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Schulveranstaltung in einer Kirche

 
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Dvalin
noch neu hier


Anmeldungsdatum: 10.03.2009
Beitrge: 3

BeitragVerfasst am: 10.03.09, 16:42    Titel: Schulveranstaltung in einer Kirche Antworten mit Zitat

Hi, ich bin grade neu hier und hoffe mal ich vergesse in meiner beschreibung nichts.

Es geht hier um einen sehr speziellen Fall: undzwar soll demnchst whrend einer unterrichtsstunde ein auftritt unseres musikkurses in einem katholischen gottesdienst stattfinden. Einige von uns sind aber strikt dagegen in diese Kirche zu gehen, zunchst 2 muslimische Schler und dazu noch welche (zu denen auch ich gehre) die die Kirche an sich ablehnen.
Ab 14 ist man Religionsmndig, also msste uns doch eine art alternativunterricht gestellt werden, oder nicht? Unsere lehrerin beharrt darauf, dass es eine Schulveranstaltung ist und wir deshalb teilnehmen mssen.

Ich hoffe hier wei jemand bescheid und kann mir tipps geben, wie ich weiter argumentieren und auf welche gesetze ich mich evtl berufen kann.

Danke im vorraus, Dvalin
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Karsten
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 12.11.2004
Beitrge: 9688
Wohnort: Mnchen

BeitragVerfasst am: 10.03.09, 16:46    Titel: Antworten mit Zitat

handelt es sich wirklich um eine Teilnahme am Gottesdienst, oder ist das nur der Ort, an dem ein Konzert gegeben werden soll?
_________________
Es heit Frist, nicht Frits, auch nicht First, sondern Frist, Frist, Frist, Frist, Frsit... Ich lern's nicht mehr.
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Dvalin
noch neu hier


Anmeldungsdatum: 10.03.2009
Beitrge: 3

BeitragVerfasst am: 10.03.09, 17:40    Titel: Antworten mit Zitat

Dieses Konzert soll im Rahmen eines Gottesdienstes stattfinden, ich gehe also davon aus, dass wir auch am Gottesdienst teilnehmen mssen/sollen.

Also wenn wir nicht teilnehmen wrden, sondern nur "reingehen, singen und wieder abhauen" wre das rechtlich gesehen in ordnung?
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report
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 04.09.2005
Beitrge: 3541
Wohnort: Im schnen Rheintal

BeitragVerfasst am: 10.03.09, 17:53    Titel: Antworten mit Zitat

Auf Anregung mal zum Schulrecht verschoben.
_________________
Suchet und ihr werdet finden. Fragt und euch wird geantwortet.
Doch verdammt sind jene, die nicht suchen und dennoch fragen. Selig ist der, der suchet und erst fragt, wenn er nichts gefunden hat.
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0Klaus
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 30.12.2004
Beitrge: 2595

BeitragVerfasst am: 10.03.09, 21:22    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

ich wrde insoweit keine Probleme sehen. Ihr nehmt ja nicht aktiv am Gottesdienst teil, sondern gestaltet nur ein Rahmenprogramm. Dabei wird es so sein, dass man sich natrlich in der Kirche aufhlt (ggf. in der ersten Reihe sitzt) und sich nicht vor die Tr stellt, um dann hereingeholt zu werden. Mit dem passiven Danebensitzen ist ja keine Glaubenshandlung verbunden und es besteht ein sachlicher Grund in der Kirche zu warten.

Wenn das ein groes Problem ist, kann man das ggf. so regeln, dass man nur zur Musikdarbietung das Gebude betritt und dann wieder geht.

Ungeachtet dessen knnte selbst das passive Besuchen eines Gottesdienstes als Unterricht betrachtet werden (zB in Ethik); als wrde man zB eine Gerichtsverhandlung im Rechtskundeunterricht besuchen.
_________________
mfg
Klaus
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Old Piper
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 14.09.2004
Beitrge: 2538

BeitragVerfasst am: 11.03.09, 08:46    Titel: Antworten mit Zitat

0Klaus hat folgendes geschrieben::
Ungeachtet dessen knnte selbst das passive Besuchen eines Gottesdienstes als Unterricht betrachtet werden (zB in Ethik); als wrde man zB eine Gerichtsverhandlung im Rechtskundeunterricht besuchen.

Der Vergleich hinkt etwas.

Sicherlich ist das letztlich eine Frage der Einstellung der Akteure. Ich habe seinerzeit als Evangole lieber in der katholischen Kirche musiziert - die zahlen besser Lachen

Andererseits - wenn man Mitglied in einem Chor ist, der auch geistliche Musik im Repertoire hat, sollte man schon mit sowas rechnen mssen...
_________________
MfG
Old Piper
_____________________
Behrden- und Gerichtsentscheidungen sind zwar oft recht mig, aber meistens rechtmig.
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Kurt Knitz
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 16.10.2005
Beitrge: 1377
Wohnort: Baden-Wrttemberg

BeitragVerfasst am: 11.03.09, 12:25    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Dvalin,

die Religionsfreiheit nach dem Grundgesetz beinhaltet m.E. auch, dass kein Schler gezwungen wird, an einem Gottesdienst welcher Religion auch immer teilzunehmen (Ausnahmen mgen sein, wenn sich ein Schler bzw. dessen Eltern freiwillig fr den Besuch einer Schule in kirchlicher Trgerschaft entschlossen hat).

Ruf mal den Pfarrer an und frag ihn, ob er nicht mit der Lehrerin reden kann. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein vernnftiger Pfarrer mchte, dass Schler in seinen Gottesdienst gezwungen werden.

Schne Gre
Kurt
_________________
Die lnderspezifischen Schulgesetze und vieles mehr auf dem Deutschen Bildungsserver:
http://www.bildungsserver.de/zeigen.html?seite=552
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Dvalin
noch neu hier


Anmeldungsdatum: 10.03.2009
Beitrge: 3

BeitragVerfasst am: 11.03.09, 15:13    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Andererseits - wenn man Mitglied in einem Chor ist, der auch geistliche Musik im Repertoire hat, sollte man schon mit sowas rechnen mssen...


"Mitglied in einem Chor" trifft nicht ganz zu, es ist lediglich der Musikunterricht in der 10. Klasse, welche Lieder wir singen kann ich leider kaum beeinflussen.

Aber ich hab mich entschlossen einen Kompromis einzugehen, schlielich will ich nicht fr den Rest meiner Schulzeit auf Kriegsfu mit meiner Lehrerin oder sogar der Rektorin stehen. Solange ich am Gottesdienst nicht teilnehmen muss, werd ich auch auftreten. Mal schauen was sie am Freitag dazu sagen wird.

Danke fr die schnellen Antworten
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mitternacht
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 22.05.2005
Beitrge: 6331
Wohnort: Franken

BeitragVerfasst am: 20.03.09, 00:48    Titel: Antworten mit Zitat

Kurt Knitz hat folgendes geschrieben::

Ruf mal den Pfarrer an und frag ihn, ob er nicht mit der Lehrerin reden kann. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein vernnftiger Pfarrer mchte, dass Schler in seinen Gottesdienst gezwungen werden.


"Gottesdienst" heit nicht gleich "Pfarrer". Es gibt auch Laien, die Gottesdienste leiten drfen. Fr eine kirchenrechtliche Beurteilung msste man wissen, welche Art des Gottesdienstes es ist, fr eine schulrechtliche sollte man das Bundesland kennen. Berlin hat da mit Sicherheit ganz andere Regelungen als Bayern (wenn berhaupt).
_________________
mitternchtliche Gre.


Gott wei alles - Lehrer wissen alles besser. Teufel-Smilie

Bin kein Jurist: Wer mir glaubt, ist selber schuld.
Meine Damen und Herren, heute Abend sinkt fr Sie: das Niveau!
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FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 14.02.2005
Beitrge: 6312
Wohnort: Mein Krbchen.

BeitragVerfasst am: 20.03.09, 06:20    Titel: Antworten mit Zitat

Man sollte unterscheiden zwischen:

Fehler im Ergebnis der Entscheidung der Schule und

Fehler in der Herleitung/Begrndung der Entscheidung.

Denn eines kann man hier festhalten:

Es ist keinesfalls verfassungsrechtlich unproblematisch, Schler unabhngig von der Konfession in einen Gottesdienst zu zwingen. Und da hier laut Sachverhalt ausdrcklich die Schulpflicht als Teilnahmegrund geltend gemacht wird, ist es nicht weniger als staatlicher Zwang zum Besuch nicht nur eines religis genutzten Gebudes, sondern aktiver Ausbung von religisen Handlungen.

Damit ist in jedem Fall die negative wie ggf. auch die positive Glaubens- und Gewissensfreiheit berhrt und die Entscheidung der besagten Lehrerin bedrfte einer nicht unkomplizierten juristischen Abwgung und Erklrung - die ich dieser nicht sponatn zutraue. Selbst wenn wir also einmal unterstellen, dass aus welchen Grnden auch immer der zwangsweise Besuch eines Gottesdienstes nicht die Antithese der verfassungsrechtlichen Glaubensfreiheit sein soll - dann bezweifle ich trotzdem, dass hier eine rechtlich tragfhige Begrndung der besagten Schule vorliegt.

Oder einmal anders gesagt: ich traue mir selbst keine unangreifbare Begrndung fr den Gottesdienstbesuch als Teil des Schulunterrichts zu(mir fllt partout Nichts ein, wie man das begrnden will) ...ich bezweifle, dass es eine Musiklehrerin besser und reflektierter kann oder bessere juristische Quellen hat.

Zudem: Die Kruzifix- und Kopftuchurteile waren bereits Grenzentscheidungen und in diesen ging es lediglich um das Tragen von Glaubenssymbolen ohne Missionierungszwang oder sonstige aktive Ausbung religiser Handlungen whrend des Unterrichts. Hier ist das Ganze m.E. weitaus intensiver.
_________________
Few people are capable of expressing with equanimity opinions which differ from the prejudices of their social environment. Most people are even incapable of forming such opinions.
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0Klaus
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 30.12.2004
Beitrge: 2595

BeitragVerfasst am: 20.03.09, 16:44    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Oder einmal anders gesagt: ich traue mir selbst keine unangreifbare Begrndung fr den Gottesdienstbesuch als Teil des Schulunterrichts zu(mir fllt partout Nichts ein, wie man das begrnden will) ...ich bezweifle, dass es eine Musiklehrerin besser und reflektierter kann oder bessere juristische Quellen hat.


Ich wrde ab vom konkreten Fall, wie ich bereits ausgefhrt habe, es als zulssig ansehen, wenn man die Schler im Rahmen von Ethik/Gemeinschaftskunde Gottestdienste verschiedener Religionsgemeinschaften (vielleicht auch nur der rtlich verfgbaren) besuchen lsst.

So drfte es als Erwachsener durchaus vorkommen, dass man diese Veranstaltungen auch als Nichtglubiger zB im Rahmen einer Trauung oder Beerdigung oder vielleicht sogar vor einem Geschftsabschluss als Geschftsmann/frau besuchen muss. Ich denke hier spielt nicht der Gesichtspunkt des Glaubens, sondern vielmehr eine allgemeine Wissensvermittlung eine Rolle, so dass man wei, wie man sich dort benehmen soll oder zumindest den Ablauf kennenlernt. Was machen andere im Gottesienst und wie luft das da ab?
_________________
mfg
Klaus
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