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Erbe Haus / Stiftung steht mit im Grundbuch

 
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xebero
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Anmeldungsdatum: 14.03.2009
Beitrge: 4

BeitragVerfasst am: 14.03.09, 19:34    Titel: Erbe Haus / Stiftung steht mit im Grundbuch Antworten mit Zitat

Hallo,

man stelle sich folgendes vor:

Die Eltern sterben... die einzigen Erben sind eigentlich die beiden Tchter.

Bei der Erbsache handelt es sich um ein Grundstck unbebaut und ein Grundstck inkl. Bauflligem Haus. Gesamtwert Grundstcke: ~200.000 .

Wertmindernd ist der Zustand des Hauses - hier ist nichts mehr zu machen... Wert gesamt somit: 150.000

Beim Versuch des Verkaufes kommt heraus, dass im Grundbuch neben dem Vater (bzw. nun den Tchtern als Erben) auch noch eine Stiftung eingetragen ist, die sich vor fast 100 Jahren am Kauf des Grundstcks beteiligt hat mit 0,80 Pfennig / m2... (~50%)

Dieser Vertrag luft noch 17 Jahre und luft dann einfach aus - ohne Ansprche seitens der Stiftung.

Die Stiftung fordert nun ihren Anteil am Wert der Grundstcke: ~100.000 Euro.

Dies bedeutet: Wrde ein Verkauf zu einem Marktgerechten Preis von ca. 130.000 stattfinden, wrde die Stiftung diesem nur Zustimmen, wenn sie ihre 100.000 Euro erhlt... den Erben blieben somit nur ~30.000 Euro. Die Stiftung lsst nicht mit sich handeln.

Das gesamte Paket 17 Jahre zu halten und somit auf den Auslauf des Vertrages zu warten ist aufgrund des Alters der Geschwister nicht sinnvoll und auch nicht machbar, da das Grundstck gepflegt werden msste, Gehwege bei Schnee gerumt etc pp...

Wre das alles so rechtens? Was wre in diesem theoretischen Fall wohl die beste Handlungsweise?

Bin auf Meinungen gespannt. Wie ist die Rechtslage?
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Herzog, Jrg
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Anmeldungsdatum: 30.09.2008
Beitrge: 1108
Wohnort: Kln

BeitragVerfasst am: 14.03.09, 21:37    Titel: Antworten mit Zitat

Die beste "Handlungsweise" drfte wohl sein, das Grundbuch und den Vertrag, der seinerzeit mit der Stiftung geschlossen wurde, genau zu prfen oder noch besser durch jemanden prfen zu lassen, der sich damit auskennt. Dann sollte man mit diesem Fachmann, der z.B. ein Rechtsanwalt (RA) sein kann, gemeinsam berlegen, was dann taktisch gesehen, am gnstigsten ist. Wenn die beiden Tchter so verhltnismig reich geerbt haben, wird es ihnen vielleicht auch zumutbar sein, ein wenig Geld in die Hand zu nehmen, um die Sache "vorwrts wie rckwrts" von einem RA prfen zu lassen.
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Franz Knigs
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Anmeldungsdatum: 07.10.2007
Beitrge: 4915
Wohnort: Bad Honnef

BeitragVerfasst am: 14.03.09, 21:49    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn die Stiftung als Miteigentmerin der Grundstcke im Grundbuch eingetragen ist, knnen die Grundstcke nicht ohne Mitwirkung der Stiftung verkauft werden. Wenn die Stiftung einen bestimmten Anteil am Verkaufserls der Grundstcke verlangt, knnen die anderen Miteigentmer die Grundstcke nicht verkaufen, wenn sie der Stiftung den verlangten Betrag nicht zugestehen wollen.

Jeder Miteigentmer eines Grundstcks kann ohne die Mitwirkung der anderen Miteigentmer die Zwangsversteigerung der Grundstcke zum Zwecke der Auflsung der Miteigentmergemeinschaft (Teilungsversteigerung) beantragen.
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xebero
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Anmeldungsdatum: 14.03.2009
Beitrge: 4

BeitragVerfasst am: 15.03.09, 00:30    Titel: Antworten mit Zitat

Franz Knigs hat folgendes geschrieben::
Jeder Miteigentmer eines Grundstcks kann ohne die Mitwirkung der anderen Miteigentmer die Zwangsversteigerung der Grundstcke zum Zwecke der Auflsung der Miteigentmergemeinschaft (Teilungsversteigerung) beantragen.


Zu welchen Teilen wird denn dann geteilt?

Wenn ein RA beauftragt wird, welches Fachgebiet wre hier korrekt? Erbrecht dann nicht mehr, oder? Da der Uralt-Vertrag mit der Stiftung ja das Entscheidende ist.
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Franz Knigs
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 07.10.2007
Beitrge: 4915
Wohnort: Bad Honnef

BeitragVerfasst am: 15.03.09, 10:06    Titel: Antworten mit Zitat

Nach der Teilungsversteigerung eines Grundstcks haben die frheren Miteigentmer des Grundstcks einen Anspruch auf den Versteigerungserls entsprechend ihren Miteigentumsanteilen.

Wenn aber einem der frheren Miteigentmer eine Forderung gegen einen anderen frheren Miteigentmer zusteht, kann er zur Befriedigung seiner Forderung auf den Versteigerungserls zugreifen.
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CruNCC
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 01.01.2007
Beitrge: 2239
Wohnort: Baden-Wrttemberg

BeitragVerfasst am: 15.03.09, 10:13    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Wre das alles so rechtens?

Warum sollte dies nicht rechtens sein?

Auch ein vor Urzeiten geschlossene Vertrag ist gltig.
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xebero
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Anmeldungsdatum: 14.03.2009
Beitrge: 4

BeitragVerfasst am: 15.03.09, 12:56    Titel: Antworten mit Zitat

Naja ich als Laie dachte immer eine Stiftung verfolgt rein gemeinntzige Zwecke... hier geniet die Stiftung ja auch den Vorteil der Wertsteigerung. rgerlich ist es halt fr die Erben, die berraschend 3/4 des eigentlichen Wertes des Erbes verlieren, obwohl sie einfach nur 17 Jahre warten mssten, aber nicht wollen.

Was ich nicht verstehe: Die Stiftung fordert ~100.000 Euro... ist das nicht unsinnig? Das mag ihren Anteilen gemessen am Wert entsprechen, aber marktgerecht muss das ja noch lange nicht sein. Drfte die Stiftung nicht nur maximal ihren Anteilen entsprechend am Verkauf partizipieren? Sprich, wenn das ganze nun fr "nur" 150.000 verkauft wird, und die Stiftung 50% Anteil hat, drfte diese dann nicht nur 75.000 erhalten, oder knnen die trotzdem die 100.000 fordern? Kann die Stiftung dem Verkauf widersprechen?
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Franz Knigs
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 07.10.2007
Beitrge: 4915
Wohnort: Bad Honnef

BeitragVerfasst am: 15.03.09, 13:42    Titel: Antworten mit Zitat

xebero hat folgendes geschrieben::
Kann die Stiftung dem Verkauf widersprechen?

Wenn die Stiftung nicht verkaufen will, kann das Grundstck nicht verkauft werden. Was die Stiftung von den anderen Miteigentmern verlangen kann, steht auf einem anderen Blatt, vermutlich in dem vor fast hundert Jahren abgeschlossenen Vertrag.
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xebero
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Anmeldungsdatum: 14.03.2009
Beitrge: 4

BeitragVerfasst am: 15.03.09, 14:27    Titel: Antworten mit Zitat

Franz Knigs hat folgendes geschrieben::
xebero hat folgendes geschrieben::
Kann die Stiftung dem Verkauf widersprechen?

Wenn die Stiftung nicht verkaufen will, kann das Grundstck nicht verkauft werden.


Es sei denn, man beantragt die Zwangversteigerung... was aktuell nach der sinnvollsten Variante aussieht. Generell wre ein Anwalt fr Grundstcksrecht, die korrekte Wahl, oder?
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