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virtueller Schaden bei nicht realisiertem Wertpapierverkauf

 
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yoshigap
Interessierter


Anmeldungsdatum: 01.07.2005
Beitrge: 8

BeitragVerfasst am: 01.07.05, 16:22    Titel: virtueller Schaden bei nicht realisiertem Wertpapierverkauf Antworten mit Zitat

Meine (rudimentre) Ausbildung in Recht ist lange her und ich muss mich erst seit kurzem wieder mit rechtlichen Fragen auseinandersetzen. Daher bedanke ich mich schon mal im Voraus fr das Verstndnis, wenn manchem die Frage bld vorkommt. Smilie

Folgender Sachverhalt: Kunde will Wertpapiere aus seinem Depot veruern, er tut dies ber einen Vertragspartner. Kunde gibt ein Limit ein und beschrnkt den Auftrag auf den aktuellen Tag (Freitag). Das Limit wird nicht erreicht, daher wird der Auftrag nicht ausgefhrt. Aus Sicherheitsgrnden hat der Vertragspartner den Auftrag bis zu zwei Tagen im System, da die Abwicklungen mit dem Ausland nicht so eindeutig und sicher ablaufen wie in Deutschland. Montag versucht der Kunde erneut, die Papiere zu verkaufen, da der Preis gestiegen ist. ber den Vertragspartner kann er das nicht, da das System durch den vorhergegangenen Auftrag blockiert ist.
Meine grundstzliche Frage: kann der Kunde den - nur virtuell entstandenen - Schaden geltend machen? Er hat die Papiere nach wie vor, konnte den Gewinn aber nicht realisieren.

Ich hoffe, diese knappe Kurzform reicht aus, ansonsten kann ich gerne noch Details zufgen. Vielen Dank im Voraus!
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Frap
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 06.01.2005
Beitrge: 167

BeitragVerfasst am: 07.07.05, 14:40    Titel: Antworten mit Zitat

m.E. ist es Sache des Vertragspartners ein funktionierendes System zur Verfgung zu stellen.

Handelt es sich hier um

A) einen Fehler im System, oder
B) die Inkaufnahme der Blockierung seitens V aus technischen Grnden?

Welche Optionen kann der Kunde nutzen, z.B. telefonisch mit einer Servicestelle das Problem klren etc?

Falls K Schadensersatz fordern will, muss er sich weitergehende Lsungsversuche vorhalten lassen.

Ansprche knnten dann u.U. durchaus gegeben sein.
_________________
Dies ist lediglich meine Einschtzung des Sachverhaltes. Rechtliche oder steuerliche Beratung sind den ensprechenden Beratern vorbehalten.
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Karsten11
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 17.06.2005
Beitrge: 3169

BeitragVerfasst am: 08.07.05, 13:52    Titel: Antworten mit Zitat

fr einen Schadensersatz ist es hier notwendig einen Schaden zu haben und die Bank sollte dafr auch noch verantwortlich sein.

Meint der Kunde den Verkauf ernst, so htte es in diesem virtuellen Fall am Dienstag verkauft. Dann wre (unterstelle ich mal) aus dem "virtuellen" Schaden ein echter geworden (oder die Kurse steigen und die Debatte ist zu Ende).

Verkauft der Kunde nicht am Dienstag, so wrde ich ihm unterstellen, dass hier der (angebliche) Fehler der Bank als Vorwand genommen wurde, nicht entstandene Schden geltend zu machen.

Als Bank wrde ich hier bestimmt nicht zahlen.

Unabhngig hiervon stellt sich die Frage, ob die Bank dem Grundsatz nach sich Schadensersatzpflichtig gemacht hat.

Es liegt in der Natur von Brsengeschften, dass diese nur dann zustande kommen, wenn man einen Kufer/Verkufer findet, der den geforderte Preis akzeptiert. Daher ist die Order immer eine gewisse Zeit offen, d.H. es ist ungewiss, ob sie ausgefhrt wird.

Die Bank ist verpflichtet, sicherzustellen, dass die Erfllung der Order dem Kunden auch mglich ist. So ist es notwendigerweise so, dass die Bank Papiere (oder auch Geld) so lange fr andere Verfgungen sperrt, bis sichergestellt ist, dass diese entwender sicher verkauft sind oder sicher nicht mehr verkauft werden knnen.

Da die Bank typischerweise nicht an allen Brsenpltzen der Welt selbst vertreten ist, sondern Geschfte im Ausland durch Korrespondenzbanken vor Ort erledigen lsst, ist nicht davon auszugehen, dass die Information ber den Orderstatus in Nullzeit der Bank vorliegt.

Auslandszahlungen knnen nach BGB beispielsweise 5 Tage unterwegs sein. Da wrde ich als Bank argumentieren, dass das Versenden des Orderstatus durchaus 2 Tage dauern kann.

Selbst wenn es in diesem konkreten Fall nachweisbar wre, dass die Information ber die Nichtausfhrung der Order die Bank zum Zeitpunkt der erneuten Order bereits vorlag (viel Spa bei der Beweisfhrung), fallen mir keine berzeugenden Grnde ein, dass die Bank bei der Festlegung der technischen Sperrfrist nicht von typischen (oder worst case) Kommunikationsdauern ausgehen muss.

Der Techniker sagt: Dies ist ein Feature, kein Fehler.
___________________________
Dies ist keine Rechtsberatung
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yoshigap
Interessierter


Anmeldungsdatum: 01.07.2005
Beitrge: 8

BeitragVerfasst am: 13.07.05, 07:14    Titel: Antworten mit Zitat

vielen Dank den Antwortern!
Ich war ein paar Tage weg und werde noch berichten, wie es um die Sache steht.
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