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mal wieder von zuhause ausziehen...

 
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Scip
Gast





BeitragVerfasst am: 07.10.04, 10:06    Titel: mal wieder von zuhause ausziehen... Antworten mit Zitat

Hallo!

Ich schildere erstmal meine Situation.
Ich habe 4 Geschwister im Alter von 9,11,14 und 21.
Ich selbst bin 17 Jahre alt und werde in 3 Wochen 18.
Nun komme ich mit meinem Vater sehr schlecht zurecht und hatte auch noch nie einen guten Bezug zu ihm, da er immer krperliche Gewalt in der Familie vorbrachte und ich ihn von seiner Person her nicht wrdigen kann.
Die Gewaltausbrche meines Vaters richten sich ebenfalls gegen meine jngere Geschwistern sowie meine Mutter.

Leider ist die Situation gestern eskaliert und nun soll es so ablaufen, dass ich hier im Teil des Kellers, wo sich mein Zimmer befindet, bleibe.
Die Tr nach oben ist abgeschlossen.
Lebensmittel soll ich selbst einkaufen und Rechnungen vorlegen.
Er berlegt dann, ob er sie zahlen wird.
Kleidung bekam ich ein kleidungsgeld, das allerdings dieses Jahr noch nicht gezahlt wurde und ich wei nicht, ob ich es bekommen werde.

Meine Eltern sind sehr wohlhabend.
Sie besitzen ein imenses Vermgen, das allerdings weitgehend in Immobilien, die alle mit Krediten belastet sind, sich aufteilt.

Nun werde ich heute zum Jugendamt gehen und mich ein wenig ber meine Optionen informieren, wollte aber zustzlich eure Meinungen hren.

Leider stehe ich alleine da, da meine Mutter hinter meinem Vater steht ( was ich noch nie verstanden habe) und eigentlich eine extrem aufopferungsvolle Frau ist.

Meine kleiner Bruder im Alter von 9 und meine Schwester im Alter von 11 werden das wahrscheinlich nicht verstehen.
Meine Schwester im Alter von 13 ist momentan auf einem Internat mit angeschlossener "Eliteschule"...
Sie wird sich ebenfalls nicht freuen, wenn sie diese Schule wieder verlassen muss.
Mein Bruder ist grad vor ein paar Tagen ausgezogen, nachdem er 2 Jahre wegen Drogenproblemen krankgeschrieben war.
Er hat sein Studium an einer Fachhochschule begonnen und wohnt derzeit in einem nahegelegenem Haus meines Vaters.
Er wird sich ebenfalls nicht freuen, wenn er diese sehr hbsche und groe Wohnung aufgeben muss.

Nun wrde ich gerne von euch wissen, ob mir eine Art Unterhalt oder lediglich die normale Sttze, die dann von meinen Eltern finanziert werden muss, zusteht.
Welche Unterschiede macht der Reichtum meiner Eltern aus in so einem Fall.

Meine Oma sparrte immer fr mich und legte vor ca 6 Jahren eine grere Geldsumme bei meinem Vater an.
Inzwischen beluft sich die, nachdem ich mein ersparrtes hinzuzog auf ca 13.000 .....
Das einzige, was ich schriftlich habe sind die Zinsabrechnungen und vor ca 2 Jahren erhielt ich mal eine Unterschrift von meinem Vater auf diesen Zinsabrechnungen.
Meine Oma ist die einzige, die mich weiterhin untersttzen wrde und mir das Geld bertragen wrde.
Werden die Zahlungen, die meine Eltern mir leisten mssen, gekrzt, wenn ich solch eine Geldsumme auf dem Konto htte?

Ich will auf jeden Fall mein Abi zuende machen ( bin grad in die 12. Klasse gekommen) und ich wrde sehr gerne danach studieren.
Wo ich mein Abi zuende mache und ob das unbedingt auf dieser Schule sein muss, ist fr mich nebenschlich.
Auf Auto und Kneipenspen werd ich verzichten knnen, jedoch will ich auch nicht am Existenzminimum leben mssen ( und das evtl. durch das fr mich angesparte meiner Gromutter erreichen).


Ist es mglich, dass mein Bruder seine Wohnung behlt, meine Schwester ihre ( keinesfalls teure, da einige Sponsoren die schule untersttzen) Schulausbildung auf dieser Schule, meine kleinen Geschwister keine verkorkse Erziehung bekommen und ich meine oben genannten Ziele erreichen kann?

Und meine letzte Frage :
Wenn ich etwas ndern will hier in meinem Heim, sollte ich dann das Jugendamt oder die Polizei einschalten?
Anzumerken sei noch, dass mein Vater Jurist ist und der Ruf den Bach hinuntergehen knnte, womit er mit Agressivitt reagieren wrde.
Er ist in meinen Augen ein Mensch, der sehr auf die Meinungen anderer ber ihn fixiert ist.

Ich danke euch vielmals.
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Scip
Gast





BeitragVerfasst am: 07.10.04, 13:16    Titel: Re: mal wieder von zuhause ausziehen... Antworten mit Zitat

Nachtrag :

Ok, beim Jugendamt waren leider die zustndigen Personen nicht anwesend, aber ich hab einen Termin fr morgen ausgemacht.

Dazu noch eine Ergnzung zum obigen Text :
Vor ein paar Jahren rief ich mal die Polizei und meine Mutter berzeugte die beiden Polizisten, die kamen, nichts zu unternehmen.
Zumindest habe ich nicht mitbekommen, dass sie etwas unternommen haben.
Damals hatte sie eine Prellwunde an der Schulter, die die beiden Polizisten sahen und sie erklrte ihnen, dass es momentan sehr stressig fr ihn sei und lgte, dass so etwas noch nie zuvor vorgekommen sei.
Wurde dazu von den beiden Polizisten ein Bericht angefertigt bzw. gibt es Unterlagen, dass es schon einmal Probleme hier gab?

Ich suchte im Internet nun ein weilchen, was mir zustehe und sto auf die "Dsseldorfer Tabelle", wo die Unterhaltszahlungen festgelegt sind.
Nun steht aber, bei einem Einkommen ber 4,800 ist nichts festgelegt.
Durch diverse Spielchen meiner Eltern mussten meine Eltern letztes Jahr keine Steuern zahlen, da sie verlustvortrge hatten.
Was ist mit dieser Tabelle, wenn ein groes Vermgen besteht, aber offiziell keine groen Einnahmen zustande kamen?
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auaox
Gast





BeitragVerfasst am: 09.10.04, 01:54    Titel: Re: mal wieder von zuhause ausziehen... Antworten mit Zitat

Hallo Scip!
Eine ganz hnliche Situtation hat meine Frau (damals Freundin) durchgemacht.
Sie war 17, ihre Mutter verstorben und der depressive Vater hatte die familire Situation nicht im Griff, ihr groer Bruder kommandierte sie herum, der kleine tanzte auf ihrer Nase herum und die Schuld an allem Desaster wurde ihr in die Schuhe geschoben, so dass sie selbst depressiv wurde. Der Vater sah alles allerdings nicht ein und gab mir die Schuld Smilie. Nun - da aber keine Boshaftigkeit, sondern nur Unfhigkeit vorlag, wollten wir ihn nicht verklagen. Als meine Freundin dann wegen ihrer familir ausgelsten Depressionen eine Kur bekam, hatte sie sich whrenddessen an anderem Ort bei Freunden eine Unterkunft besorgt. Der Vater wurde informiert. Natrlich stellte er sich quer - also wurde das Jugendamt eingeschaltet (zu Vermittlungszwecken).
Die zustndige Beraterin war leider vllig inkomptent (auch damit musst du rechnen).
Allerdings erklrte der Vater sich aufgrund des Druckes nach einiger Zeit bereit, seiner Tochter eine Generalvollmacht fr ihren Wohnsitz zu erteilen. Dadurch hatte sie allerdings noch kein Einkommen. Wie gesagt - wir wollten nicht die ganze Familie gerichtlich durch den Kakao ziehen und sie dadurch total zerstren. Nun dachten wir, mit Hilfe dieser Vollmacht knnte meine Freundin Sozialhilfe beantragen - aber dem war nicht so. Da der Vater fr seine minderjhrige Tochter unterhaltsverpflichtet war, wurde sie auf ihn verwiesen. Dieser jedoch gab an, seine Tochter knne ja zurckkommen und ist damit seiner Pflicht, Naturalunterhalt zur Verfgung zu stellen, nachgekommen.
Die Dsseldorfer Tabellen beziehen sich nur auf Unterhalt fr Scheidungskinder - sonst sind die Eltern prinzipiell nur verpflichtet, Naturalunterhalt zur Verfgung zu stellen. Allerdings hat das Kind einen Anspruch auf das Kindergeld, sofern es ausgezahlt wird, was sich aus dem Gesetzeslaut ergibt, dass das Kindergeld zum Nutzen des Kindes gedacht ist. Allerdings hrte ich schon, dass im Streitfall vor Gericht gegen die eigenen Eltern sich der zu zahlende Unterhalt dann auch oft an den Dsseldorfer Tabellen orientiert - eine feste Gesetzesgrundlage gibt es dafr nicht.
Ergo mein Tipp: Wenn Du beabsichtigst, gegen den Willen Deiner Eltern auszuziehen, solltest Du entweder Tabula Rasa machen; oder versuchen, 2 Monate woanders unterzukommen. Erstens musst du Zivilklage einreichen wegen mangelnder Frsorgepflicht auf Entzug der Vormundschaft (oder zumindest auf Bestellung eines Rechtsbeistandes, was einer status-quo-Bevormundung entsprche, ohne dass den Eltern vllig die Vormundschaft entzogen wrde), zweitens eine Zivilklage zur Zahlung von Unterhalt. Beides wird sich ber Monate hinstrecken. Um in dieser Zeit nicht auf dem Schlauch zu stehen, kannst Du nur beim Jugendamt (besser vielleicht noch: auf der Polizeidienststelle nchtens - macht mehr Eindruck Winken) aufkreuzen, Anzeige gegen Deine Eltern erstatten und Dich strikt (mglichst emotional glaubhaft, aber nicht bertrieben) weigern, ins Elternhaus jemals zurckzukehren. Dann wird fr Dich gesorgt, allerdings wirst Du Dir die Wohnung dann nicht aussuchen knnen, vermutlich wirst Du in eine betreute Wohngruppe eingegliedert. Den ntigen Rechtsbeistand erhltst Du durch das Jugendamt (sofern Dein/e Betreuer/in etwas heller ist...)
Falls wir Dir noch mit weiteren Erfahrungen helfen knnen, mail mir unter auaox@auaox.de
Hoffe etwas geholfen zu haben
Stephan
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Scip
Gast





BeitragVerfasst am: 10.10.04, 13:50    Titel: Re: mal wieder von zuhause ausziehen... Antworten mit Zitat

Ich danke dir erstmal fr deine mhevolle Antwort.

Den Gedanken mit der Unfhigkeit statt Boshaftigkeit hatte ich auch schon fters geknpft und ich wei auch nicht so recht, was ich davon halten soll.
Auf der einen Seite will ich ber dem Verhalten meiner Eltern stehen, weil dieses sicherlich keine hheren Bewegungsgrnde als Schwche hat, auf der anderen Seite bin ich mir sicher, dass ich mich besser fhle, wenn er bestraft werden wrde....

Mein Vater bot mir heute auch eine Therapie ( fr mich, keine Familientheraphie) an, die ich allerdings aus Zeitgrnden und weil ich sie nicht fr ntig erachte, ablehnte.

Um Vollmachten und Vormundschaften geht es bei mir denke ich, weil ich in knappen 3 Wochen 18 bin und in der Zeit kann ich noch getrost von dem, was ich hier bekomme und dem, was mir meine Oma gibt, leben.
Zudem kann ich diese Zeit nutzen, um das Jugendamt zur Untersttzung zu haben.
Habe ich denn mit 18 noch Anspruch auf Rechtsbeistand ber das Jugendamt?

Wie ging denn die Geschichte weiter @auaox?

Dass das Jugendamt nicht so fhig ist, habe ich bis jetzt auch schon gemerkt, da sie den Termin zu meinem Beratungsgesprch versetzten und die Frau, mit der ich redete, nicht wusste, wer von ihrer Einrichtung fr soetwas eigentlich zustndig ist.

Ich denke, den Naturalunterhalt kann ich von mir abhalten, wenn ich wegen der Gewaltausbrche meines Vaters argumentiere, aber ich wei nicht, welche Auswirkungen das auf meine jngeren Geschwister haben knnte.
Wrden diese dann kontrolliert werden?
Ich hab aus dem Internet einige Berichte entnommen, wo Vertreter des Jugendamts tglich vorbeikamen und die Frsorge der Eltern berwachten.
In welchen Fllen wird sowas gemacht?
Ich hab eigentlich auch nicht so viel Lust, dass sie zu Psychologen wegen irgendwelcher Gutachten geschickt werden.
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Gast






BeitragVerfasst am: 15.10.04, 19:21    Titel: Re: mal wieder von zuhause ausziehen... Antworten mit Zitat

Viele Fragen, genau kann ich sie nicht beantworten, ich bin ja kein Rechtsanwalt. Was ich hier schreibe, sind nur die Infos, die wir so erhalten haben.
Warum wartest Du nicht 3 Wochen, mietest Dir eine Wohnung und gehst zum Sozialamt? Meines Wissens nach sind dann Deine Eltern nicht mehr unmittelbar unterhaltspflichtig, das Sozi holt sich mglicherweise aber das Geld von den nchsten Verwandten wieder, sofern diese vermgend genug sind.
Binnen 3 Wochen kannst Du ohnehin keine rechtskrftigen Urteile erwirken. Das dauert mind. ein halbes Jahr - und bis dahin sind sie sinnlos.
Das Jugendamt ist - soweit ich we - u. U. fr bis zu 21-jhrige zustndig.
Wenn Du das JA wegen Gewaltausbrchen Deines Vaters einschalten wrdest, wrde es garantiert Deiner Familie auf die Finger sehen - Besuche zuhause, regelmige Nachfrage bei den Lehrern, etc.
Du knntest zum Schutze der kleineren Geschwistern dem JA einen Hinweis geben, wenn Du ausziehst. Oder auch eine polizeiliche Anzeige erstatten - dann musst Du allerdings die Sachverhalte gerichtsfest beweisen knnen (im Zweifel fr den Angeklagten).
Vielleicht ist es auch mglich, die Eltern zivilrechtlich auf Schmerzensgeld zu verklagen (wenn Beweise vorhanden sind), was aber 1. gering ausfallen wird und Dir 2. vom Sozialgeld als zustzliches Einkommen mglicherweise abgezogen wird. Ein Anwalt knnte Dir da sicher weiter helfen. Wenn Du 18 bist, kannst Du Prozekostenbeihilfe beim Amtsgericht beantragen, um Dich von ihm beraten zu lassen - vorher nicht.
--
Meine Verlobte fand damals einen Praktikumsplatz in einem Altenheim, wo sie auch wohnen konnte. Mit dem Taschengeld, welches sie dort bekam und dem Kindergeld kam sie ber die Runden, wurde aber weidlich ausgenutzt. Nun ja - es war ja auch nur fr ein paar Monate, bis sie volljhrig wurde.
--
LG
Stephan
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