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Eltern und der Unterschied der Verpflichtungen

 
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Kamikaze2001
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 06.12.2006
Beitrge: 162

BeitragVerfasst am: 21.03.09, 13:41    Titel: Eltern und der Unterschied der Verpflichtungen Antworten mit Zitat

Wenn man ber 25 ist und ALG II beantragt scheint es so zu sein das die Eltern sozusagen auen vor sind, also keine Angaben zum Einkommen machen mssen und man selbst im Haushalt der Eltern noch eine eigene Bedarfsgemeinschft ist...

Beantragt man nun BAB (Berufsausbildungsbeihilfe) fr eine Erstausbildung scheint das wieder anders zu sein, sprich dort ist das Einkommen der Eltern wieder wichtig.

Wre das so richtig das es nicht auf das Alter des Antragsstellers ankommt sondern auf die Art der Leistung ?
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Dipl.-Sozialarbeiter
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 09.12.2006
Beitrge: 11996

BeitragVerfasst am: 21.03.09, 14:40    Titel: Re: Eltern und der Unterschied der Verpflichtungen Antworten mit Zitat

Kamikaze2001 hat folgendes geschrieben::
...
Beantragt man nun BAB (Berufsausbildungsbeihilfe) fr eine Erstausbildung scheint das wieder anders zu sein, sprich dort ist das Einkommen der Eltern wieder wichtig.

Wre das so richtig das es nicht auf das Alter des Antragsstellers ankommt sondern auf die Art der Leistung ?

Ja, es kommt auf die Art der Leistung an. Zudem haben die Eltern ihren Kindern eine Erstausbildung zu ermglichen. Grundstzlich geht ein privatrechtlicher Unterhaltsanspruch (hier Ausbildungsunterhalt) der Gewhrung von Sozialleistungen vor.

Die Unterhaltspflicht der Eltern gegenber ihren Kindern endet ansonsten mit der Volljhrigkeit des Kindes. Von arbeitslosen volljhrigen Kindern kann erwartet werden, da sie ihren Unterhalt durch Arbeit selbst sicherstellen.
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Kamikaze2001
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 06.12.2006
Beitrge: 162

BeitragVerfasst am: 21.03.09, 15:14    Titel: Antworten mit Zitat

Dipl.-Sozialarbeiter hat folgendes geschrieben::
Die Unterhaltspflicht der Eltern gegenber ihren Kindern endet ansonsten mit der Volljhrigkeit des Kindes. Von arbeitslosen volljhrigen Kindern kann erwartet werden, da sie ihren Unterhalt durch Arbeit selbst sicherstellen.


Richtig.
Wenn das volljhrige Kind dann allerdings erst so spt eine Ausbildung beginnt kann er das natrlich nicht mehr da ein Ausbildungsgehalt ja weitaus weniger ist als ein Arbeitslohn.

Diese Pflicht das Eltern die Erstausbildung finanzieren mssen endet also auch nicht wenn das Kind ber 25 ist?
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grottenolm
Interessierter


Anmeldungsdatum: 13.02.2009
Beitrge: 12

BeitragVerfasst am: 22.03.09, 11:00    Titel: Antworten mit Zitat

Die Pflicht endet, wenn das volljhrige Kind nicht zielstrebig eine Ausbildung verfolgt.
Wer mit ber 25 Jahren eine Ausbildung beginnt, drfte sich zuviel Zeit gelassen haben damit.
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Dipl.-Sozialarbeiter
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 09.12.2006
Beitrge: 11996

BeitragVerfasst am: 22.03.09, 11:10    Titel: Antworten mit Zitat

grottenolm hat folgendes geschrieben::
...
Wer mit ber 25 Jahren eine Ausbildung beginnt, drfte sich zuviel Zeit gelassen haben damit.

Oder war vielleicht krank, schwanger usw.

Ferner haben junge Menschen in der heutigen Zeit durchaus Probleme, einen Ausbildungsplatz zu finden. Diese sind nmlich ziemlich knapp geworden.
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Kamikaze2001
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 06.12.2006
Beitrge: 162

BeitragVerfasst am: 24.03.09, 01:59    Titel: Antworten mit Zitat

grottenolm hat folgendes geschrieben::

Wer mit ber 25 Jahren eine Ausbildung beginnt, drfte sich zuviel Zeit gelassen haben damit.


Ich denke das war nicht die Frage.
Ebenso kann ich mich nicht erinnern um diese Meinung gefragt zu haben! Mit den Augen rollen

So wie Dipl.-Sozialarbeiter schon richtig erkannt hat mag es bei dem ein oder anderen schon passende Grnde gegeben haben um eben erst spt damit zu beginnen.

Aber was genau ist unter "Die Pflicht endet, wenn das volljhrige Kind nicht zielstrebig eine Ausbildung verfolgt. " zu verstehen?
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Dipl.-Sozialarbeiter
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 09.12.2006
Beitrge: 11996

BeitragVerfasst am: 24.03.09, 07:05    Titel: Antworten mit Zitat

Kamikaze2001 hat folgendes geschrieben::
...
Aber was genau ist unter "Die Pflicht endet, wenn das volljhrige Kind nicht zielstrebig eine Ausbildung verfolgt. " zu verstehen?

Dies bedeutet, wenn ein volljhriges Kind mehrere Ausbildungen angefangen hat, oder hufiger durch die Prfung gesegelt ist. Ferner fllt hierunter ein "Bummelstudium" eines "Langzeit"studenten.
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Kamikaze2001
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 06.12.2006
Beitrge: 162

BeitragVerfasst am: 24.03.09, 16:42    Titel: Antworten mit Zitat

Ok, das ist zu verstehen, danke Dipl.-Sozialarbeiter.

Also bleibt es dann unterm Strich so, hat das (erwachsene) Kind eben nicht gebummelt sondern aus anderen Grnden noch keine Ausbildung begonnen das eben die Pflicht bei den Eltern liegt?
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Dipl.-Sozialarbeiter
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 09.12.2006
Beitrge: 11996

BeitragVerfasst am: 24.03.09, 17:49    Titel: Antworten mit Zitat

Kamikaze2001 hat folgendes geschrieben::
...
Also bleibt es dann unterm Strich so, hat das (erwachsene) Kind eben nicht gebummelt sondern aus anderen Grnden noch keine Ausbildung begonnen das eben die Pflicht bei den Eltern liegt?

Statt "anderen Grnden" wre "anderen wichtigen Grnden" einzusetzen. Ferner ist "unterm Strich" auch nicht ganz richtig.

Zum Ausbildungsunterhalt sagt das BGB:

1610 BGB hat folgendes geschrieben::
(1) Das Ma des zu gewhrenden Unterhalts bestimmt sich nach der Lebensstellung des Bedrftigen (angemessener Unterhalt).

(2) Der Unterhalt umfasst den gesamten Lebensbedarf einschlielich der Kosten einer angemessenen Vorbildung zu einem Beruf, bei einer der Erziehung bedrftigen Person auch die Kosten der Erziehung.

Es reicht aber nicht, nur einen Paragraphen zur Kenntnis zu nehmen. Wichtig wre z.B. auch der 1611 BGB. Insgesamt ist der Unterhalt in den 1601 bis 1615 BGB geregelt.

Der Grundsatz, da volljhrige Kinder fr ihren Unterhalt selbst verantwortlich sind, ist z.B. der nachfolgenden Begrndung zu entnehmen:

OBERLANDESGERICHT FRANKFURT AM MAIN - Az. 5 WF 129/98 - Beschluss vom 29.03.1999 - hat folgendes geschrieben::
... Die mittlerweile 20jhrige Antragstellerin ist nicht auerstande, sich selbst zu unterhalten, 1602 BGB. Obwohl sie derzeit eine Ausbildungsstelle sucht, ist sie nach Auffassung des Senats in der Lage, einer Erwerbsttigkeit nachzugehen, die ausreicht, um ihren Bedarf zu decken. Die Gewhrung von Ausbildungsunterhalt gem. 1610 Abs. II BGB unterliegt dem sog. Gegenseitigkeitsprinzip. Hiernach mu ein volljhriges Kind, das sich nicht in der Berufsausbildung befindet, primr selbst fr seinen Lebensunterhalt aufkommen, wobei fr die Nutzung seiner Arbeitskraft hnlich strenge Mastbe gelten, wie fr die Haftung der Eltern gegenber minderjhrigen Kindern. Ein Volljhriger mu demnach jede Arbeitsmglichkeit ausnutzen, und auch berufsfremde Ttigkeiten und Arbeiten unter seiner gewohnten Lebensstellung annehmen (m. w. N. Wendl/Staudigl, 2 Rn. 344, 48, 63). ...

Je lter ein volljhriges Kind nach Erreichung der Volljhrigkeit wird, und je spter eine Erstausbildung begonnen wird, kann in der Zwischenzeit vom volljhrigen Kind auch erwartet werden jede Arbeit anzunehmen und auch Rcklagen fr die eigene Ausbildung zu bilden.

Vertiefend: Ausbildungsunterhalt. Winken
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Kamikaze2001
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 06.12.2006
Beitrge: 162

BeitragVerfasst am: 24.03.09, 18:25    Titel: Antworten mit Zitat

Besten Dank fr die Informationen. Damit kann man doch schon was anfangen!

Find es zwar etwas kompliziert neben einer beruflichen Ausbildung auch noch so viel Zeit zum Arbeiten zu haben um a) genug zu verdienen und b) dennoch fit fr den nchtens Tag zu sein, aber wenn das ein Gericht so sagt wird es wohl so sein. Winken
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