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Verlustrcktrag - Einknfte aus Leistungen

 
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fwp
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 27.05.2008
Beitrge: 41

BeitragVerfasst am: 19.03.09, 19:32    Titel: Verlustrcktrag - Einknfte aus Leistungen Antworten mit Zitat

Hallo

Neben vielen Einnahmen und Ausgaben hat ein freiberuflicher Einzelunternehmer auch

Einknfte auf Grund des Verkaufes von erklrungsbedrftigen Produkten:

Man
- akquiriert,
- bert,
- bietet an,
- erhlt Bestellung,
- bestellt selbst auch bei seinem Lieferanten (Kreditor),
- erhlt Rechnung und Ware vom Lieferanten,
- liefert die Ware weiter,
- stellt Rechnung an seinen Debitor,
- erhlt Zahlung von seinem Debitor und
- gleicht letztendlich sein Konto bei seinem Kreditor aus.

Der Differenzbetrag ist der Margin, mit dem bestreitet man weitere Betriebsausgaben und Privatentnahmen.

Das Geschilderte ist ein Einzelvorgang fr einen Debitor. hnliche Vorgnge mit weiteren Debitoren berlappen sich zeitlich, so dass man einen nur leicht schwankenden Strom aus Margins hat - normalerweise.

Nun hat es sich ergeben, dass sich die Jahresgrenze 2007 nach 2008 der Art in diesen Strom hineingeschoben hat, dass 2007 sehr viele Debitoren bezahlten, die sehr vielen Kreditoren aber erst im Jahr 2008 entlohnt wurden.

Wegen dieser Eselei (oder vielleicht hat man vergessen, Ende 2007 Kreditorenkonten auszugleichen) hat man 2007 riesige Einnahmen (also auch riesige Steuern) und 2008 riesige Ausgaben. Vielleicht wird sogar das Gesamtergebnis 2008 negativ, aber wegen anderer Geschfte mit positiver Bilanz nicht der Art 'hoch'.

Ist dies ein Fall fr einen Verlustrcktrag von Zahlungsausgngen in 2008 (Rechnungen aus 2007, die 2008 beglichen wurden) nach 2007 (Zum Ausgleich mit den entsprechenden Zahlungseingngen in 2007)?

Ich denke mir das so: Die Ausgangsrechnung AusRe#4711 vom 12.11.2007 mit Zahlungseingang am 13.11.2007 ber 4712 EUR wird mit der EinRech#0813 vom 11.11.2007 mit Zahlungsausgang am 1.2.2008 ber 4711 EUR verrechnet.

Der Margin ist also nicht 4712 EUR in 2007 und -4711 EUR in 2008, sondern - Dank des Verlustrcktrages - +1 EUR in 2007 und 0 EUR in 2008. Geht das so?

WiSo erlaubt jedem, unter

Verlustrcktrag aus dem Jahr 2008 in das Steuerjahr 2007 fr Einknfte aus Leistungen (22 Nr. 3 EStG)

einen beliebigen Betrag einzusetzen. Angenommen, 4711 EUR ist die symbolische Summe dieser Eingangsrechnungsbetrge (aus der oben erwhnten Menge von Ein- und Ausgangsrechnungen). Darf man dann 4711 EUR als Verlustrcktrag eintragen?

[Das ist dann das, was man bei einer Einkommensermittlung per Bilanz und Buchhaltung wohl einen Abgrenzungsposten nennt, oder?]

P.S.: Falls Fragen zur Einkommensermittlung in diesem fiktiven oder allgemeinen Fall vorliegen: USt: Ist-Besteuerung (wenn ich mich nicht irre), ESt: Einnahmen-berschuss (4 Nr. 3 EStG).

Vielen Dank.
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fwp
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 27.05.2008
Beitrge: 41

BeitragVerfasst am: 20.03.09, 03:01    Titel: Antworten mit Zitat

Nachdem ich mittlerweile schon einiges ergockelt, pardon -googled, habe:

Nein, ist wohl nicht so gedacht.

Es zhlt wohl nur ein absolutes Minus. Verdient der Ehegatte gut: Gemeinsame Veranlagung, da dieser die Verluste gut verdauen kann.

Verdient der Ehegatte dagegen schlecht: Getrennte Veranlagung; ist das Ergebnis richtig, fett und nominativ Minus, dann kann man Verlustausgleich versuchen, sonst halt nicht und man hat Pech gehabt. (Die Privatentnahmen der wenigen Unternehmer, die so etwas wie Gehalt zur Bestreitung Ihrer Lebensfhrungskosten bentigen, erhhen - so meine Vermutung - den Verlust, der sich auf dem Bankkonto widerspiegelt steuerlich wohl nicht!?)

Praktische Fragen, die bleiben:

I. Was ist, wenn man in 2008 (dem schlechten Jahr) eine Dienstleistung per 'Storno' gutschreibt, die sich auf ein Dienstleistung von 2007 beziehen [Gutschrift von etwas, das in 2007 versehentlich doppelt berechnet wurde. Oder noch krasser: Einnahmen 2007: 200.000 EUR; 2008: 100.000 abzgl. 100.000 fr Gutschr. von Leistung aus 2007 = 0 EUR.] Ich gebe zu: In fetten Jahren verschmiert sich dies und es ist egal; aber in mageren Jahren ist der 41ste Tag ohne Wasser nun mal der fatale.

II. Was ist, wenn man in 2008 (dem schlechten Jahr) eine Rechnung von einer aufgelsten Steuer-Soziett erhlt, oder sogar zwei Rechnungen, mit
(a) Leistungszeitpunkt 04.2007 ... (ber X EUR inkl. MWSt.)
(b) Leistungszeitpunkt 10.2006 und 12.2006 ... (ber Y EUR inkl. MWSt.)
(Thema: Betriebsprfung 2002-2004 u. Steuern 2005)

Kann man so etwas 2007 zuordnen? Welches Kto. SKR03 wrde man als Gegenkoto verwenden

Abschluss- und Prfungskosten SKR03-Nr 4957 ber (X+Y)EUR Soll / Bank 1200 ber (X+Y)EUR Haben geht wohl nicht, da 1200 in 2007 gar nicht bemht wurde sondern erst in 2008.

Und noch eine prinzipielle, praktische Frage, die geblieben ist:

III. Stimmt es eigentlich, dass man Alles, das man gut verkaufen (also begrnden) kann, durchsetzen kann? Sozusagen mit dem Hinweis, dass aus diesem besonderen Grunde jenes Auerordentliche getan wurde: "Die Rechnung X aus 2008 wurde in 2007 bercksichtigt, wegen [besonderer Grund]." (Oder gem diesem Tenor (technische Begrndung): Kleine Strecken werden mit dem Privatwagen zurckgelegt, da der Schaden bei diesem Kleinwagen bei kleinen Strecken geringer ist als beim groen Firmenwagen, der fr groe Strecken ausgelegt ist.)

Gibt es dafr eigentlich ein juristisches Maxim, einen Grundsatz, auf das/den man sich beziehen kann, oder sind Mitleid und gesunder Menschenverstand das einzige, das man heranziehen kann, falls dieser Punkt III eine praktische Relevanz haben sollte?

Wie gesagt, Fragen die bleiben, nachdem man sich schon ein Bild gemacht hat.

Vielen Dank.

gez. Pessimisimus Maximus
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