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Abmahnung

 
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Spaxs01
Interessierter


Anmeldungsdatum: 08.11.2006
Beitrge: 17
Wohnort: Deutschland

BeitragVerfasst am: 26.03.09, 17:44    Titel: Abmahnung Antworten mit Zitat

Hallo Zusammen

Stellt euch mal bitte folgenden Fall vor.
Einem Mitarbeiter (Ma) der Firma (Ag) verschlgt es bei einer Betriebsversammlung die Sprache. Die Forderungen des Ag an die Belegschaft zur Rettung des Betriebes empfindet der Ma als derart unverschmt das ihm tatschlich nichts mehr einflt was er htte whrend der Betriebsversammlung sagen knnen. Also setzt er sich zu Hause hin, sortiert seine Gedanken und schreibt sie dann auf. Am nchsten Arbeitstag sendet er seine Fragen und seine Meinung in Form einer E-Mail durch den Betrieb. In keinem Satz wird der Anspruch auf Richtigkeit erhoben. Einige Tage spter sendet die Geschftsleitung eine E-Mail durch den Betrieb die sich stellenweise inhaltlich mit der des Ma deckt.
Noch einige Tage spter wird Ma ins Personalbro gerufen und erhlt vom Personalchef eine Abmahnung. Hierin wird sich auf seine Mail bezogen und Ihm u.a. Diffarmierung der Geschftsleitung unterstellt. Diffarmierung = Verleumdung 186 StgB. Der Ma fordert den Ag auf die Abmahnung aus der Personalakte zu entfernen weil der Vorwurf nicht der Warheit entspricht. Weitere Vorwrfe sind derart pauschal formuliert das sie auf jeden Singvogel, Strassenkter, Wachmann oder Bankangestellten zutreffen knnten. Den Ma macht das krank. Die Geschftsleitung rhrt sich trotz Aufforderung nicht. Bleibt nur der Weg zum Staatsanwalt wegen der Unterstellung einer Straftat?
Gru
Spaxs01
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dr.seltsam
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 20.11.2005
Beitrge: 1060

BeitragVerfasst am: 26.03.09, 18:12    Titel: Re: Abmahnung Antworten mit Zitat

Spaxs01 hat folgendes geschrieben::
Den Ma macht das krank.


Verstehe ich nicht, welche Art Krankheit soll denn durch das Verhalten und die Vorwrfe des Arbeitgebers ausgelst worden sein?

Spaxs01 hat folgendes geschrieben::

Die Geschftsleitung rhrt sich trotz Aufforderung nicht. Bleibt nur der Weg zum Staatsanwalt wegen der Unterstellung einer Straftat?


Was soll das bringen? Wie wre es denn, wenn Ma einfach weiter arbeitet. Wenn die Abmahnung derart unzutreffend ist, wird sie keine Grundlage fr eine sptere Kndigung bilden knnen.
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matthias.
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 07.06.2005
Beitrge: 12402

BeitragVerfasst am: 26.03.09, 18:15    Titel: Antworten mit Zitat

1. Schickt man solche Mails nicht an alle. Das kommt in 99% der Flle ganz schlecht. Leider gibt es mittlerweile diese Mglichkeit mit einem Klick einen riesen Aufruhr anzuzetteln.
Grundstzlich gilt im Betrieb: Finger weg von "Mail an alle" ausser man ist der GF oder der BR-Vorsitzende und der sollte sich das auch gut berlegen.

Ansonsten was soll der Staatsanwalt dabei? Vllig falsche Baustelle. Man kann vor dem Arbeitsgericht, da gibt es keine Staatsanwlte, die Entfernung der Abmahnung aus der Personalakte verlangen, ob das sinnvoll ist ist allerdings wieder eine ganz andere Frage.

MfG
Matthias
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Spaxs01
Interessierter


Anmeldungsdatum: 08.11.2006
Beitrge: 17
Wohnort: Deutschland

BeitragVerfasst am: 26.03.09, 19:12    Titel: Antworten mit Zitat

@dr.seltsam
wenn der Ma keinen Schlaf mehr findet macht ihn das krank.

der Ag unterstellt dem Ma eine Straftat, nmlich Verleumdung. Diese Unterstellung knnte ble Nachrede sein und die Kreditwrdigkeit des Ma beeintrchtigen.( 186 StgB)

@matthias.
Wer ist denn man?
Hier wurde explizied auf eine Beteiligungsform an der Betriebsversammlung hingewiesen. Bei deinem Gedankenansatz steht zu befrchten das die verbale Beteiligung auch zu einer Abmahnung fhren kann.
Was der Staatsanwalt dabei soll?
Siehe oben. Wenn so etwas Schule macht ist der nchste Schritt; er unterstellt Diebstahl und entlsst den Ma fristlos. Ob das so ist oder nicht.
Gru
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matthias.
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 07.06.2005
Beitrge: 12402

BeitragVerfasst am: 26.03.09, 20:01    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn man unbedingt Lust hat in der Firma weiter zu arbeiten, kann man den AG natrlich gerne wg. Verleumdung anzeigen.

Ich wrde allerdings vorschlagen, erstmal den Blutdruck runterfahren und bevor man was macht zu einem Anwalt zu gehen und die Konsequenzen abzukren, danach ist jeder seines Glckes Schmied.

Allerdings zeigt die Erfahrung, dass der AN nicht wirklich am lngeren Hebel sitzt.

Ich sehe auch durchaus einen Unterschied ob man in einer Betriebsversammlung was sagt (wo alle dabei sind) oder ob man das per Mail an alle verteilt aber gut, das kann jeder sehen wie er will

MfG
Matthias
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questionable content
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Anmeldungsdatum: 14.02.2005
Beitrge: 6312
Wohnort: Mein Krbchen.

BeitragVerfasst am: 26.03.09, 20:29    Titel: Antworten mit Zitat

Die Chancen, dass eine derartige Email mit der dargestellten Versendungsweise von einem nicht juristisch geschulten Arbeitnehmer *nicht* in abmahnfhiger Weise rechtliche Verste enthlt/darstellt, dften praktisch gesehen minimal sein.

Generell sollte man in solche einer Situation fr die Abmahnung Gott danken, idealerweise einen Experten konsultieren und mit diesem ein Entschuldigungsschreiben aufsetzen, dass die hchstwahrscheinlich rechtswidrigen oder - recht wahrscheinlich - strafbaren uererungen im Schreiben zurcknimmt und das Missverstndnis hervorhebt.

Falls der besagte Experte wider Erwarten keinen Versto finden sollte, kann er dann gleich zum weiteren Vorgehen in der Sache beraten.
_________________
Few people are capable of expressing with equanimity opinions which differ from the prejudices of their social environment. Most people are even incapable of forming such opinions.
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Spaxs01
Interessierter


Anmeldungsdatum: 08.11.2006
Beitrge: 17
Wohnort: Deutschland

BeitragVerfasst am: 26.03.09, 21:52    Titel: Antworten mit Zitat

@questionable content

Sehr bse puh, der war echt gut Sehr bse

Also, auch wenn die Chancen verschwindend gering sind.
Zunachst drften Fragen in keiner weise rechtliche Verste beinhalten. Der Ma hat es ja dem Ag berlassen zu antworten. Hat er brigens nicht gemacht. (Aber sagts nicht weiter Winken )
Bei Meinungsuerungen stand immer vorab " Nach meiner Meinung:::" Meines Erachtens..." "meine Sichtweise...."
Bei Vorwrfen oder Unterstellungen ist dem Ma eines klar . Vor allem steht " quod erat demonstrandum". Seitens des Ag ist diesbezglich noch nicht geschehen. Den widerum darf man seit Mnte brigens auch Heuschrecke nennen Lachen
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questionable content
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Anmeldungsdatum: 14.02.2005
Beitrge: 6312
Wohnort: Mein Krbchen.

BeitragVerfasst am: 27.03.09, 11:47    Titel: Antworten mit Zitat

Spaxs01 hat folgendes geschrieben::
@questionable content

Sehr bse puh, der war echt gut Sehr bse

Also, auch wenn die Chancen verschwindend gering sind.
Zunachst drften Fragen in keiner weise rechtliche Verste beinhalten. Der Ma hat es ja dem Ag berlassen zu antworten. Hat er brigens nicht gemacht. (Aber sagts nicht weiter Winken )
Bei Meinungsuerungen stand immer vorab " Nach meiner Meinung:::" Meines Erachtens..." "meine Sichtweise...."
Bei Vorwrfen oder Unterstellungen ist dem Ma eines klar . Vor allem steht " quod erat demonstrandum". Seitens des Ag ist diesbezglich noch nicht geschehen. Den widerum darf man seit Mnte brigens auch Heuschrecke nennen Lachen


Ihre Darstellungen belegen ausschlielich meine obigen Darstellungen.

Ihre Rechtsvorstellungen decken sich nicht mit der Realitt. Ausgehend von der Annahme, dass die dargestellten Aspekte die Grundlage Ihrer Beurteilung als "in keiner Wise rechtliche Verste beinhaltend" bilden, kann ich demnach auf meine obigen Ausfhrungen verweisen.

Was nun das Ergebnis sein wird, wenn jemand unter Zugrundelegung von grob fehlerhaften rechtlichen Annahmen und unter stark negativer emotionaler Grundhaltung einen kritischen Text ber das Verhalten und die Aussagen Dritter erstellt, mag man sich recht leicht vorstellen knnen.

Als Ergnzung:
"q.e.d." bedeutet im typischen Kontext - "was zu beweisen war" - und wrde als Nachsatz zu einem Text bei neutraler Interpretation zu dem Ergebnis fhren, dass der Autor seine uerungen als beweisfhig versteht - und somit gerade nicht als "Meinung".
_________________
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comander01
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Anmeldungsdatum: 02.12.2005
Beitrge: 1604
Wohnort: near lake constanz

BeitragVerfasst am: 27.03.09, 17:13    Titel: Antworten mit Zitat

In meiner Firma haben wir rund 4400 MA, zwei Drittel davon haben PC's mit der Mglichkeit, Mails zu verschicken.
Wenn nur die Hlfte dieser MA bei jeder Unstimmigkeit oder Unzufriedenheit mit Entscheidungen des AG eine Mail an alle Nutzer des EMailprogramms mit seiner Sicht der Dinge schickt, mssten wir gerade in der jetzigen Situation unsere eigentliche Arbeit liegen lassen, um die geistigen Ergsse der verschiedensten MA zu lesen und versuchen zu verstehen. Das kann nicht korrekt sein.

Wenn mir in der Firma etwas nicht pat, dann rede ich darber mit dem BR oder lasse mich eben selber in den BR whlen, um dann fr alle MA mitreden und auch kommunizieren zu knnen. Mit den Augen rollen

Die technische Mglichkeit, allen Usern eine Mail zu schicken, berechtigt niemanden, dies auch zu tun. Auer den explizit berechtigten Personen, wie eben der BR oder die GF.

Ich als MA wrde solche Mails als Belstigung sehen. Nicht jeder ist unbedingt an der Meinung des Anderen interessiert, sei sie auch noch so eloquent vorgetragen... Mit den Augen rollen
_________________
Beste Gre

der comander01
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....es heit comander01... comander01 ... mit einem - m - ,nicht mit - mm - und mit ner 01 hintendran, so viel Zeit muss sein!
Ist denn das soooo schwer? ? ?
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Roter Bruder
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Anmeldungsdatum: 25.10.2005
Beitrge: 114

BeitragVerfasst am: 28.03.09, 10:05    Titel: Antworten mit Zitat

[quote="comander01"... ]eine Mail zu schicken, berechtigt niemanden, dies auch zu tun.:[/quote]



Ist schon verlockend, bei vollster eigener berzeugung diese Mglichkeit fr entsprechende Zwecke auch zu nutzen.

Fr schlau und sinnvoll halte ich es in diesem Falle allerdings auch nicht. Mit etwas zeitlichem und gedanklichem Abstand wrde ich ein klrendes Gesprch mit dem AG suchen. Es ist leider Gang und Gbe - berechtigt oder nicht - dass der AN mal wieder am deutlich krzeren Hebel sitzt.
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comander01
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Anmeldungsdatum: 02.12.2005
Beitrge: 1604
Wohnort: near lake constanz

BeitragVerfasst am: 28.03.09, 11:16    Titel: Antworten mit Zitat

Es ist auch verlockend, mit dem Porsche des Chefs ne Weekendspritztour zu machen, welcher immer offen und mit steckendem Schlssel auf dem Hof steht, trotzdem tut das keiner.
Warum wohl?
Warum sag ich dem Chef nicht, was ich von ihm halte? Selbsterhaltungstrieb? Abhngigkeit? Desinteresse? Gesunder Menschenverstand?
_________________
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Roter Bruder
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Anmeldungsdatum: 25.10.2005
Beitrge: 114

BeitragVerfasst am: 29.03.09, 11:58    Titel: Antworten mit Zitat

comander01 hat folgendes geschrieben::
Warum sag ich dem Chef nicht, was ich von ihm halte?


Wer keine Alternativen hat, nicht reich ist oder in Krze keine dicke Erbschaft zu erwarten hat, ist abhngig und wre schn bld, wenn er es tte. Oder ein Mrtyrer.
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comander01
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 02.12.2005
Beitrge: 1604
Wohnort: near lake constanz

BeitragVerfasst am: 29.03.09, 18:43    Titel: Antworten mit Zitat

Sorry, da hab ich wohl den Ironiebutton vergessen. Ironie Smiley
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