitrag geht es nur darum, ob die Schilderung vom RA glaubwrdig ist.
1. Ob das Gericht sich so verhlt, Termine telefonisch absagt und dann doch daran festhlt, ohne den Klger zu informieren.
2. Es kann natrlich sein, dass es eine Verkettung unglcklicher Umstnde ist. Ich kann aber verstehen, dass es bei A wurmt.
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Holzschuher
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 18.02.2006
Beitrge: 6354
Wohnort: Nrnberg

BeitragVerfasst am: 05.03.09, 09:45    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

Zitat:
ber gequotelte Aufteilung hat der RA kein Wort verloren, auch bisschen merkwrdig.


...muss er nicht, weil es der Mandant i.d.R. soweiso nicht versteht. Er selbst muss nur darauf achten! Winken

Zitat:
In meinem Beitrag geht es nur darum, ob die Schilderung vom RA glaubwrdig ist.


Die Glaubwrdigkeit eines Anwaltes lsst sich hier wohl kaum klren.

Zitat:
1. Ob das Gericht sich so verhlt, Termine telefonisch absagt und dann doch daran festhlt, ohne den Klger zu informieren.


Ja, das ist nicht unblich, dass das Gericht telefonisch Sachen klrt. Ungewhnlich wre aber sicher, zunchst einen Termin abzusagen und dann doch stattfinden zu lassen. Aber da liegt wohl ein Missverstndnis vor. Der Anwalt meinte wohl, eine Aufhebung des Termins hinzubekommen, dem der Richter aber ggf. nicht folgte. Aber das ist alles Spekulation. Das alles kann man mit dem RA besprechen.Winken

Zitat:
2. Es kann natrlich sein, dass es eine Verkettung unglcklicher Umstnde ist. Ich kann aber verstehen, dass es bei A wurmt.


...klar wurmt das, wenn was schief luft. Nicht nur den Mandanten, i.d.R. auch den RA. Wie gesagt, einfach mal alles mit dem RA klren.
_________________
Gru
Peter H.
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