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Anwaltsforderung so rechtens?

 
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bernd137
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Anmeldungsdatum: 19.03.2009
Beitrge: 2

BeitragVerfasst am: 19.03.09, 15:02    Titel: Anwaltsforderung so rechtens? Antworten mit Zitat

Ich habe Zweifel bei der Kostennote meines Anwalts.

Gestern habe ich zufllig in der Presse einen Fall gefunden, der mit mir vergleichbar ist.

Der Artikel sollte aufzeigen - was in Falle einer Kndigung des Arbeitsplatz zu tun sei - nachfolgender Vergleichsfall wurde als Beispiel angegeben.
Beim Punkt Kndigungsschutzklage wurde ein Kostenbeispiel fr die Anwaltskosten welche nach Gebhrenordnungverrechnung angegeben, welches mit mir vergleichbar wre.
Bruttoverdienst 4000 Euro (entspricht meiner Gehaltsliga) ergbe demnach nach Beendigung der 1. Instanz mit Urteil Anwaltskostenkosten von unter 1600 Euro (habe genauen Betrag gerade nicht zur Hand).

Mein Anwalt berechnet mir (auch bezugnehmend auf diese Gebhrenverordnung) auch den vollen Betrag ab, obwohl mein Verfahren nicht ber die Gteterminverhandlung hinausgegangen ist.
Ein anberaumter Kammertermin sollte aufgrund eines Krankenhausaufenthalts (der noch mit einer Verweildauer von 3 Monate andauern und attestiert wurde) eigentlich nur zeitlich verschoben werden, so war zumindest die Absprache mit RA (dieser jedoch erwirkte nur eine Aussetzung des Verfahrens - ohne Absprache mit mir noch mit Erklrungen was dies bedeutet).
((Da die Wartezeit auf den ursprnglich ersten Kammertermin lnger als 3 Monate gewartet werden muss, htte es eine einfache Terminverschiebung oder Angeraumung eines neuen Kammertermins auch getan)).
Und argumentiert jetzt nach einer Aussetzung des Verfahrens von mehr als 3 Monate sei er berechtigt diesem Betrag einzufordern.

Dies ist mir jedoch erst jetzt, wo ich die Wiederaufnahme meines Verfahrens betreiben wollte - mitsamt der Rechnung - offenbart worden. Auerdem kann wohl aufgrund des ausgesetzten Verfahren wohl keine Gehaltansprche gegen meinen AG geltend machen.

Es ist auch so, dass ich schon bis zum jetztigen Verfahrensstand erheblich unzufrieden bin - und auch etliche Fehler zu meinen ungunsten aufgetreten sind, so dass keine Vertrauen mehr vorliegt.
Zustzlich rgerlich, dass selbst durch einen Mandatswechsel die gemachten Fehler nicht mehr ausmrzen werden knnen und mein Betreiben den Arbeitsplatz zu erhalten, damit geschmlert bzw. untergraben wurde.

Sind seine Forderungen tatschlich richtig berechnet und berechtigt?
Macht es Sinn den Betrag mit dem Vermerk - nur unter Vorbehalt - zu zahlen.
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juggernaut
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Anmeldungsdatum: 10.03.2009
Beitrge: 1479
Wohnort: derzeit: Thringen

BeitragVerfasst am: 19.03.09, 15:06    Titel: Antworten mit Zitat

falls sie meinen sollten, die beendigung der instanz durch urteil sei fr die anwaltsgebhren ausschlaggebend (so ihr vergleichsbeispiel), so ist das ein irrtum.
ob ein urteil gesprochen wird oder nicht, ist fr die gebhren des anwalts vollkommen irrelevant.
grob gesprochen gibt es 3 tatbestnde, die - innerhalb eines gerichtsverfahrens - eine gebhr auslsen: der beginn des prozesses selbst (verfahrensgebhr), die wahrnehmung eines termins (terminsgebhr) und ggf der abschluss eines vergleichs (einigungsgebhr). in ihrem fall sind offenbar sowohl die verfahrens- als auch die terminsgebhr angefallen, die einigungsgebhr wohl nicht.
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juggernaut

wahllos in meine beitrge hineingestreute zahlen sind meistens paragraphen des BGB.
backpulver schnffeln soll ne stobilisierende wirkung ham, auffn piephohn (dittsche)
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bernd137
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Anmeldungsdatum: 19.03.2009
Beitrge: 2

BeitragVerfasst am: 19.03.09, 15:35    Titel: Antworten mit Zitat

Danke fr die Erklrung.

Streitwert bei mir waren 3 Bruttomonatsgehlter und wie im Beispielfall mit der Summe 11100 Euro angesetzt.

Ich muss die zweite Angabe nachliefern, weil ich spontan unterwegs auf die URL von recht.de gestossen bin aber die Rechung nicht online vorliegen habe.

Aufgrund dessen, dass bei einer eventuellen Beendigung des Verfahrens beim jetzigen Stand laut Auskunft bei der Rechtsstelle des Arbeitsgerichts keinerlei Gerichtsgebhren auflaufen wrde - da nur ein Gtetermin stattgefunden hat - nahm ich an, dass dies auch
bei den Anwaltskosten hnlich sei.
Ist ja auch fr den Anwalt sehr arbeits -und zeitsparend nicht mehrere Kammertermine wahrzunehmen, oder?

Eine weitere Frage ist, ob bei nachweislicher anwaltlicher Schlechtarbeit, auch die Forderung rechtens ist.

mfg
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juggernaut
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Anmeldungsdatum: 10.03.2009
Beitrge: 1479
Wohnort: derzeit: Thringen

BeitragVerfasst am: 19.03.09, 15:46    Titel: Antworten mit Zitat

bernd137 hat folgendes geschrieben::
Ist ja auch fr den Anwalt sehr arbeits -und zeitsparend nicht mehrere Kammertermine wahrzunehmen, oder?

es wrde den rahmen meines beitrags sprengen, ihnen die sog. mischkalkulation der gebhren der RAe nach dem RVG zu erlutern. es handelt sich um typisierte, deshalb aber natrlich pauschalierte gebhren, die den "blichen" geschftsanfall abdecken sollen. naturgem gibt es nun mandate, die sich rechnen, es gibt aber auch welche, die sich nicht rechnen. lassen wirs also dabei, dass sie ggf gar nicht beurteilen knnen, wieviel arbeit ihr anwalt konkret in ihren fall investiert hat - es kommt vor, dass ein anwalt acht stunden in die frage investieren mu, welches gericht berhaupt zustndig ist. diese arbeit werden sie nicht "sehen".


bernd137 hat folgendes geschrieben::
Eine weitere Frage ist, ob bei nachweislicher anwaltlicher Schlechtarbeit, auch die Forderung rechtens ist.

das ist in der tat eine weitere frage. dazu sollten sie allerdings wissen, dass nicht jede schlechtarbeit zu einer minderung des gebhrenanspruchs fhrt. in betracht kommen nur geldwerte schden, die sie kausal durch einen anwaltsfehler erlitten haben.
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juggernaut

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Kobayashi Maru
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Anmeldungsdatum: 28.11.2005
Beitrge: 4524

BeitragVerfasst am: 19.03.09, 18:24    Titel: Antworten mit Zitat

bernd137 hat folgendes geschrieben::
Ist ja auch fr den Anwalt sehr arbeits -und zeitsparend nicht mehrere Kammertermine wahrzunehmen, oder?

Klar ist das zeitsparend. Darauf kommt es allerdings nicht an. Ob der Anwalt nur den Gtetermin wahrnimmt oder Gtetermin und Kammertermin oder Gtetermin und zehn Kammertermine - egal. Der Anwalt verdient im gesamten Verfahren die Terminsgebhr nur einmal. Soll heien: In Ihrem Falle war das Mandat mglicherweise gewinnbringend (also nach Steuer, laufenden Kosten wie Gehlter, Miete etc. ist vielleicht etwas brig geblieben fr den Anwalt). Htte der Anwalt zustzlich noch den Kammertermin wahrgenommen, htte es sich wahrscheinlich nicht mehr gerechnet.
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