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recht.de :: Thema anzeigen - Verfgungsbefugnisse des vorlufigen Insolvenzverwalters
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Verfgungsbefugnisse des vorlufigen Insolvenzverwalters

 
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LouisSlaughter
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Anmeldungsdatum: 01.09.2008
Beitrge: 40

BeitragVerfasst am: 16.03.09, 20:57    Titel: Verfgungsbefugnisse des vorlufigen Insolvenzverwalters Antworten mit Zitat

Hallo,

nehmen wir mal an:

Vorlufiger "schwacher" Insolvenzverwalter mit Zustimmungsvorbehalt nimmt eine Verfgung auf dem von der InsoSchuldnerin bei der X-Bank gefhrten Kontos vor.
Zum Zeitpunkt der Verfgung ist das Konto aber bereits lngst von der Bank gekndigt.
Das Konto wurde im Saldo gefhrt.

Was kann die Verfgung rechtfertigen bzw. hat der vorl. schwache InsoVerwalter hierzu berhaupt Verfgungsbefugniss?

Gru
LouisS.
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eidechse
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Anmeldungsdatum: 25.06.2008
Beitrge: 419

BeitragVerfasst am: 17.03.09, 09:14    Titel: Antworten mit Zitat

Ein schacher vorlufiger Insolvenzverwalter, der lediglich durch das Insolvenzgericht mit einem Zustimmungsvorbehalt ausgestattet wurde, kann gar nicht verfgen. Er kann hchstens fr Rechtshandlungen des Insolvenzschuldners seine Zustimmung verweigern, sodass dessen Rechthandlungen nicht wirksam werden. (z.B. Nichterteilung der Zustimmung fr Rechnungsabschluss eines Kontokorrentkontos mit der Folge, dass Lastschriften zurck gehen).

Hier wre es auch mal hilfreich genauer zu beschreiben, um was es gehen soll.
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LouisSlaughter
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 01.09.2008
Beitrge: 40

BeitragVerfasst am: 17.03.09, 09:52    Titel: Antworten mit Zitat

Der vorl. IV hat ein Verwertungsunternehmen beauftragt eine Inventarisierung und Bewertung des Anlagevermgens vorzunehmen.
Diese Leistung wurde durch die beschriebene Verfgung bezahlt - soll heien das der vorl. "schwache" IV die Bank dazu angehalten hat die Rechnung des Verwerters von dem bereits gesperrten und gekndigten Bankkonto der InsoSchuldnerin per EZO zu begleichen.
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eidechse
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Anmeldungsdatum: 25.06.2008
Beitrge: 419

BeitragVerfasst am: 17.03.09, 14:56    Titel: Antworten mit Zitat

Dass ein Verwertungsunternehmen mit der Inventarisierung beauftragt wird, ist normal. Auch dass die Kosten dafr im laufenden Insolvenzerffnungsverfahren ausgeglichen werden.

Ich frage mich allerdings, woher die sichere Erkenntnis stammt, dass die Zahlung ber das gesperrte Alt-Konto der Insolvenzschuldnerin lief. Und vor allem was ist bitte EZO?

Eigentlich luft es nmlich so ab, dass Kontoguthaben bzw. Zahlungen, die nach Anorndung der vorlufigen Insolvenzverwaltung auf Altkontoverbindungen eingehen, an den vorlufigen Insolvenzverwalter ausgekehrt werden durch die Bank und zwar auf das Insolvenzverwalteranderkonto fr das jeweilige Verfahren. Die Bezahlung des Verwertungsunternehmens wrde dann ber das Anderkonto laufen. So kenne ich das jendenfalls aus unserem Bro.
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LouisSlaughter
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Anmeldungsdatum: 01.09.2008
Beitrge: 40

BeitragVerfasst am: 17.03.09, 16:50    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Eigentlich luft es nmlich so ab, dass Kontoguthaben bzw. Zahlungen, die nach Anorndung der vorlufigen Insolvenzverwaltung auf Altkontoverbindungen eingehen, an den vorlufigen Insolvenzverwalter ausgekehrt werden durch die Bank und zwar auf das Insolvenzverwalteranderkonto fr das jeweilige Verfahren. Die Bezahlung des Verwertungsunternehmens wrde dann ber das Anderkonto laufen. So kenne ich das jendenfalls aus unserem Bro.

Dann macht ihr das vielleicht richtig!? Winken Somit wren die Kosten durch die Masse getragen evtl. durch die Vergtungsforderung des vorl. IV fr die vorlufige Insolvenzverwaltungsttigkeit.

Zitat:
Dass ein Verwertungsunternehmen mit der Inventarisierung beauftragt wird, ist normal. Auch dass die Kosten dafr im laufenden Insolvenzerffnungsverfahren ausgeglichen werden.

Wer trgt denn die Kosten des Verwerters im laufenden Insoerffnungsverfahren? In dem geschilderten Fall denke ich jedenfalls nicht die Bank...im "Normalfall" die Masse.
Hier soll es aber nicht weiter um die Frage gehen wer fr diese Kosten eigentlich aufkommt, sondern vielmehr darum ob der vorl. InsoVerwalter den Ausgleich der Rechnung auf diesem "Weg" genehmigen durfte.

Zitat:
Ich frage mich allerdings, woher die sichere Erkenntnis stammt, dass die Zahlung ber das gesperrte Alt-Konto der Insolvenzschuldnerin lief. Und vor allem was ist bitte EZO?

Nehmen wir einfach mal an, die Kontoauszge lgen vor... Winken
EZO ist m.E. eine bankinterne Bezeichnung fr berweisungsauftrag oder hnliches.
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eidechse
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 25.06.2008
Beitrge: 419

BeitragVerfasst am: 17.03.09, 17:10    Titel: Antworten mit Zitat

Die Ausgaben fr den Verwerter wird der vorlufige Insolvenzverwalter als Auslagen zu seiner normalen Vergtung ersetzt verlangen knnen und muss dafr nichts von seiner Vergtung hergeben.

Vergtung des vorl. IV nebest Auslagenerstattung, gehren im brigen zu den Kosten des Insolvenzverfahren ( 54 InsO). Wenn gengend Masse vorhanden ist, werden diese Kosten aus der Insolvenzmasse entnommen. Wenn nicht, dann mssen entweder Schuldner, Antragsteller oder bei Stundung die Staatskasse die Kosten tragen.

Zitat:
Hier soll es aber nicht weiter um die Frage gehen wer fr diese Kosten eigentlich aufkommt, sondern vielmehr darum ob der vorl. InsoVerwalter den Ausgleich der Rechnung auf diesem "Weg" genehmigen durfte.


Ist jetzt wirklich nur noch von der Genehmigung die Rede? Das wrde nmlich bedeuten, dass die Schuldnerin die Zahlung veranlasst hat und der vorlufige Verwalter zustimmt. Allerdings macht dieses Vorgehen fr mich gar keinen Sinn. Wie gesagt, sind die Auslagen des vorl. IV ja auch grundstzlich gedeckt.

Im Hinblick auf die unterstellt vorliegenden Kontoauszge: Ist dort genau zu entnehmen, dass es um eine Zahlung an das Verwertungsunternehmen bzgl. der Inventarisierung geht? Sind ggf. auf dem Konto Zahlungen nach Anordnung der vorl. Insolvenzverwaltung eingegangen, die die Bank sowieso an den Verwalter rausrcken muss und der Verwalter hat dann lediglich zur Verkrzung des Zahlungsweges die berweisung an das Verwertungsunternehmen veranlasst?

Mich wrde mal interessieren, ob soetwas wirklich passiert ist, oder ob es sich hier wirklich um einen rein ausgedachten Fall handelt.
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LouisSlaughter
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Anmeldungsdatum: 01.09.2008
Beitrge: 40

BeitragVerfasst am: 17.03.09, 18:15    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Mich wrde mal interessieren, ob soetwas wirklich passiert ist, oder ob es sich hier wirklich um einen rein ausgedachten Fall handelt.


Tatsachen...leider alles echt! Geschockt

Das mit der Vergtung an den Verwerter ber den normalen Weg ist mir eigentlich klar, letztendlich wrde die Masse fr die Kosten aufkommen.

In dieser Schilderung hier ist das aber nicht so:
- Die Vergtung erfolgte direkt an das Verwertungsunternehmen, belegt durch Kontoauszge.
- Das Konto war bereits fr Verfgungen gesperrt - die Bank hatte bereits ALLE in den vorangegangenen Wochen eingehenden Belastungen mit Widerspruch zurck gebucht (auer natrlich die eigenen Zinsbelastungen).
- Die Insoschuldnerin hat keine Zahlung veranlasst ! Auer der vorl. schwache InsoVerwalter darf alleine Zahlungen veranlassen - der Geschftsfhrer hat keinen Zahlungsauftrag eingereicht.
- Die Bank hat eine Globalzession - Zahlungen stehen somit ohnehin der Bank zu
- Mal angenommen die Bank und der InsoVerwalter wissen das es einen Brgen fr den Kontosaldo gibt, dies knnte eine Erklrung dafr sein, wieso der InsoVerwalter die Bank zur Zahlung angehalten hat und die Bank dieser Anweisung auch nachgekommen ist - in der Annahme das sptestens der Brge fr die Kosten aufkommen wird, die die Bank lediglich vorschiet und auch noch verzinst haben will...

M.E. wird hier folgendes Versucht:
Der vorl. IV beauftragt ohne Anweisung durch das AG (in dem vorliegenden Beschluss wird dies nicht veranlasst) sein langjhrig vertrautes Verwertungsunternehmen mit der Erstellung des Inventarisierungsverzeichnisses und eines Wertgutachtens. Damit der Verwerter auch seine Leistung vergtet bekommt, vereinbart der IV mit der Bank die Zahlung - schlielich hat die Bank auch was von der "schnellen" Abwicklung, es sind wesentliche Teile des Anlagevermgens an diese sicherungsbereignet. Die Bank geht davon aus, das durch die Verwertung der Kontosaldo egalisiert wird und falls nicht, hat Sie ja noch nen Brgen der dafr herhalten kann. Der InsoVerwalter wei, das er nach Erffnung der Insolvenz beruhigt Masseunzulnglichkeit anzeigen kann und sein "Kumpel"-Verwerter trotzdem seine Leistung vergtet bekommen hat.
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eidechse
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Anmeldungsdatum: 25.06.2008
Beitrge: 419

BeitragVerfasst am: 17.03.09, 19:16    Titel: Antworten mit Zitat

LouisSlaughter hat folgendes geschrieben::
Damit der Verwerter auch seine Leistung vergtet bekommt, vereinbart der IV mit der Bank die Zahlung - schlielich hat die Bank auch was von der "schnellen" Abwicklung, es sind wesentliche Teile des Anlagevermgens an diese sicherungsbereignet. Die Bank geht davon aus, das durch die Verwertung der Kontosaldo egalisiert wird und falls nicht, hat Sie ja noch nen Brgen der dafr herhalten kann.


So oder so wird der vorl. IV und auch das Verwertungsunternehmen seine Vergtung bekommen. Ich habe doch bereits darauf hingewiesen, wie das mit der Kostentragung ist. Sollte wirklich festgestellt werden, dass noch nichteinmal die Kosten des Verfahrens gedeckt sind, dann erfolgt sowieso eine Abweisung mangels Masse, so nicht Verfahrenskostenstundung beantragt wurde und gewhrt wird. Erfolgt eine Abweisung, dann wird sich das Insolvenzgericht wegen der Kosten, die es dann auch noch an den vorl. IV in Form seiner Vergtung und Auslagen zahlen durfte, an den Insolvenzschuldner als Kostenschuldner oder gar an den Antragsteller halten.

Sorry, aber ich glaube hier wird versucht, den vorl. IV eine bse Absicht zu unterstellen, die tatschlich nicht gegeben ist.
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Dirty Uschi
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Anmeldungsdatum: 19.11.2007
Beitrge: 688
Wohnort: ~ Betty Ford Clinic Berverly Hills~

BeitragVerfasst am: 18.03.09, 08:49    Titel: Antworten mit Zitat

da geht doch einiges durcheinander:

Blo weil die Bank eine GZ hat, bedeutet dies nicht, dass sie einredefrei ber die Geldeingnge verfgen, dh. mit dem Saldo verrechnen kann.

Wenn das Konto bereits abgerechnet ist, werden hierber auch keine Verfgungen mehr zugelassen.

In der Regel haftet der Brge auch fr die mit der Verwertung zusammenhngenden Kosten. Sollte dies nicht der Fall sein, knnte er dies bei der Geltendmachung der Bank entgegenhalten. Im brigen hat der Brge, falls auch Gesellschafter ein Problem, da die Bank in der Insolvenz diesen in Anspruch nehmen muss, um Ihren Ausfall nachzuweisen, 44a InsO.
_________________
Scheie verdammt noch mal, ich will wie eine Dame behandelt werden. Meredith Grey
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LouisSlaughter
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Anmeldungsdatum: 01.09.2008
Beitrge: 40

BeitragVerfasst am: 18.03.09, 15:47    Titel: Antworten mit Zitat

@eidechse

Die Kosten des Verwerters sind doch gar nicht als Kosten des vorl. Insovlenzverwalters eingeordnet worden, sonst htte die Zahlung nicht von dem gesperrten Konto der Insoschuldnerin erfolgen mssen. Die Abrechnung der die Vergtung an den vorlufigen Insoverwalter ist ja bereits durch Kostenfestsetzungbeschluss gelaufen und der IV hat diese Vergtung ja bereits aus der Insolvenzmasse entnehmen knnen.

Gegen meine Unterstellung wurde bisher leider wenig entkrftendes vorgetragen, bisher zeigt ihr mit nur wie alles zu Handhaben wre wenn es "normal" luft.

@Dirty Uschi

Ob nun die Geldeingnge einredefrei sind oder nicht, letztendlich wurde die Leistung des Vewerters von dem Konto gezahlt. Selbst wenn ber die Forderungen aus der GZ nicht verfgt werden darf, das Konto rutscht nur tiefer in den Saldo, aber die Belastung bleibt bestehen.
Wie soll ich deine Anmerkung "Wenn das Konto abgerechnet ist..." richtig verstehen ?
Dirty Uschi hat folgendes geschrieben::
In der Regel haftet der Brge auch fr die mit der Verwertung zusammenhngenden Kosten. Sollte dies nicht der Fall sein, knnte er dies bei der Geltendmachung der Bank entgegenhalten. Im brigen hat der Brge, falls auch Gesellschafter ein Problem, da die Bank in der Insolvenz diesen in Anspruch nehmen muss, um Ihren Ausfall nachzuweisen, 44a InsO.

Die Verwertung erfolgte nicht durch die Bank sondern durch den IV.
Wenn ein Kontokorrentkredit eine "gleichgestellte Forderung" ist, dann ja.
Verstehe ich das allerdings richtig und der 44a bedeutet das die Bank vor Anmeldung ihrer Forderung zur Insotabelle den Nachweis erbringen muss, hat diese das nicht getan und der IV hat trotzdem der Forderung im vollem Umfang zugestimmt - inklusive der "ungerechtfertigten" Verfgung fr den Verwerter.
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LouisSlaughter
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Anmeldungsdatum: 01.09.2008
Beitrge: 40

BeitragVerfasst am: 18.03.09, 16:37    Titel: Antworten mit Zitat

Der 44a InsO ist aus dem Spiel... die Insolvenz ist vor dem 01.11.2008 erffnet worden.
Ergeben sich hieraus andere Aspekte die beachtet werden mssen?
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Dirty Uschi
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Anmeldungsdatum: 19.11.2007
Beitrge: 688
Wohnort: ~ Betty Ford Clinic Berverly Hills~

BeitragVerfasst am: 18.03.09, 16:39    Titel: Antworten mit Zitat

dann gilt die gute alte Normenkette des BGH....und 32a,b GmbHG
_________________
Scheie verdammt noch mal, ich will wie eine Dame behandelt werden. Meredith Grey
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eidechse
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Anmeldungsdatum: 25.06.2008
Beitrge: 419

BeitragVerfasst am: 18.03.09, 17:05    Titel: Antworten mit Zitat

LouisSlaughter hat folgendes geschrieben::
Die Kosten des Verwerters sind doch gar nicht als Kosten des vorl. Insovlenzverwalters eingeordnet worden, sonst htte die Zahlung nicht von dem gesperrten Konto der Insoschuldnerin erfolgen mssen. Die Abrechnung der die Vergtung an den vorlufigen Insoverwalter ist ja bereits durch Kostenfestsetzungbeschluss gelaufen und der IV hat diese Vergtung ja bereits aus der Insolvenzmasse entnehmen knnen.


Jetzt wird es noch wilder bzw. verwirrender. Das passt alles nicht mehr zu einem normalen Verfahrensablauf zusammen. Und ich befrchte, dass hier was unterstellt wird, was nicht so gelaufen ist.

In welchem Verfahrensstadium befinden wir uns denn jetzt? Bisher hatte ich das eher so verstanden, dass noch das Insolvenzerffnungsverfahren luft. Aber wenn es jetzt heit, dass die Vergtung des vorl. IV lngst durch Kostenfestsetzungsbeschluss (richtig msste es heien Vergtungsbeschluss) gelaufen ist, dann muss das Insolvenzerffnungsverfahren bereits sein Ende gefunden haben und zwar entweder durch eine Insolvenzerffnung oder Abweisung des Insolvenzantrages mangels Masse. Vorher wird nmlich keine Vergtung festgesetzt.

LouisSlaughter hat folgendes geschrieben::
Gegen meine Unterstellung wurde bisher leider wenig entkrftendes vorgetragen, bisher zeigt ihr mit nur wie alles zu Handhaben wre wenn es "normal" luft.


Sind mit Unterstellungen das hier?

Zitat:
- Die Vergtung erfolgte direkt an das Verwertungsunternehmen, belegt durch Kontoauszge.
- Das Konto war bereits fr Verfgungen gesperrt - die Bank hatte bereits ALLE in den vorangegangenen Wochen eingehenden Belastungen mit Widerspruch zurck gebucht (auer natrlich die eigenen Zinsbelastungen).
- Die Insoschuldnerin hat keine Zahlung veranlasst ! Auer der vorl. schwache InsoVerwalter darf alleine Zahlungen veranlassen - der Geschftsfhrer hat keinen Zahlungsauftrag eingereicht.
- Die Bank hat eine Globalzession - Zahlungen stehen somit ohnehin der Bank zu
- Mal angenommen die Bank und der InsoVerwalter wissen das es einen Brgen fr den Kontosaldo gibt, dies knnte eine Erklrung dafr sein, wieso der InsoVerwalter die Bank zur Zahlung angehalten hat und die Bank dieser Anweisung auch nachgekommen ist - in der Annahme das sptestens der Brge fr die Kosten aufkommen wird, die die Bank lediglich vorschiet und auch noch verzinst haben will...


Dann folgende Gegenfragen:

Woraus wird entnommen, dass das Konto schon gesperrt war? Nur aus den zurckgegangenen Belastungen?

Dass Belastungen, die ich jetzt mal im Sinne von Lastschriften bersetze, zurck gehen, kann auch eine ganz andere Erklrung haben. Nmlich dass der IV/vorl.IV den Lastschriftbuchungen widersprochen hat. Das hat rein gar nichts mit einer Sperrung des Bankkontos zu tun. Hier handelt nur der IV/vorl. IV, die Bank ist nur ausfhrende Stelle, weil die Abbuchungen natrlich dann dem Konto wieder gutgeschrieben werden mussten.

Nur aus dem Umstand, dass fr die Bank eine Globalzession vorliegt, bedeutet noch nicht automatisch, dass die Bank auch Anspruch auf smtliche Zahlungseingnge hat. Da kommt es auf viele Faktoren an. Als erstes muss diese Globalzession berhaupt erstmal wirksam sein. Manchmal tauchen nmlich gerade im Insolvenzfall auf einmal mehrere dieser netten Dinger auf. Dann kommt es dann auch noch darauf an, wann die Forderung begrndet wurde. Wurde das Unternehmen durch den vorl. IV, was die Regel ist, wenn das Unternehmen nicht bereits eingestellt war, weitergefhrt, dann fallen Forderungen, die nach Antragstellung entstanden sind, nicht mehr unter die Globalzession. Oder es gibt evtl. Anfechtungstatbestnde zu prfen, die auf jeden Fall bis drei Monate vor Antragstellung reichen. Je nachdem welchen Kenntnisstand die Bank hatte, kann auch hieraus folgen, dass die Bank Forderungen rausrcken muss.

Wie sieht es damit aus?

Bist du (insolvenz-)rechtlicher Laie, wovon ich ausgehe, wirst du das selbst alles gar nicht beurteilen knnen. In dem Gebiet ist nmlich das Insolvenzrecht doch recht kompliziert, sodass selbst Volljuristen, die sich in der Regel nicht mit Insolvenzrecht beschftigen, davon gerne die Finger lassen.

Und schlielich: Dieses Forum ist nicht dazu da, um aufgestellte Behauptungen vollends zu entkrften. Hier wird keine Rechtsberatung erteilt. Von daher kann man sich hier im Prinzip nur darauf beschrnken, was blich ist und was alles ggf. bedacht werden muss. Die endgltige Lsung eines Falles wird es nicht geben. Und jedem Fragensteller kann nur dringend geraten werden, wenn sich hinter seiner Frage mehr als ein fiktiver Fall verbirgt, eine Beratung beim Profi, sprich Rechtsanwalt, wahrzunehmen. Letzten Endes ist dem Fragesteller nmlich auch nicht geholfen, wenn er, auch wenn es aus Unwissenheit erfolgt, einen Sachverhalt ggf. falsch oder unvollstndig darstellt, und dann eine Antwort kommt, die zwar nach dem Gusto des Fragenstellers ist aber im Ernstfall der rechtlichen Auseinandersetzung dann nicht greift, weil leider ein wesentlicher Punkt nicht dargestellt wurde.

Insoweit diente meine Frage danach, ob dahinter ein wirklicher Fall steckt, auch vielmehr der Einschtzung fr mich, ob hier jemand etwas just for fun konstruiert, weil er z.B. gerade mal ber diese Frage nachgedacht hat, oder aber es doch einen konkreten Anlass gibt. Bei konkretem Anlass, sollte, wie gesagt, der Profi aufgesucht werden.
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LouisSlaughter
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Anmeldungsdatum: 01.09.2008
Beitrge: 40

BeitragVerfasst am: 18.03.09, 20:15    Titel: Antworten mit Zitat

eidechse hat folgendes geschrieben::
Jetzt wird es noch wilder bzw. verwirrender. Das passt alles nicht mehr zu einem normalen Verfahrensablauf zusammen. Und ich befrchte, dass hier was unterstellt wird, was nicht so gelaufen ist.

Wieso verwirrender? Ich hatte zu keinem Zeitpunkt was gegenteiliges geschrieben.
Das das alles nicht normal ist hatten wir ja bereits festgestellt. Die Befrchtung erfolgt zu unrecht, im Sachverhalt ist alles so gelaufen wie ich es bis jetzt geschildert habe.

eidechse hat folgendes geschrieben::
In welchem Verfahrensstadium befinden wir uns denn jetzt? Bisher hatte ich das eher so verstanden, dass noch das Insolvenzerffnungsverfahren luft.

Das Insolvenzverfahren ist erffnet.

eidechse hat folgendes geschrieben::
Sind mit Unterstellungen das hier?

Mit Unterstellung meine ich das irgendwas an dem vorgetragenen Sachverhalt nicht "normal" gelaufen ist. Auch sollte zwischen Fakten und Vermutungen unterschieden werden.

eidechse hat folgendes geschrieben::
Woraus wird entnommen, dass das Konto schon gesperrt war? Nur aus den zurckgegangenen Belastungen?

Nicht nur, mehr aus der Kndigung der Bank mit sofortiger Wirkung...

eidechse hat folgendes geschrieben::
Nur aus dem Umstand, dass fr die Bank eine Globalzession vorliegt, bedeutet noch nicht automatisch, dass die Bank auch Anspruch auf smtliche Zahlungseingnge hat. Da kommt es auf viele Faktoren an. Als erstes muss diese Globalzession berhaupt erstmal wirksam sein. Manchmal tauchen nmlich gerade im Insolvenzfall auf einmal mehrere dieser netten Dinger auf. Dann kommt es dann auch noch darauf an, wann die Forderung begrndet wurde.

ber die Aspekte die bei der GZ zu bercksichtigen sind bin ich im Bilde, das knnen wir auen vor lassen. Und ob die GZ nun gltig ist oder nicht spielt in dieser Sachlage keine Rolle. Nichts anderes hatte ich aber bereits am 18.03.09, 15:47 Uhr geschrieben...

eidechse hat folgendes geschrieben::
Wurde das Unternehmen durch den vorl. IV, was die Regel ist, wenn das Unternehmen nicht bereits eingestellt war, weitergefhrt, dann fallen Forderungen, die nach Antragstellung entstanden sind, nicht mehr unter die Globalzession.

Wieder ein "normal" Fall... auch hier war es tatschlich anders. Wie war nochmal der (fast) erste Satz des Insolvenzverwalters zu mir? Ach ja, so was wie "Wir fhren keine Unternehmen fort, wir verwerten und das wars..." oder so hnlich - zumindest sinngem.
Tut mir leid wegen der eventuell vorhandenen Idealvorstellung eines jeden Insolvenzverwalters.
eidechse hat folgendes geschrieben::
Bist du (insolvenz-)rechtlicher Laie, wovon ich ausgehe, wirst du das selbst alles gar nicht beurteilen knnen. In dem Gebiet ist nmlich das Insolvenzrecht doch recht kompliziert, sodass selbst Volljuristen, die sich in der Regel nicht mit Insolvenzrecht beschftigen, davon gerne die Finger lassen.

Was ich bin oder nicht bin oder kann oder nicht kann stelle ich hier nicht zur Diskussion, das kann sich von mir aus jeder selbst denken. Ich werde jedenfalls niemanden in einem ffentlichen Forum, in dem sachliche Diskussion fr jedermann gefhrt werden knnen, seine vorhandenen oder nicht vorhandenen Kompetenzen in einem Thema absprechen. Wers dennoch machen mchte: Bitte!

eidechse hat folgendes geschrieben::
Dieses Forum ist nicht dazu da, um aufgestellte Behauptungen vollends zu entkrften. Hier wird keine Rechtsberatung erteilt. Von daher kann man sich hier im Prinzip nur darauf beschrnken, was blich ist und was alles ggf. bedacht werden muss. Die endgltige Lsung eines Falles wird es nicht geben. Und jedem Fragensteller kann nur dringend geraten werden, wenn sich hinter seiner Frage mehr als ein fiktiver Fall verbirgt, eine Beratung beim Profi, sprich Rechtsanwalt, wahrzunehmen. Letzten Endes ist dem Fragesteller nmlich auch nicht geholfen, wenn er, auch wenn es aus Unwissenheit erfolgt, einen Sachverhalt ggf. falsch oder unvollstndig darstellt, und dann eine Antwort kommt, die zwar nach dem Gusto des Fragenstellers ist aber im Ernstfall der rechtlichen Auseinandersetzung dann nicht greift, weil leider ein wesentlicher Punkt nicht dargestellt wurde.
Insoweit diente meine Frage danach, ob dahinter ein wirklicher Fall steckt, auch vielmehr der Einschtzung fr mich, ob hier jemand etwas just for fun konstruiert, weil er z.B. gerade mal ber diese Frage nachgedacht hat, oder aber es doch einen konkreten Anlass gibt. Bei konkretem Anlass, sollte, wie gesagt, der Profi aufgesucht werden.

Ehm, danke fr deine Hinweise hinsichtlich der Rechtsberatung, ich hatte dies aber bereits vorher in einem anderen Thema dieses Forums lesen knnen... und keine Sorge: Ich betrachte das nicht als Rechtsberatung, sondern viel mehr als sachliche Diskussion hinsichtlich einer Thematik mit der ich mich auseinander setzen mchte. Und wenn deinerseits Interesse besteht, einfach im Thema weiter Diskutieren - hier ist jeder gerne eingeladen sein (Un)Wissen beizutragen.

Ein Frage @eidechse ganz direkt:
Glaubst du wirklich das der grte Teil der in diesem Forum zur Diskussion gestellten Themen "just for fun konstruiert" werden? Kann ich mir bei nahezu 240 Beitrgen von dir eigentlich nicht wirklich vorstellen...
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eidechse
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Anmeldungsdatum: 25.06.2008
Beitrge: 419

BeitragVerfasst am: 19.03.09, 10:58    Titel: Antworten mit Zitat

@ LouisSlaughter

LouisSlaughter hat folgendes geschrieben::
Ein Frage @eidechse ganz direkt:
Glaubst du wirklich das der grte Teil der in diesem Forum zur Diskussion gestellten Themen "just for fun konstruiert" werden? Kann ich mir bei nahezu 240 Beitrgen von dir eigentlich nicht wirklich vorstellen...


Da liegst du mit deiner Vorstellung richtig. Es passiert aber auch. Daher meine Frage.

LouisSlaughter hat folgendes geschrieben::
eidechse hat folgendes geschrieben::
Bist du (insolvenz-)rechtlicher Laie, wovon ich ausgehe, wirst du das selbst alles gar nicht beurteilen knnen. In dem Gebiet ist nmlich das Insolvenzrecht doch recht kompliziert, sodass selbst Volljuristen, die sich in der Regel nicht mit Insolvenzrecht beschftigen, davon gerne die Finger lassen.

Was ich bin oder nicht bin oder kann oder nicht kann stelle ich hier nicht zur Diskussion, das kann sich von mir aus jeder selbst denken. Ich werde jedenfalls niemanden in einem ffentlichen Forum, in dem sachliche Diskussion fr jedermann gefhrt werden knnen, seine vorhandenen oder nicht vorhandenen Kompetenzen in einem Thema absprechen. Wers dennoch machen mchte: Bitte!


Das sollte kein persnlicher Angriff werden, sondern lediglich verdeutliche, dass wir es hier mit einer sehr schwierigen Materie zu tun haben, wo teilweise jede Kleinigkeit wichtigt. Das kann man einfach nicht in einem Forum darstellen. Und das Arbeiten rein mit Unterstellungen ist schwierig, weil vielleicht gerade der Sachverhaltsbestandteil fehlt auf den es ankommt. Bei solchen Fllen sehe ich mir eigentlich immer gerne selbst smtliche Unterlagen an, erarbeite die nach meiner Ansicht noch offenen Fragen und bespreche das dann mit dem Mandanten. Nur bin ich im Regelfall auf der anderen Seite, sprich fr den Insolvenzverwalter ttig.
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